Mittwoch der 11. März 2020, 18:40 Uhr. Die ersten 20 Minuten des ersten Geisterspiels im deutschen Profifußball überhaupt sind um. Ich sitze vor dem Fernseher und schaue mir das Rheinderby auf Sky an.

 

Ich bin weder Fan des 1. Fc Köln, noch hege ich große Sympathien für Borussia Mönchengladbach. Aber ich liebe Fußball. Und Fußball ist nunmal mehr als das, was auf dem Rasen passiert.

 

Covid-19, der Coronavirus beherrscht das Tagesgeschehen. Und eben auch den Fußball. Jürgen Klopp sagte bei einer Pressekonferenz an diesem Tag, dass es wichtigere Dinge als Fußball gibt. Selbstverständlich hat er Recht. Die Gesundheit seiner Familie, die Gesundheit von uns allen geht vor.

 

Aber trotzdem sind wir alle Fußballfans. Wir leben diesen Sport, er macht einen Teil von uns aus. Wir lieben die Atmosphäre, das Beisammensein, das Treffen mit unseren Freunden – egal ob im Stadion oder in der Kneipe. Es gehört zu uns.

 

Rheinderby – das hätte Choreos auf beiden Seiten bedeutet. Gesänge, Schlachtrufe, Gebrüll, Geschrei und Jubel. Dinge, die uns Fußballfans Gänsehaut verschaffen können.

 

Wir gehen nicht alleine wegen tollen Laufwegen, ruppigen Zweikämpfen und spektakulären Toren ins Stadion. Wir leben und atmen jeden kleinen Teil dieses Sports.

 

Ich habe das Einlaufen der Mannschaften gesehen, den zu frühen Anpfiff von Deniz Aytekin, den tatsächlichen Anpfiff und die ersten Spielzüge. Es trieb mir einen Kloß in den Hals. Nicht wegen Köln, nicht wegen Gladbach. Wegen des Fußballs. Der Fußball der so unvollständig ohne Fans ist.

 

Ich weiß nicht, wie lange es dauern wird, bis wir alle wieder ins Stadion gehen können. Wir werden mit dem Zustand so lange leben müssen, wie er anhält und nötig ist. Wir werden umso erleichterter sein, wenn wir wieder zur Normalität zurückkehren dürfen. Nicht nur in unserem alltäglichen Leben, sondern auch hinsichtlich unserer großen Liebe.

 

 

Und ohne die Pandemie und ihre Folgen instrumentalisieren zu wollen – vielleicht können wir darauf hoffen, dass die Geisterspiele, nachdem wir alles überstanden haben, wenigstens einen positiven Effekt haben. Vielleicht erkennen Vereine und Verbände die Wichtigkeit von Fans, vor allem die, der aktiven Fans ein bisschen mehr an.

 

Denn das Extrem, dass wir ab heute für einige Spieltage erleben müssen, das ist bedrückend, schmerzhaft und erschütternd.

 

 

 

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