Metropolitan Oval, 13. Mai 2012, Endstand: 5:3

 

Der Auftakt einer zweiwöchigen Rundreise durch die USA begann in New York City. Für mich, als mit MTV-Videos und Hollywood-Filmen in den 90ern sozialisiertes Kind, ging beim ersten Anblick der Hochhausschluchten Manhattans und der Yellow Cabs quasi ein Traum in Erfüllung, um den es hier aber nur am Rande gehen soll. Schließlich gibt es auch eine kleine Anekdote mit Fußballbezug...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Für den Sonntagnachmittag hatte ich mir vor Reisebeginn in „diesem Internet“ ein Spiel der Cosmopolitan Soccer League rausgesucht. Reisebegleiter Nico war zu müde (oder hatte einfach keinen Bock auf Fußball und die damit verbundene Fahrt von Manhattan nach Queens) und so trennten sich unsere Wege an einer U-Bahn-Station. Da ich im Jahr 2012 noch nicht mit Smartphone und Google Maps unterwegs war, prägte ich mir einfach den Weg von der Bahnstation zum Ground ein. Dieser war (eigentlich) relativ einfach. Mit dem M-Train zur Endstation, von dort ein ganzes Stück die Metropolitan Avenue runter und dann auf Höhe der Tanke in die 60ste Straße rein. Fertig.

 

 

Ich stand nun also an irgendeinem Bahnsteig in Süd-Manhattan und wartete. Und wartete. Und wartete... Ein kurzer Blick auf die Anzeigetafel und da war auf einmal ein ganz großer Kackstift in meiner Hose: In dem Streckenabschnitt war ne Baustelle: Keine M-Züge in die von mir ersehnte Richtung. Fuck!

Um irgendwie über diesen verdammten East River zu kommen, musste nun also schnell mit einem Blick auf das Streckennetz der Subway umdisponiert werden. Ich entschied mich für die Fahrt in nördlicher Richtung, um mich dann in Queens schnellen Schrittes nach Süden Richtung Fußballplatz durchzufragen. Wenig hilfreich war, dass ich nur den Namen der Sportstätte, aber keine genaue Adresse, kannte. Die knapper werdende Zeit zum Anstoß und die knapp 30°C Hitze setzten zusätzlich unter Druck.

Bei einem kurzen Zwischenstopp für den Erwerb von kühlenden Getränken in einem Deli wurde mir dann auch fast jegliche Hoffnung genommen. Ich fragte, ob der Verkäufer wisse wo dieses „soccer field“ (Jaaa, sorry für den Ausdruck! „Football“ ist bei den Amis halt was anderes...) mit dem Namen „Metropolitan Oval“ sei. Das müsste auch ganz in der Nähe sein! Seine Antwort war in etwa: „Man, nobody plays soccer here.“

Wenn es überhaupt etwas Gutes in dieser fußballfreien Zeit gibt, dann die Gelegenheit,Verpasstes nachzuholen. Da tagesaktuelles Holstein-und Hoppingfrischfutter dank Corona bis auf Weiteres ausfällt, dürfen auch gerne länger zurückliegende Touren mit einem Bericht bedacht werden, deren schriftliche Wiedergabe seinerzeit einer Mischung aus Zeitnot und Schlendrian zum Opfer gefallen ist. Manchmal ist das sehr ärgerlich, vor allem wenn interessante Grounds gekreuzt wurden und der Report schon beinahe fertiggestellt war.

So wie im folgenden Fall. Springen wir gedanklich mal ein knappes Jahr zurück nach Ende April 2019. Wem die Erinnerung schwerfällt: der Ball rollt noch, Corona ist einfach nur ein mexikanisches Bier und Holstein verspielt zuhause gegen Paderborn die letzte Chance um den Aufstieg. Außerdem steht noch der Tag der Arbeit vor der Tür und das Studium der Spielpläne lässt eine Ansetzung hervorstechen: Pokalfinale in Liechtenstein!

Da die Vereine des Fürstentums im Schweizer Ligasystem eingegliedert sind, ist der Pokal der einzige nationale Wettbewerb - und das Endspiel natürlich die perfekte Gelegenheit, diesen Länderpunkt mal einzutüten.

Eine Mitfahrgelegenheit bei einem Hopper aus dem Raum Ingolstadt ermöglicht zudem, das Ganze recht kostengünstig zu gestalten. Nächster Pluspunkt: trotz der frühen Ansetzung um 17 Uhr ergibt sich die Chance, vorher sogar zwei Spiele zu besuchen.

Beide Partien der viertklassigen Vorarlberliga in Österreich liegen nicht nur perfekt auf dem Weg, sondern bieten mit dem Bregenzer Casino-Stadion auch noch eine richtige Perle.

Die vorige Nacht ist leider kurz, schon um 3.45 Uhr schellt der Wecker. Die Bahn spielt mit und pünktlich gegen halb sieben erreiche ich mit Baar-Ebenhausen den vereinbarten Treffpunkt. Von dort aus geht es weiter in den Münchener Westen, um den dritten Mann einzusammeln. Die Straßen sind frei und Bregenz wird ganz entspannt gegen 9 Uhr erreicht. Nach einem kleinen Frühstück in der Stadt geht es dann auf ins Casino-Stadion zum ersten Kick des Tages.

 

Schwarz-Weiß Bregenz vs. FC Nenzing

Casino-Stadion, 1. Mai 2019, Endstand 4:4

Natürlich ist das Pokalfinale der Anker dieser Tour und man hätte auch zwei beliebige Spiele vorher dankend mitgenommen. Aber Bregenz? Ich war vorher schon gespannt auf den Ground und sollte nicht enttäuscht werden. Viel malerischer kann ein Stadion kaum liegen. Einen Steinwurf entfernt liegt das Festspielhaus am Bodensee mit seiner Seebühne (der alte Name Bodenseestadion kommt also nicht von ungefähr) zur anderen Seite die Alpen – einfach herrlich.

 

 

 

 

Aber nicht nur vom Panorama her kann das Stadion punkten: Haupt-und Gegengerade verfügen über Tribünen, die mit ihrer schlichten aber eleganten Konstruktion sofort zu überzeugen wissen. Die Haupt ist eine reine Sitzplatztribüne mit nur einem durchgehenden Rang, zu beiden Seiten offen und mit einem leicht aufwärts geneigten, geschwungenen Dach.

Ideal bei dem heutigen frühsommerlichen Wetter, im November oder Februar wird aber sicher so mancher dieses Design schon verteufelt haben...

 

 

 

 

 

Die verbleibende Zeit bis zum Anstoß wird nach Schalkauf und einem kurzen Gastrocheck - die Currywurst ist geschmacklich okay, aber etwas zäh in der Pelle – für einen Rundgang auf der Laufbahn genutzt.

Über diese erreicht man die Treppe, die einen auf die den Rest des Stadions umgebenden Traversen bringt. Diese sind nur in einem kleinen Teil der ebenfalls überdachten Gegentribüne (dort hat der „harte Kern“ seine Heimat) und der angrenzenden Kurve mit Sitzschalen ausgestattet, ansonsten sind es reine Steher.

Ebenso wie die Tribünen wirkt all das hier nicht angestaubt, sondern modern und in einem sehr guten Zustand. Ein Ground muss also nicht zwingend „oldschool“ sein, und kann trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

 Der jetzige Schwarz-Weiß Bregenz wurde 2005 als SC Bregenz als Nachfolger des Konkurs gegangenen Schwarz-Weiß Bregenz von 1919 gegründet. Spielte der Vorgängerverein noch in der Bundesliga, heißt die Gegenwart Vorarlbergliga.

Die Gastgeber befinden sich im erweiterten Aufstiegskreis und empfangen mit dem FC Nenzing den Vorletzten. Sollte also eine klare Angelegenheit werden. Danach sieht es auch zunächst aus. Allerdings anders als erwartet. Die Schwarz-Weißen machen das Spiel, aber beim Gast ist einfach jeder Schuss drin. Nach einer Viertelstunde fällt das 0-1, später folgt ein Doppelschlag nach etwa einer halben Stunde.

Die Nachspielzeit der ersten Hälfte bringt mit dem 1-3 doch noch mal Hoffnung zurück. Als keine zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff ein schöner Freistoß den Anschlusstreffer bringt, ist die Wende im Spiel offensichtlich. Schon in der 55. Minute ist die Gästeführung dann egalisiert, dieses Ergebnis hat aber länger Bestand, als die meisten der rund 500 Zuschauer wohl erwarten. Nenzing steht jetzt tiefer, zwanzig Minuten vor Schluss wird ihr Abwehrriegel dann doch durchbrochen. Damit haben die Schwarz-Weißen das Spiel gedreht, allerdings gelingt es Bregenz nicht, die Führung auszubauen. In der Schlussphase ziehen sie sich ihrerseits dafür weiter zurück. Und völlig überraschend gelingt den Nenzingern nach einem umstrittenen Eckball kurz vor dem Schlusspfiff doch noch das 4-4.

 

 

 

Dabei bleibt es dann und unterm dem Strich steht damit ein Resultat, das keinem Team so richtig weiterhilft - aber vom Verlauf und den Rahmenbedingungen her hätte sich der neutrale Zuschauer nicht mehr erhoffen können.

 

SC Röthis vs. FC Blau-Weiß Fussach

Sportplatz an der Ratz, 1. Mai 2019, Endstand 5:0

 

Zwischen dem Abpfiff in Bregenz und dem Anpfiff in Röthis liegen knappe 1 3/4 StundenZeit genug, die 30 km Entfernung zu überbrücken und unterwegs noch einen kleinen gastronomischen Zwischenstopp einzulegen. Röthis ist der Schauplatz ist des zweiten Spiels des Tages, und ebenso wie der SW Bregenz kickt der heimische SC Röthis in der Vorarlbergliga.

Schon auf dem Parkplatz sieht man einige PKW und Gesichter aus Bregenz wieder. Wenig verwunderlich sollte sich dies auch später in Vaduz wiederholen. Klar, dieser Trip ist natürlich für Hopper wie gemalt und sorgt für einen entsprechenden Auflauf.

 

 

 

 

 

 

 

Der „Sportplatz an der Ratz“ kann in punkto Ausbau selbstredend nicht mit Bregenz mithalten. Nur die Hauptgerade bietet mit dem Vereinsgebäude und der aufgesetzten Tribüne einen Hingucker. Innen wie außen dominiert allerdings Holz, was für ein uriges Ambiente sorgt. Schon vom Parkplatz aus - mit Blick über eine Wiese mit Löwenzahn und im Hintergrund wieder schneebedeckte Alpengipfel - hätte das Gebäude genauso gut als Gasthof auf einer Alm durchgehen können ;)

Rein sportlich war ja schon das vorige Match trotz konträrer Vorzeichen eine äußerst spannende Angelegenheit. Hier trifft jetzt oberes auf unteres Mittelfeld, wird es vielleicht ähnlich turbulent? Leider nein, das Spiel verläuft ziemlich einseitig zugunsten der Gastgeber. Dennoch steht es zur Pause nur 1-0. Aber alle Zweifel werden in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ausgeräumt. Am Ende steht ein klares 5-0 und die etwa 300 Zuschauer haben nicht nur einen völlig verdienten Heimsieg bestaunen dürfen, sondern unter den Treffern war auch ein „Tor des Monats“-verdächtiger Weitschuss über Freund, Feind und Torhüter hinweg aus ca. 40 Metern.

 

 

 

 

 

Danach geht es fix zurück zum Parkplatz, wiederum sind etwa 30 km zurückzulegen, aber die ziehen sich spätestens bei Erreichen des kleinen Fürstentums. Denn innerorts gilt dort Tempo 50 und gefühlt ist man auch nur innerorts unterwegs.

 

Fussball Club Vaduz vs. Fussballclub Ruggell

Rheinpark Stadion, 1. Mai 2019, Endstand 3:2

Gegen 16 Uhr ist das Rheinpark Stadion erreicht. Das Nationalstadion und gleichzeitige Heimstätte des FC Vaduz ist mit seinen knapp 8000 Plätzen – verteilt auf vier alleinstehende Tribünen – auch gleichzeitig das größte Stadion im Fürstentum.

Das Innere wirkt ein wenig steril, wird aber durch die Farbgebung der Bestuhlung in den Landesfarben Blau und Rot etwas aufgelockert. Interessanter ist da fast das Panorama von außen, denn der Ground liegt unmittelbar an der Grenze zur Schweiz - am Rhein.

 

Bne Jehuda Tel Aviv FC vs. Hapoel Tel Aviv
Bloomfield-Stadium, 12. Januar 2020, Endstand 1:2



Das Fanprojekt Kiel plante mit dem Kasseler Fanprojekt eine Bildungs- und Kultur Reise nach Israel. Natürlich sollte dort auch Fußball geguckt werden. Die Reisegruppe bestand aus je zwei Fanprojekt-Mitarbeitern pro Stadt und je fünf reiselustigen Fußball-Fans. Trotz der Fanfreundschaft zum KSV Hessen Kassel kannten sich nicht alle Reiseteilnehmer, aber man kann vorweg nehmen das die Chemie stimmte.

Los ging es am Sonnabend mit dem Flug von Berlin nach Tel Aviv. Bei der Ausreise brauchten einige von uns etwas länger am Bundespolizei-Schalter, aber ausreisen durften wir alle und auch die Einreise in Tel Aviv war kein Problem. Mit Mietautos ging es dann vom Flughafen zu unserer Unterkunft. Der Verkehr in Tel Aviv oder besser gesagt in ganz Israel ist teilweise schon echt hart. Hier wird wie wild gehupt und gedrängelt. Wer vorhat, einmal in Neu Dehli Auto zu fahren, kann hier schon mal üben. Da der Tag schon so gut wie vorbei war, aber alle Hunger hatten, ging es von unserer Unterkunft nochmal raus. In direkter Nachbarschaft waren diverse Restaurants und so ließen wir uns im erst besten nieder. Bei leckerem Essen und Bier ließen wir den Tag ausklingen. Beim Bezahlen wurde uns dann eigentlich erst bewusst wie teuer dieses Land doch ist – so waren bei vielen die Scheckel für die nächsten Tage schon fast aufgebraucht.

 

 

 

Am nächsten Morgen ging es früh los, da einiges auf dem Terminplaner stand. Zu Fuß ging es quer durch die Stadt zur Independence Hall und zur “Weißen Stadt”, welches ein Viertel ist, in dem die Gebäude überwiegend im Bauhausstil errichtet wurden. Am Abend sollte es dann auch zum ersten Spiel dieser Tour gehen Da es wie aus Eimern goss, fuhren wir mit dem Taxi zum Stadion. Da dieses kein Dach besitzt, wurden wir doch ziemlich nass. Das Bloomfiel-Stadium teilen sich die drei Vereine Bne Jehuda, Hapoel Tel Aviv und Maccabi Tel Aviv. Heute war mit der Heimmanschaft Bne Jehuda und quasi Hapoel auswärts zuhause. Ende August 2019 wurde nach den Renovierungsarbeiten und der Kapazitätsaufstockung, das Stadion neu "eingeweiht". 29.125 Zuschauer finden hier Platz, an diesem Tag kamen aber nicht einmal 5.000. Bne Jehuda verfügt über keine große Anhängerschaft, obwohl man einmal Israelischer Meister wurde und dreimal den Pokal gewann. 3.000 bis 3.500 Zuschauer drückten aber dem Auswärtsteam die Daumen. Was bei einem Zuschauerschnitt von ca. 11.000 bei den Heimspielen auch nicht grad viel ist.

 

 

Da eine Taxi-Crew von uns die Ultràs von Hapoel beim begehen des Stadions beobachten konnten und sah, dass dort allerhand Fahnen und Trommeln ins Stadion getragen wurden, stieg die Vorfreude auf die Stimmung aus dem Gästeblock. Diese verpuffte allerdings schnell, da wieso auch immer keine Zaunfahnen hingen und auch keine Fahnen geschwenkt wurden. Zudem erklang keine Trommel zu den Gesängen. Wieso der ganze Kram mitgeschleppt, aber nicht eingesetzt wurde, wissen wir leider auch nicht. Auf Heimseite sah dies auch eher mau aus. Immerhin ging Spielniveau trotz der Wassermassen tatsächlich ok. Hapoel ging in der 36. Minute in Führung. Diese konnte Bne Jehude allerdings kurze Zeit später wieder ausgleichen. An Chancen mangelte es auf beiden Seite nicht, aber nur Hapoel konnte noch einmal netzten und gewann mit 2:1. Den Sieg feierte die Kurve zum Schluss noch gemeinsam mit der Mannschaft. Wir verließen relativ fix das Stadion und versuchten uns Taxen zu organisieren. An einer nahen Hauptstraße kam dann zum Glück alle paar Minuten ein leeres Taxi vorbei.



FC Hapoel Katamon Jerusalem - Beitar Tel Aviv
Teddy-Kollek-Stadium, 13. Januar 2020, Endstand: 2:0



Am nächsten Morgen ging es für uns dann nach Jerusalem. In dieser Unterkunft merkte man doch die etwas anderen Sicherheitsstandards als daheim. Eines unserer Zimmer war nämlich ein Luftschutzbunker mit dicker Stahltür sowie Stahlplatten vor den Fenstern. Da als Tagesprogramm nur noch das Zweitliga-Spiel zwischen Katamon Jerusalem und Beitar Tel Aviv anstand, hatten wir Zeit um uns Essen und Biervorräte anzuschaffen. In direkter Nachbarschaft befand sich ein großer Markt, sowie kleinere Supermärkte, in denen wir unsere Schekel gegen Brot und Bier tauschten. Eigentlich war noch geplant, die Altstadt zu besichtigen, aber da die Zeit schon wieder weit voran geschritten war, ging es wieder mal mit dem Taxi zum Stadion. Dort angekommen ging es einmal komplett um das Stadion bis wir den Eingang erblickten.

Heute war nicht mit einer großen Anzahl an Zuschauern zu rechnen, weshalb nur ein Eingang offen war. Direkt hinter dem Eingang hatten die Ultràs von Katamon einen Stand mit Aufklebern, Schals, Shirts und CDs aufgebaut. Wir deckten uns fleißig ein und schnackten mit den Jungs und Mädels noch ein paar Worte. Das Teddy-Stadion teilen sich gleich vier Vereine. Beitar Jerusalem, Hapoel Jerusalem, Hapoel Katamon Jerusalem, Beitar Nordia Jerusalem. Die beiden letzt genannten sind Vereine die durch Fans gegründet wurden. 2007 versuchten Fans mithilfe eines Journalisten und eines Politikers den Verein Hapoel Jerusalem zu kaufen, als dies scheiterte „gründeten“ sie den Verein Hapoel Katamon Jerusalem. Gestartet in der 4. Liga spielen sie seit der Saison 13/14 in der 2. Liga Israels. Heute vor 700 Zuschauern im 31.733 Plätze bietenden Teddy-Kollek-Stadion.

 

 

 

 

 

 

Da nur eine Tribüne überhaupt geöffnet war, saßen wir leider links hinter dem Stimmungsblock und konnten daher die Stimmung nicht ganz wahrnehmen. Gesänge hallten aber die gesamten 90 Minuten durchs leere Rund. Ein paar konnten kurz durch ein geöffnetes Tor auf die hinter Tor Tribüne schleichen um Fotos zu schießen. Das Spiel gewannen die Hausherren durch zwei Tore vom Spieler Awka Ashta. Seit Gründung des Vereins ist auch er Teil dessen und spielt seit Jungen Kindes Alters in den schwarz-roten Farben. Da das Stadion ziemlich abgelegen war und wir daher nicht davon ausgingen, dass zufällig vier Taxen um die Ecke biegen würden, ging es zu Fuß die Strecke zurück.

Die nächsten vier Tage sollte für uns erstmal kein Ball mehr rollen. Wir waren ja auch aus anderen Gründen hier anwesend. Am Morgen nach dem Hapoel-Katamon-Spiel ging es wie immer früh aus den Betten. Wir machten uns auf Richtung Altstadt, um die Grabeskirche Jesus, die Klagemauer sowie den Tempelberg zu besuchen.

 

 

 

 

 

Auch wenn ich mich keiner der drei Religionen zugehörig fühle, sind alle drei Orte wegen ihrer Geschichte imposant. Mit welcher Hingabe Christen, Muslime und Juden ihrer Religion hier nach gehen, ist schon sehr interessant.

FK Tschornomorez Odessa vs. FK Avanhard Kramatorsk, Zentralstadion Tschornomorez, 17. August 2019, Endstand: 0:1

 

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Odessa - die Millionenstadt am Schwarzen Meer hat neben netten Stränden auch kulturell und kulinarisch was zu bieten. Insgesamt wird (leider) viel gebaut. Appartementtürme bei denen man nicht weiß, wer sich da was kaufen soll... Im Süden gibt es aber noch die alten Sanatorien aus Sowjetzeiten . Das versprüht neben der gammeligen Tram schon einen gewissen Reiz gegenüber den hochgejazzten, neuen Touristränden in Richtung Zentrum.

 

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Das Stadion liegt im Schewtschenko-Park im Zentrum der Stadt und wurde ursprünglich 1938 eröffnet. Vor der EM 2012 wurde es komplett umgebaut und diente als Ersatzstadion.

 

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Association Sportives Hayabley vs. FC Dikhil

Stade El Hadj Hassan Gouled, 22. Februar 2019 (17 Uhr), Endstand 1:2

 

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Association Sportive du Port vs. Association Sportive Arta Solar 7

Stade El Hadj Hassan Gouled, 22. Februar 2019 (19 Uhr), Endstand 2:2

 

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Beruflich war ich in Djibouti und hatte an einem Wochenende im Nationalstadion (das bis zu 40.000 Zuschauer fasst) Flutlicht gesehen. Ein Blich auf die Internetseite von Soccerway verriet, dass am darauffolgendem Wochenende ein Spieltag ausgetragen wurde. Da ich dann natürlich hin zum Stadion und  habe am Zaun nach Tickets gefragt. Da dieses Land als eines der ärmsten Länder zählt, sind die Eintrittspreise mit 100 DJF also umgerechnet 0,50€ mehr als günstig. Dafür kann man einen kompletten Spieltag sehen. Die Spiele starten um 15:00, 17:00 und 19:00 Uhr. Da die Temperaturen hier momentan nicht wirklich unter 30Grad sind, kann man sich vorstellen, dass bei den ersten Spielen noch nicht wirklich viele Zuschauer vor Ort sind.

 

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Ich bin zur zweiten Halbzeit des zweiten Spiels gekommen. Die Ränge waren ganz gut besucht. Bis auf eine ältere Dame, die mit einer Art Bauchladen durch das Stadion gelaufen ist und einzelne Zigaretten, Kekse und Kaugummis verkauft hat, waren nur Männer vor Ort. Als der Muezzin Abendgebet rief, wurde das Stadion für den Zeitraum des Gebets etwas leerer. Die Männer kamen aber wieder und schauten sich eher emotionslos das Spiel an. Ich hatte das Gefühl, dass sich auch über Gott und die Welt unterhalten wurde und das Spiel so nebenbei betrachtet wurde. Erst zur Schlussphase wurde es etwas lauter und die Zuschauer unterstützten die Teams mit einzelnen aber lauten Zwischenrufen.

 

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Das Niveau war sehr niedrig. Aber es gab eine ganze Reihe an lustigen Szenen. Angefangen von mehreren Elfmetern in einem Spiel, die nicht alle verwandelt wurden bis zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, die der Schiedsrichter mit störrischer Ruhe hat laufen lassen. Während des Spiels hat sich der Linienrichter es sich nicht nehmen lassen, des Öfteren mal auf sein Handy zu schauen, welches er natürlich ganz selbstverständlich in der Hosentasche hatte.

 

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