Anpfiff 2. Bundesliga für Holstein Kiel

30.07.2017 - 15:30 Uhr

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Professor-Reinmüller-Sportplatz, 4. September 2016, Endstand 2:1

 

Sonntag, 10:45 Uhr – für den norddeutschen Fußballkenner klingt das nach Hamburg und auch schon gleich ein bisschen nach Kult. Allerdings heißt es für Kieler auch immer den Schweinehund zu besiegen und das bequeme Bett zu verlassen. Blick aus dem Fenster: Regen – na toll. Aber wenn nicht an einem spielfreien Wochenende, wann dann? Kurze Zeit später sitzt man dann auch gar nicht so schlecht gelaunt im Auto, A7 Richtung Süden. Und trotz Ferienrückreiseverkehr wird die Freie und Hansestadt in akzeptabler Zeit erreicht. Auch die Parkplatzsuche gestaltet sich entspannter als befürchtet, nur ist das endgültige Ziel zunächst nur akustisch wahrnehmbar. Dann ist der Eingang zum Platz des "Vereins zwischen den Häusern" gefunden.

 

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HEBC – oder ganz ausgeschrieben Hamburg Eimsbütteler Ballspiel Club, wobei sich eigentlich jeder aus nachvollziehbaren Gründen der Abkürzung bedient, ein Schlachtruf würde ansonsten auch ein kleiner Roman werden. Der HEBC gehört zu den Vereinen, die abseits des großen Hamburger Fußballs einen gewissen Kultstatus für sich reklamieren dürfen und so auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt sind. Und das im Fall der Lila-Weißen (laut Aussage Anwesender hat Erzgebirge Aue übrigens Farben und Trikot vom HEBC geklaut ;) ) sicher nicht nur durch einen gewissen Buddy Ogün.

 

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Einmal mehr zeigt sich im Fall der Eimsbütteler was für eine zentrale Rolle der Spielstätte als Heimat und Herz des Vereins zukommen kann. Zur Gründung des „Hamburger Ballspielclubs“ wurde 1911 zunächst noch auf dem Heiligengeistfeld gekickt. Nach der Fusion mit dem Eimsbütteler SC zog der Verein dann auf den Professor-Reinmüller-Platz um, allgemein einfach nur „Reinmüller“ oder „Reinsche“ genannt, wo bis heute das Zuhause des HEBC ist.

 

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Auch wenn der legendäre Granner inzwischen ein Kunstrasen ist, konnte der Charme der traditionsreichen Spielstätte doch ziemlich gut konserviert werden. Zwischen den Backsteingebäuden, auf dem Platz, wo in den 1930er Jahren die Zuschauer den Aufstieg in die erstklassige Oberliga und die Duelle mit dem Hamburger SV und Altona 93 verfolgten, wo 1953 über 3.500 Zuschauer zum DFB-Pokal-Spiel gegen Werder Bremen kamen, wo Ende der 1950 in der Amateurliga HH bis zu 5.000 Schlachtenbummler auf den Stufen standen, ist heute immer noch ein lebendiger Verein zu finden, der seine Geschichte lebt.

Sportanlage am Redingskamp, 27. April 2016, Endstand 2:3

 

Plan A sah eigentlich vor, mal wieder auf der Adolf-Jäger-Kampfbahn vorbeizuschauen. Der dortige Oberliga-Kick gegen Buchholz fällt allerdings dem Aprilwetter der übleren Sorte zum Opfer. Wie im Endeffekt fast alle Spiele an diesem Tag. Nur bei der Landesliga-Partie zwischen Eidelstedt und Osdorf erscheint und erscheint kein „Ausfall“. Auch ein Anruf beim Verein selbst bestätigt: Noch ist nicht abgesetzt, allerdings mit der Zusatzinfo, dass es noch ausfallen könnte. Je näher man der Freien und Hansestadt kommt, desto weniger glaubt man, dass Spiel stattfinden könnte. Zu groß sind die Wasserlachen auf den Straßen. Doch als die Sportanlage am Redingskamp erreicht wird, folgt die Überraschung.

 

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Während der Granner vorne komplett durchnässt ist, machen sich auf dem Rasenplatz dahinter tatsächlich Spieler warm. Und das auf einem Rasen, der für die Mischung aus Schnee und Regen in den vorangegangenen Tagen eigentlich ziemlich ordentlich aussieht.

 

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Sportplatz Müssentwiete, B-Platz, 30. März 2016, Endstand 2:2

 

„Am Tag als der Regen kam“... Während die französische Sängerin Dalida dem nassen Element 1959 noch etwas positives abgewinnen konnte, sorgt Niederschlag in konzentrierter Form im Jahr 2016 für einigen Stress bei zwei Kielern auf der Suche nach Fußball. Während es an der Förde noch nach bestem Fußballwetter aussieht, sind bei der Fahrt Richtung Elbe einige dunkle Wolken zu erblicken, die sich gefährlich auftürmen. Am Vortag sei ein Spiel wegen Starkregens in Schleswig-Holstein abgebrochen worden, nunja, ein Einzelfall. Tatsächlich steht kurz vor der Freien und Hansestadt einiges an Wasser auf der A7, nun scheint aber schon wieder die Sonne durch die großen Wolkenlücken. Guter Hoffnung wird der Parkplatz an der Sportanlage Sachsenweg erreicht, doch findet das geplante Spiel anscheinend kurzfristig auf dem B-Platz, Kunstrasen statt. Trotz Oberliga-Fußballs werden schnell Alternativen gesucht, was sich angesichts der späten Anpfiffzeit gar nicht mal als einfach gestaltet. Dem Sonnenuntergang entgegen geht es aber zügig in Richtung der Kreisstadt des Kreis Pinneberg, Pinneberg.

 

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Beim ersten Verein, der angesteuert wird gibt es allerdings gar kein Spiel, sondern nur verwunderte Blicke, weshalb Alternative zwei, die von einem Mitfahrer bereits besuchte Müssentwiete angesteuert wird. Damals gab es TBS Pinneberg (1995 durch türkischstämmige Mitbürger gegründet) auf dem A-Platz, dieses Mal sind es die Sportfreunde Pinneberg. Der Verein wurde von Heimatvertriebenen bereits kurz nach Kriegsende im Juni 1945 als „FC Stettin“ gegründet – ein deutlicher Hinweis auf die Herkunft der meisten Gründungsmitglieder. Nur zwei Monate später wurde allerdings bereits der Name der neuen Heimat übernommen.Gehörten in der über 70-jährigen Geschichte noch Sparten wie Bowling, Tischtennis und Spielmannszug zum Verein, sind die „Sportfreunde Pinneberg 1945“ inzwischen wieder ein reiner Fußballverein. Ligentechnisch befinden sich die „Kleeblätter“ derzeit in der Hamburger Kreiklasse 4 – nicht gerade das Oberhaus des hanseatischen Fußballs. Immerhin steht der Verein dort auf dem zweiten Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die Kreisliga berechtigt.

 

Im Heimspiel gegen die Zweite des TuS Appen gibt es an diesem Abend zwar nur ein 2:2, dafür hält die Ungeschlagen-Serie weiter (1710 Minuten sind es inzwischen). Zum Spiel passt eigentlich nur eine Beschreibung: dreckig. Denn es wird nicht auf dem A-Platz (Rasen), sondern auf dem B-Platz (Grand) gespielt. Dieses vom Aussterben bedrohte Symbol des „ehrlichen“ Fußballs, wird in Pinneberg noch etwas länger erhalten bleiben. Grund hierfür sind die extrem klammen Kassen der Stadt, die die Finanzierung eines Kunstrasens nicht zulassen. So geht es weiter auf den Hartplatz, der an diesem Abend allerdings an einigen Stellen recht aufgeweicht ist.

 

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Sportplatz Siemershöh, 25. März 2016, Endstand 0:4

 

Wenn der Hamburger von SCALA spricht, so hat er im Gegensatz zu Menschen aus Mailand nicht Musik, sondern eher Sport im Sinn. Hinter der Abkürzung verbirgt sich der Sportclub Alstertal-Langenhorn, welches der von der Mitgliederzahl größte Sportverein im Hamburger Norden ist.

 

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Ältester Vorgängerverein ist der 1909 gegründete FTSV Fichte Langenhorn, ein Arbeitersportverein den das Schicksal des Verbots unter den Nationalsozialisten ereilte. Nach der Wiedergründung fusionierte Fichte 1974 mit dem Langenhorner TSV zum SC Langenhorn. Dieser schloss sich wiederum 2002 mit dem TuS Alstertal zum SC Alstertal-Langenhorn zusammen. Auch wenn als Breitensportverein ausgelegt, besitzt die Fußballabteilung bei SCALA eine wichtige Bedeutung. Der Vorgängerverein Langenhorner TSV spielte erstmals 1949/50 für eine Saison im Hamburger Oberhaus, und dann wieder zu Beginn der 1960er. In dieser erfolgreichsten Phase des Vereins qualifizierten sich die Langenhorner 1968 auch für den DFB-Pokal. In der ersten Runde wartete ausgerechnet der eher mäßig attraktive Stadtnachbar SC Sperber, der dann auch schon die Endstation bedeutete. Es folgten noch zwei Meistertitel 1969 und 1970, ehe der fusionierte Verein sich zur Fahrstuhlmannschaft entwickelte. Nach dem Abstieg 2000 wurde in der Landesliga mit null Punkten und 18:163 Toren eine Negativrekord aufgestellt, in der folgenden Spielzeit wurde die Mannschaft ganz vom Spielbetrieb abgemeldet. Als SCALA begann der Neustart in der Kreisliga (8. Liga).

 

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Inzwischen wird in Langenhorn wieder Landesliga-Fußball gespielt. Die Heimspiele trägt SCALA auf dem Sportplatz Siemershöh aus. Eine durchaus charmante „old-school“ Anlage, die neben Vereinsheim mit überdachter Terrasse mit einigen grasbewachsenen Stufen punkten kann.

 

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Es gibt Stadien, die völlig zurecht einen gewissen Kult-Status nicht nur bei den Anhängern des eigenen Vereins besitzen. Sicherlich zählt zu diesen auch das Stadion Hoheluft im Hamburger Stadteil Eppendorf. Auch wenn es durch den aufgrund von Auflagen für die Regionalliga zwingend notwendigen Umbau zur Saison 2008/2009 ein wenig an Charme eingebüßt hat, ist es immer noch eine der ältesten und traditionsreichsten Spielstätten im deutschen Fußball. Als eines der ersten Stadien verfügte die Hoheluft über eine Tribüne – wodurch es für Länderspiele prädestiniert war.

 

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Und natürlich auch für das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1912, womit es für jeden Holstein-Fan ein „place to see before you die“ ist. Die ursprüngliche Holztribüne von 1909 brannte allerdings im Jahr 1921 nieder und wurde durch ein neues Bauwerk mit Betonsockel ersetzt. Dort befindet sich auch die Victoria-Klause, die lange Zeit vom inzwischen verstorbenen Hamburger Kult-Kicker Walter Frosch betrieben wurde.