Anpfiff 2. Bundesliga für Holstein Kiel

30.07.2017 - 15:30 Uhr

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Sportplatz an der Schule, Schafstedt, 12. März 2017, Endstand 4:1

 

„Die "Geest", das weiß jeder Schleswig-Holsteiner seit der Grundschule, ist einer der drei Landschaftstypen im nördlichsten Bundesland.“ - aufmerksamen CCK-Lesern dürfte dieser Satz aus dem Bericht über den FC Geest bekannt vorkommen. Nun trägt aber nicht nur ein Verein im nördlichsten Bundesland den Namen „Geest“, sondern zwei. Wobei es sich bei den Kickern aus Dithmarschen nicht um den Verein „Geest“ handelt, sondern um eine Spielgemeinschaft. Diese wurde 2005 zwischen den Vereinen TSV Eggstedt, TSV Krummstedt und TSV Schafstedt gegründet. Und zum Platz an der Schule in Schafstedt sollte es an diesem Sonntag gehen.

 

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Der Name Schafstedt ist vielleicht etwas prominenter als der vergleichbarer 1.334 Einwohner starker Gemeinden. Dies liegt vor allem an der Hochbrücke, die sich auf dem Gemeindegebiet befindet, den Nord-Ostsee-Kanal überspannt und von den meisten Touristen überquert wird, die sich mit dem Auto in Richtung schleswig-holsteinisches Wattenmeer bewegen. So wirbt der Ort auch mit „die Brücke zur Nordsee, aber immer einen Zwischenstopp wert“. Ob viele Urlauber diesem Tipp folgen? Wahrscheinlich eher nicht, doch gibt es ein paar Menschen, die aufgrund des Fußballs den Ort nicht nur zum Zwischen- sondern zum Hauptziel ausrufen.

 

Da das Auto aber nicht jede zweite Woche im Schatten der Hochbrücke abgestellt wird, ist man sofort als der „Fremde“ ausgemacht. „Wie viele Kilometer seid ihr denn jetzt gefahren?“, lautet die Frage, die impliziert, Anhänger des Gastvereins zu sein (als zweite Möglichkeit bleibt dann, obwohl nur zu zweit, Schiedsrichtergepann). Der Gastverein ist an diesem Tag die Zweite Mannschaft des Regionalligisten ETSV Weiche Flensburg, die immerhin 100 Kilometer an diesem Tag reisen darf. In der viergeteilten, zweithöchsten Spielklasse sogar noch nicht einmal das Ende der Fahnenstange - von Harrislee nach Brunsbüttel kann die Reise auch mal gut zwei Stunden dauern. Für die Liga direkt über der Kreisliga eine ganz schöne Tour.

 

Dass die Verbandsliga aber die zweithöchste Spielklasse des Landes ist, wird sich zur nächsten Saison ändern, denn dann wird es mit der Landesliga eine weitere Stufe zwischen Kreisliga und Landesoberhaus geben. Und das bedeutet, dass Vereine die Verbandsliga in der aktuellen Saison in viele Richtungen verlassen können. Sowohl die Geester, als auch die Zweite des ETSV haben realistische Chancen auf die Qualifikation zur Landesliga, was dem Mittelfeldduell einen gewissen Reiz gibt.

 

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Sportplatz Bennebek, 3. März 2017, Endstand 1:2

 

Eigentlich rollt der Ball in den oberen Ligen schon wieder ein bisschen. Gefühlt ist die Winterpause aber erst dann wirklich vorbei, wenn auf einen Freitagabend ein Kreisligaspiel mit Bier in der Hand verfolgt wird, gerne auch irgendwo auf dem Land. Dafür setzt sich die kleine Kieler Reisegruppe in Richtung Kreis Schleswig-Flensburg in Bewegung, um genau zu sein nach Klein Bennebek. Oder Lille Bennebæk, schließlich ist verläuft die Grenze zu Dänemark ja bald wieder entlang der Eider.

 

Die Gemeinde hat insgesamt zwar nur 531 Einwohner, kann andererseits aber auch behaupten, dass Potsdam und Berlin auf ihrem Gebiet liegen. Hertha heißt der lokale Ballsportverein aber trotzdem nicht, sondern FC Geest 09 (die "Geest", das weiß jeder Schleswig-Holsteiner seit der Grundschule, ist einer der drei Landschaftstypen im nördlichsten Bundesland). Dies ist ein Zusammenschluss der Fußballsparten des SSV Klein Bennebek, des TSV Groß Rheide und Olympia 72 Börm/Dörpstedt.

 

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Und der Platz, den der SSV mit in die Beziehung eingebracht hat und der an diesem Freitag vom Flutlicht hell erleuchtet wird, kann sich durchaus sehen lassen.

 

Vereinsheim? Vorhanden! Grillbude? Vorhanden! Hier gibt es vom Holzkohle-Grill übrigens neben einer leckeren Wurst auch eine richtig geile Frikadelle und das zu äußerst günstigen Konditionen. Mit der Verpflegung und dem Getränk der Wahl kann man sich hervorragend auf dem Lästerhügel niederlassen. Dieser kommt in Form eines tribünen-ähnlichen Bauwerks daher, wo wir uns dank erhöhter Beobachtungsposition und „Tresen“ für Essen und Getränke sehr wohl fühlen.

 

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Ein wenig haben wir allerdings auch den Eindruck, in eine kleine, aber verschworene Gemeinschaft eingedrungen zu sein, in der das kleine und große Fußballgeschehen auf plattdeutsch diskutiert wird. Andererseits wird man mit einem „Moin“ und teilweise sogar mit Handschlag begrüßt, also alles gut. Insgesamt finden sich auf der Anlage bis zum Anpfiff wohl etwas über 100 Leute ein, darunter auch ein paar Anhänger des TSV Süderbrarup.

 

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Glasgow hat „The old firm“, Porto Alegre das „GreNal“ und Belgrad „das ewige Derby“ - die großen Feiertage des Fußballs finden unter direkten Nachbarn statt. Ein besonderes Duell dieser Art findet auch unweit des Nord-Ostsee-Kanals in Dithmarschen statt. Ein Landstrich im Südwesten Schleswig-Holsteins, der als Europas größtes geschlossenes Kohlanbaugebiet bekannt ist, und dafür dass die Bauern der Region am 17. Februar 1500 das zahlenmäßig weit überlegene Heer des dänischen Königs Johann I. und seines Bruders Herzog Friedrich von Holstein besiegen konnten. Ein Ereignis, das bis heute identitätsstiftend für die Menschen zwischen Eider, Elbe und Nordsee ist.

 

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Dort, im Schatten der Brunsbütteler Hochbrücke, liegt auf einem langgezogenen Erdstreifen die Gemeinde Averlak - mit nur 2 m üNHN nur sehr knapp über dem Meeresspiegel, was dem Dorf auch seinen Namen gab (Aver de Lake = „über dem Wasser“). Bei knapp 600 Einwohnern ist es schon keine Selbstverständlichkeit mehr, dass es überhaupt noch einen Sportverein am Ort gibt. In Averlak gibt es sogar zwei. Los ging es 1959 mit dem FC Averlak, gegründet laut Homepage von einer „handvoll sportbegeisteter Leute“. Der Verein entwickelte sich hervorragend, doch kam es in den 1980ern zu internen Streitigkeiten.

 

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Vom FCA spaltete sich 1986 der SV Blau-Weiß ab und startete zunächst in der Kreisklasse E. Inzwischen spielen beide Vereine zusammen in der Kreisklasse A. Und als wären zwei Mannschaften aus demselben 600-Einwohner-Ort nicht schon genug, gibt es von jedem Verein auch noch eine „Zweite“, die zusammen in der Kreisklasse D spielen. Ein wenig profitiert das Dorf dabei auch davon, dass im benachbarten Brunsbüttel, was den Fußball betrifft, vereinstechnisch eher eine Monokultur herrscht.

 

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Zwei Sportplätze gibt es entlang der 3 Kilometer langen Hauptstraße zwar nicht, abseits des Grüns ist aber alles in rot-weiß und blau-weiß getrennt. Das Vereinsheim des SVs hat sich dabei von einer kleinen zu einer inzwischen recht stattlichen Gartenhütte entwickelt. Bei der räumlichen Dichte sind die Derbys selbstverständlich eine besondere Angelegenheit. Auch wenn diese aufgrund der Sperrung des heimischen Platz auf dem benachbarten Sportplatz in Dingerdonn ausgetragen werden.

 

Wieder einmal ein auf und neben dem Feld unterhaltsamer unterhaltsamer Sonntagnachmittag beim Amateurfußball. Nachdem es am letzten Wochenende nach Schellhorn ging, hieß das Ziel diesmal Lehmkuhlen. Dort empfing der TSV Lepahn die Zweite des Raisdorfer TSV.

 

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Ein entspannter Sonntagnachmittag in der Kreisklasse A Plön. Der Platz der 1949 gegründeten Schellhorner Gilde liegt fast schon idyllisch am Lanker See. Einziger Wehrmutstropfen beim ansonsten unterhaltsamen 2:2: Vereinsheim zu, keine Wurst, kein Kaffee.

 

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