5. Juni 2010, Blaschkeplatz, Endstand 4:2

 

Wunderbarstes Hoppingwetter, aber da ich im Gegensatz zu anderen Personen das Kurt-Bürger-Stadion in Wismar schon vor einiger Zeit besucht hatte, entschied ich mich gegen Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern und für Verbandsliga Schleswig-Holstein Nord-Ost. Ziel war Ostufer Kiel, genauer der Stadtteil Gaarden, der ja bei manch einheimischem Zeitgenossen auch als Klein-Türkei bekannt ist. Auf jeden Fall ist Gaarden die Heimat von Inter Türkspor Kiel, Kiels erstem türkischen Sportvererin, der 1989 gegründet wurde. Heimat von Inter ist eigentlich der Hans-Mohr-Platz, wo sich auch seit 1995 das Vereinsheim befindet. Da dieser aber zur Zeit zu einem Kunstrasenplatz umgebaut wird, muss Inter die Heimspiele auf dem Blaschkeplatz austragen.

 

blaschke eingang

blaschkeplatz

 

Dieser ist neben der Baukampfbahn einer der größeren und schöneren Plätze im ehemaligen Werftarbeiterstadtteil und verfügt neben dem Vereinsheim und einem Umkleidetrakt über fünf Traversen auf der Längsseite. In der hinteren Ecke ist zudem noch ein kleines Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges zu finden. Insgesamt ist der Blaschkeplatz das Relikt vergangener großer Tage des Gaardener Fußballsports, als die TuS in der Gauliga Nord den Hamburger SV, Victoria Hamburg und auch den Lokalrivalen Holstein Kiel besiegen konnte. 2010 muss der Platz nun als Ausweichheimat für Inter Türkspor dienen. Dadurch, dass der Verein aber seinen eigenen Kiez nicht verlassen musste, finden sich zum Derby gegen Kilia immerhin rund 250-300 Zuschauer am letzten Spieltag ein.

Neben dem eingangs bereits erwähnten herrlichen Wetter trieb mich natürlich auf die Neugier in Sachen Stadiongastro in die Norddeutsche Straße. Und schon beim Bezahlen der 2 Euro für Studenten zog mir der herrliche Duft von auf Holzkohle gegrilltem Fleisch in die Nase.

 

grill

gastro

köfte

 

Also auf dem Weg zu den Traversen gleich mal ein Fladenbrot mit hammerköstlichen Köfte klargemacht. Absolute Empfehlung für alle Hopper mal hier zu essen - natürlich mit extra Pul Biber (für die, die es nicht kennen: das ist "scharf" beim Dönermann) und einer Dose Uludağ Gazoz für das original Türkei-Feeling. Gastro war schonmal top, Zuschauerzuspruch und Stimmung auch - und das Spiel sollte auch recht unterhaltsam werden. Kilia hatte sich über die Saison gut geschlagen, aber den direkten Wiederaufstieg in die Schleswig-Holstein-Liga verpasst. Inter Türkspor musste sich hingegen eher am Tabellenende orientieren und galt schon bei eingen als tot. Aber wie ist das noch mit den Totgesagten? Genau, der Abstiegskampf wurde erfolgreich bestritten und letzte Zweifel am Klassenerhalt wurden an diesem Sonnabend vor heimischer Kulisse weggefegt.

 

inter01

inter02

interjubel

 

Insgesamt präsentierte sich Inter viel agiler und auch fitter als die Gäste , und so wurden diese wie beim 1:0 mehrfach einfach umdribbelt. Da zu einem guten Spiel aber immer zwei Mannschaften gehören, hielt Kilia gut gegen und konnte zweimal den Rückstand wettmachen, begünstigt auch dadurch, dass die Hausherren in der ersten Hälfte einen Elfer verschossen. Die Chance auf einen Punktgewinn vernichtete man dann aber dadurch, dass man aufgrund von Undiszipliniertheit das Spiel zu neunt beendete. Die Mannen von Trainer Özcan Atasoy hingegen wussten ihre Chancen mit Leidenschaft zu nutzen und so gab es am Ende ein völlig verdientes 4:2 für Inter.

 

hunba

 

Dessen Spieler und Anhänger feierten nach Abpiff den Klassenerhalt "typisch deutsch" mit Humba und Bier.

 

Mehr Impressionen hier.

 
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