Futbolny Klub „Zenit“ vs. Futbolny Klub „Lokomotiv“

Петровский (Petrovskij), 15. Mai 2016, Endstand: 1:1

 

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„Ich glaub es geht schon wieder los …“ und dieses Mal sollte es mit LOT von Hamburg über Warschau nach Sankt Petersburg gehen. Erster Schreck am frühen Morgen in Fuhlsbüttel: Der Flug in die polnische Hauptstadt war gestrichen. Wir wurden auf Lufthansa über Frankfurt umgebucht und verloren dadurch keine Zeit. Also alles wieder gut…

 

Das Visum klebte seit einem Monat im Reisepass und die Einreiseprozedur beim grimmig schauenden Grenzer am Flughafen Pulkowo erfolgte reibungslos.

 

Ab Frankfurt war der halbe Flieger mit Kanadiern gefüllt, die sicher nicht nur die kulturellen Höhepunkte der nördlichsten Millionenstadt der Welt bewundern wollten, sondern vielmehr auf dem Weg zur in Sankt Petersburg (und Moskau) stattfindenden Eishockey-Weltmeisterschaft waren.

 

Auch wir hatten uns im Vorfeld Karten für das Turnier gesichert und wollten dem Match Deutschland vs. Belarus beiwohnen. Nach dem Einchecken im Hotel ging es per pedes die Kleine Newa entlang, am Petrovskij-Stadion vorbei zum gegenüberliegenden Austragungsort der Eishockey-Spiele, dem Jubileiny-Sportkomplex. Dort gönnten wir uns vor der Halle bei bestem Wetter zunächst die ersten Biere des Trips und verfolgten das Spiel USA vs. Ungarn auf einer Leinwand. Insgesamt eine sehr kuttige, aber durchaus unterhaltsame Veranstaltung.

 

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Zu unserem Spiel fanden sich 5275 Zuschauer (gut ¾ aus Belarus) in der Halle ein. Deutschland führte relativ früh 2:0, weshalb der numerische Vorteil der Weißrussen selten von den Rängen aufs Eis schwappen konnte. Zur Schlusssirene stand es 5:2 für Deutschland und wir konnten zufrieden Richtung Unterkunft latschen.

 

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Am nächsten Tag sollte es per Metro zur Moskovskaya-Station und von dort weiter mit Marshrutka (Minibus) K545 nach Puschkin gehen. Die ca. 25 Kilometer südlich von Sankt Petersburg gelegene Stadt ist nach einem Vodka benannt (oder umgekehrt?) und hieß früher Царское Село/Zarskoje Selo (Zarendorf).

 

Hier sollte der nach dem zweiten Weltkrieg wieder aufgebaute Katharinenpalast inkl. (rekonstruiertem) Bernsteinzimmer besichtigt werden. Nach einer Stunde in der Warteschlange durfte das edle Gemäuer betreten werden. Soweit ganz nett eingerichtet von Katharina der Großen. Etwas nervig nur, dass in jedem Raum eine geführte (wahlweise russische oder fernöstliche) Reisegruppe stand und es deshalb sehr laut und eng war. So waren wir froh, als wir wieder an der frischen Luft waren.

 

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Der Garten der Anlage sagte uns da schon mehr zu und so verweilten wir hier die nächsten Stunden bei bestem Wetter.

 

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Auf dem Rückweg zum Hotel kamen wir noch am „Denkmal der heroischen Verteidiger Leningrads“ mit seinem 48 Meter hohen Obelisken …

 

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… und dem Haus der Sowjets vorbei.

 

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Am Sonntag wurde der Eremitage ein Besuch abgestattet. Teilweise waren die Räume des riesigen Museumskomplexes mit Menschenmassen überlaufen, teilweise waren wir die einzigen Personen. Summa summarum entspannter als Puschkin und so konnte man die beeindruckenden Ausstellungsstücke auf sich wirken lassen.

 

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Den Rest der Zeit vor dem Anpfiff bei Zenit verbrachten wir dann mit einem weiteren Erkundungsspaziergang durch die Straßen Sankt Petersburgs.

 

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Mit qualmenden Socken und drei Litern Arschwasser machten wir uns auf den Weg zum Petrovskij, in dessen Sichtweite die nach dem russischen Gaskonzern benannte WM-Arena entsteht.

 

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Eintrittskarten für das Spiel gegen Lok Moskau wurden im Voraus online über die Vereinswebseite gekauft und so konnte wir gelassen das Treiben rund ums Stadion verfolgen . Unter anderem wurde der vor knapp zwei Wochen gegen ZSKA Moskau gewonnene Vereinspokal ausgestellt.

 

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Zum Einlaufen der Mannschaften gab es in der Heimkurve zunächst eine Blockfahne mit dem russischen Pokal zu sehen. Zu beiden Seiten davon wurden hell- bzw. dunkelblaue Plastikbanner hochgehalten.

 

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Im zweiten Teil der Choreo wechselte die Blockfahne und zeigte ein Bild von Vyacheslav Malafeev, nebst Plastikbannern in Weiß, Hell- und Dunkelblau . Der gebürtige Sankt Petersburger Malafeev spielte seine gesamte Karriere für Zenit und gewann dabei unter anderem fünfmal die Meisterschaft, dreimal den Pokal und 2008 den UEFA-Cup. Nach der Saison wird er, mittlerweile nur noch Ersatztorwart, seine Fußballschuhe an den Nagel hängen.

 

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Vor dem Anpfiff gab es noch eine Schweigeminute. Ob an eine verstorbene Person gedacht wurde oder an den am 9. Mai begangen Tag des Sieges über Nazi-Deutschland erschloss sich uns nicht. Die Anzeigetafel zeigte nur eine brennende Fackel an.

 

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Danach besang das Stadion gemeinsam der Pokalsieg. Auf den Geraden wurden vom Verein gestellte Papp-Pokale, in den Kurven Schals in die Höhe gereckt. Textunsichere konnten die Liedzeilen auf den Anzeigetafeln verfolgen.

 

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Auf dem Rasen verspielte Zenit seine letzte Chance auf die Meisterschaft. Zunächst gingen die Gastgeber in der zehnten Spielminute durch einen von Hulk verwandelten Elfmeter in Führung. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte konnte Lok – ebenfalls vom Punkt – zum 1:1 ausgleichen.

 

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Die große Zaunfahne vor der Heimkurve hing erst nach über 10 Minuten vollständig. Der Support, der zum Teil durch einen Trompeter unterstützt wurde, konnte sich hören lassen. Teilweise brachial laut, besonders beim „Оп, давай-давай!“/“Op, dawai dawai!“ und mit sehr hoher Mitmachquote. Daumen hoch.

 

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Der Lok-Anhang füllte den Gästeblock ordentlich und auch beim Support zog ein Großteil mit. Von der Lautstärke konnten die Hauptstädter (eventuell aufgrund unserer Lage im Stadion?) allerdings nicht zu 100 % überzeugen.

 

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Nach der Pause begaben sich über 20 Zenit-Fans in weißen Maleranzügen auf die Laufbahn um den Himmel blau zu färben. Zeitgleich warf die Kurve Kassenrollen, was ein schönes Bild abgab.

 

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Die zweite Halbzeit konnte dann noch mit einer handfesten Rudelbildung aufwarten. Da lagen die Nerven bei Zenit ob der verspielten Meisterschaftschance wohl etwas blank.

 

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Vyacheslav Malafeev drehte nach dem Schlusspfiff sichtlich gerührt eine Ehrendrunde durch das Rund. Nur eine Handvoll hatte das Stadion bereits verlassen und so zollte der Zenit-Anhang seinem langjährigen Torhüter geschlossen mit Applaus, Transparenten und Pyro Respekt.

 

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