Stade du Schlossberg, 14. Dezember 2013, Endstand 3:0

 

Nachdem der eminent wichtige Auswärtssieg von Holstein Kiel im altehrwürdigen Ludwigsparkstadion zu Saarbrücken frenetisch bejubelt werden durfte, stand am Abend an der deutsch-französischen Grenze ein weiteres Spiel an. Der Weg führte also etwa 15 km gen Westen zum US Forbach. Das „Stade du Schlossberg" befindet sich im schönen Ambiente am Kongresszentrum Burghof.

 

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Erwähnenswert ist auch das unweit liegende Schloss von Forbach. Der in der letzten Saison abgestiegene Gastgeber startet nun in der Division d'Honneur (sechste französischen Liga), die sie souverän anführen.

Hassania Union Sport Agadir vs. Maghreb Association Sportive de Fez

3.November 2013, Stade al Inbiaate, Endstand: 2:1

 

In unserer „Heimatstadt" mit dem wahrscheinlich schönsten Strand des Landes, fand unser zweites Spiel auf dem afrikanischen Kontinent statt. Im Stade al inbiaâte wurde der Gast aus Fes begrüßt. Etwas heruntergekommener das Stadion, aber es roch nach ehrlichem Fußball.

 

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Agadir, wie auch Marrakech verfügen über High-Tech Arenen, diese wurden für den Afrika-Cup 2015 gebaut und werden in diesem Dezember die Club-WM beherbergen und wahrscheinlich nach und nach die alten Stadien ablösen. Glücklicherweise durften wir aber noch die landestypischen Hütten kennen lernen.

Kawkab Athlétique Club de Marrakech vs. Fath Union Sport de Rabat

2. November 2013, Stade el Harti, Endstand: 1:1

 

Auf der Flucht vor Regen, Sturm und Kälte ging es mit meiner besseren Hälfte in den warmen Süden – Ziel unserer Reise: Marokko (Agadir)

Neben einem neuem Land und neuen Grounds war es für mich die erste Pauschalurlaubsreise meines Lebens! Ehrlich gesagt, empfand ich die ganzen Annehmlichkeiten wie Transfer vom Flughafen ins Hotel und das gute Abendessen im eigenen Hotel wirklich entspannend, auch das große, schöne, weiche Bett ist tatsächlich etwas feines für die überarbeitete Seele. Kein Fast-Food-Fraß - kein 8 Betten Doorm – jedoch auch dafür ein bisschen weniger Abenteuer war mal ein guter Preis für diesen Urlaub.
Nach einigen Tagen der Völlerei, des Sonnenbadens und des sich bedienen lassen, stand endlich der erste Kick auf dem Plan. Hierfür ergab der Spielplan die Partie Kawkab Athlétique Club de Marrakech vs. Fath Union Sport de Rabat.

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Um angenehme 9 Uhr fuhr unser Bus Richtung Marrakech ab, die Tickets für 200 Dirham pro Person (ca. 18 €) Hin-und Rück hatten wir uns zwei Tage vorher bei einer privaten Busgesellschaft (Supratours) gekauft. Die Fahrt führte durch das schöne Panorma des Atlasgebirges und die Ausläufer der Sahara-Wüste. Nach 3:30 h trafen wir in das 250km entfernte Marrakech an. Nicht weit weg von unserem Ankunftspunkt war auch unser Primärziel des Tages: Das ca. 20000 Menschen fassende Stade el Harti.

 

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Verwundert stellten wir fest, dass das Stadion ziemlich weitläufig abgesperrt wurde. Als wir uns nach 30 Minuten endlich die Karten (50 Dirham p.P.) gesichert hatten, standen wir am ersten Security-Point, wo alle gefilzt wurden. Als uns ein Polizist am Ende der langen Reihe entdeckt hatte und dann „Monsieur, Madmoiselle" brüllte. Daraufhin wurden die vielen jungen Anhänger in der Reihe von anderen Amtsträgern beiseite geschubst und es wurde ein Spalier gebildet, wo wir beiden durchgeleitet wurden als ob wir Staatsgäste wären – wir waren sehr verdutzt und leicht überfordert mit dieser Situation. Dieses Schauspiel durften wir dann auch bei den nächsten Checkpoints bestaunen.

Im Stadion angekommen, orderten wir uns für günstige 14 Dirham (ein Knapper Euro) eine Cola und ein Wasser und setzen uns auf die Haupttribüne. Das Stadion passt sich sehr der Umgebung an, ein rötlicher Betonbau wie fast alle Gebäude in der Stadt. Mir hat es sehr gut gefallen, einfach stimmig.

Zum Anpfiff wurden von der Fankurve ein paar Wurfrollen und einige Rauchtöpfe in verschiedenen Farben präsentiert.

 

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Das Spiel begann und sofort ging es auf und ab, taktisch und technisch ein gutes Niveau, und die Kurve fing an zu supporten – geil, geil, geil. Melodisch Gesänge und alles in der Kurve war am Hüpfen und Springen. Der Block wurde immer voller – aufgrund der ganzen Vorkontrollen kamen etliche erst weit nach Anpfiff ins Stadion und verpassten das 1:0 für Kawkab.

Estadio de Balaídos, 29. September 2013, Endstand 0:1

 

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Nächster Morgen, selbes Wetter. Der Himmel über Porto zeigte sich immer noch in den schönsten Grautönen, die die Iberische Halbinsel zu bieten hatte. Immerhin wieder mal gut 21 Grad, also kein Grund Trübsal zu blasen, schließlich stand heute der Länderpunkt Spanien an! Anscheinend arbeiteten die Verantwortlichen in Spanien und Portugal Hand in Hand, glücklicherweise gab es heute die Möglichkeit, die vier Reifen über 130 Kilometer nach Vigo zu bewegen und mal zu gucken, was in der Primera Division außerhalb von Barca, Real und 3-4 anderen Vereinen so geht (vielleicht lags auch einfach nur daran, dass am Wahl-Sonntag keine Spiele in Portugal angesetzt wurden). Schnell noch nach was Essbarem im Mini-Kühlschrank gesucht und dann ab ins Parkhaus (die Nacht kostet da gerne mal 16€) und den Wagen auf die Autobahn manövriert. Der Weg war allen Insassen noch bestens bekannt, einen Teil der Strecke musste man bereits auf dem gestrigen Ausflug nach Braga abarbeiten. Die Autobahn war an diesem Sonntag morgen wie leergefegt, wirklich kein Mensch auf den Straßen unterwegs, aber auch ohne andere Vehikel stieß man auf Hindernisse, als man die nordportugiesischen Berge überquerte, fuhr man direkt in den Nebel, da konnte man gerne nur noch die vor einem liegenden 20 Meter Straße erkennen. Aber auch am Wegesrand gab es einiges zu bestaunen, als doch sehr beeindruckende Bergmassive an einem vorbeizogen, verfallene Hütten an der Autobahn inklusive. Einige Berg- und Talfahrten später war dann auch der Rio Miño überquert und immerhin die Hälfte der reisefreudigen Besatzung befand sich zum ersten Mal auf spanischem Boden! Nächste Ausfahrt raus und schon war man in der spanischen Hafenstadt, die mit fast 300.000 Einwohnern schon mal deutlich größer als Kiel ist. Wie so viele Städte siedelten hier die Römer als erstes, davon bekam man in den Vorstädten natürlich nichts mit. Nach einigem nahezu orientierungslosen Herumgefahre sah man hinter einer Kurve mit dem Estadio endlich das Ziel des heutigen Tages. Das Auto schnell am Rande der Schnellstraße kostenfrei abgestellt. Ein paar Minuten später wäre das wohl nicht mehr so gewesen, ein ziemlich heruntergekommener Typ wies einem danach eher unaufgefordert die Plätze zu und wollte danach auch noch Geld dafür. Irgendwie muss man halt an Euros kommen! Erst einmal war das Ziel das obligatorische Kartenloch an der Wand, wo man für 25€ (!) die billigsten Karten bekam. Schon merkwürdig, das Land liegt wirtschaftlich am Boden, hat eine Jugendarbeitslosigkeit von stellenweise 60% und dann verlangt man diese Summe für ein einfaches Spiel. Dabei hieß der Gegner noch nicht einmal Barcelona oder Madrid sondern Aufsteiger Elche CF. Der erste Blick aufs Stadion wusste schon mal zu begeistern, total heruntergekommen, da wurde Wellblech an allen Ecken und Enden verbraucht und der Putz bröckelte von den Wänden. Für Deutsche mit ihrer sterilen Arenakultur einfach nur gut!

 

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Da man aber noch viel Zeit totzuschlagen hatte, musste erstmal ein wenig die spanische Küche getestet werden, einen geeigneten Anbieter zu finden erwies sich doch als relativ schwer. Der Norddeutsche weiß nun einmal auf die schnelle nicht, dass Paella eher an der Südküste und dort besonders um Valencia herum beheimatet ist und eben nicht in Galicien, wo man sich nun mal befand. Zu allem Überfluss musste man dann noch ein ganzes Stück durch rotte Häuserschluchten laufen, um dann endlich mal einen passenden Imbiss zu finden. Der hatte es aber dann auch in sich! Da wurde einfach ein kleiner Stand auf der Straße aufgebaut und ein Tintenfisch im Ganzen in den Topf geschmissen.

 Estádio Municipal de Braga, 28. September 2013, Endstand 1:2

 

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Schnell raus aus dem Viertel Boavista und rauf auf die mautpflichtige Autobahn nach Norden. Einige Signale unseres kleinen eingebauten Mautsensors später hatte man die 60 Kilometer dann absolviert. Braga empfing einem mit Nebel und Nieselregen und machte architektonisch nicht gerade den besten Eindruck, dennoch hat nach häuslichem Internetgesurfe die Altstadt einiges zu bieten, den Weg dorthin sollte man unglücklicherweise nicht mehr finden. Da es noch relativ viel Zeit bis zum Anstoß war, wurde für die vier Räder noch ein kostenneutraler Parkplatz direkt an der Straße gefunden. Schnell fand man das gläserne Kartenhäuschen, dank EM 2004 fielen eben diese Stadien durch gute Beschilderung, Zweisprachigkeit und Infrastruktur auf, sodass selbst der Deutsche ohne jegliche Fremdsprachenkenntnisse zum Ziel seiner Träume gelangen könnte. Das Ticketangebot haute einen dann doch irgendwie um. Dass Gegner Sporting in Portugal bekanntermaßen in die Top 3 der beliebtesten Clubs zählt, sollte ja jedem Interessierten einleuchten, dass daher die Preise aber erst bei 25€ begannen war schon, gerade da die Bevölkerung nicht erst seit der Wirtschaftskrise doch nicht gerade in Geld schwimmt, recht überraschend. Übrigens waren diese 25€ nur für den Gästeblock, dennoch schlug man dann doch schnell zu, irgendwie musste man dem Felsen schließlich näher kommen. Ein paar Schritte später erblickte man dann die ersten Fanartikel: Zwei Stände boten sowohl Braga als auch Sporting Material an. Wer jetzt aber an die fliegenden Händler bei Bundesligaspielen denkt, die ja eher peinliche oder politisch fragwürdige Schals anbieten, der sollte diese Vorstellung schnell vergessen. Für gerade einmal 5€ konnte man breite Stoffschals in echt netten Motiven erwerben und auch für den Kopf gab es so einige Utensilien, so zum Beispiel auch die in Kiel nicht ganz unbeliebten Fischerhüte in allen Variationen . Diesen Wirtschaftszweig wollte man nach dem Spiel auf jeden Fall noch ein wenig fördern. Für die Nahrungsaufnahme ging man gerade einmal eine Kreisverkehrsausfahrt weiter, wo einige Stände doch das Fußballübliche anboten, der Großteil der Reisegruppe entschied sich für eine Art Schnitzelbrötchen auf westeuropäischen Preisniveau. Erst in gut 90 Minuten sollte das Spitzenspiel beginnen, während der eine Teil unten am Stadion verweilte, wollte der Rest noch ein wenig das Stadionumfeld unsicher machen. Schnell also mal die nächstgelegene Steigung hochgekraxelt und einen weiten Blick auf Braga erhascht. Echt ein tolles Panorama! Was allerdings immer wieder auffällt sind die zahlreichen unbewohnten Wohnungen in den zahlreichen Neubauten Portugals, auch in Braga war das nicht anders. Schon etwas seltsam, da stehen einfach mal zwei Drittel der Häuser leer. Inzwischen hatte es auch, wie so oft auf diesem Ausflug nach Südeuropa, angefangen zu regnen. Anders als in Norddeutschland, wo es gefühlt von September bis April durchnieselt, regnete es hier immer sehr heftig. Stand heute (07.10.2013) sind in Portugal wieder 26 Grad bei blauem Himmel... . Einige Polizeisirenen- und motorräder später rauschten dann noch die Teambusse von Braga und Sporting an einem vorbei, bevor man sich einfach mal an der Security vorbeischlängelte und Kurs auf eine der beiden Tribünen machte.

 

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Dort angekommen konnte man von selbiger nur noch das Sach bestaunen. Echt Wahnsinn, die VIP Räume sind tatsächlich nur in 50 Meter Höhe vom Felsen zu erreichen! Etwas Gesinge später, die Juve Leo Sektion Braga (Sporting-Ultras) zog gerade mit kleinem Marsch im Tal vorbei. Einen kleinen Schleichweg später befand man sich dann bereits auf dem ominösen Felsen und war schon einmal ein ersten Blick ins Rund. Man muss schon sagen, nachdem man immer mal wieder im www auf das Stadion gestoßen war, ist es in natura doch immer noch ziemlich ergreifend, jetzt mit bestem Blick am Rand zu stehen.

 
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