Stade Géronstère, 5. April 2014, Endstand 0:5

 

Wenn nach einem 0:5 noch „We are the champions" im Stadion läuft und die Spieler freundlich mit den Zuschauern abklatschen, dann muss der ansässige Verein wohl einiges an Kummer gewohnt sein, beziehungsweise seine Situation mit Humor nehmen. Aber was bleibt einem auch anderes übrig bei einem Torverhältnis von -212 (!). Diese außergewöhnliche Zahl steht beim belgischen Amateurverein Royal Spa F.C. zu Buche.

 

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Vielleicht war die Hoffnung auf viele Tore einer der ausschlaggebenden Gründe sich in den Süden des Königreichs Belgien aufzumachen, vielleicht war es auch die Hoffnung auf ein paar leckere Pommes Frites aus einer anständigen Frituur.

 

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Der zweite Wunsch wird relativ schnell erfüllt, zudem wird der französische Einfluss in Wallonien genutzt und Nachtisch aus einer französischen Bäckerei besorgt. Ansonsten ein kurzer Stadtbummel durch den Kurort, dessen Name im Englischen zum Synonym für „Heilbad" oder „Heilquelle" wurde. Nachdem Spa in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts einen Niedergang erlebt hatte, ist inzwischen einiges vom Glanz der alten Tage, in denen Mächtige und Reiche in die Ardennen-Stadt pilgerten, zurückgekehrt.

 

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Sportfans dürfte der Kurort zudem durch den nahegelegenen Formel-1-Kurs „Spa-Francochamps" ein Begriff sein. Der wird von uns allerdings in wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen, stattdessen geht es zum Stade Géronstère, wo der eingangs bereits erwähnte Royal Spa F.C. seine Heimspiele austrägt. Die Wurzeln des Ballsports reichen in der Stadt bis ins Jahr 1897 zurück, die Vereinsgründung fand allerdings erst am 8. Mai 1914 statt. Zunächst nur als Spa FC, den Zusatz „Royale" bekam der Club 1939 zugesprochen. Insgesamt dreizehn Spielzeiten verbrachte der Verein in nationalen Ligen, derzeit spielt der RSFC in der Première Provinciale, der fünftklassigen Amateurliga.

 

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Das Stadion des Vereins verfügt mit der Haupttribüne über einen echten Hingucker. Zwar ist die zwischenzeitlich recht baufällige alte Ober-Konstruktion aus Holz und Schiefer inzwischen durch eine modernere Metallversion ersetzt worden – trotzdem macht das Bauwerk in den Vereinsfarben wirklich etwas her.

Frühlingshafte 15 Grad bei wolkenfreien Himmel im Tal von Serravalle, ein genüßliches Getränk schlürfend und vor mir auf dem Rasen spielend FC Domagnano vs. SS Cosmos. So malte ich mir beim Planen dieses Stopps San Marino aus.

 

Im Vorwege informierte ich mich über Nahverkehrs Möglichkeiten. Bedauerlicherweise fahren ab 20 Uhr keine Busse mehr in dem kleinen Staat. Aber was soll''s?  a) Gibt es Taxen und b) sollte es mir als jungen Menschen noch gelingen, die ca. vier Kilometer in das übernächste Dorf zu meinem Hotel zu wuppen. Gegen 19.15 Uhr trat ich aus meinem Hotel und war erstmal alles andere als amused. War doch die Sicht von einem auf den anderen Moment gar nicht mehr vorhanden, eine undurchschaubare Nebelbank . Lange Zeit zum überprüfen ob das Spiel statt findet hatte ich nicht, da in knappen zehn Minuten der letzte Bus des Tages talwärts fahren sollte. Nun denn, drauf geschissen, den Rückweg zu Fuß hatte ich eh eingeplant.

 

Selbstverständlich gibt es auch in San Marino Taxen, jedoch wurde mir von zwei Menschen im Hotel abgeraten diesen fahrbaren Untersatz zu wählen , denn diese seien "fucking expensive."
Guter Rat kann Geld sparen! Gegen 20 Uhr dann endlich am Ziel meiner Träume angelangt : Stadio Olympico Serravalle, besserte sich meine Laune erheblich. Nebel wie weggeblasen, dafür aber Regen, Regen und Regen, aber der Mensch ist ja bekanntlich nicht aus Zucker. Die Teams und das Schiri Gespann hatten sich ordentlich aufgewärmt, der Beginn des Spiels war für 20.45 Uhr geplant.

 

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Kurz vor Spielbeginn kam noch mal die Platzkommission zusammen, denn in den vergangenen 45 Minuten setzte der starke Regen dem Rasen bedenklich zu. Als dann das Zeichen Richtung Tribüne, zu den inklusive mir neun Anwesenden Tifosi, kam, dass das Spiel nicht angepfiffen wird, durchzog eine leichte Ohnmacht meinen Körper.

Stadion Meerdijk, 20. Februar 2015, Endstand 2:1

 

Da guckt man ein paar Wochen mal nicht auf die Tabelle der dritten Liga (wer's glaubt) und plötzlich wird das Spiel in Münster zum Spitzenspiel. Die bekannten Personen der Kieler Szene überprüften natürlich vorher schon die Spielpläne der angrenzenden holländischen Ligen und siehe da, einen Steinwurf über die Grenze gab sich am Freitag der FC Emmen zum Heimspiel gegen Sparta Rotterdam die Ehre. Da keiner seinen fahrbaren Untersatz für diesen halsbrecherischen Ausflug in den fernen Westen zur Verfügung stellen wollte, wurde kurzerhand gemietet und nachdem der Schreiber noch eine Leistungsabfrage universitäter Art über sich ergehen lassen musste, fand man sich schon auf der A1 wieder. Schließlich sollte – obwohl man nie wieder in diese Stadt wollte – in Meppen das Nachtlager aufgeschlagen werden.

 

In Meppen-West angekommen, kurz vorher durchquerten wir die Berentzen-Metropole Haselünne, wurde im verlassenen Einfamilienhausgebiet erst drei Mal gewendet. Die Unterkunft war absolut ok und kurz vor Abfahrt ins Nachbarland wünschte einem die Gastgeberin noch „viel Spaß, was immer Sie auch vorhaben." Wahrscheinlich hätten wir unsere Marihuana-Sucht sofort zugeben sollen, denn die Ausrede, dass man in Emmen doch nur das runde Leder bestaunen wolle, hätte uns wohl keiner auch nur annähernd geglaubt.

 

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Die Niederlande empfingen uns mit herrlichem Nieselregen und nach einigem Durchgefrage hielt man dann für einen Zehner auch seine Karten in den Händen. Der Gast aus Rotterdam stellte heute nicht gerade die schlechteste Alternative da, zum einen stand so ein Verfolgerduell um den Aufstieg in die Eredivisie auf dem Plan, zum anderen könnten sich für holländische Verhältnisse ein paar mehr Gäste in den Gästeblock verirren.

AFAS-Stadion, 17. Januar 2015, Endstand 2:0

 

Volendam war schnell hinter dem nicht mehr sichtbaren Horizont verschwunden. Das lag aber nicht nur an der inzwischen vorhandenen Dunkelheit, ein dichtes Schneetreiben empfing uns bei der Ankunft im etwas weiter westlich gelegenen Alkmaar. Dank der exponierten Lage des Stadion im Osten der Stadt brauchten wir für die restlichen 10 Kilometer auch eigentlich kein Navi mehr.

 

Der Gegner von AZ war heute der FC Dordrecht, etwas süd-westlich von Rotterdam eigentlich ganz nett gelegen. Da konnte der örtliche Fußballverein leider nicht mithalten, die Gäste sind abgeschlagen auf dem letzten Platz der Eredivisie, 7 Tore sprechen da auch irgendwie eine deutliche Sprache. Obwohl heute also nicht gerade der Gegner nach Alkmaar kommt, der die Massen ins Stadion zieht, wurden die Karten natürlich einmal vorreserviert. Während also das Auto bei inzwischen heftigem Schneefall erst einmal für 5 Euro auf einem Parkplatz oder wohl eher einer unbefestigten Schlammwüste abgestellt wurde, bewegte sich der Schreiber mit schnellen Sohlen zum Fanshop und hielt alsbald die 5 Tickets in den Händen. Das muss man den Holländern schon lassen, so kompliziert auch immer das Organisieren der Tickets ist, so problemlos klappt das Abholen vor Ort.

 

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Der Rest der Meute traf anschließend auch ein und als man das Stadion betrat, konnten einem zwei Faktoren trotz schlechten Bedingungen den Abend versüßen: Durchgehender Techno als Stadionbeschallung und Heizung von oben! Ich bin ja eigentlich kein Freund davon, ungefragt von oben geröstet zu werden, aber heute war das doch echt eine gute Sache. Unter dem Strich ist das natürlich Energieverschwendung par exellance, durch die geographische Lage Hollands müssen unsere Nachbarn aber eben auch als erster mit den Konsequenten der Erwärmung leben. Das ist doch mal ein Deal!

Estádio José Alvalade XXI, 25. Januar 2015, Entstand 1:0

 

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Minusgrade und Schneefall? Muss nicht sein ... Glücklicherweise haben sich der Schreiber und seine bessere Hälfte für 20,- € pro Person und Strecke zu einem Spontantrip in die Hauptstadt Portugals bei der allseits bekannten, blau-gelben Billigfluglinie eingebucht.

Im Gegensatz zum letzten Besuch, als man in Lissabon durch eine dicke Nebelsuppe fahren musste um zwei Spielen in Seixal und Setubal beizuwohnen, zeigt sich die Stadt an der Tejo-Bucht dieses Mal von ihrer besten Seite. Sonnenschein und Temperaturen im zweistelligen Bereich laden zum Erkunden der Stadt ein und so werden von Baixa (Altstadt) ...

 

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... bis Belém die wichtigsten Touri-Punkte abgehakt.

 

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Allen fußlahmen Lesern sei gesagt: Nicht von den vielen Hügeln abschrecken lassen! Mit Fahrstühlen, U-Bahnen und Trams gibt es genügend Alternativen um entspannt ans Ziel zu kommen.

 

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Kostengünstige Stärkungen werden in der ganzen Stadt angeboten. Sehr zu empfehlen ist z. B. die Pastel de Nata, ein Puddingtörtchen, das sich DIREKT auf die Hüfte der speisenden Person setzt ...

 
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