Giuseppe-Meazza-Stadion, 16. Mai 2015, Endstand 1:2

 

Dass dieser Spielbericht mit reichlich Verzögerung entstanden ist, war zunächst mal einem latenten Zeitmangel geschuldet. Nach dem unseligen Saisonfinale in München war dann auch die Motivation, sich in irgendeiner Weise mit dem runden Leder zu beschäftigen erstmal völlig weg. Dafür gibt es das Ganze jetzt eben als Appetizer für die neue Spielzeit :)

 

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Dabei hatte der Schreiber die Gelegenheit, jenseits der Alpen dem „Derby d'Italia“ beizuwohnen. Inter Mailand, 1908 als Abspaltung vom Lokalrivalen AC gegründet, im Duell gegen die „Alte Dame“. Der Club sammelte seit seinem Bestehen unzählige Meistertitel und die als „Grande Inter“ bezeichnete Mannschaft sollte in den frühen 1960er Jahren einer der Größen des europäischen Clubfußballs werden. In den späten 1980er Jahren wechselten mit Matthäus, Brehme und Klinsmann dann auch drei zentrale Spieler der späteren Weltmeisterelf gen Lombardei. Das letzte große Highlight der Clubhistorie war der insgesamt dritte Champions League-Titel 2010, danach hatte man natinoal gegenüber dem nach Zwangsabstieg wiedererstarkten Juve stets das Nachsehen. So auch am drittletzten Spieltag der Serie A 2014/15: Turin steht bereits als Meister fest, Inter hat nur noch geringe Chancen auf das Erreichen der Europa League.

 

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Am Vortag des Matches bietet sich wegen der Ticketakquise die Möglichkeit, das Giuseppe-Meazza-Stadion (im Volksmund „San Siro“ nach dem Stadtteil) schon mal von außen in Augenschein zu nehmen. Letztmalig zur WM 1990 erweitert, hat der Ground durch die Ecktürme und Rampentürmen zu den oberen Rängen etwas von einem überdimensionierten Parkhaus aber der Gesamteindruck ist dennoch gut: klobig, aber durchaus charmant. Ein Dino unter den Fußballtempeln sozusagen :)

 

Nach den Touren nach Minsk (hier) und Kiew (hier) steht wieder eine kleine Tour mit meinem Bruder an. Dieses Mal geht es aus dem „echten Norden" mit dem Flieger von Hamburg über Oslo nach Tromsø, Norwegen, in den noch echteren Norden.

 

Für Otto Normal sicher kein alltägliches Reiseziel. Trotzdem (oder gerade deshalb?) kann Nord-Norwegen vor allen Dingen mit zwei Pfunden wuchern: Atemberaubender Natur und absoluter Ruhe.

 

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Mit der einheimischen Tierwelt wird gleich Bekanntschaft gemacht ...

 

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... aber auch das runde Leder soll nicht zu kurz kommen. Los geht es in der 2. Divisjon, welche in 4 Gruppen aufgeteilt ist und sich in der norwegischen Fußballpyramide auf Level 3 befindet, mit folgenden Spiel:


Tromsdalen Ungdoms- og Idrettslag vs. Finnsnes Idrettslag

TUIL-Arena, 18. April 2015, Endstand 1:0

 

Karte TUIL

 

Der im letzten Jahr aus der 1. Divisjon abgestiegene Club kündigt sein Heimspiel mit selbstgemalten Plakaten an. Auch sonst wirkt alles sehr familiär.

 

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Toronto Stadium, 19. April 2015, Endstand 3:2

 

Mit einem Kumpel reiste ich nach Dallas, um die erste Playoff-Runde der NBA und die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki zu sehen. Da Dallas neben einem Baseball-, Football- und dem genannten Basketballteam auch einen erfolgreichen Fußballklub hat, holten wir uns Karten für ein Heimspiel des FC Dallas gegen den Toronto FC.

 

Der FC Dallas war gut in die Saison gestartet und konnte vor allem im heimischen Stadion überzeugen. Der Toronto FC gilt als Titelfavorit und reiset mit bekannten Spielern wie Michael Bradley, Sebastian Giovinco und Jozy Altidore an.

 

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Wir fuhren sehr früh zum Stadion, um uns einen Überblick über das Gelände und die Parkplatzsituation zu verschaffen. Bereits am Parkplatz wurden wir zum ersten Mal Zeugen einer typisch amerikanischen Tradition. Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn hatten sich überall auf dem Parkplatz Gruppen gebildet, die vor ihren Autos Grillpartys veranstalteten. Mitten auf dem Parkplatz wurden Campingstühle und Grills aufgestellt und Bier getrunken. Einen weiteren Unterschied zu Spielen der Bundesliga stellten die Besucher des Fußballspiels dar. Sehr viele Familien waren anwesend und Gästefans konnte man an zwei Händen abzählen, bei einer Strecke von 2200 km konnte man dies den Gästen aber nicht vorwerfen.

 

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Nach einem kurzen Rundgang durch das Stadion setzten wir uns auf unsere Plätze auf Höhe der Mittellinie und warteten den Countdown auf der Anzeigetafel ab. 10 Minuten vor Spielbeginn ging das Spektakel los. Fans, die vorher einen Rundgang auf dem Spielfeld machen konnten, begrüßten die Spieler beim Einlaufen auf das Spielfeld und klatschten noch einmal freundlich ab. Vor den Spielern rannte das heimische Maskottchen, ein roter Bulle, mit einer Fahne des Heimteams mit dem Spruch „Dallas till I die" auf das Feld und heizte die Stimmung an.

 

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Nachdem sich die Spieler aufgestellt hatten, folgte das traditionelle Singen der Nationalhymne. Alle Spieler und Zuschauer standen und blickten in Richtung der Nationalflagge und sangen die Hymne mit. Da an diesem Tag nicht nur ein amerikanisches Team spielte, sondern auch ein kanadisches Team, wurden beide Nationalhymnen gesungen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden hatte, dass die Amerikaner ihre Sportspiele ein wenig anders zelebrieren, sollte mit einem kleinen Feuerwerk zu Beginn des Spiels überrascht werden.

Im Zuge eines universitären Praktikums, zog es den Schreiber (wie bereits im Jahre zuvor - nachzulesen hier, hier und hier) ins osteuropäische Ausland. Diesmal war Ungarn das Ziel der nächsten Wochen – genauer gesagt die südungarische Kleinstadt Baja. Mit dem Bus war diese aus Budapest in ca. 3,5 Stunden zu erreichen, welcher in dieser Zeit durch Dörfer und kleinere Städte die 160km zurücklegte.

 

Fußballtechnisch ist der Süden Ungarns jedoch spärlich besetzt – und das in einem Land, in welchem der Fußball zwar eine größere Rolle spielt, die heimische Liga jedoch nicht weiter von sich reden macht. So kam seit Jahren keiner der ungarischen Teilnehmer im Europapokal wirklich voran und in der Fünfjahreswertung belegt man auch nur den 28. Platz. Dennoch wurden vier Erstligaspielorte besucht, um sich einmal ein eigenes Bild über den ungarischen Fußball verschaffen zu können.

 

Begonnen wurde in der Hauptstadt bei Honved Budapest. Dieser spielte im Ligapokal-Viertelfinale gegen Diosgyör VTK (neben Ferencvaros der Zuschauerkrösus der Liga) und brachte auch ein paar Gästefans mit. Dennoch statteten diesem Spiel insgesamt nur 500 Zuschauer einen Besuch ab und auch das Niveau auf dem Rasen kann getrost als schwach bezeichnet werden, wobei Honved trotz einer 0-1 – Heimniederlage Dank des guten Hinspielergebnisses eine Runde weiter kam. Bemerkenswert ist hier insbesondere die Geschichte des Vereins, welchem in den 50er-Jahren ein Großteil der Spieler der „goldenen Generation“ angehörten, welche im Übrigen auch im Stadtbild Budapests immer wieder auftauchen. Passend dazu ist das Stadion nach Jozsef Boszik benannt und auch die Gedenktafel an den großen Ferenc Puskas (nach dem auch das Nationalstadion benannt ist) darf selbstverständlich nicht fehlen.

 

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Stade Géronstère, 5. April 2014, Endstand 0:5

 

Wenn nach einem 0:5 noch „We are the champions" im Stadion läuft und die Spieler freundlich mit den Zuschauern abklatschen, dann muss der ansässige Verein wohl einiges an Kummer gewohnt sein, beziehungsweise seine Situation mit Humor nehmen. Aber was bleibt einem auch anderes übrig bei einem Torverhältnis von -212 (!). Diese außergewöhnliche Zahl steht beim belgischen Amateurverein Royal Spa F.C. zu Buche.

 

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Vielleicht war die Hoffnung auf viele Tore einer der ausschlaggebenden Gründe sich in den Süden des Königreichs Belgien aufzumachen, vielleicht war es auch die Hoffnung auf ein paar leckere Pommes Frites aus einer anständigen Frituur.

 

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Der zweite Wunsch wird relativ schnell erfüllt, zudem wird der französische Einfluss in Wallonien genutzt und Nachtisch aus einer französischen Bäckerei besorgt. Ansonsten ein kurzer Stadtbummel durch den Kurort, dessen Name im Englischen zum Synonym für „Heilbad" oder „Heilquelle" wurde. Nachdem Spa in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts einen Niedergang erlebt hatte, ist inzwischen einiges vom Glanz der alten Tage, in denen Mächtige und Reiche in die Ardennen-Stadt pilgerten, zurückgekehrt.

 

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Sportfans dürfte der Kurort zudem durch den nahegelegenen Formel-1-Kurs „Spa-Francochamps" ein Begriff sein. Der wird von uns allerdings in wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen, stattdessen geht es zum Stade Géronstère, wo der eingangs bereits erwähnte Royal Spa F.C. seine Heimspiele austrägt. Die Wurzeln des Ballsports reichen in der Stadt bis ins Jahr 1897 zurück, die Vereinsgründung fand allerdings erst am 8. Mai 1914 statt. Zunächst nur als Spa FC, den Zusatz „Royale" bekam der Club 1939 zugesprochen. Insgesamt dreizehn Spielzeiten verbrachte der Verein in nationalen Ligen, derzeit spielt der RSFC in der Première Provinciale, der fünftklassigen Amateurliga.

 

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Das Stadion des Vereins verfügt mit der Haupttribüne über einen echten Hingucker. Zwar ist die zwischenzeitlich recht baufällige alte Ober-Konstruktion aus Holz und Schiefer inzwischen durch eine modernere Metallversion ersetzt worden – trotzdem macht das Bauwerk in den Vereinsfarben wirklich etwas her.

 
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