Toronto Stadium, 19. April 2015, Endstand 3:2

 

Mit einem Kumpel reiste ich nach Dallas, um die erste Playoff-Runde der NBA und die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki zu sehen. Da Dallas neben einem Baseball-, Football- und dem genannten Basketballteam auch einen erfolgreichen Fußballklub hat, holten wir uns Karten für ein Heimspiel des FC Dallas gegen den Toronto FC.

 

Der FC Dallas war gut in die Saison gestartet und konnte vor allem im heimischen Stadion überzeugen. Der Toronto FC gilt als Titelfavorit und reiset mit bekannten Spielern wie Michael Bradley, Sebastian Giovinco und Jozy Altidore an.

 

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Wir fuhren sehr früh zum Stadion, um uns einen Überblick über das Gelände und die Parkplatzsituation zu verschaffen. Bereits am Parkplatz wurden wir zum ersten Mal Zeugen einer typisch amerikanischen Tradition. Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn hatten sich überall auf dem Parkplatz Gruppen gebildet, die vor ihren Autos Grillpartys veranstalteten. Mitten auf dem Parkplatz wurden Campingstühle und Grills aufgestellt und Bier getrunken. Einen weiteren Unterschied zu Spielen der Bundesliga stellten die Besucher des Fußballspiels dar. Sehr viele Familien waren anwesend und Gästefans konnte man an zwei Händen abzählen, bei einer Strecke von 2200 km konnte man dies den Gästen aber nicht vorwerfen.

 

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Nach einem kurzen Rundgang durch das Stadion setzten wir uns auf unsere Plätze auf Höhe der Mittellinie und warteten den Countdown auf der Anzeigetafel ab. 10 Minuten vor Spielbeginn ging das Spektakel los. Fans, die vorher einen Rundgang auf dem Spielfeld machen konnten, begrüßten die Spieler beim Einlaufen auf das Spielfeld und klatschten noch einmal freundlich ab. Vor den Spielern rannte das heimische Maskottchen, ein roter Bulle, mit einer Fahne des Heimteams mit dem Spruch „Dallas till I die" auf das Feld und heizte die Stimmung an.

 

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Nachdem sich die Spieler aufgestellt hatten, folgte das traditionelle Singen der Nationalhymne. Alle Spieler und Zuschauer standen und blickten in Richtung der Nationalflagge und sangen die Hymne mit. Da an diesem Tag nicht nur ein amerikanisches Team spielte, sondern auch ein kanadisches Team, wurden beide Nationalhymnen gesungen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden hatte, dass die Amerikaner ihre Sportspiele ein wenig anders zelebrieren, sollte mit einem kleinen Feuerwerk zu Beginn des Spiels überrascht werden.

Im Zuge eines universitären Praktikums, zog es den Schreiber (wie bereits im Jahre zuvor - nachzulesen hier, hier und hier) ins osteuropäische Ausland. Diesmal war Ungarn das Ziel der nächsten Wochen – genauer gesagt die südungarische Kleinstadt Baja. Mit dem Bus war diese aus Budapest in ca. 3,5 Stunden zu erreichen, welcher in dieser Zeit durch Dörfer und kleinere Städte die 160km zurücklegte.

 

Fußballtechnisch ist der Süden Ungarns jedoch spärlich besetzt – und das in einem Land, in welchem der Fußball zwar eine größere Rolle spielt, die heimische Liga jedoch nicht weiter von sich reden macht. So kam seit Jahren keiner der ungarischen Teilnehmer im Europapokal wirklich voran und in der Fünfjahreswertung belegt man auch nur den 28. Platz. Dennoch wurden vier Erstligaspielorte besucht, um sich einmal ein eigenes Bild über den ungarischen Fußball verschaffen zu können.

 

Begonnen wurde in der Hauptstadt bei Honved Budapest. Dieser spielte im Ligapokal-Viertelfinale gegen Diosgyör VTK (neben Ferencvaros der Zuschauerkrösus der Liga) und brachte auch ein paar Gästefans mit. Dennoch statteten diesem Spiel insgesamt nur 500 Zuschauer einen Besuch ab und auch das Niveau auf dem Rasen kann getrost als schwach bezeichnet werden, wobei Honved trotz einer 0-1 – Heimniederlage Dank des guten Hinspielergebnisses eine Runde weiter kam. Bemerkenswert ist hier insbesondere die Geschichte des Vereins, welchem in den 50er-Jahren ein Großteil der Spieler der „goldenen Generation“ angehörten, welche im Übrigen auch im Stadtbild Budapests immer wieder auftauchen. Passend dazu ist das Stadion nach Jozsef Boszik benannt und auch die Gedenktafel an den großen Ferenc Puskas (nach dem auch das Nationalstadion benannt ist) darf selbstverständlich nicht fehlen.

 

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Stade Géronstère, 5. April 2014, Endstand 0:5

 

Wenn nach einem 0:5 noch „We are the champions" im Stadion läuft und die Spieler freundlich mit den Zuschauern abklatschen, dann muss der ansässige Verein wohl einiges an Kummer gewohnt sein, beziehungsweise seine Situation mit Humor nehmen. Aber was bleibt einem auch anderes übrig bei einem Torverhältnis von -212 (!). Diese außergewöhnliche Zahl steht beim belgischen Amateurverein Royal Spa F.C. zu Buche.

 

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Vielleicht war die Hoffnung auf viele Tore einer der ausschlaggebenden Gründe sich in den Süden des Königreichs Belgien aufzumachen, vielleicht war es auch die Hoffnung auf ein paar leckere Pommes Frites aus einer anständigen Frituur.

 

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Der zweite Wunsch wird relativ schnell erfüllt, zudem wird der französische Einfluss in Wallonien genutzt und Nachtisch aus einer französischen Bäckerei besorgt. Ansonsten ein kurzer Stadtbummel durch den Kurort, dessen Name im Englischen zum Synonym für „Heilbad" oder „Heilquelle" wurde. Nachdem Spa in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts einen Niedergang erlebt hatte, ist inzwischen einiges vom Glanz der alten Tage, in denen Mächtige und Reiche in die Ardennen-Stadt pilgerten, zurückgekehrt.

 

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Sportfans dürfte der Kurort zudem durch den nahegelegenen Formel-1-Kurs „Spa-Francochamps" ein Begriff sein. Der wird von uns allerdings in wahrsten Sinne des Wortes links liegen gelassen, stattdessen geht es zum Stade Géronstère, wo der eingangs bereits erwähnte Royal Spa F.C. seine Heimspiele austrägt. Die Wurzeln des Ballsports reichen in der Stadt bis ins Jahr 1897 zurück, die Vereinsgründung fand allerdings erst am 8. Mai 1914 statt. Zunächst nur als Spa FC, den Zusatz „Royale" bekam der Club 1939 zugesprochen. Insgesamt dreizehn Spielzeiten verbrachte der Verein in nationalen Ligen, derzeit spielt der RSFC in der Première Provinciale, der fünftklassigen Amateurliga.

 

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Das Stadion des Vereins verfügt mit der Haupttribüne über einen echten Hingucker. Zwar ist die zwischenzeitlich recht baufällige alte Ober-Konstruktion aus Holz und Schiefer inzwischen durch eine modernere Metallversion ersetzt worden – trotzdem macht das Bauwerk in den Vereinsfarben wirklich etwas her.

Frühlingshafte 15 Grad bei wolkenfreien Himmel im Tal von Serravalle, ein genüßliches Getränk schlürfend und vor mir auf dem Rasen spielend FC Domagnano vs. SS Cosmos. So malte ich mir beim Planen dieses Stopps San Marino aus.

 

Im Vorwege informierte ich mich über Nahverkehrs Möglichkeiten. Bedauerlicherweise fahren ab 20 Uhr keine Busse mehr in dem kleinen Staat. Aber was soll''s?  a) Gibt es Taxen und b) sollte es mir als jungen Menschen noch gelingen, die ca. vier Kilometer in das übernächste Dorf zu meinem Hotel zu wuppen. Gegen 19.15 Uhr trat ich aus meinem Hotel und war erstmal alles andere als amused. War doch die Sicht von einem auf den anderen Moment gar nicht mehr vorhanden, eine undurchschaubare Nebelbank . Lange Zeit zum überprüfen ob das Spiel statt findet hatte ich nicht, da in knappen zehn Minuten der letzte Bus des Tages talwärts fahren sollte. Nun denn, drauf geschissen, den Rückweg zu Fuß hatte ich eh eingeplant.

 

Selbstverständlich gibt es auch in San Marino Taxen, jedoch wurde mir von zwei Menschen im Hotel abgeraten diesen fahrbaren Untersatz zu wählen , denn diese seien "fucking expensive."
Guter Rat kann Geld sparen! Gegen 20 Uhr dann endlich am Ziel meiner Träume angelangt : Stadio Olympico Serravalle, besserte sich meine Laune erheblich. Nebel wie weggeblasen, dafür aber Regen, Regen und Regen, aber der Mensch ist ja bekanntlich nicht aus Zucker. Die Teams und das Schiri Gespann hatten sich ordentlich aufgewärmt, der Beginn des Spiels war für 20.45 Uhr geplant.

 

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Kurz vor Spielbeginn kam noch mal die Platzkommission zusammen, denn in den vergangenen 45 Minuten setzte der starke Regen dem Rasen bedenklich zu. Als dann das Zeichen Richtung Tribüne, zu den inklusive mir neun Anwesenden Tifosi, kam, dass das Spiel nicht angepfiffen wird, durchzog eine leichte Ohnmacht meinen Körper.

Stadion Meerdijk, 20. Februar 2015, Endstand 2:1

 

Da guckt man ein paar Wochen mal nicht auf die Tabelle der dritten Liga (wer's glaubt) und plötzlich wird das Spiel in Münster zum Spitzenspiel. Die bekannten Personen der Kieler Szene überprüften natürlich vorher schon die Spielpläne der angrenzenden holländischen Ligen und siehe da, einen Steinwurf über die Grenze gab sich am Freitag der FC Emmen zum Heimspiel gegen Sparta Rotterdam die Ehre. Da keiner seinen fahrbaren Untersatz für diesen halsbrecherischen Ausflug in den fernen Westen zur Verfügung stellen wollte, wurde kurzerhand gemietet und nachdem der Schreiber noch eine Leistungsabfrage universitäter Art über sich ergehen lassen musste, fand man sich schon auf der A1 wieder. Schließlich sollte – obwohl man nie wieder in diese Stadt wollte – in Meppen das Nachtlager aufgeschlagen werden.

 

In Meppen-West angekommen, kurz vorher durchquerten wir die Berentzen-Metropole Haselünne, wurde im verlassenen Einfamilienhausgebiet erst drei Mal gewendet. Die Unterkunft war absolut ok und kurz vor Abfahrt ins Nachbarland wünschte einem die Gastgeberin noch „viel Spaß, was immer Sie auch vorhaben." Wahrscheinlich hätten wir unsere Marihuana-Sucht sofort zugeben sollen, denn die Ausrede, dass man in Emmen doch nur das runde Leder bestaunen wolle, hätte uns wohl keiner auch nur annähernd geglaubt.

 

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Die Niederlande empfingen uns mit herrlichem Nieselregen und nach einigem Durchgefrage hielt man dann für einen Zehner auch seine Karten in den Händen. Der Gast aus Rotterdam stellte heute nicht gerade die schlechteste Alternative da, zum einen stand so ein Verfolgerduell um den Aufstieg in die Eredivisie auf dem Plan, zum anderen könnten sich für holländische Verhältnisse ein paar mehr Gäste in den Gästeblock verirren.