23. Juli 2015, Gamla Ullevi, Göteborg, Endstand 2:0

 

Mit Spannung wird regelmäßig die Auslosung der ersten Qualifikationsrunden für die Champions oder Europa League verfolgt. Besonders im skandinavischen Raum ergeben sich hierbei gerne interessante Begegnungen wie in der Vergangenheit z. B. FC Kopenhagen vs. Manchester City oder Odense BK gegen Aston Villa oder VfB Stuttgart.

 

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In diesem Jahr fiel die Wahl unserer Reisegruppe auf die Partie IFK Göteborg vs. Slask Wroclaw. Die Voraussetzungen für das Rückspiel in der 2. Qualifikationsrunde waren bestens. Nach einem 0:0 in Breslau musste die Entscheidung im Gamla Ullevi fallen. Und da man vor geraumer Zeit mit dem Göteborger Stadtderby lediglich das einstige WM-Stadion Nya Ullevi gekreuzt hatte – seinerzeit befand sich das „Nya" Gamla noch im Bau – war heute ein neuer Ground, für einen der Kieler Besatzung sogar ein neuer Länderpunkt fällig.

 

Theoretisch böte sich eine Überfahrt direkt von Kiel aus an, wäre da nicht der Faktor Geld. Deutlich günstiger zeigt sich die Variante, mit dem PKW die 4 Stunden nach Frederikshavn auf sich zu nehmen, diesen dort zu parken und für entspannte 19,- EUR pro Person pro Strecke überzusetzen.
Mit einer Übernachtung und einer Rückfahrt zur Mittagszeit hätte das Gesamtpaket ziemlich entspannt werden können. Doch zumindest in Sachen Rückweg machte uns das Schicksal in Form eines Öltankers einen Strich durch die Rechnung. Weniger als eine Woche vor Abreise wurde eine der für die Strecke Frederikshavn – Göteborg eingesetzten Fähren derart beschädigt, dass der Verkehr durch die Stena Line nur noch eingeschränkt stattfinden konnte. Hieß für uns: die entspannte Mittagsfähre fällt aus. Stattdessen musste der Check-In am Freitag bereits um 7:30 Uhr erfolgen. Das sollte aber weitestgehend der einzige Wermutstropfen der Tour sein. Auf dem Hinweg zeigte sich das Wetter über der Ostsee von seiner besten Seite. Chillen an Deck war angesagt. Trotz Sonnencreme leider nicht ganz ohne Folge. Unter der strahlenden Sonne sorgte die Fahrt durch die vorgelagerten Inseln hinein in die Mündung der Göta älv schon für ein kleines Urlaubsgefühl.

 

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Während man also in aller Ruhe in den Hafen einfuhr und erst einmal die nächste Tramhaltestelle suchte, hatten die beiden Parteien vom Abend schon ihren Spaß. Die Gäste aus Wroclaw waren mit ihren Freunden aus Gdansk, Krakow und Lublin schon in der Stadt (da fragt man sich natürlich, ob überhaupt noch Gäste aus Breslau selbst die schwedische Polizei auf Trab hielten) und attackierten den Heimmob in einer Kneipe. Eine mittlere zweistellige Anzahl Polen konnten das Spiel dann ad acta legen. Als eine der größten Szenen Schwedens konnte Göteborg da durchaus etwas entgegenstellen, doch dazu später mehr.

 

Das Hotel wurde schnell gefunden, dankenswerterweise mit vollständigem Blick auf das große Ullevi-Stadion, was mittlerweile nur noch zu besonderen Anlässen genutzt wird.

 

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Im Hotelzimmer Akku aufladen und dann ab zum Gamla Ullevi. Der Name ist ein wenig verwirrend, trägt der Neubau doch den Namen des alten Stadions, welches vorher an der Stelle stand. Der große Bau 300 Meter weiter wurde einst für die WM 1958 in Schweden gebaut.

 

Der ist aber, Derbies und sonstige Spiele mit übermäßigem Zuschauerandrang mal außen vor, für alle Göteborger Vereine deutlich zu groß. Dies gilt auch für die „Sportvereinigung Die Kameraden", denn so löst sich IFK ins Deutsche auf, und das obwohl sich die Bilanz des 1904 gegründeten Vereins durchaus respektabel liest: 18 Meistertitel, 6 Pokalsiege und zwei UEFA-Cup-Siege. Um eine adäquate Spielstätte mit passender Größe zu schaffen, wurde nach allem möglichen Hin und Her und explodierender Baukosten von 2007 bis 2009 ein neues Stadion errichtet, das neben den Äglarna („die Engel" - so der Spitzname von IFK), auch die Lokalrivalen Örgryte IS und GAIS Göteborg beherbergt. Zudem ist das Ullevi das Nationalstadion der schwedischen Frauen-Nationalmannschaft und bietet dabei auf zwei Rängen insgesamt 18.416 Zuschauern Platz, wobei 16.596 Plätze offiziell zum Sitzen sind. Dazu kommen noch 27 VIP-Logen, Fanshops und zwei Restaurants.

 

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Im Allgemeinen sind Stadien mit eingebauter Eventkultur, wie sie sie in Holland besonders vorkommen, nicht gerade berauschend, hier an der Westküste Schwedens weiß die Burgerkette Max durchaus zu gefallen. Vernünftige Preise (überraschend ähnliches Preisniveau wie in der Bundesrepublik) und echt gut gemachte Burger. Das wussten auch einige gute gebaute Polen (alle mit der gleichen trendigen Frisur) für sich zu entdecken, sodass der Laden gleich von einigen IFK-Leuten in Augenschein genommen wurde - na so ein Zufall. Insgesamt knisterte es schon gut in der Luft, da hatte man unter vielen Vergleichen von Isländern gegen Osteuropäische Nester etc. natürlich nicht ganz ohne Hintergedanken den Trip nach Göteborg gewählt.

 

Anschließend ging's rein ins Stadion, ein ordinärer Neubau wie er oft zu finden ist, aber dennoch ganz akzeptabel. Aufgrund der UEFA Richtlinien und Pufferblöcken sollten nur etwa 12.000 Zuschauer Platz finden. Kaum hingesetzt, explodierten außerhalb des Stadions schon die ersten Böller, da wagte man doch einmal einen Blick raus. Göteborg hatte sich mit einem guten Haufen aus 200 Leuten gesammelt und lief an einer Seitenstraße des Gästeblocks vorbei, die die Polizei bereits abgesperrt hatte. Auf der anderen Seite durften sich in einem Park aber anscheinend ein paar Gäste frei bewegen und machten gleich auf sich aufmerksam. Da ließ sich der Heimanhang nicht zweimal bitten und einige Polen bekamen doch gut was ab.

 

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Die Staatsmacht war mit nur einer kleinen Anzahl vor Ort. Das muss man sich einmal in Deutschland vorstellen, Risikospiel und die panischen Behörden fordern eben keine fünf Hundertschaften für das Spiel an. Das Spiel verfolgte auch ein junger Herr aus Saarbrücken, Grüße ins Saarland an dieser Stelle!

 

Giuseppe-Meazza-Stadion, 16. Mai 2015, Endstand 1:2

 

Dass dieser Spielbericht mit reichlich Verzögerung entstanden ist, war zunächst mal einem latenten Zeitmangel geschuldet. Nach dem unseligen Saisonfinale in München war dann auch die Motivation, sich in irgendeiner Weise mit dem runden Leder zu beschäftigen erstmal völlig weg. Dafür gibt es das Ganze jetzt eben als Appetizer für die neue Spielzeit :)

 

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Dabei hatte der Schreiber die Gelegenheit, jenseits der Alpen dem „Derby d'Italia“ beizuwohnen. Inter Mailand, 1908 als Abspaltung vom Lokalrivalen AC gegründet, im Duell gegen die „Alte Dame“. Der Club sammelte seit seinem Bestehen unzählige Meistertitel und die als „Grande Inter“ bezeichnete Mannschaft sollte in den frühen 1960er Jahren einer der Größen des europäischen Clubfußballs werden. In den späten 1980er Jahren wechselten mit Matthäus, Brehme und Klinsmann dann auch drei zentrale Spieler der späteren Weltmeisterelf gen Lombardei. Das letzte große Highlight der Clubhistorie war der insgesamt dritte Champions League-Titel 2010, danach hatte man natinoal gegenüber dem nach Zwangsabstieg wiedererstarkten Juve stets das Nachsehen. So auch am drittletzten Spieltag der Serie A 2014/15: Turin steht bereits als Meister fest, Inter hat nur noch geringe Chancen auf das Erreichen der Europa League.

 

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Am Vortag des Matches bietet sich wegen der Ticketakquise die Möglichkeit, das Giuseppe-Meazza-Stadion (im Volksmund „San Siro“ nach dem Stadtteil) schon mal von außen in Augenschein zu nehmen. Letztmalig zur WM 1990 erweitert, hat der Ground durch die Ecktürme und Rampentürmen zu den oberen Rängen etwas von einem überdimensionierten Parkhaus aber der Gesamteindruck ist dennoch gut: klobig, aber durchaus charmant. Ein Dino unter den Fußballtempeln sozusagen :)

 

Nach den Touren nach Minsk (hier) und Kiew (hier) steht wieder eine kleine Tour mit meinem Bruder an. Dieses Mal geht es aus dem „echten Norden" mit dem Flieger von Hamburg über Oslo nach Tromsø, Norwegen, in den noch echteren Norden.

 

Für Otto Normal sicher kein alltägliches Reiseziel. Trotzdem (oder gerade deshalb?) kann Nord-Norwegen vor allen Dingen mit zwei Pfunden wuchern: Atemberaubender Natur und absoluter Ruhe.

 

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Mit der einheimischen Tierwelt wird gleich Bekanntschaft gemacht ...

 

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... aber auch das runde Leder soll nicht zu kurz kommen. Los geht es in der 2. Divisjon, welche in 4 Gruppen aufgeteilt ist und sich in der norwegischen Fußballpyramide auf Level 3 befindet, mit folgenden Spiel:


Tromsdalen Ungdoms- og Idrettslag vs. Finnsnes Idrettslag

TUIL-Arena, 18. April 2015, Endstand 1:0

 

Karte TUIL

 

Der im letzten Jahr aus der 1. Divisjon abgestiegene Club kündigt sein Heimspiel mit selbstgemalten Plakaten an. Auch sonst wirkt alles sehr familiär.

 

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Toronto Stadium, 19. April 2015, Endstand 3:2

 

Mit einem Kumpel reiste ich nach Dallas, um die erste Playoff-Runde der NBA und die Dallas Mavericks mit Dirk Nowitzki zu sehen. Da Dallas neben einem Baseball-, Football- und dem genannten Basketballteam auch einen erfolgreichen Fußballklub hat, holten wir uns Karten für ein Heimspiel des FC Dallas gegen den Toronto FC.

 

Der FC Dallas war gut in die Saison gestartet und konnte vor allem im heimischen Stadion überzeugen. Der Toronto FC gilt als Titelfavorit und reiset mit bekannten Spielern wie Michael Bradley, Sebastian Giovinco und Jozy Altidore an.

 

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Wir fuhren sehr früh zum Stadion, um uns einen Überblick über das Gelände und die Parkplatzsituation zu verschaffen. Bereits am Parkplatz wurden wir zum ersten Mal Zeugen einer typisch amerikanischen Tradition. Bereits zwei Stunden vor Spielbeginn hatten sich überall auf dem Parkplatz Gruppen gebildet, die vor ihren Autos Grillpartys veranstalteten. Mitten auf dem Parkplatz wurden Campingstühle und Grills aufgestellt und Bier getrunken. Einen weiteren Unterschied zu Spielen der Bundesliga stellten die Besucher des Fußballspiels dar. Sehr viele Familien waren anwesend und Gästefans konnte man an zwei Händen abzählen, bei einer Strecke von 2200 km konnte man dies den Gästen aber nicht vorwerfen.

 

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Nach einem kurzen Rundgang durch das Stadion setzten wir uns auf unsere Plätze auf Höhe der Mittellinie und warteten den Countdown auf der Anzeigetafel ab. 10 Minuten vor Spielbeginn ging das Spektakel los. Fans, die vorher einen Rundgang auf dem Spielfeld machen konnten, begrüßten die Spieler beim Einlaufen auf das Spielfeld und klatschten noch einmal freundlich ab. Vor den Spielern rannte das heimische Maskottchen, ein roter Bulle, mit einer Fahne des Heimteams mit dem Spruch „Dallas till I die" auf das Feld und heizte die Stimmung an.

 

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Nachdem sich die Spieler aufgestellt hatten, folgte das traditionelle Singen der Nationalhymne. Alle Spieler und Zuschauer standen und blickten in Richtung der Nationalflagge und sangen die Hymne mit. Da an diesem Tag nicht nur ein amerikanisches Team spielte, sondern auch ein kanadisches Team, wurden beide Nationalhymnen gesungen. Wer zu diesem Zeitpunkt noch nicht verstanden hatte, dass die Amerikaner ihre Sportspiele ein wenig anders zelebrieren, sollte mit einem kleinen Feuerwerk zu Beginn des Spiels überrascht werden.

Im Zuge eines universitären Praktikums, zog es den Schreiber (wie bereits im Jahre zuvor - nachzulesen hier, hier und hier) ins osteuropäische Ausland. Diesmal war Ungarn das Ziel der nächsten Wochen – genauer gesagt die südungarische Kleinstadt Baja. Mit dem Bus war diese aus Budapest in ca. 3,5 Stunden zu erreichen, welcher in dieser Zeit durch Dörfer und kleinere Städte die 160km zurücklegte.

 

Fußballtechnisch ist der Süden Ungarns jedoch spärlich besetzt – und das in einem Land, in welchem der Fußball zwar eine größere Rolle spielt, die heimische Liga jedoch nicht weiter von sich reden macht. So kam seit Jahren keiner der ungarischen Teilnehmer im Europapokal wirklich voran und in der Fünfjahreswertung belegt man auch nur den 28. Platz. Dennoch wurden vier Erstligaspielorte besucht, um sich einmal ein eigenes Bild über den ungarischen Fußball verschaffen zu können.

 

Begonnen wurde in der Hauptstadt bei Honved Budapest. Dieser spielte im Ligapokal-Viertelfinale gegen Diosgyör VTK (neben Ferencvaros der Zuschauerkrösus der Liga) und brachte auch ein paar Gästefans mit. Dennoch statteten diesem Spiel insgesamt nur 500 Zuschauer einen Besuch ab und auch das Niveau auf dem Rasen kann getrost als schwach bezeichnet werden, wobei Honved trotz einer 0-1 – Heimniederlage Dank des guten Hinspielergebnisses eine Runde weiter kam. Bemerkenswert ist hier insbesondere die Geschichte des Vereins, welchem in den 50er-Jahren ein Großteil der Spieler der „goldenen Generation“ angehörten, welche im Übrigen auch im Stadtbild Budapests immer wieder auftauchen. Passend dazu ist das Stadion nach Jozsef Boszik benannt und auch die Gedenktafel an den großen Ferenc Puskas (nach dem auch das Nationalstadion benannt ist) darf selbstverständlich nicht fehlen.

 

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