Campo de Fútbol de Vallecas, 6. Februar 2016, Endstand: 2:0

 

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Keine halbe Stunde bleibt zwischen Abpfiff im Vicente Calderón und Anpfiff bei Rayo Vallecano. Also schnell rein ins Taxi und los geht die wilde Fahrt. Im Gewusel des Stadionvorplatzes wird sich zu den Ticketschaltern durchgefragt.

 

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Dort reihen wir uns zunächst in die falsche Schlange (nur Reservierungen) ein und verlieren wertvolle Minuten… So erleben wir den kick-off und das 1:0 der Hausherren in der dritten Spielminuten nur vor den Toren. Mit Erhalt der Eintrittskarten wird die charmante Bruchbude betreten.

 

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Rayo Vallecano hält sich mittlerweile seit der Saison 2011/2012 in der Primera División und ist dort meistens im unteren Mittelfeld zu finden. Der heutige Gegner UD Las Palmas machte im vergangenen Sommer erstmals seit 13 Jahren wieder den Aufstieg in die höchste spanische Spielklasse perfekt.

 

Unter den 11.565 Zuschauern befinden sich auch erstaunlich viele Gästeanhänger. Exilanten? Oder fliegen die alle für so einen Kick aufs Festland?! Man weiß es nicht …

 

Estadio Vicente Calderón, 6. Februar 2016, Endstand: 3:1

 

Nachdem im letzen Januar Lissabon besucht wurde, liegt in diesem Jahr eine Visite der spanischen Hauptstadt an. Madrid kann getrost als besuchenswert eingestuft werden. Zahlreiche schicke Gebäude, angenehme Temperaturen, viele Shoppingmöglichkeiten, im Verhältnis zu anderen europäischen Metropolen wenig Touristen, an jeder Ecke Tapas, Wein und Bier zu fairen Preisen.

 

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Dritter Tag in Italien, es standen zwei Spiele auf der Agenda und das tollste ist, man konnte meinen, der Sommer stände kurz vor der Tür. Das feierte man doch am besten mit einem kleinen Ausflug nach Turin. Nein, nicht die alte Dame Juve war das Ziel, dem Nachbar vom FC Turin sollte heute ein Besuch abgestattet werden.

 

Torino Football Club 1906 vs. Football Club Internazionale Milan

Stadio Olimpico Torino, 08. November 2015, Endstand 0:1

 

Ein Parkplatz war schnell gefunden, einzig das Rückwärtsfahren des Fahrers über 50 Meter entgegen der Fahrtrichtung hätte einen Spielbesuch unsererseits noch verhindern können. Ein kurzer Spaziergang um den nahegelegenen Park und man stand vor dem Turiner Olympiastadion.

 

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2006 wechselten die beiden Vereine der Stadt wieder vom Stadio delle Alpi ins für die vorher stattfindenen Winterspiele wieder ins nun modernere Stadion der Stadt. Insgesamt fasst es knapp 30.000 Plätze. Nicht vorstellbar, dass selbst Juventus mit diesen Fanmassen und Erfolgen viele Jahre in dieser doch eher kleinen Schüssel spielte.

 

Seit 2011 ist Torino aber wieder alleiniger Hausherr und Juventus erfreute sich an einem eigenen Neubau.

 

Dank der überschaubaren Bude war aber auch Vorsicht geboten und glücklicherweise hatte man die Tickets schon online in good old Germany in der Tasche, die Markisen der Ticketschalter wurden schließlich heute gar nicht erst benutzt. Ansonsten war es ein nettes Flair hier, gerade weil das Stadion mit ein wenig urbaner Kneipeninfrastruktur in der Umgebung aufwarten konnte und man somit nicht auf die vom San Siro bekannten Imbisswagen zurückgreifen musste. Nach einem Getränk gings einmal um das Rund herum, man passierte u.a. auch den spärlich bewachten Gästebereich und herein in die gute Stube.

 

Wirklich ein schöner Anblick, obwohl die Tribünen relativ weit vom Geschehen entfernt sind wirkt das ganze hier stimmig.

 

Die Ultras Granata der Heimseite hatten die Tribüne schon ganz Argentinien-like mit Bändern überzogen und auch die Gäste waren schon zahlreich in ihrem Block, der wie das ganze Stadion keinerlei Stehplätze aufwies. So verloren sich auch einige Gäste in umliegende Blöcke, schätzungsweise 3000 Inter-Anhänger waren unter den 28.000 Interessierten.

 

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Wir selbst hatten dankenswerterweise Plätze in der ersten Reihe des kleinen dritten Ranges, sodass uns permanent vor Augen geführt wurde, beim Tor nicht euphorisch nach vorne zu springen, da sonst eine Absperrung unseren Jubel jäh beenden würde. Obwohl sich keine aktiven Fans bei uns befanden, wackelte die Konstruktion schon ganz gut.

 

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Als kleines Intro holte die Heimkurve zu Beginn sämtliches Material raus, das war auch das einzige Mal. Zusätzlich gab es eine schlichte Blockfahne im Zentrum des Blocks, nichts weltbewegendes, aber immerhin, nett anzusehen war der Heimblock allemal!

 

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Besonders ins Auge fielen die zahlreichen Fahnen der Heimanhänger, aus dem letzten Winkel Italiens waren die Toro Clubs anwesend und das, obwohl die großen Erfolge der „Granata“ schon einige Zeit zurückliegen: 1993 konnte mit der Coppa Italia der letzte große Titel geholt werden.

 

Die Gäste aus Mailand begnügten sich eher damit, sich mit den Heimfans benachbarter Blöcke gegenseitig anzupöbeln, immerhin kam somit auch der Teil der Turin-Fans ein wenig in Wallung.

 

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In einem kürzlich von mir gelesenen Roman „Der Spaziergang von Rostock nach Syrakus" zitierte der Romanheld auf den letzten Seiten den russischen Schriftsteller Nikolai Gogol: „Italien verhält sich zur übrigen Welt wie ein Sonnentag zu einer verregneten Woche." In dem Roman möchte ein DDR-Bürger mit Blick auf eine Reise von Seumes nur ein einziges Mal die DDR verlassen um nach Italien zu gelangen.

 

Die Mauer ist seit mittlerweile 26 Jahren und 3 Tagen Geschichte und außer, dass die Kieler Reisegruppe bei einem Mitglied für die Ticketbeschaffung in Turin noch die DDR als Geburtsland angeben musste, erinnerte nichts mehr an die Teilung, das Zitat muss aber natürlich auch heute noch persönlich auf seinen Wahrheitsgehalt überprüft werden.
Italien, Geburtsland der Ultras, wohl die erste anerkannte Topliga des europäischen Kontinents mit der Serie A und nebenbei auch klimatisch um einiges besser gestellt als die norddeutsche Tiefebene, wann sollte man den Stiefel besuchen, wenn nicht im schleswig-holsteinischen Herbst?

 

Ursprünglich wollte man neben dem Land des viermaligen Weltmeisters auch noch die Republik San Marino besuchen, doch die Ansetzung machte uns einen Strich durch die Rechnung, sodass am Ende eine Tour durch den westlichen Teil Norditaliens und Ligurien auf dem Routenplaner stand. Dank der günstigen Verbindungen einer britischen Billig-Airline wurde Pisa als Destination gewählt.

 

Am Abreisetag ging es die letzten Meter nach Fuhlsbüttel durch feinsten Matsch, das würde in den vier Tagen sicherlich keiner vermissen. Ohne große Vorkommnisse dauerte es 90 Minuten bis wir auf der Rollbahn wieder aufsetzten. Beim Schreiber selber hatte über den Alpen leider der Druckausgleich nicht funktioniert, sodass der Schädel auch noch am Boden wie nach fünf Gläsern Toskana-Vino dröhnte. Schönen Dank auch!

 

Da Florenz als größte Stadt der Region wohl nur eine bessere Wiese seinen Flughafen nennen darf, war doch ganz gut was los, ob es wohl nur am schiefen Turm lag? Kurzerhand wurde der bestens erhaltenen und neuwertige Mietwagen (Warum das betont wird? Später mehr!) von der Vermietung seines Vertrauens abgeholt und wie sich das für gute Touristen gehört, wurde ohne schuldhaftes Zögern der ominöse Turm angesteuert. Das kann man schließlich keinem erzählen, da landet man keine 5 Kilometer entfernt. Glücklicherweise war die Dichte der Besucher, welche endlich einmal die „10 europäische Sehenswürdigkeiten in 5 Tagen"-Tour gebucht hatten noch relativ gering, sodass auch einige Fotos ohne turmhaltene Besucher möglich waren.

 

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Pisa selber ist mit knapp 90.000 Einwohnern nicht besonders groß und ist im Vergleich zu anderen Städten Italiens kein großes Highlight, die 40.000 Studenten sollten aber wohl für ein ganz nettes Flair sorgen, auch weil die Touristen aus obigen Gründen nur Augen für den ominösen Turm haben. So auch wir, denn wir hatten noch ein paar Kilometer vor uns, die wir, erlebnisorientiert, nicht über die teure und langweilige Autobahn zurücklegen wollten, sondern am Mittelmeer entlang über die Landstraßen, da nahm man auch gerne einmal drei Stunden für 100 Kilometer in Kauf. Das Quecksilber zeigte 20 Grad, am Himmel keine Wolke, Italien zeigte sich jetzt schon von seiner besten Seite und machte Lust auf die kommenden Tage. Das Radio beschäftigte sich heute nur mit dem Papstbesuch in Florenz, gut, dass wir andere Orte auf der Liste hatten, da war sicherlich buchstäblich die Hölle los.

 

Die Küste nach Norden war übersäht von Hotels und Pensionen, kilometerlang reihte sich ein Feriendomizil direkt am Wasser an das andere. Im Hochsommer dürfte hier die Oberschicht aus Mailand, Genua und Florenz flanieren, am heutigen Tage wirkte die Szenerie wie ausgestorben. Wir entschieden uns dennoch für einen kurzen Halt, schließlich knurrte der Magen schon. Wer jetzt aber hier gleich stilecht Pizza und Pasta vermutete, lag leider zum jetzigen Zeitpunkt noch falsch, die Stände mehr der übrige Touri-Ramsch als vernünftige Nahrungsquelle. Die einzige Möglichkeit war in diesem Moment ausgerechnet die örtliche Döner-Bude, so deutsch sollte es auch wieder nicht sein. Auch davon wurde man irgendwie satt und der anschließende Blick von der Seebrücke von Massa auf das Mittelmeer sowie auf der hinter einem liegende Steinbruch von Carrara waren die kulinarischen Qualen wert.

 

Mit der flachen Landschaft war es dann aber auch alsbald vorbei, nach dem Durchqueren von La Spezia, mit Blick auf die zweitgrößte Marinebasis Italiens, ging's ab in die Hügel Liguriens, schließlich wollten wir einmal einen Blick auf die „Cinque Terre" erhaschen. Es handelt sich hierbei um fünf, außer mit der durch den Berg führenden 140 Jahren (!) alten Bahnlinie eher schwierig zu erreichende, Dörfer, welche bis auf eines auch direkt am Mittelmeer liegen. Riomaggiore als erstes der Dörfer sahen wir nur von weitem, näher als die Urnen in dem vertikalen Friedhof über unseren Köpfen kamen wir auch nicht. Dennoch konnte man, in der morbiden Stimmung, schon von einem „place to be when you have died" sprechen!
Nach Manarola traute sich der Kieler Mob dann aber doch herein. Gerade wollte man das Auto auf dem Touri-Parkplatz abstellen, da kreischte einen auch schon die Parkplatzwächterin an, man solle doch gefälligst am Automaten bezahlen. Man mag sich gar nicht ausmalen, was passiert wäre, hätte sie ihre Katze losgelassen. Aber was soll's, bleibt ja schließlich alles in der EU *hust*. Ein paar Höhenmeter ging es noch nach unten, dann stand man am kleinen Hafen. Stimmungsmäßig irgendwie ein wenig zwischen kitschigem Italo-Schlager und U2, aber dank der fehlenden Touri-Massen auch noch recht authentisch. Nein, Spaß beiseite, selbst die Leinwand im ein paar Stunden entfernten Cannes hätte wohl kein besseres Bild zeigen können, das war echt groß.

 

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Während die asiatischen Mitbürger am Kiosk ein Bier nach dem anderen bestellten, beließen wir es bei Erdbeer und Schokolade.

 

Dankenswerterweise wurde ein paar Kilometer weiter ohne Vorankündigung einfach mal so die Straße gesperrt, die einzige Alternative führte uns auf drei Meter breiten Straßen und tollem Ausblick (aber auch 100 Meter tiefen Abgründen) die Höhenmeter rauf und runter. Während die Rückbank inkl. Schreiber sich ob der vielen Kurven schon wehleidig beklagte, führte uns der mit italienischen Fahrergenen ausgestattete Führer des Kfz uns sicher in den Übernachtungsort Chiavari.

 

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Unser Domizil war eine Ferienwohnung in einem alten Stadthaus, nett!
Auf der Suche nach etwas Essbarem machten wir zunächst ein wenig die Altstadt unsicher. Die konnte für die knapp 30.000 Einwohner echt was, nur ein passendes Restaurant gab es irgendwie nicht. Dafür wurden wir direkt an der Küste fündig, Pizza (was sonst) landete am Ende auf jedem Teller und der erste wirklich Eindruck hinterlassene Tag war geschafft.

 

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Am nächsten morgen wollte man die Abreisemodalitäten eigentlich nur so schnell wie möglich erledigen. Das hätte auch ganz gut geklappt, hätte der grandiose Fahrer von gestern sich sicht einmal verschätzt und beim Versuch, die Ausfahrt des Parkplatzes zu durchfahren, gleich das Tor und die Lichtschranke mitgenommen. Nebenbei hatte unser Fiat (was auch sonst in Italien) ein paar nette äußere Verletzungen. Nach ein paar Anrufen in drei Sprachen war aber klar: Die Autovermietung hat ein hertz für ortsfremde Deutsche und zahlt alles. Gerne! Außerdem wirkt man demoliert in Italien immer authentischer als ohne. So konnte nach dem kulturhistorischen Teil am Freitag endlich wieder der stumpfe Fußball ins gleißende Sonnelicht treten.

 

Novara Calcio 1908 vs. Brescia Calcio
Stadio Silvio Piola, 7. November 2015, Endstand 4:0

 

Als erstes ging es zu diesem Zweck nach Novara, ca. 50 km westlich von Mailand gelegen. Dort trafen mit dem Gastgeber und Brescia zwei Teams aus dem oberen Mittelfeld der Serie B aufeinander. Dank personalisierter Eintrittkarten ging's zum Ticketschalter, das dauerte jetzt schon lange genug. Trotz vieler Repressionen kann man sich in Deutschland über die simplen Verkaufsprozeduren echt noch freuen, gerade, weil im Zuge der aufkommenden Sicherheitsdebatte sicher auch dieser Schritt nicht mehr so fern ist. Bevor allerdings Fußball geschaut wurde, machten ¾ der Gruppe noch einen verwandtschaftlichen Abstecher an den Rand von Novara, wo sich ein Mitglied der Reisegruppe sichtlich darüber freute, einen Teil seiner italienischen Familie einmal wieder zu sehen. Speis und Trank gab es auch zu genüge, sodass wir wirklich eine nette Zeit dort verbrachten. Vielen Dank dafür!

 

Mittlerweile war es echt warm geworden, 20 Grad zeigte das Quecksilber, unglaublich, dass Anfang November man noch einmal den Schatten vor dem Spiel aufsuchte. Die Einheimischen zeigten sich erstaunlich variabel bei der Kleidungswahl, von Wintermantel bis T-Shirt war alles dabei.

 

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Das Stadion Silvio Piola fasst etwas unter 18.000 Zuschauern, neben einer großen Haupttribüne gibt es zwei große Tribünen hinter dem Toren. Alles in allem nicht schlecht.

 

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Da Novara aufgrund vieler Jahre in der sportlichen Versenkung (aber immerhin eine Spielzeit Serie A in jüngerer Vergangenheit) und der geografischen Lage zwischen Mailand und Turin keine großartige Fanszene vorzuweisen hat, machte man es sich instinktiv am Gästeblock gemütlich. Einige Gäste hatten es sich dort schon bequem gemacht, am Ende waren unter den 5000 Zuschauern gute 600 aus dem 90 Autominuten entfernten Brescia. Diese waren aber vor dem Spiel schon einigen Pöbeleien ausgesetzt. Nicht etwa von einer aggressiven Heimkurve. Zwei interessante Gestalten, irgendwo anzusiedeln zwischen Hippie und Clochard, konnten es nicht lassen, immer wieder gegen die belustigten Gäste zu stänkern. Da wurde fleißig geschimpft, sich mit den lachenden Ordnern angelegt und sogar Körperteile gezeigt, die vielleicht nicht für die komplette Öffentlichkeit bestimmt sind.

 

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Die Gäste zeigten als Intro eine schlichte Choreo und legten danach sofort los. Eingängige Melodien, gute Lautstärke und hohe Mitmachquote, das war wirklich ein sauberer Auftritt der Curva Nord, auch wenn die verbotene Trommel sich echt bemerkbar machte.

 

Stadion Trešnjica, 1. Oktober 2015, Endstand 0:1
 
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Früh morgens klingelt der Wecker. Ziel des Tages ist Golubovci in der Nähe der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica, wo ab 15:00 gegen das runde Leder getreten werden soll. Damit haben wir 3 Grenzübergänge (Kosovo, Albanien, Montenegro) und jede Menge Kilometer durch unbekanntes Terrain vor uns.
 
Weit kommen wir nicht. Winken uns die mazedonischen Grenzer noch entspannt durch, gibt es 300 Meter weiter bei den Kollegen aus dem Kosovo offensichtlich ein Problem. Zwei Fahrzeuginsassen sind im Besitz eines Reisepasses, einer hat einen neuen und der vierte Mitfahrer einen alten Personalausweis. Und der ist das Problem. Eine Einreise mit dem alten Perso ist nicht erlaubt. Der Grenzpolizist ist wirklich nett, versichert sich sogar noch mal telefonisch. Es bleibt dabei: Einreise verwehrt! Kacke!
 
Wieder auf der mazedonischen Seite angekommen, wird sich zunächst nur angeschwiegen. Dann kommt uns aber wieder in den Sinn, dass in der kosovarischen Superliga ein Spiel angesetzt ist und auch problemlos erreicht werden könnte. Da es sich bei der verweigerten Einreise um den ersten Fauxpas dieser Art in einer Kieler Reisegruppe handelt, wird der Kollege, für den die geplante Tour an dieser Stelle gelaufen ist, nicht an der Grenze stehen gelassen, sondern zurück nach Skopje gekarrt. Für zukünftige Mitfahrer gilt: Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes lesen und einen bekackten Reisepass besorgen! Ist das denn wirklich so schwer...
 
Also alles zurück auf Null. Wir sind wieder in der mazedonischen Hauptstadt. Im Navi ist allerdings noch Golubovci in Montenegro eingespeichert. Überraschung: Zeitlich sieht es trotz der ganzen Querelen noch nicht wirklich schlecht aus und so entscheiden die verbliebenen Reiseteilnehmer, sich zu dem ursprünglichen Ziel durchzuschlagen. Der Länderpunkt Kosovo kann schließlich noch am Samstag gekreuzt werden und das Appartement in Podgorica ist schon gebucht.
 
Die Grenzen sind nun kein großes Problem, so geht es über die sehenswerten Berge der Šar Planina…
 
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...und durch die quirligen Innenstädte von Prizren, Lezhë und Shkodër weiter gen Golubovci.
 
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Dank des geringen Verkehrsaufkommens auf den Straßen und an den Grenzübergängen schaffen wir es tatsächlich überpünktlich an den Zielort und können im örtlichen Supermarkt noch etwas Verpflegung organisieren.
 
Für 2,- € werden Eintrittskarten aus einem Auto heraus verticket und dem Kassenmenschen kann sogar noch sein Vereinswimpel abgeschnackt werden. Läuft doch! So lassen wir uns auf der Tribüne nieder...
 
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