Anpfiff 2. Bundesliga für Holstein Kiel

30.07.2017 - 15:30 Uhr

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Brann-Stadion, 2. Juli 2017, Endstand 0:0

 

Nach knapp 30 Grad und Sonnenschein in Lilleström am Vorabend geht es von Oslo am nächsten Tag in Richtung Bergen. Zusammen mit einigen Bussen der Anhänger von Vålerenga, deren Verein am Abend gegen Brann Bergen antreten soll. Bei einem zufälligen Begegnung auf einem kleinen Rastplatz wird man sogar zur Mitfahrt eingeladen. „We have beer on board“, ist bei den norwegischen Preisen zwar ein sehr verlockendes Angebot, das aber dann doch ausgeschlagen wird. Schließlich will die äußerst beeindruckende Landschaft genossen werden (Walter Mitty Feeling) – und auf 1.245 Metern stapfen zwei Kieler dann durch den Schnee.

 

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Weiter geht es Richtung Nordsee-Küste, wo einen die alte Handelsstadt mit Dauerregen empfängt. Wie sollte es auch anders sein, schließlich hat Bergen im Juni gerade den Rekord für die regensreichste Stadt Norwegens gebrochen – an jedem Tag des Monats gab es Niederschlag. Trotzdem ist die Tyskebryggen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, einen Abstecher wird.

 

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Genau wie das Brann-Stadion, in dem seit 1919 der Sportsklubben Brann zuhause ist. Am Fuße des Hausberges Bergen, dem Ulriken, ist nach diversen Umbauten ein modernes Stadion mit einem Fassungsvermögen von 17.686 Plätzen entstanden ist. Die Erteilung der Baugenehmigung für den letzten Abschnitt verzögerte sich allerdings aufgrund von Einsprüchen aus der Nachbarschaft. Erinnert so ein bisschen an die grandiose „Initiative zur Wiederherstellung der Ruhe im Holstein-Stadion“. Weil so ein Stadion natürlich ganz plötzlich vom Himmel fällt.

 

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Brann, gegründet am 26. September 1908, kann immerhin auf drei Meisterschaften (die letzte wurde 2007 errungen) und sechs Pokalsiege zurückblicken, zudem ist man gerne mal Gast im Europapokal. Neben diesen Spielen freuen sich die Anhänger vor allem auf das Derby gegen Viking Stavanger, sowie die Duelle gegen Trondheim (die eigentlich keiner so recht in Norwegen mag), Lilleström und vor allem auch gegen die Gäste aus der Hauptstadt, die als eingebildet und arrogant verrufen sind.

 

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Åråsen-Stadion, 1. Juli 2017, Endstand 2:0

 

Nur rund 20 Autominuten östlich der norwegischen Hauptstadt Oslo liegt das eher beschauliche Lilleström. Mit 14.000 Einwohnern ist es ein wunderbarer Ort zum Wohnen oder aber als Reisender zum Übernachten, wenn man ein paar Kronen im komplett überteuerten Norwegen sparen will, sicherlich aber nicht der Ort, der es normalerweise zu einem gewissen Bekanntheitsgrad über die Grenzen hinweg schaffen würde. Wenn da nicht der Fußball wäre....

 

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Und der wird beim Lillestrøm Sportsklubb seit 1917 (dieses Jahr wird also das hundertjährige Bestehen gefeiert) durchaus erfolgreich gespielt. Die „Kanarienvögel“ bringen es auf fünf Meisterschaften und fünf Pokalsiege, zudem brachte der LSK rund 40 Nationalspieler hervor und hält den Rekord der meisten aufeinanderfolgenden Spielzeiten in der norwegischen ersten Liga ohne Abstieg.

 

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Im Stadtbild ist der Verein durchaus wahrnehmbar und auf der Straße zum Åråsen-Stadion ist bereits gelb-schwarz geflaggt, als sich die Kieler Reisegruppe nähert. An Tagen, an denen nicht gespielt wird, könnte es übrigens schwierig sein, das Stadion genau zu verorten: Die Fassade erinnert an den meisten Stellen eher an ein Bürogebäude und die Flutlichtmasten sind im „Ruhezustand“ eingefahren. Früher wurde sich sogar mit mobilen Masten beholfen – Grund für den Aufwand ist der nahegelegene Kjeller Flughafen, in dessen Einflugschneise feste Flutlichtmasten verboten wären. Andererseits sorgen die über das Stadion hinweg fliegenden Maschinen immer wieder für Unterhaltung, je nachdem wie spannend gerade das Spiel ist.

 

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Ansonsten handelt es sich bei dem 1951 eröffneten Stadion um einen ganz schnuckeligen Bau, der insgesamt 12.250 Zuschauern Platz bietet und weitestgehend in den Vereinsfarben gehalten ist. Der Bereich der Gästefans befindet sich auf der einen Hintertorseite. Aus Drammen sind es rund 150 Schlachtenbummler, die ihr Team Strømsgodset IF lautstark und mit einigen Schwenkern unterstützen. Schon einmal mehr, als man erwartet hatte – und auch der Heimsupport ist für die gesteigert attraktive Paarung mehr als in Ordnung.

 

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Generell sei man natürlich nicht die größte Szene des Landes, erklärt uns der Capo der „Kanari Fansen Lilleström“ (die unter anderem nach Hammarby freundschaftliche Beziehungen pflegen), gemessen an der Anzahl der Mitglieder gehöre man aber doch zu den lautesten. Dass man von einigen anderen Szenen des Landes als „Bauern“ beschimpft werde, macht den Supportern augenscheinlich wenig aus – stattdessen wird die vermeintliche Schmähung „Mit Traktor und Forke“ stolz auf den T-Shirts getragen. Zudem liebe man Pyro und Chaos wird mit einem Lachen hinzugefügt. Bevor es aber laut wird, gibt es zu Beginn allerdings erst einmal Gedenken an einen LSK-Fan, der in der Vorwoche verstorben ist.

 

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Bei bestem Sommerwetter entwickelt sich vor 5.634 Zuschauern dann ein zunächst etwas mauer Kick. Die Gäste versuchen es immer mal wieder mit offensiven Vorstößen, die allerdings nicht zu zählbarem Erfolg führen. Von den Hausherren kommt zunächst nicht so viel, bis sich Chigozie Udoji ein Herz fasst, einen Pass mit der Brust annimmt und volley ins Tor befördert. Genau so sehenswert ist der Torjubel im Ailton-Style.

 

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Mestalla, 7. Mai 2017, Endstand: 4:1

 

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Neue realpreisige Flugverbindungen ab HH? Nach Valencia? Gerne! So konnte ich endlich das Mestalla kreuzen und Madame etwas in der Sonne braten. Sangria, Cerveza und Tapas sind wir eh nicht abgeneigt.

 

Die Altstadt ist, wie in den meisten bisher besuchten spanischen Städten, sehr sehenswert. Viele Kneipen und Restaurants laden zum verweilen ein und die in Valencia obligatorische Paella darf natürlich nicht fehlen.

 

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Auch zu empfehlen ist ein Besuch des Mercat Central/Mercado Central. So eine riesige Auswahl an frischen Lebensmitteln sieht man nicht sehr oft und für kleines Geld kann man sich z. B. einen Vitaminkick in Form eines frisch gepressten Saftes gönnen.

 

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Im Jardín del Turia, der in einem trockengelegten Flußbett auf ca. 9 km angelegt wurde, findet der Großstädter Erholungs- und Sportmöglichkeiten und an dessen Ende die Ciudad de las Artes y las Ciencias - eine Aneinanderreihung futuristischer Gebäude, die verschiedene Kultureinrichtungen enthalten.

 

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Ein kleines Highlight war unser Besuch der Stierkampfarena Plaza de Toros, die 1859 fertiggestellt wurde und über 10.000 Zuschauern Platz bietet. Tiere mussten übrigens nicht sterben, da wir uns “WWE live” - also Wrestling - anschauten. Mit Randy Orton kannte ich zumindest einen der Protagonisten vom Namen her. Aber auch die anderen Wrestler boten eine gute Show. Ist schon klar, dass die Kämpfe abgesprochen sind. Vor den Sprüngen und Würfen habe ich als ausgewiesener Antisportler dennoch meinen Respekt. Auch das Publikum zog gut mit und so wurde entweder laut gejubelt oder gebuht.

Stadion Ďolíček, 25. Februar 2017, Endstand 0:0

 

Nach einem netten Abend im TeBe-Fancontainer inkl. einiger importierter Getränke ging es nach einer kürzeren Nacht in der Unterkunft am Flughafen Schönefeld schnell auf die Autobahn in Richtung Süden, die hinter der Grenze inzwischen erfreulicherweise durchgängig vorhanden ist. Das Gegurke durch das Nordböhmische Mittelgebirge entfällt somit. Und ehe die Reisegruppe sich versah, grüßte die Stadt an der Moldau mit herrlichem Sonnenschein und fast schon frühlingshaften Temperaturen.

 

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Wenn die Ansetzung für Holstein an einem Sonntag in Zwickau spielen zu müssen wenigstens ein Gutes hatte, dann die Möglichkeit, einmal wieder die goldene Stadt zu besuchen. Das sah auch der tschechische Fußballverband so und setzte kurzerhand die beiden Heimspiele von Dukla und Bohemians zeitversetzt am Sonnabend an. Gelobt sei die vollumfängliche TV-Übertragung der CZ-Liga, bloß, wer guckt sich so was eigentlich an? Live vor Ort bei Dukla jedenfalls nicht viele, das konnte die eine Hälfte der Reisegruppe (der andere Teil, der das Stadion Juliska bereits auf einer früheren Reise gekreuzt hatte, checkte schon mal in der Unterkunft in Žižkov ein und tätigte erste Käufe von Klobasa, Bier und Kofola) beim Spiel gegen Karvina hautnah bestätigen, für ein wenig Geräuschkulisse sorgten einzig ein paar Kutten und etwa 50 Gästefans. Letzteren gehört allerdings Respekt gezollt, wer sich ganz von der tschechisch-polnischen Grenze nach Prag aufmacht, um sich so ein 0:0 der schlechteren Art anzuschauen, der muss wirklich was für seinen Club übrig haben. Die Kombination aus exponierter geografischer Lage, langen Fahrten und dürftigem Fußball kennt man in Kiel schließlich auch.

 

Nach dem Schlusspfiff ging es fix zur nahegelegenen Tramstation, kein Fahrscheinautomat vorhanden, alle Kioske geschlossen, also ab etwa 300 Meter bergauf, und pünktlich mit dem Druck des letzten Fahrscheins enterte man die Tram. Sonst wäre es mit dem Erreichen der Stadions Ďolíček auch eng geworden. Dank der Fahrtstrecke konnte man auch einen kurzen Blick auf die volle Innenstadt mit der Karlsbrücke begutachten, diese Mal blieb leider keine Zeit für die Altstadt, aber einige Grounds sind noch offen und das nächste Mal in der tschechischen Hauptstadt kommt bestimmt. Nach einer halben Stunde tauchte endlich das Ďolíček auf, wo bereits der andere Teil der Reisegruppe mit Tickets in der Hand wartete.

 

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Für etwas über 5 Euro gab es den unüberdachten Sitzer für die Hintertortribüne. Neben der großen Haupttribüne können Zuschauer auch noch auf wenigen Sitzreihen auf der Gegengeraden oder eben hinter dem Tor bei der aktiven Fanszene platz nehmen. Diese präsentiert sich offen links und pflegt naturgemäß einige Kontakte zum FC St. Pauli. Sicher, Tschechien ist politisch und fankulturell gesehen nicht Polen, aber eine offen linke Fanszene ist auch im gerade durch die Flüchtlingsbewegung nach rechts gerückten Tschechien schon eine kleine Besonderheit. Insgesamt haben die Bohemians auf jeden Fall über die Grenzen Tschechiens hinweg einen besonderen Ruf, der einiges an Volk anzieht.

 

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Das Stadion, welches 1932 als Dannerův stadion Bohemians eröffnet wurde, fasste ursprünglich einmal 18.000 Zuschauer, durch Abrisse und Umbaumaßnahmen dieser Tage aber nur noch 5.000 Fans. So war es heute wie eigentlich immer mit über 4.000 Zuschauern gut gefüllt. Auf alle Fälle besser als sich mit so einer Zuschauermenge in einer riesigen Schüssel zu verlieren.

 

Victoria Stadium, 23. Januar 2017, Endstand: 0:15

 

Direkt neben der Landebahn des Flughafens, Sitzplatztribünen an beiden Geraden, netter Blick auf den Affenfelsen, salzige Meeresbrise, freier Eintritt. Es gibt sicher schlechtere Orte auf der Welt um einem Fußballspiel beizuwohnen, als das Victoria Stadium in Gibraltar.

 

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Spielt der Tabellenletzte gegen den Tabellenersten ist das in den meisten Fällen wohl eine eindeutige Angelegenheit für den Anführer des Tableaus. So hatte sich der Schreiber dieser Zeilen auch beim Zusammentreffen des Aufsteigers Europa Point FC gegen den aktuellen Meister und Rekordmeister Gibraltars Lincoln Red Imps FC auf ein Spiel mit drei, vier Toren eingestellt.