Karl-Fleschutz-Sachs-Stadion, 07.04.2018, Endstand 2:2

 

Obwohl ich privat bedingt schon unzählige Male durch Lichtenfels durchgefahren bin, hatte ich es bisher doch nie auf die Kette bekommen, mal beim hier heimischen 1. FC vorbeizuschauen. Dabei verfügt die Deutsche Korbstadt mit ihren rund 20.000 Einwohnern nicht nur über eine hübsche Altstadt, sondern auch über eine kleine Stadionperle. Anlass für den neuerlichen Besuch in Lichtenfels war das Ragnarök, ein zweitägiges Metalfestival.

 

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Praktischerweise liegt das Karl-Fleschutz-Stadion auch direkt neben der Lichtenfelser Stadthalle, dem Veranstaltungsort des Events. So wird de facto nur eine interessante Band verpasst und dafür bei herrlichem Frühlingswetter ein toller Ground geentert. In der Landesliga ist oftmals eine Tribüne das höchste der Gefühle, hier aber gibt es ein Stadion beinahe mit Vollausbau: Haupt- und Gegentribüne sind überdacht und würden für die meisten Regionalligisten locker ausreichen, auch der südliche Hintertorbereich bietet zumindest eine kleine Stehterrasse.

 

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Ich ging vor der Partie davon aus, dass sich vielleicht zehn schwarze Gestalten hierher verirren würden, schließlich sind die fußballaffinen unter den Metallern doch eher rar gesät. Naja, man muss überholte Denkmuster wohl auch mal ad acta legen können. Bis zum Anpfiff sammeln sich jedenfalls mindestens 50 von diesen und gemeinsam wird ein netter „schwarzen“ Block gebildet.

 

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Wie schnell in Erfahrung gebracht werden kann, ist der Besuch beim FC Lichtenfels hier für einige ein mittlerweile liebgewonnenes jährliches Ritual. So war der gemeinsame Umtrunk mit der Mannschaft nach dem Klassenerhalt in der Vorsaison wohl der Stoff für Legenden ;) Und vom Start weg wird gut Stimmung gemacht. Fehlendes Supportwerkzeug wird dabei geschickt improvisiert - die Billigeimer aus dem OBI taugen im Notfall eben auch ganz gut als Trommel.

 

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Die Kehlen sind schon durchweg gut geölt und das nötige Liedgut bringen die meisten ohnehin aus ihren Stammvereinen mit. Manchmal braucht es einer kurzen Koordinierungsphase, dann aber sind die üblichen Schlachtrufe schnell auf den Gastgeber umgedichtet.

 

Gebrauchen können die Korbstädter die Unterstützung in jedem Fall. Wirkt die Paarung tabellarisch noch recht ausgeglichen (der 7. empfängt den 3.), weisen die 15 Punkte Abstand in der Tabelle klar den Gästen die Favoritenrolle zu.
Nichtsdestotrotz legt der FC nach einer Viertelstunde vor, und das gleich mit einem Traumtor: ein Freistoß aus 20m elegant über die Mauer in den Winkel gezirkelt. Das Spiel aber machen zum Großteil die Gäste. Daher ist der Ausgleich nach einer halben Stunde auch durchaus nicht unverdient. Ebenfalls ein sehenswerter, wenngleich etwas kurioser Treffer: Feucht führt einen Freistoß in der eigenen Hälfte schnell aus, der fliegt über Freund und Feind – einschließlich Torwart – hinweg ins Lichtenfelser Gehäuse.

 

Da Metaller willige Merchandising-Opfer sind, wir die Pause allenthalben genutzt, um den Fanshop zu plündern. Die Schals sind als erstes alle, danach wird auf Wimpel und Kaffeebecher ausgewichen ;)

 

Durchgang zwei sieht zunächst die Gästeführung, die vom FCL aber wenige Minuten später egalisiert werden kann. Lichtenfels wirkt bei den sommerlichen Temperaturen jedoch zunehmend platt, es scheint nur noch eine Frage der Zeit, bis Feucht sich die Führung zurückholt. Aber der Schwarze Block feuert durchgehend an. Neben den gängigen Chants und einigen mehr oder weniger kreativen Wortspielen auf den Ortsnamen der Gäste wird auch die eigene Herkunft nicht verleugnet. So wird bei einem Freistoß für den SC nahe der Strafraumgrenze beispielsweise energisch die „Wall of Death“ gefordert ;)
Ja, ich bin ehrlich, bierselig ist das alles großteils ziemlich witzig! Irgendwie retten sich die Gastgeber dann doch in die Schlussminuten und erzielen ihrerseits um ein Haar noch den Siegtreffer. Das wäre – nüchtern betrachtet – aber denn doch des Guten etwas zuviel gewesen. Jedoch wird auch so das Spielende gebührend mit Humba und Pitchinvasion gefeiert.

 

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Es war feucht (haha)-fröhlich und nächstes Jahr bin ich ganz sicher wieder dabei. Der Schal liegt ja eh schon zuhause...

 
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