Stadion am Kreuzsteinweg, 1. September 2017, Endstand 1:1

 

Manchmal braucht man eben Glück bei der Spielauswahl. Die Wahl fiel ursprünglich hauptsächlich aufgrund der guten Erreichbarkeit direkt nach der Arbeit auf diese Freitagabendpartie. Dann stellt sich heraus, dass dies ein Nachbarschaftsduell mit Derbycharakter ist, liegen die jeweiligen Sportplätze doch nur knapp über einen Kilometer auseinander. Dass an just diesem Wochenende ebenfalls noch die Poppenreuther Kärwa (Kärwa = Kirchweih = Volksfest) stattfindet, mutet zunächst wie sehr großer Zufall an. Vermutlich erklärt es aber eben genau diese Ansetzung, der Verband berücksichtigt offenbar gerne diesbezügliche Vereinswünsche.

 

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So verwundert es auch nicht, dass dieses Duell schon vor Beginn als das Spiel des Jahres angepriesen wird. Immerhin, es sind auch beinahe 500 Zuschauer (die Zahl kam uns ein wenig zu hoch vor, wurde aber so durchgesagt) hierher gepilgert – für die Kreisliga auf jeden Fall beachtlich. Im Vorfeld wird die besondere Kulisse genutzt, um einige verdiente Vereinsmitglieder zu ehren. Eine schöne Idee, denn einen solch würdigen Rahmen wird man in den Niederungen des Amateurfußballs sicher nicht jedes Wochenende vorfinden. Beide Teams sind zwar geographisch nahe beieinander, tabellarisch aber weitestmöglich entfernt. Hier spielt der Erste aus Poppenreuth mit 10 Punkten aus vier Spielen gegen den Letzten Germania, der bisher nur ein Pünktchen vorweisen kann. Ohne diese Ausgangslage wäre das Match gedanklich eventuell unter „ein Spiel wie jedes andere auch“ abgeheftet worden. So aber bleiben 90 Minuten,
an die man sich gerne erinnert. Die ersten 45 Minuten agieren de facto nur die Gastgeber und das Geschehen spielt sich großteils in der Hälfte der Germania ab – allein, die Murmel will nicht über die Linie. Ein ums andere Mal ist es auch der überragende Gästekeeper, der noch irgendein Körperteil zwischen Ball und Tor bringt.

 

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Torlos werden also die Seiten gewechselt und das Zwischenergebnis würde die Nürnberger sicher auch als Endresultat begrüßen. Nach der Pause reibt man sich etwas verwundert die Augen. Der Druck lässt mehr und mehr nach, die Germanen spielen ihrerseits nach vorne. Zur Mitte der zweiten Halbzeit ist das Spiel beinahe offen, aber um die 70. Minute herum kommt Poppenreuth doch noch zum 1-0. Der Torjubel ist kollektive Erleichterung und als Zuschauer glaubt man auch, dass nun alles „wie üblich“ ablaufen wird. Doch der SC bäumt sich auf und schafft tatsächlich 10 Minuten vor dem Ende den absolut verdienten Ausgleich. Die Stimmungen in beiden Lagern sind verständlicherweise recht verschieden, wir entscheiden uns, dem Gros der Besucher zu folgen und den Abend bei einem letzten Bier im Festzelt ausklingen zu lassen.

 

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