Anpfiff 2. Bundesliga für Holstein Kiel

30.07.2017 - 15:30 Uhr

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Stadion am Panzenberg, 28. Mai 2017, Endstand 0:1

 

Das Leben als Fußballfan kann so entspannt sein. Das eigene Team hat die Saison mehr als erfolgreich hinter sich gebracht, und es finden noch genug Aufstiegsrunden und Relegationsspiele statt, um nicht in den kalten Entzug zu gehen. Dazu hat auch noch der Sommer in Norddeutschland Einzug gehalten, weshalb es mit voller Besatzung und bester Laune auf die Autobahn in Richtung Bremen geht. Durch die Baustellen bis Hamburg quält man sich mehr schlecht als recht, weshalb schon über Alternativspiele nachgedacht wird. Zum Glück werden diese Ideen aber wieder verworfen – und um kurz vor drei wird der Wagen direkt vorm Stadion am Panzenberg abgestellt.

 

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Glück muss man haben. Das kleine Schmuckstück wird nicht zum ersten Mal besucht – damals verirrten sich allerdings nur traurige 60 Zuschauer auf Stufen und Haupttribüne (Bericht hier). Zum Aufstiegsrunden-Spiel, das ein Duell zweier Traditionsvereine ist, sind es respektable 1.784 Schlachtenbummler, wobei ein Großteil es mit den Gästen vom AFC hält.

 

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28. April 2017, Stadion Grüne Au, Endstand 2:4

 

Auswärtsspiel in Regensburg – nicht nur, um etwas stressfreier unterwegs zu sein, begibt sich eine kleine Kieler Reisegruppe bereits am Freitagvormittag auf den Weg in Richtung Süddeutschland. Die Route über Hannover – Magdeburg – Halle/Leipzig führt weitestgehend über flaches Terrain, wodurch man sich trotz gefahrener Kilometer, nicht wirklich weit weg von der Kieler Heimat fühlt. Kurz vor dem Ziel dann die Abfahrt nach Plauen – nostalgische Gefühle an die alte Regionalliga (wohlgemerkt „Nord“!) kommen hoch. Nur 30 Kilometer weiter merkt man aber doch, dass der eigene Kulturkreis verlassen wurde. Im Radio sind nicht Trump, Erdogan oder sonstwer das bestimmende Thema, sondern das Aufstellen von Maibäumen, bzw. das Stehlen derselben. Man ist in Bayern angekommen. Wobei, was heißt hier Bayern? Böser Fehler – natürlich Franken!

 

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Wobei es uns „Preissn“ auch nicht leicht gemacht wird, schließlich trägt der Verein, der das Ziel des Abends ist, den Namen des Freistaats. Wobei dies zu Gründungszeiten noch anders aussah: Die heutige Spielvereinigung Bayern Hof entstand 2005 durch den Zusammenschluss der SpVgg Hof und des FC Bayern Hof. Der FC wurde 1910 als „Ballspielclub Hof“ gegründet, benannte sich ein Jahr später aber in Britannia Hof um. 1914 und diverse Anschlüsse anderer Vereine später war es mit der „Liebe“ zu Großbritannien auch schon wieder vorbei und aus Britannia wurde Bayern. Die ersten Jahre vor Kriegsausbruch sorgte man im Süden Deutschlands mit einigen Erfolgen, unter Anderem Siege über den FC Nürnberg, für Aufmerksamkeit. In der Zeit, als die Gauligen höchste Spielklasse waren, kämpfte man lange um Zugehörigkeit. Doch als der sportliche Erfolg endlich geschafft war, wurde der Spielbetrieb 1944 eingestellt.

In der Nachkriegszeit etablierte man sich in der Oberliga. Erst mit der Einführung der neuen eingleisigen Bundesliga 1963 ging es für die Bayern wieder runter. Die folgenden zehn Jahre waren von der Regionalliga geprägt. Der größte Erfolg war natürlich der Aufstieg in die neu geschaffene zweite Bundesliga, aus der man 1978 jedoch wieder abstieg. Bis zur Fusion mit der Spielvereinigung folgten Jahre als Fahrstuhlmannschaft in denen man zwischen Landes- und Bayernliga hin und her pendelte.

Auch der zweite Fusionspartner, die „Spotzer“ konnten einiges an Tradition mit in die Fusion einbringen: Die Ursprünge der SpVgg liegen in der 1893 gegründeten Fußballabteilung des Turnvereins Hof – auf diesem Gebiet absolute Pioniere in Oberfranken. 1924 löste sich die Sparte als eigener Verein von den Turnern ab, und konnte 1929 wie bereits acht Jahre zuvor in die höchste Spielklasse vordringen. 1966 folgte der letzte Höhenflug, als sich die SpVgg Hof für die Bayernliga qualifizierte. 2005 folgte die „Vernunftsehe“.

In der Saison 2016/17 gehört die SpVgg Bayern Hof der Regionalliga Bayern an, steht zum Zeitpunkt des Besuchs allerdings schon als Absteiger fest. Trotzdem, so wird uns vorher versichert, soll das Spiel gegen den designierten Meister Unterhaching nicht abgeschenkt werden. Die Rand-Münchener dürfen für einen Freitagabend mit knapp über 300 km eine respektable Distanz zurücklegen. So steht auch nur ein eher überschaubarer Haufen an Gästesupportern auf der einen Hintertortribüne.

 

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Das Stadion an sich hätte aber schon ein paar mehr Gäste verdient. Denn die traditionsreiche Spielstätte „Grüne Au“, die heute 8.100 Zuschauern Platz bietet, ist seit 1913 der Platz des FC Bayern Hof (bzw. dessen Vorgängern) und nach und nach gewachsen. Sprich jede Seite sieht anders aus, was dem Bau einen unverwechselbaren Charakter gibt. Auf den Hintertorseiten gibt es jeweils einige Stufen zum Stehen, wobei diese auf der einen Seite zum Großteil zurückgebaut wurden.

 

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Mommsenstadion, 24. Februar 2017, Endstand 3:1

 

Auftakt ins Fußballwochenende in der Bundeshauptstadt. Der TeBe-Freitagabend-Termin passte natürlich für die Reisegruppe aus dem Norden perfekt. Nur die Informationen aus Berlin ließen in den Tagen vor dem Spiel nichts gutes ahnen. Als städtischer Platz würden Absagen schon bei drei Tropfen Regen erfolgen und in dieser Woche gab es an der Spree eigentlich Dauerregen. So lauteten die Aussagen irgendwas zwischen „fällt definitiv aus“ und „findet höchstwahrscheinlich nicht statt“. Doch – Entscheidung sollte am Freitagmorgen erfolgen und die war zur Freude aller positiv. Also mit guter Laune auf die Autobahn, Kurs Richtung Südost und nur 3 ½ Stunden später wurde das Auto in Charlottenburg geparkt.

 

Vor dem Stadionbesuch war noch genügend Zeit für ein kleines Abendessen. Dank der Berliner Bekanntschaft ging es in die kleine, urige Pizzeria „Senza Nome“, wo Tina und Toni (inzwischen stolze 79 Jahre alt) inzwischen seit 40 Jahren eine der besten Pizzen der Stadt servieren. Der Laden, an dessen Wänden neben diversen Plakaten von Boxveranstaltungen ganz klar die Hertha dominiert, hat durchaus einen besonderen Charme.

 

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Einige würden rumpelig sagen, wir und die meisten anderen sagen „ehrlich und gemütlich“. Vielleicht ist der Schreiber aber auch ein wenig geschmeichelt, da der Besitzer darauf besteht, man sei ein bekannter TV-Star :D

 

Nachdem man so schon mal ganz gut in der Stadt angekommen ist, geht es weiter Richtung Mommsenstadion. Freitag, Flutlicht Fußball – dieser Dreisatz lässt das Herz des Groundhoppers immer wieder freudig pochen, und natürlich auch an diesem Abend, als das Auto auf dem Parkplatz hinter der Haupttribüne abgestellt wird.

 

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„Endlich“, denkt der Schreiber, denn Stadion und Verein standen schon seit Ewigkeiten auf der To-Do-Liste. Besonders auch wegen wechselvollen Geschichte des Vereins, zu der sicher ganze Bücher geschrieben werden könnten (und andere Leute haben das auch schon getan), hier sei der Versuch einer Kurzusammenfassung gewagt. Los ging es im Jahr 1902 als Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft Borussia. Wie der Name bereits vermuten lässt, war Fußball nicht die ursprüngliche Idee, die Sparte wurde allerdings schon ein Jahr später gegründet. Es dauerte noch bis in die 1920er, ehe sich TeBe in dieser Disziplin einen Namen machen konnte. Bedeutenden Anteil daran hatte der spätere erste Reichstrainer Otto Nerz. Und auch unter den Spielern tummelte sich mit Sepp Herberger ein prominenter Name. Ins Finale um die Oberliga-Meisterschaft ging es erstmals 1928, wo allerdings die unbezwingbare Hertha wartete. In den nächsten vier Jahren wiederholte sich das Spiel, erst 1932, als der Gegner Minerva 93 Berlin hieß, wurde die Hürde übersprungen und es ging in die Endrunde um die Deutsche. Dort konnte der Verein allerdings nicht zu Höhenflügen ansetzen.

Sportplatz "Kampfbahn", 27. November 2016, Endstand 6:1

 

Sonntag, gutes Wetter, Zeit für einen kleinen Ausflug in die Fußballprovinz. Als Schleswig-Holsteiner darf man diesen Begriff getrost verwenden, ist das nördlichste Bundesland doch nicht gerade der Nabel der Welt, was diesen Sport betrifft. Ähnlich geht es der nördlichsten Stadt Niedersachsens, die selbst keinen höherklassigen Fußball mehr zu bieten hat und so die einheimischen Fans entweder in Richtung Bremen oder in Richtung Hamburg abgibt. Die Rede ist von Cuxhaven, Luftlinie keine 110 km von Kiel entfernt, allerdings muss irgendwo die Elbe über- oder unterquert werden, was den Umweg über Hamburg (303 km) bedeutet oder (viel besser, aber auch einen Hauch teurer) eine Fahrt mit der Elbfähre Glücksstadt-Wischhafen.

 

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Von Wischhafen geht es Richtung Elbmündung und zum Sportplatz „Kampfbahn“ im Cuxhavener Stadtteil Döse. Die Anlage ist der Beweis, dass auch wenn der „große Fußball“ heute einen Bogen um die Stadt macht, es doch eine Ballsport-Tradition dort gibt. In dieser Form besteht die „Kampfbahn“ seit 1950, allerdings befand sich vorher an gleicher Stelle der Marinesportplatz, der durch Landzukäufe erweitert und mithilfe von Kriegsschutt aufgefüllt und ausgebaut wurde. Kosten damals 150.000 Reichsmark.

 

Schon die beiden Eingangtore am vorderen und hinteren Ende des Platzes lassen das Nostalgikerherz kleine Freudensprünge machen. Der wahre Hingucker ist allerdings die wirklich wunderschöne Holztribüne, die in den Vereinsfarben gestrichen ist.

 

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Beim Betreten des Bauwerks wird mal wieder das Dilemma solcher alter Tribünen offensichtlich. Die langen Holzbänke, auf denen sich die Zuschauer niederlassen können, würden in höheren Ligen sicher durch unbrennbare Schalensitze ersetzt werden.

 

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Dass die Holzbänke noch da sind, ist schön, aber auch ein Beweis dafür, dass der Heimverein Rot-Weiß Cuxhaven aktuell nur in unteren Spielklassen rumkrebst. Und das bedeutet gleichzeitig, dass die meisten Sitzgelegenheiten ungenutzt bleiben, generell sind es wohl keine 100 Zuschauer, die sich auf der Anlage einfinden. Insgesamt bietet das Rund (dessen alte Begrenzung auf einer Hintertorseite, wenn auch etwas überwuchert zu finden ist) auf Tribüne und den meist flachen, mit Kies befüllten Stufen Platz für bis zu 6.000 Zuschauer.

Leimbachstadion, 21. Oktober 2016, Endstand 1:5

 

„Was ist besser als Verlieren? - Siegen!“ Um das WWW (Wehen-Wiesbaden-Wochenende) ein wenig aufzuhübschen, entschieden sich zwei Kieler schon mal am Freitag den Ritt in Richtung Süd-Westen zu starten.

 

Größere Staus gibt es auf der Strecke zum Glück keine, dafür viele kleine :/ Hier zehn Minuten, da eine Viertelstunde, bringt überhaupt keinen Spaß. Dank früher Abfahrtzeit bleibt aber noch genug Reserve, um entspannt zu bleiben. Nach dem Kamener Kreuz ist dann auch der letzte Stau überstanden und über die A46 und quer durchs Sauerland (mein Herz das schlägt fürs Sauerland). Kurz vor der Abfahrt Richtung Lüdenscheid entschließt man sich zu einem Abstecher in eben jene Stadt. Grund hierfür ist, wie sollte es denn auch anders sein, Fußball. Rot-Weiß Lüdenscheid gehört nämlich zu den Vereinen, mit den sich die KSV während der Zweitliga-Jahre duellieren durfte. Ehemalige Heimspielstätte der inzwischen nur noch in der achtklassigen Bezirksliga Westfalen kickenden Lüdenscheider ist das 1972 eröffnete Stadion Nattenberg.

 

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Inzwischen ist die Anlage rückgebaut, in den Kurven und auf der Gegengerade sind die Stufen einem Graswall gewichen, wodurch inzwischen statt 17.000 nur noch knapp über 7.000 Zuschauer zugelassen sind. Flutlichter und Panorama sind aber immer noch da, weshalb der Umweg lohnt (besonders auch weil ein Jugendtrainer für die anwesenden Kieler gerne mal aufschließt) und – obwohl man selbst nicht dabei war – nostalgische Gefühle hervorruft.

 

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Dann wieder auf die Autobahn und entspannte zwei Stunden vor dem Anpfiff ist die Unterkunft erreicht – als Kieler ganz stilecht wird natürlich im Hotel „Zum Storch“ eingecheckt. Nach kurzer Besichtigung des Zimmers geht es dann aber zügig weiter in Richtung Leimbachstadion. Nur 15 Minuten später wird der Wagen knapp 10 Meter vom Haupteingang entfernt geparkt und es geht hinein ins Vergnügen.

 

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Nach der langen Fahrt schweifen die Blicke allerdings zunächst einmal Richtung Verpflegung (ausführlicher Test hier), ehe die Augen das Stadion an sich begutachten. Der 1957 mit einem Spiel gegen den FV Hombruch 09 eröffnete Bau besteht ganz klassisch aus einer überdachten Haupttribüne (1975 eröffnet) mit 2.108 überdachten Sitzplätzen und unüberdachten Traversen in den Kurven und der Gegengerade. 19.400 Zuschauer ist die Gesamtkapazität des Stadions, in dem in der Saison 2004/05 Zweitligafußball zu sehen war. Der namensgebende Leimbach verläuft übrigens immer noch in Rohren unter dem Stadion.

 

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