Turn- und Sportgemeinschaft Hoffenheim 1899 II vs. FK 03 Pirmasens
Dietmar-Hopp-Stadion, 12.08.2018, Endstand 6:2

 

Es ist Anfang August und das anhaltend gute Wetter macht richtig Lust auf ein nettes (verlängertes) Hoppingwochenende. Dann überfliegt man kurz den Kalender, streicht Urlaube, Familienfeste und sonstige Termine heraus und stellt fest, dass bis Ende September mal wieder alles verplant ist. Da hilft alles nichts, ein paar Tage Urlaub müssen dran glauben und die Tour eben in die Woche hinein gelegt werden. Das ist nicht schön und führt vor allem zu einer etwas eingeschränkten Spielauswahl - gerade am Montag – was das Ganze eventuell leicht zusammengeschustert wirken lässt. Aber am Ende stehen dann doch vier Tage mit vier Spielen in drei Ländern.

 

Es geht von Nürnberg aus gen Westen, und den Auftakt macht am Sonntag die Paarung Hoffenheim II gegen die FK Pirmasens in der Regionalliga Südwest. Im Gegensatz zur ersten Mannschaft spielt die Zwote tatsächlich noch im namensgebenden Sinsheimer Stadtteil Hoffenheim. Fußläufig vom Bahnhof auch gut erreichbar, ist man trotz 1,1km Entfernung schon gut bedient. Mittagszeit, Sommerhitze, ein Rucksack randvoll mit Reisegepäck und die steile Treppe hinauf zum Dietmar-Hopp-Stadion sorgen in einer unheilvollen Allianz für erhöhte Transpiration und einen klatschnassen Rücken.

 

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Und all das für ein Spiel einer „Zweiten“, bei der schon die erste Mannschaft nicht gerade eine übermäßig große Anziehungskraft ausstrahlt. Auch die Gäste haben im Ligavergleich keine der ganz großen Szenen, sodass die Erwartungen nicht allzu hoch sind. Ebenso ist das Stadion ein recht funktional gehaltener Bau.

 

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Die Haupttribüne sticht etwas heraus, der Rest ist von Wellblechoptik dominiert. 5000 Zuschauer passen rein, spärliche 240 sind heute gekommen. Doch tatsächlich können hier einige Dinge punkten: die Feuerwurst ist ihr Geld wirklich wert, die Musikauswahl vor Spielbeginn trifft mit Rock/HardRock-Klassikern ebenfalls meinen Geschmack.

 

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Das kann aber nicht, wirklich in keiner Weise diese bodenlose Frechheit einer Vereins“hymne“ entschuldigen. Billigster Trash im Ballermannstyle garniert Lyrics, die wohl sogar für das Oberbayern zu flach wären. Ein Schundwerk der übelsten Sorte und ich wage mal die Behauptung, dass die „Kompositions“zeit dieses Songs kürzer war als seine Laufzeit. Das sagt eigentlich auch schon alles.

 

Die gerade zurückgewonnene Laune droht zu verfliegen, doch das Spiel nimmt einem schnell mit. Dass die Tabelle nach gerade einmal drei Spieltagen noch keine Aussagekraft besitzt, zeigt sich hier deutlich. Pirmasens ist 3. mit 7 Punkten, Hoffenheim 15. mit nur einem Zähler auf der Habenseite. Doch die Kraichgaureserve gibt vom Fleck weg Gas und es sind nicht mal 10 Minuten gespielt, da steht es bereits 2-0. Nach einer Viertelstunde gibt es dann auch noch Strafstoß für die Gastgeber und die Gelegenheit zur Vorentscheidung.
Der wird aber klasse pariert und Pirmasens kann sich bei seinem Torhüter bedanken, dass es noch im Spiel ist. Die Partie ist jetzt offener, aber immer noch mit Vorteilen beim Gastgeber. Kurz vor der Pause können die Gäste aber doch noch per Kuddelmuddelkacktor verkürzen. Der 2-1-Pausenstand passt nicht zum Spiel, verspricht aber immerhin etwas Spannung. Das sehen offenbar auch die mitgereisten Fans aus Pirmasens so und melden sich nach dem Anschlusstreffer erstmals zu Wort.

 

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Deren Freude steigert sich noch, als wenige Minuten nach Wiederanpfiff der – man muss es so sagen – unverdiente Ausgleich gelingt. Es folgt kurz danach sogar eine Gelegenheit zur erstmaligen Führung, und ich beginne schon gedanklich, diesen Spielbericht um den Knackpunkt des vergebenen Elfmeters herum zu strukturieren, da schlagen die Hoffenheimer zurück. Das 3-2 fällt wenige Zeigerumdrehungen nach dem Ausgleich, bis zur 70. wird das Resultat auf ein komfortables 5-2 erhöht. Es scheint, als habe Pirmasens einfach zu viel investieren müssen, um den Rückstand zu egalisieren. Meist laufen sie jetzt hinterher. Passend dazu einer der älteren Herren in meiner Umgebung im badischen Idiom: „Der hodd den fesdgehalde, hoschd des ned g'sehn?“
in der 88. Minute wird mit dem Tor zum 6-2 der Endstand hergestellt, für „die“ Klub aus Pirmasens ist damit die erste Saisonniederlage besiegelt. Daran konnte auch der Ex-Storch Marco Steil in der Innenverteidigung der der FK 07 nichts ändern.

 

Auf dem Rückweg sammle ich dann noch unfreiwillig Material für ein weiteres Kapitel meines bald erscheinenden Buches „111 Wege, einen Zug zu verpassen“: die knapp 20 Minuten von Abpfiff bis zur Abfahrt der S-Bahn um 16:05 Uhr reichen dicke, um zunächst noch das stille Örtchen aufzusuchen. Natürlich ein fataler Fehler. Denn ich treffe zwar rechtzeitig Punkt 16 Uhr am Bahnhof ein, aber eben an Gleis 1. Die S-Bahn fährt an Gleis 2. Zu erreichen nur über den Bahnübergang, denn eine Unterführung gibt es nicht. Und die Bahnschranke ist natürlich bereits unten. Folglich habe ich weitere 60 Minuten Zeit, die Schönheiten eines verlassenen Kleinstadtbahnhofs zu genießen.
So erreiche ich später als geplant Sinsheim, wo sich mein heutiges Nachtlager befindet. Zunächst wird aber ein hübsch gelegenes Lokal in der Altstadt direkt an der Elsenz aufgesucht.

 

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Speis und Trank entschädigen etwas für die entstandene Verspätung, wenngleich ich hier noch eine Warnung aussprechen muss: das ausgeschenkte Palmbräu tituliert sich selbst als „Stolz des Kraichgaus“, für meinen Geschmack eine etwas zu vollmundige Ansage des für ein Pils doch arg süßlichen Gesöffs. Eine klare Empfehlung muss hingegen für das später im Hotel genossene Distelhäuser Pils ausgesprochen werden.

 

F91 Diddeleng vs. FC Déifferdeng 03
Jos Nosbaum-Stadion, 13.08.2018, Endstand 0:2

 

Am nächsten Tag zieht es mich ca. 200 km weiter westlich ins Großherzogtum Luxemburg. Für diese vergleichsweise kurze Strecke ergibt sich nicht nur eine erkleckliche Reisedauer von etwa 6 1/2h, sondern auch beträchtlicher Spaß bei der Buchung. Die DB-App spuckt mir zwar eine Verbindung raus, lässt mich diese aber nicht buchen, weil die letzten zwei Teilstücke (Luxembourg → Bettembourg und Bettembourg → Dudelange) komplett im Ausland liegen. Also werde ich nach dem Frühstück gegen 10 Uhr im DB-Reisezentrum vorstellig. Meine präferierte Verbindung kenne ich ja bereits, Abfahrt ab Sinsheim um 10.49, Ankunft in Dudelange um 17:18. So habe ich noch zwei Stunden Puffer bis zum Anstoß um 19:30. Alleine, so richtige weiterhelfen kann mir der gute Mann auch nicht („Wie heißt das? Dü-de-ling?“), immerhin kann ich aber schon mal bis nach Luxemburg-Stadt buchen.

 

Also mache ich es mir mit meinem Kaffee am Gleis gemütlich, als mein Blick auf die Anzeige fällt: meine S-Bahn nach Heidelberg fällt aus. Kurzer Check, was das heißt, macht klar: aus einer Stunde Verspätung jetzt werden später zwei. Neue geschätzte Ankunftszeit: 19:18 Uhr. Bye bye Puffer. Selbstverständlich sieht mich der nette DB-Mitarbeiter noch mal wieder, um mein Ticket umzuschreiben, danach geht die Reise los. Ständig die Uhr im Blick, und draußen schüttet es dazu. In Sinsheim, in Heidelberg, in Mannheim und Saarbrücken. Erstaunlicherweise klappt aber jetzt alles, die Anschlüsse werden erreicht, in Luxemburg-Stadt muss ich für den Bus noch nicht einmal bezahlen und für weitere 2 Euronen gelange ich von Bettembourg nach Dudelange. Dies sogar mit einer früheren Verbindung als ursprünglich gedacht, sodass ich sogar vor Spielbeginn noch im Hotel einchecken kann. Entspannt geht es zum Ground, und der ganze Stress fällt ab. Passend zu meiner Stimmung kommt jetzt auch die Sonne wieder durch.

 

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Der definitive Highlightmoment auf dieser Tour: den ganzen Tag unterwegs gewesen, immer in der Sorge, es könnte doch noch was schiefgehen. Es gibt Menschen, die sagen, das Glück der Erde liege auf dem Rücken eines Pferdes. Ich sage, nach einem solchen Sch...tag mit Bier und Wurst in Händen auf den Strehtraversen des Stade Jos Nosbaum den Sonnenuntergang zu genießen ist zumindest nicht weit weg ;)

 

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Stadion Wilmersdorf, 9. September 2018, Endstand: 0:10

 

Die ostdeutschen Landesverbände nutzen die Länderspielpausen regelmäßig für die Durchführung ihrer Pokalwettbewerbe. Passenderweise gilt diese Regelung auch für den Berliner Fußballverband, sodass man schon so manche Dosis Fußball statt vor dem TV bei den eher semiinteressanten Darbietungen der deutschen Mannschaft eher auf den besuchenswerten Plätzen der Hauptstadt bekam. Dieses Mal war guter Rat jedoch ein wenig teuer, ein Kunstrasenplatz nach dem anderen spuckte der Spielplan aus, doch beim Heimspiel der Sportfreunde Charlottenburg-Wilmersdorf weiteten sich die Augen, schließlich war das Stadion Wilmersdorf einer dieser Plätze, welche man schon lange im Hinterkopf behalten hatte. Erster Berührungspunkt war wohl einst eine alte Stadionpostkarte des weiten Rundes im Netz und die Frage, warum man als halber Berliner dieses Schmuckstück noch nicht besucht hatte.

 

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Da kam das „Traumlos“ gegen den BFC Dynamo doch gerade recht.
Nach ein wenig Zeitvertreib ging es gegen Nachmittag in Richtung der dem Stadion nächstgelegenen S-Bahn Station Hohenzollerndamm, wo man den Weg gleich mit den typischen BFC-Anhängern bestreiten durfte: Viele Haare waren nicht am Start. Der Heimverein hatte sich ein kleines Fantrennungskonzept ausgedacht, so trennten sich unsere Wege für zehn Minuten, um dann später wieder auf der selben Tribüne zu sitzen, getrennt durch einen hüfthohen Zaun und ein paar Jugendtrainern als Ordner.

 

Der Star heute war aber nicht der DDR-Rekordmeister, sondern das Stadion. Dieses ließ dank der nur bewachsenen Ränge noch ahnen, was für Ausmaße es einmal angenommen hatte. Als Nachfolger des Stadions am Lochowdamm, wo 1936 auch das olympische Feldhandballturnier stattfand, wurde es kurz nach dem Krieg aus Trümmerschutt erbaut und feierte im Mai 1951 seine große Eröffnung. Heimatverein war damals übrigens der Berliner SV 1892, wegen seiner roten Stutzen als auch „die Störche“ bekannt. Sachen gibt’s. Zu diesem Zeitpunkt passten etwa 50.000 Zuschauer auf die Traversen, doch anders als an anderen Standorten, wo es wahrscheinlich Berichte über ein völlig überfülltes Rund mit 80.000 Zuschauern gegeben hätte, war das Stadion Wilmersdorf von Anfang an überdimensioniert. Als Rekord verbuchte der Verein ein Punktspiel im Jahre 1951, als knapp 20.000 Zuschauer die Eingangstore passierten. Über die Jahre wurde das Stadion daher zurückgebaut, von den großen Kurven ist nur noch ein sanierter Teil auf Höhe der Mittellinie übrig.

 

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Städtisches Stadion am Heinebad, 25. August 2018, Endstand: 1:1

 

Die langen Touren Richtung Süden werden dadurch erträglicher, dass zwischendrin ein kleiner Fußballstopp eingebaut wird. Da die Route über Leipzig bei Spielen in Bayern sowieso immer eine gute Alternative zur A7 bietet, eröffnen sich dann immer einige Möglichkeiten im Raum Sachsen-Anhalt/Thüringen. Und dank der „Süd-Harz-Variante“ konnte quasi gleich hinter der Grenze zu letzterem Bundesland eine feine „Roster“ vom Grill verköstigt werden. „Hans Wurst“ in Hohenstein ist definitiv ein guter Zwischenstopp, allerdings ist der Imbiss in einer Garage leicht zu übersehen.

 

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Die heimische Spezialität wird dann im Auto vernichtet, schließlich ist das eigentlich Zwischenziel ja ein anderes: Rudolstadt - zum einen „Schillers heimliche Geliebte“ (was wir bei einem Blick auf die Stadt voll nachvollziehen können), zum zweiten der Austragungsort des größten Folk-Roots-Weltmusik-Festival Deutschlands und zum dritten anscheinend genau die Grenze zwischen den Fanszenen von Rot-Weiß Erfurt und Carl-Zeiss Jena, zumindest wenn man die Street Art richtig deutet. Für Jena diente der eigentliche Verein am Ort, Einheit Rudolstadt, auch als Nachwuchsschmiede. Unter anderem hat der auch in Kiel bekannte Sören Eismann seine fußballerischen Wurzeln in Rudolstadt. Ansonsten blieben die sportlichen Erfolge eher im überschaubaren Rahmen. 1957 gelang immerhin der Aufstieg in die II. DDR-Liga (also die dritte Ligastufe). Dort hielten sich die Rudolstädter allerdings nur eine Spielzeit und stiegen wieder in die Bezirksliga ab. Vor allem in den 1970ern stand die BSG Einheit damit im Schatten des Ortsrivalen Chemie Schwarza, der es immerhin die zweite Liga (DDR-Liga) schaffte. Eine nach der Wende vollzogene Fusion der beiden Vereine hielt übrigens nur bis 1993.

 

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Die Grün-Gelben (also Einheit) kicken derzeit in der NOFV-Oberliga Süd, Heimat ist das Städtische Stadion am Heinebad. Das verfügt auf der einen Seite über ein modernes Multifunktionsgebäude mit Gastronomie und Sprecherturm, auf der anderen Seite gibt es neben dem ehemaligen Multifunktionsgebäude (?), wo man die zweite Thüringer Bratwurst des Tages erwirbt, eine etwas skurrile Tribüne. Die Unterkonstruktion aus Holz wirkt etwas älter als das Dach, zudem ist der Mittelbereich mit einigen Stufen erhöht. Zumindest unverwechselbar und in der Mitte findet sich sogar ein kleiner Supportblock ein. Insgesamt ist die Zuschauerzahl eher so mittel, was von den Anwesenden auf den parallel stattfindenden Jahrmarkt (oder dessen Nachwirkungen vom Vorbabend geschoben wird). 102 Zahlende sind es am Ende gegen Union Sandersdorf.

 

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In Hälfte eins darf der Heimanhang jubeln, Sven Rupprecht kann nachdem er den Gästekeeper ausgespielt hat nach einer halben Stunden zur verdienten Führung einschieben. In Hälfte zwei können die Gäste dann ausgleichen. Unter dem Strich geht das auch in Ordnung. Da die Rudolstädter kurz vor Schluss noch die Riesenchance auf den Dreier liegen lassen, bleibt es auch bei der Punkteteilung. Netter Kick, der insgesamt sehr fair über die Bühne geht.

 

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Mit diesen Eindrücken geht es wieder auf die Autobahn. Etwas über drei Stunden später gibt es dann das wohlverdiente Absacker-Bier im wunderschönen Regensburg, wo am nächsten Tag das Spiel der Störche auf dem Plan steht.

Sepp-Endres-Sportanlage, 18. August 2018, Endstand: 2:0

 

Da die Anreise zum Pokalspiel in München auf den Sonnabend gelegt wurde, um die 1800 Kilometer etwas entspannter zu gestalten, hieß es im Vorfeld Ausschau nach einem schicken Kick halten. Dabei entschied sich die Kieler Reisegruppe für das kleine Würzburger Derby in der Landesliga Bayern, zwischen dem Würzburger FV und der Zweiten der Kicker. Sicher eines der besseren Spiele, um die Sepp-Endres-Sportanlage zu kreuzen … wäre nicht zwei Tage vor dem Spiel, die Partie Würzburger FV gegen die Erste der Kickers ausgelost worden – für drei Tage später. Trotzdem wurde sich gegen ein Alternativspiel entschieden, auch weil Würzburg gut in den Reiseplan passte und die Stadt am Main ja auch ganz schick ist.

 

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Und das Spiel hat ja auch eine gewisse Tradition, wobei es sich beim Würzburger FV nur noch um den Nachfolgeverein des ehemaligen 1. Würzburger FV 04 handelt. Diesen ereilte 1981 das Schicksal der Insolvenz, nachdem die 04er zuvor vier Jahre in der 2. Bundesliga gekickt hatten. Diese großen Zeiten sind inzwischen lange vorbei, das Stadion an der Frankfurter Straße, das einmal 15.000 Zuschauer fasste, inzwischen abgerissen. Seit 1982 ist die bereits erwähnte Sepp-Endres-Sportanlage die Heimat, anfangs musste hier sogar noch auf Grand gekickt werden.

 

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Mit Blick auf den Fluss und Weinberge wurde das Auto geparkt, unter den prüfenden Blicken einiger anwesender Staatsbeamte wurde sich erstmal akklimatisiert von Klimaanlage volle Radelle an auf über 30 Grad. Kurzer Fußmarsch vorbei an diversen „Würzburg ist blau“-Aufklebern und schon wurde das Schild „Zum Biergarten“ erblickt. „Hier sind wir richtig“ der Gedanke, vor allem weil dieser Biergarten schon ein Teil des Stadions ist. Vor dem Eintritt gab es allerdings noch Taschenkontrolle und Leibesvisitation – Sicherheitsspiel in Liga fünf. Aus diesem Grund gab es an diesem Tag auch nur alkoholfreies Diestelhäuser, was beim Radler immer nicht so schlimm ist. Wurst dazu geschnappt und schnell ein schattiges Plätzchen auf der überdachten Tribüne gesucht. Die Aussicht auf die Weinberge hatte schon wirklich was.

 

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Bohemian Football Club Dublin vs. Derry City Football Club
Dalymount Park, 08. Juni 2018, Endstand 1:2

 

Zwischen Nichtaufstieg und dem Studienabschluss sollte es noch einmal raus aus der norddeutschen Tiefebene gehen. Irgendwelche Testländerspiele waren aber keine Option, sodass der Matchkalender nur noch einige Ligen ausspuckte, die kurz vor dem Hochsommer ihre Teams noch auf das Grün schickten. Dazu zählte auch der Fußballverband der „grünen Insel“. Da musste nicht lange überlegt werden, dieser Länderpunkt war noch nicht eingetütet worden und dank der zahlreichen Ryanair-Flüge ab Fuhlsbüttel flog die Airline natürlich auch ihre eigene Homebase Dublin an. Die Preise waren noch verbraucherfreundlich, da wurde schnell zugegriffen.

 

In etwa 120 Minuten ging es von Hamburg Richtung Irland, vom Flughafen, wo es von Ryanair-Bombern nur so wimmelte, brachte uns der grüne Doppeldeckerbus in doch relativ langen 60 Minuten vom Airport zum östlichen Teil der Innenstadt. Unser Domizil lag zwei Minuten vom Bahnhof Heuston entfernt. Da wir erst relativ spät gebucht hatten, durfte man ein paar Euro mehr für das Hostelbett berappen, da für gab’s auch ein eigenes Bad. Irgendwie auch kein Wunder, ist die irische Hauptstadt doch im Sommer ziemlich überlaufen, das hatten wir schon im Bus durch die City bemerkt. Dankenswerterweise gab es quasi vor unserem Hostel eine Tramstation, mit der man in fünf Minuten ins Stadtzentrum gelangen konnte.

 

Genau das machte eigentlich einen ganz coolen Eindruck, Pubs an jeder Ecke, die typischen Tourishops und Ketten waren auch zu finden, da bevorzugten wir dann aber doch eher den kleinen Imbiss und die Portion Fish’n’chips.

 

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Auch bei Tag sah der Temple Bar District nicht uninteressant aus, dieser sollte uns aber an beiden Abenden nicht sehen, da die Getränke doch etwas sehr über dem Studentenbudget lagen und man dieses Jahr auch noch in anderen Ländern zulangen wollte.
Der erste Kick der Reise erwartete uns auf der nördlichen Seite der Liffey, der Fluss, welcher die Stadt in einen Nord- und Südteil trennt. Im Dalymount Park traf Bohemian FC auf die Gäste von Derry City. Das Stadion lag wie oft auf den beiden Inseln mitten im Wohngebiet und war auf unserem Anreiseweg nur durch eine kleine schmale Gasse erreichbar.

 

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Die Zugangsberechtigung gab es für einen Zehner, in dieser war im Übrigen auch der Eintritt zu beiden Pubs unterhalb der Haupttribüne enthalten, sodass die Getränkezufuhr bis zum Anpfiff schon einmal gesichert war. Von den Iren wurde man sogleich ausgefragt, woher man denn komme und es ergaben sich ein paar nette Gespräche.

 

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Kulinarisch gab es in einer Stadionecke den üblichen Schmierburger, Fries und Pies. Nicht schlecht, das hatten wir uns ebenso ausgemalt. Beim Essen konnten wir zum ersten Mal sehen, welche Perle von Stadion da doch vor einem lag. Neben der relativ modernen Haupttribüne waren die restlichen Stehplatzbereiche verrottet und für den Zuschauer nicht zugänglich. Die Gegengerade hörte auf Höhe der Mittellinie sogar komplett auf und machte Platz für einen Parkplatz, von dem man das Spiel problemlos auch hätte verfolgen können. Der Bohemian FC trägt hier seit über 100 Jahren seine Heimspiele aus, lange war das Stadion die wichtigste Spielstätte des Landes.

 

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