Die Heimspielstätte des VfR Kaiserslautern ist nicht nur aufgrund der 1925 errichteten Holztribüne ein wahres fußball-historisches Kleinod - und liegt nur wenige 100 Meter vom Fritz-Walter-Stadion entfernt. Wer also sowieso in der Pfalz ist, sollte auch auf dem Erbsenberg vorbeischauen.

 

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Grau, nasskalt, ungemütlich – die kalte Jahreszeit an der Küste ist selten das, was man sich im Allgemeinen unter Winterromantik vorstellt. Um dem Anflug von Depressionen vorzubeugen, tut es da gut, die heimischen Gefilde in Richtung Süden zu verlassen. Die Wahl der Destination wird dabei vereinfacht, wenn das eigene Team das Wintertrainingslager am Mittelmeer aufschlägt.

 

Nachdem es Holstein vor einiger Zeit noch an die türkische Riviera zog, ist inzwischen Spanien zum Ziel der Störche geworden. Der Ort La Manga dürfte einigen Holstein-Fans noch bekannt sein, fand hier doch vor zehn Jahren das „legendäre“ Testspiel gegen Jerez Industrial CF statt, bei dem der Gegner eher an ein Kneipenteam erinnerte und erst 15 Minuten nach geplantem Anpfiff zu elft war.

 

Für die Mannschaft ging es schon zu Beginn der Woche los, für die Touristen am Donnerstag hinterher. Neben der Verbindung eines irischen Billigfliegers war mit TAP auch die Route über Lissabon eine Option. Vorteil hierbei die Ankunftszeit, die nicht mitten in der Nacht lag und die Aussicht auf die „Blädderteichdinger mit Pudding“ (O-Ton eines Hamburgers an Bord des Flugzeugs). Und natürlich sind die Pastéis de Nata definitiv den Umweg wert.

 

Pasteis

 

Prop

 

Propeller

 

Weiter geht es mit Propellermaschine nach Alicante und von da aus per Mietwagen in Richtung Mar Menor. Das „kleinere Meer“ ist eine Salzwasser-Lagune in der Region Murcia, die das salzhaltigste Binnengewässer Europas ist und von der Nehrung „La Manga“ vom Mittelmeer abgetrennt wird. Auch wenn das Gebiet natürlich an vielen Ecken sehr touristisch geprägt ist, gibt es immer noch den einen oder anderen authentischen Fleck Spanien zu entdecken. Bis auf die ganzen Serrano-Schinken, die im Supermarkt hängen, ist davon nach Sonnenuntergang aber zunächst noch nicht viel zu sehen. Dafür entschädigt der Blick am nächsten Morgen aus dem Hotelzimmer - „Hallo Mittelmeer, hier sind wir!“

 

Sonnenaufgang Tag 2

 

Testspielfreitag

 

Es ist nicht nur die Sonne, welche die Laune steigen lässt, es ist die ganze Natur mit Hibiskusblüten, Zitrusfrüchten, usw. Nach ausgiebigem Frühstück (das im Hotel sehr „englisch“ daher kommt, allerdings mit kleinen Chorizowürstchen – sehr lecker, aber eine Herausforderung an den Verdauungstrakt) geht es zum Trainingsplatz des La Manga Clubs, wo die Störche bereits fleißig schwitzen. Die intensive Vorbereitung auf die Rückrunde ist in vollem Gange – und auch Fotografen zeigen vollen Einsatz. ;) 

 

Frühstück

 

Sonne Tag 2

 

Hibiskus

 

Butschies 

 

 

Für den Nachmittag steht ein Test an – Kieler SV Holstein gegen die VV St. Truiden. Inzwischen haben sich für den Kick gegen den belgischen Erstligisten weitere bekannte Gesichter aus Kiel und Fußballprominenz auf der Tribüne eingefunden, dazu noch eine Gruppe Fans des Gegners. Auf dem kleinen Ground, der immerhin über einigen Ausbau und Flutlicht verfügt, wird auch der La Manga Cup ausgetragen, bei dem vor allem Teams aus Skandinavien und Osteuropa, wie Rosenborg, der FC Nordsjælland, CSKA Moskau oder Shakhtar Donetsk in der Vorbereitung um den Titel kämpfen (und wahrscheinlich einen übertriebenen Pokal).

 

LaManga Club

 

Kapitano

 

Kopsball

 

Miro

 

Weilandt

 

Anfang

 

Panorama La Manga

 

Stade de la Meinau, 16. Dezember 2017, Endstand 2:1

 

Strasbourg – diese Stadt und ihren Verein hatte man als fleißiger Auswärtsfahrer, der schon unzählige Male die Autobahn über Frankfurt in den Südwesten der Republik befahren hatte, schon lange auf der Agenda. Die KSV musste allerdings erst in die zweite Liga aufsteigen, damit sich diese Möglichkeit endlich ergab. Was für Auswärtsfans ein Graus ist, stellte sich für die Kieler Reisegruppe als Glücksfall heraus: Anstoß am Samstag um 20:00 Uhr. So ging es nicht mitten in der Nacht Richtung Süden, sondern noch zu einer ganz akzeptablen Zeit. Bis auf einen kleinen Umweg kurz vor der Mainmetropole verging die Zeit wie im Fluge, sodass man erstmals die Brücke zwischen der deutschen Grenzstadt Kehl und Strasbourg überqueren konnte. Die Stadt des EU-Parlaments boomt offensichtlich: Neubau an Neubau reihte sich am Rande der Straße in die Innenstadt aneinander. Inwieweit dies aufgrund der großzügigen Diäten der Abgeordneten des Parlaments passiert, blieb unklar. Die Preise waren allerdings deutlich niedriger als in deutschen Ballungsräumen, wenn also jemand Eigentum erwerben möchte, nur zu, in Strasbourg ist genug vorhanden.

 

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Strasbourg zu Weihnachten bedeutet aber auch volle Straßen und keine Parkplätze. Doch die Reiseleitung wusste schon vor dem Trip Rat, sodass zunächst ein Parkplatz gegenüber des Stade de la Meinau angesteuert wurde. Da haben sich die Tourismusexperten der Stadt wirklich ein sinnvolles System ausgedacht. Ein Tagesticket für den Parkplatz inklusive ÖPNV-Nutzung für die Autoinsassen gibt’s für etwas über vier Euro. Top! Mit der Tram ging es innerhalb von fünf Minuten in die Innenstadt. Die Stadt wirbt selbst mit dem Slogan „Capitale de Noël“ und das schienen diverse Franzosen, Schweizer und Deutsche auch zu beherzigen: Die Straßen waren brechend voll. Am Rande der Altstadt kontrollierte die Polizei mit Schleusen jeden Besucher des Weihnachtsmarkts, wenigstens eine Maßnahme für das Sicherheitsgefühl der Leute, denn wirklich effektiv stellten sich die Beamten dabei nicht an.
Die Altstadt ist wirklich einen Besuch wert: Viel Fachwerk, kleine Gassen und Geschäfte sind auch außerhalb der Weihnachtszeit einen Besuch wert - und vielleicht sogar zu empfehlen. Schließlich war die ganze Region in der Stadt, sodass es doch sehr eng wurde. Auf den obligatorischen Flammkuchen und heiße Maronen konnte dennoch nicht verzichtet werden.

 

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Zurück am Stadion hatte der fleißige Grillmeister seinen Stand fertig aufgebaut, sodass sich die Reisegruppe sogleich noch eine Merguez gönnte. Auch am Stadion hatte sich der Verein etwas ausgedacht und einen kleinen Weihnachtsmarkt organisiert. Schon zwei Stunden vor Anpfiff waren schon viele Fans auf dem Stadiongelände. Zufälligerweise hat auch Racing Strasbourg einen Storch als Maskottchen und so war man den Verein auch gleich irgendwie verfallen. Dies beruht jedoch nicht auf einer Farbkombination der Spielkleidung, der Storch ist schlicht das Wappentier des Elsasses und eines der beliebtesten Symbole der Gegend.

 

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Prenton Park, 11. November 2017, Endstand 2:0

 

Nachdem der gestrige Abend nicht mehr großartig ausartete – der Nieselregen und die einsetzende Kälte zollten irgendwann doch Tribut und wir verzogen uns schnell auf die Zimmer – sollte es nach einem Frühstück aus dem örtlichen Sparmarkt wieder von Bala zurück nach England gehen. Die T-Linien von TrawsCymru sind am Samstag und Sonntag kostenlos und so ist der Bus nach Ruabon, der uns durch die schöne hügelige Landschaft von Nordwales gondelt, etwas voller als gestern. Mit dem Zug ging es – wieder über Chester – nach Birkenhead. Die Stadt mit knapp 90.000 Einwohnern liegt am River Mersey direkt gegenüber von Liverpool. Wir kehrten hier zunächst auf zwei, drei Pints im Rock Station-Pub ein. Die Bardame war so nett und verstaute unser Gepäck in einem Nebenraum. Thanks, Becky!

 

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Irgendwann wurde es Zeit aufzubrechen und so erreichte man nach einem knapp 15-minütigen Spaziergang den Prenton Park, der mit seiner großartigen Hintertortribüne schon richtig Bock auf das Spiel machte. Im Prenton Park-Pub wurde dann noch mit der anderen Kieler Reisegruppe angestoßen, um rechtzeitig zur Schweigeminute (Remembrance Day) die Plätzen auf der Haupttribüne einzunehmen.

 

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Das Stadion wurde im denkwürdigen Fußballjahr 1912 eröffnet und hat aktuell eine Kapazität von knapp 16.500. Insgesamt wollten 5227 Zuschauer das Spiel der fünftklassigen National League sehen, davon drückten 131 dem Gast aus London die Daumen. Den Führuntstreffer der Gastgeber verpasste ich leider, weil der Hunger nach Chicken Balti Pie verlangte.

 

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Cambs Glass Stadium, 17.Oktober 2017, Endstand 2:1

 

Zwei Wochen bevor es am langen Wochenende mit Reformationstag und Allerheiligen mal wieder zu einem ausgedehnteren Trip auf die Insel gehen sollte, verschlug es mich recht spontan für ein einzelnes Spiel ins Mutterland des Fußballs. Ein anderer Hopper wollte unter der Woche für ein Spiel zum Schnapperpreis von Memmingen nach Stansted fliegen. Da League One und League Two komplette Spieltage absolvierten, bestand genügend Auswahl an Matches.

 

Ein kurzer Check ergab, dass die Anbindung ab Nürnberg ähnlich günstig war. Schnell noch den Urlaubstag für Dienstag eingereicht und den Flug beim irischen Billigflieger gebucht. Der war inzwischen zwar von 20€ auf 30€ hochgegangen - für Hin- und Rückflug aber immer noch in Ordnung.
Aufgrund der guten Erreichbarkeit (mit dem Bus gerade mal 50min ab Stansted) fiel die Wahl dann auf Cambridge United, die in der League Two gegen Yeovil Town antreten würden.

 

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So traf ich schon vormittags am Ort des Geschehens ein, wo nach einem ausgiebigen Frühstück erstmal ein wenig Sightseeing in der Universitätsstadt angesagt war. Gegen Mittag wurde der Mithopper eingesammelt und es ging nach einer zweiten Runde durch die Stadt so langsam Richtung Ground. Nach dem Ticketkauf und einem ersten Blick auf den Ground wurde die Zeit im nahegelegenen Pub mit dem schönen Namen „The Wrestler“ überbrückt. Bei der Rückkehr ist es dunkel, und Flutlicht empfängt einen. Das alleine reicht schon, um den leichten Anflug von Müdigkeit zu vertreiben, den die kurze Nacht zuvor mit sich brachte. United gehörte Zeit seines Bestehens immer zu den kleineren Clubs, und spielte, abgesehen von acht Saisons in der Zweitklassigkeit – inkl. eines Scheiterns in den Playoffs zur Gründungssaison der Premier League, meist in der Viertklassigkeit, in die man nach dem Abstieg in die Conference Premier 2005 vor drei Jahren zurückgekehrt war. Das Stadion hat klassisch vier alleinstehende Blöcke, wobei die Hintertortribüne der Homesupporter durchgängig Stehplätze bietet – sehr schön :)

 

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Die Zeit vor dem Kickoff wird noch genutzt, um ein bisschen im Stadion herumzustöbern. Wie bei alten Grounds üblich, gibt es hier eigenwillige Konstruktionen und charmante Eckchen, die man so in einem Neubau einfach nicht mehr findet. Wen es auch mal hierher verschlägt, dem empfehle ich mal einen Gang vorbei an der Behindertentribüne, die sich an der Ecke zwischen Hintertortribüne und Gegengerade befindet.

 

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