Stade de la Meinau, 16. Dezember 2017, Endstand 2:1

 

Strasbourg – diese Stadt und ihren Verein hatte man als fleißiger Auswärtsfahrer, der schon unzählige Male die Autobahn über Frankfurt in den Südwesten der Republik befahren hatte, schon lange auf der Agenda. Die KSV musste allerdings erst in die zweite Liga aufsteigen, damit sich diese Möglichkeit endlich ergab. Was für Auswärtsfans ein Graus ist, stellte sich für die Kieler Reisegruppe als Glücksfall heraus: Anstoß am Samstag um 20:00 Uhr. So ging es nicht mitten in der Nacht Richtung Süden, sondern noch zu einer ganz akzeptablen Zeit. Bis auf einen kleinen Umweg kurz vor der Mainmetropole verging die Zeit wie im Fluge, sodass man erstmals die Brücke zwischen der deutschen Grenzstadt Kehl und Strasbourg überqueren konnte. Die Stadt des EU-Parlaments boomt offensichtlich: Neubau an Neubau reihte sich am Rande der Straße in die Innenstadt aneinander. Inwieweit dies aufgrund der großzügigen Diäten der Abgeordneten des Parlaments passiert, blieb unklar. Die Preise waren allerdings deutlich niedriger als in deutschen Ballungsräumen, wenn also jemand Eigentum erwerben möchte, nur zu, in Strasbourg ist genug vorhanden.

 

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Strasbourg zu Weihnachten bedeutet aber auch volle Straßen und keine Parkplätze. Doch die Reiseleitung wusste schon vor dem Trip Rat, sodass zunächst ein Parkplatz gegenüber des Stade de la Meinau angesteuert wurde. Da haben sich die Tourismusexperten der Stadt wirklich ein sinnvolles System ausgedacht. Ein Tagesticket für den Parkplatz inklusive ÖPNV-Nutzung für die Autoinsassen gibt’s für etwas über vier Euro. Top! Mit der Tram ging es innerhalb von fünf Minuten in die Innenstadt. Die Stadt wirbt selbst mit dem Slogan „Capitale de Noël“ und das schienen diverse Franzosen, Schweizer und Deutsche auch zu beherzigen: Die Straßen waren brechend voll. Am Rande der Altstadt kontrollierte die Polizei mit Schleusen jeden Besucher des Weihnachtsmarkts, wenigstens eine Maßnahme für das Sicherheitsgefühl der Leute, denn wirklich effektiv stellten sich die Beamten dabei nicht an.
Die Altstadt ist wirklich einen Besuch wert: Viel Fachwerk, kleine Gassen und Geschäfte sind auch außerhalb der Weihnachtszeit einen Besuch wert - und vielleicht sogar zu empfehlen. Schließlich war die ganze Region in der Stadt, sodass es doch sehr eng wurde. Auf den obligatorischen Flammkuchen und heiße Maronen konnte dennoch nicht verzichtet werden.

 

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Zurück am Stadion hatte der fleißige Grillmeister seinen Stand fertig aufgebaut, sodass sich die Reisegruppe sogleich noch eine Merguez gönnte. Auch am Stadion hatte sich der Verein etwas ausgedacht und einen kleinen Weihnachtsmarkt organisiert. Schon zwei Stunden vor Anpfiff waren schon viele Fans auf dem Stadiongelände. Zufälligerweise hat auch Racing Strasbourg einen Storch als Maskottchen und so war man den Verein auch gleich irgendwie verfallen. Dies beruht jedoch nicht auf einer Farbkombination der Spielkleidung, der Storch ist schlicht das Wappentier des Elsasses und eines der beliebtesten Symbole der Gegend.

 

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Prenton Park, 11. November 2017, Endstand 2:0

 

Nachdem der gestrige Abend nicht mehr großartig ausartete – der Nieselregen und die einsetzende Kälte zollten irgendwann doch Tribut und wir verzogen uns schnell auf die Zimmer – sollte es nach einem Frühstück aus dem örtlichen Sparmarkt wieder von Bala zurück nach England gehen. Die T-Linien von TrawsCymru sind am Samstag und Sonntag kostenlos und so ist der Bus nach Ruabon, der uns durch die schöne hügelige Landschaft von Nordwales gondelt, etwas voller als gestern. Mit dem Zug ging es – wieder über Chester – nach Birkenhead. Die Stadt mit knapp 90.000 Einwohnern liegt am River Mersey direkt gegenüber von Liverpool. Wir kehrten hier zunächst auf zwei, drei Pints im Rock Station-Pub ein. Die Bardame war so nett und verstaute unser Gepäck in einem Nebenraum. Thanks, Becky!

 

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Irgendwann wurde es Zeit aufzubrechen und so erreichte man nach einem knapp 15-minütigen Spaziergang den Prenton Park, der mit seiner großartigen Hintertortribüne schon richtig Bock auf das Spiel machte. Im Prenton Park-Pub wurde dann noch mit der anderen Kieler Reisegruppe angestoßen, um rechtzeitig zur Schweigeminute (Remembrance Day) die Plätzen auf der Haupttribüne einzunehmen.

 

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Das Stadion wurde im denkwürdigen Fußballjahr 1912 eröffnet und hat aktuell eine Kapazität von knapp 16.500. Insgesamt wollten 5227 Zuschauer das Spiel der fünftklassigen National League sehen, davon drückten 131 dem Gast aus London die Daumen. Den Führuntstreffer der Gastgeber verpasste ich leider, weil der Hunger nach Chicken Balti Pie verlangte.

 

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Cambs Glass Stadium, 17.Oktober 2017, Endstand 2:1

 

Zwei Wochen bevor es am langen Wochenende mit Reformationstag und Allerheiligen mal wieder zu einem ausgedehnteren Trip auf die Insel gehen sollte, verschlug es mich recht spontan für ein einzelnes Spiel ins Mutterland des Fußballs. Ein anderer Hopper wollte unter der Woche für ein Spiel zum Schnapperpreis von Memmingen nach Stansted fliegen. Da League One und League Two komplette Spieltage absolvierten, bestand genügend Auswahl an Matches.

 

Ein kurzer Check ergab, dass die Anbindung ab Nürnberg ähnlich günstig war. Schnell noch den Urlaubstag für Dienstag eingereicht und den Flug beim irischen Billigflieger gebucht. Der war inzwischen zwar von 20€ auf 30€ hochgegangen - für Hin- und Rückflug aber immer noch in Ordnung.
Aufgrund der guten Erreichbarkeit (mit dem Bus gerade mal 50min ab Stansted) fiel die Wahl dann auf Cambridge United, die in der League Two gegen Yeovil Town antreten würden.

 

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So traf ich schon vormittags am Ort des Geschehens ein, wo nach einem ausgiebigen Frühstück erstmal ein wenig Sightseeing in der Universitätsstadt angesagt war. Gegen Mittag wurde der Mithopper eingesammelt und es ging nach einer zweiten Runde durch die Stadt so langsam Richtung Ground. Nach dem Ticketkauf und einem ersten Blick auf den Ground wurde die Zeit im nahegelegenen Pub mit dem schönen Namen „The Wrestler“ überbrückt. Bei der Rückkehr ist es dunkel, und Flutlicht empfängt einen. Das alleine reicht schon, um den leichten Anflug von Müdigkeit zu vertreiben, den die kurze Nacht zuvor mit sich brachte. United gehörte Zeit seines Bestehens immer zu den kleineren Clubs, und spielte, abgesehen von acht Saisons in der Zweitklassigkeit – inkl. eines Scheiterns in den Playoffs zur Gründungssaison der Premier League, meist in der Viertklassigkeit, in die man nach dem Abstieg in die Conference Premier 2005 vor drei Jahren zurückgekehrt war. Das Stadion hat klassisch vier alleinstehende Blöcke, wobei die Hintertortribüne der Homesupporter durchgängig Stehplätze bietet – sehr schön :)

 

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Die Zeit vor dem Kickoff wird noch genutzt, um ein bisschen im Stadion herumzustöbern. Wie bei alten Grounds üblich, gibt es hier eigenwillige Konstruktionen und charmante Eckchen, die man so in einem Neubau einfach nicht mehr findet. Wen es auch mal hierher verschlägt, dem empfehle ich mal einen Gang vorbei an der Behindertentribüne, die sich an der Ecke zwischen Hintertortribüne und Gegengerade befindet.

 

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(Bala Town Football Club vs. Connah's Quay Nomads Football Club)

Maes Tegid, 10. November 2017, Endstand 1:1

Jedes häufiger bereiste Land Europas hat seine Vorzüge: In Dänemark gibt’s Fransk Hotdog und Christiania. Tschechien hat billiges Bier und fettige Klobasa, Italien Pizza und Pasta, Spanien Tapas und Sangria, Holland Frikandel, Polen Zapiekanka, Kielbasa und Module in freier Wildbahn. Dennoch muss ich gestehen, dass ich für Fußballtrips am liebsten auf die Insel (nicht Mallorca!) fliege. Neben der Sprache und den in der Regel einfach über das Netz zu buchenden Verkehrsmitteln, spricht natürlich auch die Fußball- und Pubkultur für das Vereinigte Königreich. Und so wurden Mitte Juli bereits Flüge nach Manchester für einen Wochenendtrip in der Länderspielpause im November gebucht. Für den Freitag waren zunächst 3 Spiele in der Welsh Premier League angesetzt. In den letzten Wochen wurden die Spiele der Cefn Druids und von Bangor City allerdings noch verlegt und so verblieb der Kick zwischen Bala Town und Connah’s Quay. Vom Manchester Airport ging es ereignislos per Zug über Chester nach Ruabon in Wales. Von dort sollte es nach knapp zweistündiger Wartezeit im Duke of Wellington (Pint zwischen 2,50 und 2,80 GBP) mit dem Überlandbus T3 weiter nach Bala gehen.

 

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Unsere vierköpfige Reisegruppe fand sich überpünktlich an der Bushaltestelle ein, an der noch zwei weitere Personen auf den Bus zu warten schienen. Mit einer kleinen Verspätung bog die T3 dann um die Ecke und alles machte sich zum Einsteigen bereit. Die Fahrerin schaute kurz aus dem Fenster, drückte aufs Gaspedal und fuhr an der Haltestelle vorbei. Geeeile Aktion! Nach Auskunft einer jungen Dame hätte man durch winken den Mitfahrwunsch signalisieren müssen… So hatten wir dann dankenswerterweise noch Zeit für ein Pint im The Vault (stabile 2,40 GBP) und konnten eine Stunde später den nächsten Bus nehmen. Dieser hielt nach wilder Winkerei auch tatsächlich an. Die Fahrt nach Bala sollte mit 5,70 GBP zu Buche schlagen, wobei der polnischstämmige Fahrer (Oleg) kaum Wechselgeld parat hatte. Am Wochenende würden bei ihm schließlich alle mit Scheinen bezahlen… Nach kurzer Diskussion durfte das Gefährt schließlich doch bestiegen werden. Oleg machte es Robert Kubica gleich und drückte das Gaspedal ordentlich durch, um uns nach knapp 1 ½ Stunden in Bala vor dem gebuchten Hotel rauszuschmeißen. Hier stärkten wir uns zunächst mit Pie, Burger und Fish & Chips, bevor es Richtung Sportplatz gehen sollte.

 

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Offiziell kann „Maes Tegid“ 3000 Zuschauern Platz bieten, 504 davon auf Sitzplätzen entlang der Gerade. Hinter einem der Tore ist noch eine kleine, überdachte Tribüne mit Stehplätzen vorhanden, auf der die Dorfjugend fleißig supportete. Die Wurzeln des Gastgebers reichen bis ins Jahr 1880 zurück. Höherklassig kickt Bala allerdings erst seit den 2000ern. In den letzten Jahren sogar auf europäischer Bühne. Über die erste Qualifikationsrunde ist man gegen Gegner wie den FC Vaduz oder AIK Solna aber nie hinaus gekommen.

 

Ein früherer CCK-Beitrag von Malta findet sich hier. Damals wurden die drei meistgenutzten Stadien der Insel gekreuzt, deren Besuch bei meinem Aufenthalt auf der Insel terminlich leider nicht möglich war. Stattdessen wird das direkt nördlich vom Nationalstadion gelegene MFA Centenary Stadium besucht, um einer Erstrundenpartie der FA Trophy, dem hiesigen Pokalwettbewerb, beizuwohnen. Strukturiert ist diese ähnlich wie das große britische Vorbild, d.h. Teams höherer Ligen steigen erst später in den Wettbewerb ein.

 

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Freunde exotischer Vereine sind mit diesem Wettbewerb jedenfalls gut bedient: die Clubs von Gozo, einer zum Staat Malta zugehörigen Insel, die unter dem Dach der Maltese Football Association (MFA) ihre eigenen zwei Ligen ausspielen, nehmen hier ebenfalls teil.

 

Der gastgebende Għajnsielem F.C. ist siebenmaliger Gozo-Meister und der älteste noch bestehende Verein auf der Insel. Die Gäste vom Kirkop United FC spielen in der Maltese Third Division, also der untersten der 4 maltesischen Ligen.

 

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Man kann sich das Niveau bei dieser recht unterklassigen Ansetzung also schon in etwa vorstellen – und: man wird auch nicht gerade positiv überrascht. Knapp 50 Zuschauer finden sich auf der einzigen Tribüne des Kunstrasenplatzes ein (Fassungsvermögen ~2.000 Zuschauer), um Zeuge eines recht grottigen, aber dennoch irgendwie denkwürdigen Spiels zu werden.