Continental Arena, 26. August 2018, Endstand 0:0

 

Gerade mal sieben Tage war es her, dass die Kieler die Landesgrenzen von Bayern verlassen haben. Doch weil der Freistaat im August so schön ist, durften die Störche gleich ein zweites Mal innerhalb einer Woche gen Süden ziehen. Beide Male auf einem Sonntag, was schert es den Norddeutschen schon, erst spät in der Nacht, oder gar am frühen Morgen des Montages zu Hause zu sein!? Rücksicht konnte von DFB und DFL nicht verlangt werden. Es war doch verständlich, dass Duisburg die 259 Kilometer nach Darmstadt oder Sandhausen die 326 Kilometer nach Bochum lieber auf einem Samstag machen. Der Kieler ist es ja von Haus aus gewohnt, weite Strecken in Kauf zu nehmen. Da sind über 800 Kilometer auf einem Sonntag doch kein echtes Hindernis. ¯\_(ツ)_/¯

 

Für die CCK-Reisegruppe stand nach dem Trip nach München fest, dass man sich die Tour nach Regensburg am darauffolgendem Wochenende eigentlich sparen kann. Also fanden wir uns am Samstag vorm Spiel auf der Autobahn wieder. Wie das passieren konnte, lässt sich rational nicht erklären. Aber wo man, nach einem kleinen Abstecher beim Fußball in Rudolstadt (Bericht folgt) schon mal in Regensburg war, ließ man es sich nicht nehmen, die bayrische Gastfreundschaft zu genießen. Wie schon in München wurde ins Gasthaus eingekehrt. Statt ins Kneitinger ging es dieses Mal ins Regensburger Weißbräuhaus. Hier wurde geworben mit Bier aus eigener Herstellung, Fleisch und Wurst aus der eigenen Metzgerei und eigenem landwirtschaftlichen Anbau. Die beworbene Qualität wurde getestet und für die kommende Saison kann ganz klar eine Empfehlung ausgesprochen werden.

 

 

 

 

Besonders Bayern ist bekannt dafür, dass Touristen aus Asien sich die Schönheiten Europas binnen 24 Stunden zeigen lassen und somit auch in Scharen durch das südlichste und vermeintlich deutscheste Bundesland der Republik ziehen. So war es am Morgen auch nicht ganz klar, ob es sich bei am Hotel vorbei ziehendem Tross um jene Touristen oder dem Lee-Fanclub handelte, der von Spiel zu Spiel größer zu werden scheint.

 

Vor Anpfiff wurde es aber auch für CCK nochmal touristisch. Ein kleiner Abstecher zur Walhalla - einer Gedenkstätte für bedeutende deutsche Persönlichkeiten. Neben der stark ans Pantheon angelehnten Architektur, beeindruckte besonders der Blick über die Landschaft entlang der Donau. Den Eintritt in die Ruhmeshalle haben wir uns allerdings gespart, denn wir waren uns sicher, dass man unter den bedeutenden Persönlichkeiten keine Büste Patrick Herrmanns finden würde. Ein unverzeihlicher Fehler, der uns keinen Cent wert war.

 

Walhalla

 

 

Also direkt weiter zum Stadion, dass praktischerweise direkt an der A3 liegt und damit zu den verkehrsgünstiger gelegenen Stadien gehört. Leuchtend rot und hochmodern tauchte es am Horizont auf. Eine Schönheit ist es von aussen eher nicht. Auch wenn sich gegenüber dem letzten Besuch neue, beeindruckende Graffiti hinzugekommen sind. Aber schon damals fiel auf, dass die Akustik der engen Arena sehr gut ist. Heim wie Gästekurve sind dank des Daches und der steilen Kurve gut im Stadion zu hören.

 

 

 

 

 

Gegenüber des Pokalspiels standen Seydel statt Kapitän Kinsombi und Honsak in Vertretung für den Gelb-Rot-gesperrten van den Bergh in der Startaufstellung. Seit 2013 hat der Jahn nicht mehr gegen Kiel gewonnen. In der 2015 gebauten Continental Arena haben die Regensburger gegen Kiel sogar nur Niederlagen eingefahren. Die Statistik vorm Spiel sprach also für uns.

 

heimkurve

 

gäste

 

Bereits nach wenigen Minuten konnte Seydel einige Offensivaktionen für sich verbuchen und zeigte bis zu seiner Auswechselung viel Engagement - leider ohne zählbaren Erfolg, trotzdem rechtfertigte er seinen Platz in der Startaufstellung. Insgesamt ließ einen die erste Halbzeit dennoch etwas ratlos zurück. Weder mangelte es an Unterhaltung, noch Chancen. Doch die Überlegenheit, die Kiel die letzten Mal an der Donau gezeigt hatte, fehlte. Die hoch stehenden Gastgeber machten es Holstein schwer. Den 9.700 Zuschauern, davon rund 150 aus Kiel, fehlten für einen höheren Unterhaltungswert lediglich die Tore.

 

Auch die zweite Hälfte begann zunächst wieder besser für die Störche. Doch je weiter die Zeit voran schritt, desto unsicherer wirkte das Kieler Spiel wieder. Die konsequente und starke Verteidigung von Regensburg ließ jeden Versuch in Führung zu gehen ins Leere zu laufen. Da war es auch kein Wunder, dass rund 20 Minuten vor Ende auf einmal nur noch der Jahn nach vorne spielte. Die Null stand dank einer Mischung aus Pech (Latte), mangelnder Präzision und dem beherzten Eingreifen von Kronholm, der sich gegenüber der ersten Hälfte deutlich gesteigert hatte.

 

dehm

 

schindler

 

lee

 

Gegen Ende der regulären Spielzeit schoß Schindler nochmal aus allen Rohren. Doch aus welchem Winkel er den Ball aufs Tor auch brachte - ins Netz ging die Kugel trotzdem nicht. Nach einem aussichtsreichen Angriff fehlten Lee die entscheidenden Zentimeter um per Kopf zu verwandeln, im Nachsetzen beförderte Kinsombi den Ball in die Erdumlaufbahn. Auch die Einwechslung von Steven Lewerenz,  frischgebackener Vater einer Tochter (Herzlichen Glückwunsch!) konnte nicht mehr ausreichend offensive Akzente setzen. Auch wenn die letzten Sekunden wieder deutlich stärker von Kiel waren, blieb es beim torlosen Remis. Ein Ergebnis, mit dem beide Mannschaften sicher gut leben können. Und für den SSV immerhin der erste Punkt gegen Kiel in der Continental Arena.

0zu0

 

vormblock

 

Als Kieler gab es ebenfalls keinen Grund, die Köpfe zu lange hängen zu lassen. Immerhin sind die Störche diese Saison bisher ungeschlagen. Außerdem haben wir diesmal zwei Wochen Pause, bevor es wieder nach Bayern geht. Diesmal soagr auf einem Samstag. Kommendes Wochenende hingegen haben wir quasi frei. Denn die DFL lässt die Magdeburger Fans an einem Montagabend in Kiel antanzen. 

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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