30. September 2017, Endstand 3:0

 

Nur noch 21 Punkte bis zum Klassenerhalt. Mal im Ernst, wer hätte das vor Beginn der Saison gedacht? Nach neun Spieltagen hat die KSV 19 Punkte auf dem Konto und führt die Trefferliste mit 21 Toren an. Dazu stellt Holstein mit Ducksch und Drexler gleich zwei zweite Plätze in der Torschützenliste. Aus den Störchen sind quasi Raubvögel geworden und statt in den Süden zu ziehen, kreisen sie lieber um die Tabellenspitze herum.

 

Raubvogel

 

Und das hat rein gar nichts mit Glück zu tun. Denn wer sich die Spiele der Störche anschaut, der stellt schnell fest: an der Förde ist ein vollwertiges Zweitligateam zusammen gewachsen.

 

Herrmi

 

Mit sechs Punkten aus drei Spielen wurde die Englische Woche durchaus erfolgreich absolviert und nachdem das Unternehmen zu Hause ohne Gegentor gegen den FC St. Pauli eher suboptimal verlief, sollte gegen den Kultklub aus dem tiefen Westen, dem VfL Bochum, ein zweiter Anlauf gestartet werden. Nachdem van den Bergh in Duisburg ein solides Debüt gegeben hat, durfte er auch an diesem Spieltag von Beginn an ran. Herrmann hatte seine Gelb-Rot-Sperre abgesessen und war ebenfalls wieder von Anfang an dabei.

 

Jubel 1

 

Löchersuche

 

Die ersten 20 Minuten waren weitestgehend ausgeglichen, wie schon in den vergangenen Spielen gab es kaum eine Abtastphase und die Gäste gingen direkt mutig nach vorne. Doch der VfL Bochum hatte die wichtigste Regel des Kreisliga-Fußballs vergessen: Rückpässe immer neben das Tor platzieren. Schindler flankte in der 22. Minute in Richtung Lewerenz, der kam jedoch einen Schritt zu spät und der Ball landete vor den Füßen von Bochums Danilo. Und genau dieser erinnerte sich in dem Moment nicht an die vorgenannte Regel, schob den Ball zurück in Richtung des eigenen Schlussmanns. Doch statt sich den Ball wie geplant auf den richtigen Fuß zu legen, legte sich Riemann ein Ei ins eigene Nest. Es dauerte eine Zehntelsekunde, bis das Kieler Publikum fassen konnte, was da gerade passiert war. Doch dann war der Jubel groß. Auftrag für Gerd Jahn übrigens bis zum nächsten Heimspiel: den ominösen Erdhügel, der Riemanns Ehre angekratzt hat, suchen. ;)

 

Natürlich hinterließ dieser kuriose, wie bittere Gegentreffer seine Spuren und obwohl die Bochumer versuchten, ihr Spiel neu aufzubauen, schien nun der Wurm drin zu sein. Holstein dominierte die Partie über weite Strecken und es war kaum verwunderlich, dass in der 42. Minute nach einer Ecke von Lewerenz und einer Verlängerung von Peitz, Czichos auf 2:0 erhöhte.

 

Jubel 2

 

eingetragener Verein

 

Auch die zweite Hälfte brachte keine Veränderung zugunsten der Gäste. Das Kieler Team dominierte die Bochumer fast nach Belieben. Und während sich die Fans im Gästeblock zweitligatauglich zeigten und sich nochmals klar von der geplanten Ausgliederung der Fußballabteilung distanzierten, gab sich die namhaft besetzte Mannschaft, z.B. mit dem gebürtigen Kieler und ehemaligen Nationalspieler Sidney Sam, eher wie eine überforderte Amateurmannschaft.

Westkurve

 

Apropos Stimmung – trotz der gegebenen Umstände und dem Fehlen von Fahnen und Choreo, zeigte sich die Westtribüne zum Glück von ihrer lauten und sangesfreudigen Seite. Ein ganz großes Plus, das die Hoffnung schürt, dass auch hier irgendwann wieder die farbenfrohe Normalität eintritt.

 

Jubel 3

 

Glanzpunkt des ohnehin schon tollen Fußballnachmittages war vermutlich das Tor von Dominick Drexler. In der 68. Minute setzte Mühling sich hervorragend auf Rechts durch, immer den Ball am Fuß. Ein perfekt gezielter Pass erreichte seinen Empfänger, die Nummer 24. Ohne jede Hektik schob Drexler den Ball durch die Beine von Pechvogel Riemann hinein ins Tor. Und allerspätestens nach der gelb-roten Karte für Bochums Wurtz war die Partie, in der der VfL ab dem Moment des Rückstandes keinen einzigen Torschuss mehr abgegeben hatte, entschieden. Bis zum Abpfiff plätscherte das Spiel vor sich hin und das Kieler Publikum ließ insbesondere Drexler für seine anhaltend guten Balleroberungen Szenenapplaus zu Gute kommen.

 

Fazit nach neun Spieltagen: Holstein ist zu diesem Zeitpunkt mit nur zwei Niederlagen, einem Unentschieden und sechs (SECHS!) Siegen der beste Aufsteiger seit bestehen der 2. Bundesliga. Wer hat da noch Angst vor dem Abstieg?

 

Genießt die Länderspielpause, bevor es nach Heidenheim geht.

 

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