3. Dezember 2016, Ostseestadion, Endstand 1:4

 

Dichter Nebel und Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts erwarteten die Kieler am Morgen vor der kürzesten Auswärtsfahrt der Saison. Doch zum Glück musste man als Holstein-Fan nicht zu nachtschlafender Zeit aufstehen und losfahren. Das erleichterte es einem, das warme Bett zu verlassen. Beim morgendlichen Kaffee gab es schon ein erstes gutes Omen. Bereits im Vorfeld des Heimspiels gegen Jahn Regensburg lief im Stadionvorprogramm "Loser" von Beck. Im Nachhinein hatte sich herausgestellt, dass das kein negativ behafteter Vorbote war. Und auf Radio BOB ist Verlass. Auch bevor es gen Mecklenburg-Vorpommern ging, beschallten sie uns beim Frühstück mit jenem Song.

 

Flutlicht

 

Tor

 

Der Gegner des 17. Spieltages stellte keine unlösbare Aufgabe dar. Tabellenplätze sagen in dieser Liga ja nichts aus. Stellt man allerdings die jeweilige Bilanz der letzten Spiele gegenüber, so scheint das Kräfteverhältnis recht ausgeglichen. Der FCH ging mit fünf, die KSV mit sechs Spielen ohne Niederlage in Folge ins Rennen. Auch die Zahl der Unentschieden ist bei beiden Teams rekordverdächtig. Besonders der Gastgeber bewies mit vier 1:1 eine gewisse Konstanz. Das Ergebnis am Ende des Tages dürfte damit also schon feststehen. ;)

 

Gästeblock 1

 

Süd

 

Trotz hinreichender Warnungen vor Verkehrsbehinderungen durch Glätte, wurden die rund 200 Kilometer ohne Zwischenfälle und mit entspannter Geschwindigkeit überbrückt. Ebenso wie die Störche ist auch die Kogge inzwischen zu einer festen Größe in der 3. Liga geworden. Wir für unseren Teil kommen inzwischen gerne hierher. Man wird nicht müde, das schöne Eingangstor vor der Hauptribüne (zugegeben, das bekommen Gästefans leider selten bis gar nicht zu sehen) und die (n)ostalgischen Flutlichter, die den Stadionneubau in den Jahren 2000 und 2001 glücklicherweise überlebt haben, zu bestaunen. 

 

Beide Teams können an diesem Tag im Optimalfall einen großen Schritt in Richtung Tabellenspitze machen. Auf dem teilweise von Reif überzogenen Rasen geht es mit einer Schweigeminute für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Kolumbien, bei dem der Großteil des Teams des brasilianischen Erstligisten AF Chapecoense ums Leben gekommen war, los.

 

FCH03122016

(Klick zum Vergrößern)

Nach Anpfiff ging es direkt rund auf dem Rasen. Beide Teams legten recht engagiert los. Gewinner der Anfangsminuten waren dabei allerdings die Gastgeber. Nach nur acht Minuten ging der FCH in Folge eines Freistoßes in Führung. Obwohl für die Kieler nach dem Treffer noch nicht alles rund lief, legten sie sich weiter ins Zeug und konnten in der 17. Minute eine erste echte Chance verbuchen. Doch Drexler zielte knapp neben das gegnerische Tor. Die Partie wurde zunehmend offener und die KSV gewann mehr und mehr Kontrolle über das Spiel. Der Ausgleich in der 30. Minute fast eine logische Folge. Doch bis zur Pause machte es der FCH den Kielern nicht leicht, die volle Kontrolle zu übernehmen. Zeitweise ergab sich ein spannendes Hin und Her. Über mangelnden Unterhaltungswert konnte man sich bis zum Pausenpfiff nicht beschweren, nur die Qualität ließ bisweilen noch zu wünschen übrig.

 

Tor1

 

Jubel 1

 

Zur Pause wurde sich mit heißer Schokolade aufgewärmt. Beim Betreten des Umlaufes hinter der Haupttribüne, in dem sich neben den Versorgungsstationen und einem Fanshop auch ein Kindergarten befindet, kamen fast schon nostalgische Gefühle auf. Haben Teile von CCK den FCH doch bereits zu glorreicheren Zeiten besucht. Ein letzter Hauch von Bundesliga lag in der Luft. Die Breite der Gänge und die TV-Monitore, auf denen die letzten Spielminuten der ersten Halbzeit übertragen wurden, zeugen von Zeiten, in denen die Gesamtkapazität von 29.000 Zuschauer nahezu ausgelastet war.  Die Wurst, die für uns im Gästeblock getestet wurde, fiel allerdings durch. Dazu mehr im Wursttest.

Die zweite Halbzeit sollte besser werden. Holstein kam motiviert aus der Kabine und ließ das den Gegner direkt spüren. Es wurde nur auf das Rostocker Tor gespielt. In der 50. Minute wussten diese sich nur noch mit einem Foul an Drexler zu helfen. Der Schiedsrichter zeigte ohne lange zu überlegen auf den Punkt und Tim Siedschlag verwandelte souverän zur Führung. Damit hat er diese Saison bereits sein drittes Tor erzielt und es sich verdient, mit einem fetten Grinsen einzuschlafen. ;)

 

Foul

 

Elfer

 

Tor 3

 

Jubel 4

 

Gästeblock 2

 

Endstand

 

Dass Holstein das Spiel zu diesem Zeitpunkt gedreht hatte, schien dem FCH deutlich aufs Gemüt geschlagen zu haben. Die Rostocker fanden immer weniger statt. Die Konsequenz folgte in der 62. Minute. Nach einer Ecke von Bieler verwandelte Drexler unter Mithilfe von Czichos zum 3:1. Danach schien alles klar. Hansa kam nicht mehr zurück ins Spiel, die Gäste aus Kiel hatten volle Kontrolle über die Partie. Die 11.000 Zuschauer sahen einen mutlosen und unkreativen Gastgeber. Die rund 500 mitgereisten Kieler durften in der 84. Minute einen herausragenden Sololauf von Milad Salem bewundern, der das Ergebnis noch auf 4:1 aus Sicht der Gäste erhöhte. Ein letztes Aufbäumen der Rostocker in der 87. Spielminute nützte am Ende aber auch nichts mehr. Nach vier Minuten Nachspielzeit dann der Schlusspfiff. Die Jungs in rot und ihre Anhänger bejubelten den verdienten Auswärtssieg.

Und schon ist man, verrückt, wie diese Liga ist, innerhalb von zwei Spieltagen von Platz zehn auf Platz vier vorgerückt und trotzdem nur neun Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. Umso wichtiger ist es, nächste Woche gegen die Schwaben von der SG Andrea-Berg nachzulegen. ;)

Alle Bilder wie immer in unserer Galerie.

 
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