29. Oktober 2016, Preußenstadion, Endstand 1 : 1

 

Nach Abpfiff war das Gesicht von Markus Anfang nicht mehr ganz so fröhlich, wie noch vorm Anpfiff. Aber der Reihe nach.

 

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Das zweite Auswärtsspiel in Folge führte uns nach Münster. Aufgrund des Ferienendes in diversen Bundesländern wurde ausreichend Zeitpuffer in der Planung berücksichtigt. Bis Bremen musste davon nichts in Anspruch genommen werden, so dass genug Zeit für einen unserer beliebten Abstecher zu einem Kultstadion möglich war. Diesmal traf es das Städtische Stadion an der Düsternortstraße. Heimstätte des im Norden nicht ganz unbekannten Vereins Atlas Delmenhorst. 1930 Gebaut und 1951 von Kriegsschäden befreit, wurde das Stadion zunächst vom SSV Delmenhorst genutzt.

 

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Unter finanzieller Unterstützung des namengebenden Baumaschinenherstellers Atlas Weyhausen fusionierten 1973 drei Vereine zum SV Atlas. In der Aufstiegsrunde zur Oberliga Nord 1976 setzten sich die Delmehorster gegen den VfR Neumünster, Altona 93 und den TuS Lingen durch. Im Sommer des gleichen Jahres wurde die 900 Zuschauer fassende Haupttribüne errichtet. Seine goldene Zeit hatten der Verein in den 70er und Anfang der 80er Jahre. Größter Erfolg war der Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale, nachdem sich Atlas bei der ersten und einzigen Teilnahme gegen Blau-Weiß Wesselburen, Rot-Weiß Oberhausen und Kickers Offenbach durchsetzte. Erst mit der 1:6-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach war Schluss. Zur Jahrtausendwende rutschte Atlas Delmenhorst, nachdem auch der Hauptsponsor mit eigenen, finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, weiter ab in die Fünftklassigkeit. Nach der Saison 2001/2002 folgte das Ende in Form von Insolvenz und Löschung aus dem Vereinsregister. Der Nachfolgeverein startete 2012 in der Kreisklasse und spielt heute in der Landesliga Weser-Ems.

 

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Nach dieser kleinen Exkursion in die Geschichte des Norddeutschen Fußballs erwartete uns mit dem Spiel in Münster ein echter Klassiker. Und auch hier ist das Stadion immer wieder ein Thema. Solange unsere Generation Fußballfans denken kann, gibt es Pläne, die alte aber doch kultige Schüssel umzubauen. Bei seiner Eröffnung war es eines der modernsten Stadien in Deutschland und das erste, mit eigenem Bahnhof (der inzwischen jedoch wieder geschlossen ist). Bemerkenswert ist auch, dass der Rasen des Stadions erstmals im Sommer 2012 getusucht wurde. Bis dato lag noch der selbe Rasen wie zum Eröffnungsspiel der Bundesliga gegen den HSV im Jahr 1963. Nach einem umfassenden Führungswechsel im Verein, sind erst vor Kurzem wieder neue Pläne für einen Stadionneubau in Münster aufgekeimt. Eine wohl unendliche Geschichte.

 

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Eine hoffentlich endliche Geschichte sollte die Auswärtsflaute von Holstein sein. Denn in den bisher sechs Auswärtsspielen der Saison, gab es nur drei Treffer für die Störche. Und alle fielen sie beim Sieg in Paderborn. Weitere Tore auf fremden Geläuf blieben uns verwehrt. Obwohl es an diesem wunderschönen Herbsttag gegen den Tabellenletzten ging, durfte dieser nicht unterschätzt werden. Und Tore müssen nun mal auch erst gemacht werden.

 

 

Bereits in der zweiten Minute hatten erst Drexler und dann Bieler vor den insgesamt 6.183 die Chance auf den langersehnten Auswärtstreffer. Es hagelte noch weitere ungenutzte Tormöglichkeiten. In der 22. Minute dann endlich die Erlösung für die gut 300 Kieler. Nach einer Flanke von Schindler hechtete Janzer in den gegnerischen Strafraum und verwandelte mit dem Kopf zur verdienten Auswärtsführung.

 

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Auch in den nachfolgenden Spielminuten gab Holstein überwiegend den Ton an. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit konnten sich die Gastgeber befreien und eigene Vorstöße wagen. In der 45. Minute versuchte Sicker unglücklich zu klären. Doch statt des Balls, traf er nur das Standbein seines Gegenspieler. Keeper Kenny Kronholm sei Dank blieb der daraufhin gepfiffene Elfmeter jedoch ohne Folge.

 

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Die zweite Hälfte lief für die Störche weniger glücklich. Die Gastgeber kamen besser aus der Kabine und konnten das Spiel phasenweise bestimmen. Holstein dagegen schien völlig aus der Spur. Gerade, als die KSV dabei war, sich etwas zu fangen, entschied der Schiedsrichter in einer unübersichtlichen Situation auf einen weiteren Strafstoß für die Preußen, der diesmal auch saß. Nächster Rückschlag dann in der 85. Minute. Nach einem Foul an Alexander Bieler musste dieser mit der Trage vom Platz. Diagnose Gehirnerschütterung.

 

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Da Holstein zu diesem Zeitpunkt bereits das Wechselkontingent ausgeschöpft hatte, musste die Partie in Unterzahl zu Ende gespielt werden. Trotzdem warf Holstein nochmal alles in die Waagschale. Mit großer kämpferischer Leistung holten die Störche trotz einem Mann weniger noch zahlreiche (leider nicht zwingende) Chancen heraus. Als die reguläre Spielzeit abgelaufen war und das Münsteraner Publikum vehement den Abpfiff forderte, spielten nur noch die Gäste.

 

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Am Ende scheiterte der Sieg wieder einmal an der mangelnden Effizienz. Ein sichtlich angefressener Markus Anfang zeigte sich genau wie die mitgereisten Kieler unzufrieden mit Spiel und Ergebnis. Besonders ärgerlich: Bei drei Punkten hätte Platz drei gewunken, da nahezu die gesamten Spieltagesergebnisse zu unseren Gunsten ausgefallen sind. Stattdessen ging es runter auf Platz neun. Und das obwohl Punkte auf Platz zwei und drei gut gemacht wurden. Verrückte Liga.

 

In der geht es nächsten Sonnabend mit einem Heimspiel weiter. Zu Gast im Holstein-Stadion ist dann Rot-Weiß Erfurt (derzeit Rang 13 und nur einen Punkt hinter der KSV) - vertrauen wir da mal auf die Heimstärke!

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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