15. Oktober 2016, Endstand 3:1

 

Werder Bremen II, diesen Gegner las man als Kieler schon auf unzähligen Ankündigungsplakaten. Alleine in der zweigleisigen Regionalliga Nord gab es unzählige Partien auf den morschen Stufen des Holstein-Stadions oder bei Oberliga-Atmosphäre auf den berühmten (und zur Zeit gesperrten, weil von Hasen unterhöhlten) Platz 11 am Weserstadion. Außerdem ist die Begegnung immer wieder ein Wiedersehen mit alten Bekannten, heute durfte man mit Kazior, Rehfeldt, Lorenzen und Duffner vier Ex-Kieler im Werder-Kader begrüßen.

 

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Diese sollte man übrigens nicht unterschätzen, trotz dem derzeitigen Tabellenplatz im unteren Drittel konnte man viele vergangene Spiele dominieren oder zumindest offen gestalten. Die KSV durfte gerne heute wieder drei Heimpunkte einfahren, nach dem unglücklichen 0:1 in Magdeburg würde ein Sieg schon helfen, in erweiterter Schlagdistanz zur Spitze zu bleiben. Patrick Kohlmann hatte Rückenbeschwerden, Rafael Czichos hatte nach auskuriertem Muskelfaserriss erst wenige Male trainiert, die beiden wurden von Sicker und Hoheneder ersetzt. Außerdem brachte Markus Anfang nach guten Leistungen während der Länderspielpause Salem für Lewerenz.

 

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Der Verein hatte umfassende Maßnahmen angekündigt, um auf die Pyro-Vorfälle zu reagieren. Am Ende sollte eine noch nicht einmal die ganze Zaunlänge abdeckende Plane verhindern, dass Feuerwerk ins Stadion gebracht wird. Außerdem setzte man auf ein Rucksackverbot, welches aber vorher nicht kommuniziert wurde, zudem wurde von Beutel zu Beutel immer wieder individuell entschieden, ob das Utensil mit ins Stadion durfte oder nicht. Alles in allem wirkte das ganze doch reichlich unorganisiert und wenig durchgeplant. Kleiner Höhepunkt im Vorfeld waren noch die Worte eines Aufsichtsratsmitglieds, das sich das Spiel ob der Maßnahmen gegen die Fanszene lieber vom Liveticker verfolgen wollte.

 

Der Block 501 blieb heute für eine halbe Stunde lang leer, kein Support, das ganze Spiel hingen keine Zaunfahnen. Die Mannschaft ließ sich die ungewohnte Atmosphäre aber nicht anmerken und spielte ganz munter ihr Spiel. Das wurde nach 360 Sekunden auch sofort belohnt. Siedschlag flankte von außen passgenau auf den mitgelaufenen Kingsley Schindler, der den Kopf benutzte und einnickte. Einige Bremer monierten noch ein Handspiel des Neuzuganges aus Hoffenheim, aber Schiedsrichter Schult aus Hamburg gab das Tor.

 

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Holstein machte es weiter ordentlich nach vorne, ein ums andere Mal konnten sich die Bremer nur durch Foulspiele helfen. Nach zwanzig Minuten stand wieder Schindler im Mittelpunkt, der fand Mathias Fetsch, welcher im letzten Moment gestört wurde. Im Anschluss verpasste es die KSV ein wenig, den Druck auf das Bremer Tor aufrecht zu erhalten und der Nachwuchs von der Weser wurde etwas mutiger. Irgendwann rutschte der Ball, nachdem sich Kronholm in der Luft verschätzte, dann zu Aidara. Der stellte sich doch recht geschickt an zwischen einigen Gegenspielern und traf zum Ausgleich. Ein wenig hatte es sich schon angedeutet, aber diese Situation konnte man besser verteidigen. Mittlerweile war auch der Block 501 wieder aktiv.

 

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Die Halbzeit nutzte Markus Anfang einmal mehr, um die richtigen Worte zu finden. Von der Passivität in den letzten Minuten war nicht mehr viel zu spüren. Nach 52 Minuten war es aber der Klasse eines Spielers zu verdanken: Drexler bekam den Ball im Strafraum, setzte sich gegen seine Gegenspieler durch und drosch den Ball zur Führung aus spitzem Winkel ins Netz.

 

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Wie so oft funktionierte dieser Treffer schon als eine Art Dosenöffner, kurze Zeit später zog Salem nach innen und setzte den Ball knapp am langen Pfosten vorbei. Holstein hatte jetzt den Gegner gut im Griff, die Bremer wurden in die eigene Hälfte gedrängt. Aktivposten Dominik Drexler hatte nach 70 Minuten die Vorentscheidung auf dem Fuß, Zentimeter fehlten zum 3:1. Das besorgte am Ende eine Stammkraft der letzten Spiele: Sekunden vorher erst für Salem gekommen, wurde Lewerenz von Schindler mustergültig bedient und traf.

 

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Am Ende stand ein 3:1 mit dem man ganz zufrieden sein kann, am Ende geht es in dieser Liga eben nicht darum, möglichst attraktiv zu spielen, sondern dem Gegner zu zeigen, wie der Hase läuft ;) . Dass auch eine Mannschaft mit für die Liga überdurchschnittlichen Fähigkeiten mit attraktivem, dominanten Fußball nicht unbedingt drei Punkte holt, wurde jedem Holstein-Fan in Magdeburg klar. Nächste Woche steht die Aufgabe in Wiesbaden auf dem Plan. Nach dem Last-Minute-Klassenerhalt sind die Hessen im Moment auf dem sechsten Platz. So schnell kann es gehen.

 

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Alle Bilder in der Galerie.

 

Den Podcast zum Spiel von den Jungs von1912 FM gibt es natürlich ebenfalls. Zu hören wie immer au deren Seite:

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