Stadion am Bruchweg, 12. Dezember 2015, Endstand 0:0

 

Geschafft! Ein Häkchen hinter Mainz und damit hinter das Auswärtsjahr 2015. Okay, eigentlich rechnen Fußballfans eher selten in der Zeiteinheit „Jahr", sondern meistens in „Saison" - aber irgendeinen Aufhänger braucht der Schreiber für diesen Artikel. Zudem herrschte auf der Rückfahrt aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt eine gewisse Erleichterung, dass bis Weihnachten nur noch ein Heimspiel folgt und dass eine weitere etwas weitere Tour geschafft war. Hin und zurück jeweils 620 Kilometer, was eine Distanz darstellt, welche die Fans anderer Teams aus strategisch günstiger gelegenen Städten gefühlt im halben Jahr nicht verfahren. Aber das ist nunmal das Los als Kieler. Das weiß man es auch zu schätzen, wenn das Wetter halbwegs passabel ist (und 2015 meinte es Petrus verdammt gut mit den Auswärtsfahrern), auch wenn Dauerregen von Kassel bis Kiel schon ganz schön nerven kann. Immerhin kommt der Kieler Auswärtsfahrer südlich des Elbtunnels inzwischen recht gut ohne Baustellen durch – leider nicht nördlich. Mehrere hundert Kilometer abgerissen, um sich dann auf Vollsperrungen, Tempolimit etc. zu freuen. Man stelle sich vor, beim Radklassiker Paris-Roubaix würden die Kopfsteinpflasterstücke allesamt vor dem fast schon in Sichtdistanz befindlichen Ziel liegen.

 

Aber zurück nach Mainz. Nach früher Ankunft, ging es zunächst einmal in den am Stadion gelegenen Supermarkt, auf der Suche nach einheimischen Produkten. Beim Bier wurde dafür ins 75 Kilometer den Main aufwärts gelegene Aschaffenburg ausgewichen. Zum einen, weil sich im Sortiment kein Mainzer Bier befand, zum anderen weil vom Besuch bei der Viktoria das „Schlappeseppel" noch gut bekannt war.

 

 

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Dann noch Pizza für die gesamte Autobesatzung und ab ging es zum Bruchwegstadion, wo sich in der Zwischenzeit weitere bekannte Kieler Gesichter eingefunden hatten. Von Seite des Heimvereins schien das Spiel auf sehr wenig Interesse zu stoßen (die offiziell 789 Zuschauer verteilten sich gut im weiten „Rund") und das obwohl die Erste bereits am Abend zuvor gespielt hatte und die Temperaturen im eigentlich recht angenehmen Bereich lagen. So war nur der Haufen von rund hundert Kielern im Ex-Bundesligastadion (bis 2011 die COFACE-Arena eröffnet wurde) zu vernehmen – und das mal richtig gut!

 

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Auf den Rängen war Kiel bereit, und auch die Spieler standen schon im Tunnel – als die Nase von Schiedsrichter Tobias Reichel zu bluten begann und am Spielfeldrand die Diskussionen losgingen, ob, für den Fall der Fälle, denn ein Zweitschiedrichter da wäre. Die Mainzer zogen sich zunächst einmal in die Kabine zurück, wohingegen Kiel sich auf dem Feld warmhielt und alle versuchten das beste aus der Situation zu machen. Fünfzehn Minuten später konnte es dann auch mit Schiedsrichter losgehen. Bei Kiel musste im Vergleich zum Erfurt-Spiel wieder einmal umgestellt werden. Fabian Schnellhardt war durch eine Einblutung im Muskel zum Pausieren gezwungen, während Ewans Nyarko sein Startelf-Comeback feierte und sich Rafael Czichos nach seiner Gelbsperre zurückmeldete. Zudem rückte Weidlich im 4-1-4-1-System ins Mittelfeld an die Seite von Tim Siedschlag.

 

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Die Kieler Elf präsentierte sich gegen das wahrscheinlich spielstärkste Team der 3. Liga zunächst einmal defensiv stabil. Auch wenn die Hausherren, die das Hinspiel deutlich mit 4:0 gewonnen hatten), mehr Spielanteile und Ballbesitz hatten, ergaben sich für Bundesliga erfahrenen Hack und Klement kaum Torchancen. Erstmals kurz vor dem Pausenpfiff wurde es brenzlig, als Höler knapp das Kieler Tor verpasste. Ansonsten machte die IV Hartmann/Czichos einen soliden Eindruck.

 

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Nach Wiederanpfiff konnte dann Kiel das Chancenplus für sich verbuchen. Die erste riesen Möglichkeit ergab sich nach 57. Minuten: Siedschlag mit schnellem Konter über die rechte Seite spielt zurück auf Guder, der auf Heider passt, welcher dann allerdings aus kurzer Distanz an Keeper Huth scheitert. Kiel gelang es den Druck höher als in der ersten Hälfte halten, Chancen ergaben sich, doch weder Rene Guder, noch die eingewechselten Schäffler oder Wirlmann hatten das Glück auf ihrer Seite.

 

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Auf die gesamten 90 Minuten gesehen, kann man von Kieler Seite sicher mit dem Unentschieden leben, wobei das Pendel in Hälfte zwei auch sicherlich zugunsten der Gäste hätte ausschlagen können.

 

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Die Laune auf dem Rückweg Richtung Norddeutschland war trotzdem gut, auch weil sich die Auswärtsbilanz der Störche gut sehen lässt. Schade bloß, dass man dafür immer so weit fahren muss. Denn wie sollte es auch anders sein: Der Preis für die weiteste Anreise im deutschen Fußball ging an diesem Wochenende wieder an die Fans von Holstein Kiel. Respekt an alle, die dabei waren! Muss man ja auch mal sagen...

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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