15. August 2015, Endstand 3:0

 

Holstein gegen Werders Amateure. Einst ein Klassiker in der Regional- und Oberliga, blieb diese Begegnung in den letzten Jahren ein wenig auf der Strecke. Letzten Sommer konnte sich der grün-weiße Nachwuchs in zwei Aufstiegsspielen gegen die Zweite aus Gladbach durchsetzen und spielt nun wieder im Konzert der 3.Liga mit. Besondere Brisanz erhielt das Spiel natürlich durch die Rückkehr von Rafael Kazior, der sich bereits im Frühjahr für einen Wechsel an die Weser entschieden hatte und vor dem Duell nicht wenigen Medien Rede und Antwort stehen durfte. Darunter natürlich auch CCK. Welche Bedeutung Raffa für den Holsteiner Fußball hatte, zeigte nicht zuletzt das Cover des Holstein-Magazins, welches den Ex-Kapitän mit seinem Nachfolger Marlon Krause zeigte. Auch ein weiterer Ex-Spieler der KSV sorgte auf Teilen der Westtribüne für Erheiterung. An einen Spieler der Thailändischen Liga und sein Trikot erinnert man sich eben nicht nur in der Bergstraße gerne.

 

Caps

 

Stef

 

West

 

Nur knapp über 5000 Zuschauer kamen heute auf die Traversen des Holstein-Stadions. Nach einem Auswärtssieg in Halle und der guten Vorstellung im Pokal gegen Stuttgart eindeutig zu wenig. Zumindest nach dem Spiel wird der ein oder andere sein Fernbleiben wohl bereut haben. Aber der Reihe nach! In der Bremer Startelf fanden sachkundige KSV-Fans den ein oder anderen bekannten Namen. Neben Kazior waren mit Rehfeldt und Lorenzen zwei ehemalige Kieler für die Werder-Raute im Kader. Letzterer sogar schon mit einiger Erstligaerfahrung. Im Tor stand Raphael Wolf, der letzte Saison noch in der Bundesliga zwischen den Pfosten stand.

 

Kiels Trainer Karsten Neitzel vertraute auf die gegen Stuttgart bewährte Elf.

8. August 2015, Endstand 1:2

 

Wirklich große Enttäuschung seitens der Kieler herrschte auf den Rängen nach Abpfiff nur vereinzelt. Holstein hatte sich teuer verkauft und es den Gästen aus Schwaben wirklich schwer gemacht. Dazu war das Spiel über gesamte Länge unterhaltsam.

 

Echte Sensationen hielt der DFB-Pokal bis dato nicht bereit. Lediglich Ligakonkurrent Erzgebirge Aue konnte in einer wahren Hitzeschlacht (bis zu 40° C herrschten im Erzgebirgsstadion) seinen Gegner Greuther Fürth aus dem Wettbewerb werfen und Viertligist Viktoria Köln drehte einen Rückstand gegen die Eisernen aus Berlin. Ob ein Weiterkommen gegen Stuttgart eine Sensation gewesen wäre, sei dahin hingestellt. Zwischenzeitlich sah es durchaus so aus, als ob Runde zwei im Bereich des Machbaren war.

 

Ein erstes Highlight war bereits beim Einlaufen der Mannschaften zu sehen. In Sachen Choreo hat die Westtribüne bereits in der Vergangenheit kleine Meisterwerke aus Folie und Pappe gezaubert. Auch dieses Mal konnte sich das Ergebnis in Form einer Liebeserklärung an Kiel sehen lassen.

 

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Die 9.916 Zuschauer bekamen von Beginn an ein Spiel auf Augenhöhe zu sehen. Was Holstein beim Ligaauftakt noch gegen Mainz fehlte – vor allem ein gut eingespieltes Team – fehlte phasenweise nun dem heutigen Gast. Dieser wurde immerhin von 1.450 Schlachtenbummlern unterstützt, die tagsüber schon in großen Teilen die Kieler Strände bevölkerten - und für einige Farbakzente am Abend sorgten.

 

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Mit viel Courage nutzte Kiel die Chance, das Spiel an sich zu reißen. Natürlich war der Bundesligist nicht bereits, die Kontrolle gänzlich abzugeben und machte den Kielern keine Geschenke. Trotzdem war es das Team in blau, das sich für die Mühe belohnt hat. In der 37. Minute zog Czichos aufs Tor ab und hämmerte den Ball in die Maschen.

2. August 2015, ERDGAS sportpark, Endstand 0:2

 

Zum gefühlt 50. Mal ging es am 2. Spieltag der neuen Saison nach Halle. Bestes Wetter, freie Straßen (abgesehen von einer stattlichen Anzahl schlammbespritzter und WOA-beklebter PKWs und Wohnmobile) und quasi eine"Derbydistanz" sollten eigentlich für beste Stimmung sorgen. Aber nach der eher holprigen Vorbereitung und dem verpatzten Saisonauftakt hielt sich die Vorfreude auf das erste Auswärtsspiel der Saison anfangs noch in Grenzen. Die Aussicht auf eine kurze, aber inzwischen kultige Fährfahrt und eine heiße Roster von der Holzkohle motivierte die Besatzung dann doch.

 

bierfähre

 

In Halle angekommen bekam man beim Anblick der zum Stadion pilgernden Fans weitere Motivationsschübe. Die Saalestädter waren im ersten Spiel ebenfals "abgestraft" worden - gegen Energie Cottbus musste der HFC sich 0:2 geschlagen geben. Also ein weiterer kleiner Motivationsschub.

 

kalle

 

Trotz der gut besetzten HFC-Fankurve im Stadion fühlte man sich ein wenig auf den Boden der Tatsachen angekommen. Immerhin waren die letzten drei Auswärtsspiele gegen Bielefeld, Duisburg und 1860 stimmungstechnisch schon echte Zweitligabegegnungen, in denen nicht nur der Fanblock, sondern das ganze Stadion zur Atmosphäre beitrugen. Aber die rote Wand hinterm Tor stimmte sich vor Anpfiff lautstark ein. Der Gästeblock kam auf gut 200 Zuschauer. Jeder von ihnen auf Einladung der KSV. Karten für den Gästeblock waren an diesem Sonntag für lau. So wurde auch drüber hinweg gesehen, dass der Stadionsprecher uns als Team von der Nordsee ankündigte... naja nur knapp daneben.

 

holsteinblock

 

hfcfankurve

 

Mit Einlauf der Mannschaften zeigte die Fankurve eine ordentliche Choreo aus glänzenden Fahnen in rot und silber sowie einem großen Vereinswappen. Auch auf dem Rasen ging es von Beginn an unterhaltsam zu. Schnellhardt zu Anfang mit zwei schönen Szenen, die jedoch ohne Ertrag blieben. Im Verlauf der Partie zeigte Holstein eine gegenüber dem ersten Spiel verbesserte Leistung. Mit Wahl und Krause in der Innenverteidigung und Weidlich auf der Sechs gab es auch eine deutliche Veränderung. Dazu rückte Last-Minute-Neuzugang Steven Lewerenz in die Startaufstellung. Statt Manuel Schäffler sollten Heider und Schnellhardt für Torgefahr sorgen.

 

Erstes Ligaspiel nach dem Last-Minute-Nichtaufstieg - Holstein empfing die Zweite vom FSV Mainz 05. 

 

westtribüne

 

gästeblock

 

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Neben dem Kader wurde auch das Stadion in der spielfreien Zeit ein wenig umgekrempelt, unter anderem wurde der Umgang ein wenig verbreitert, sodass die Imbissbuden nun nicht mehr überdacht stehen. Des Weiteren wurde eine Spundwand hinter der Gegengerade auf dem Fögeplatz installiert, diese Maßnahmen bieten somit deutlich mehr Platz für die Zuschauer. Außerdem durfte der neue Caterer gleich einmal zeigen, was er kann, noch in mobilen Verkaufsbuden, feste Verkaufsstände folgen demnächst. Die Bratwurst im Brötchen konnte schon einmal einiges! Test folgt ;)

 

 

Über 100 Leute wollten am Mittwoch bei Nieselregen einen ersten Eindruck vom neuen Kader gewinnen und das Kommen am frühen Nachmittag sollte sich gelohnt haben, denn trotz des Abgangs von Mikkel Vendelbo, den der dänische Superligaen-Absteiger Silkeborg zeitgleich als Neuzugang präsentierte, blieb die Anzahl der potentiellen Sechser gleich: Evans Nyarko ist neu bei der KSV! Der 1992 in Hamburg geborene Deutsch-Ghanaer spielte in der Jugend für den HSV, kam über die Zweitvertretung der Hamburger und von Fortuna Düsseldorf dann zur U23 von Borussia Dortmund, wo er letzte Saison in 31 Spielen zum Einsatz kam. Im Anschluss an das lockere, aber von Trainer Karsten Neitzel gewohnt laustark geführte Training, stellten sich die Neuzugänge Louis Mandel (U19, Rückennummer 28), Fabian Schnellhardt (MSV Duisburg, 15), Manuel Janzer (1. FC Heidenheim, 11), Milad Salem (VfL Osnabrück, 8), Rafael Czichos (RW Erfurt, 33), Evans Nyarko (Borussia Dortmund II, 6) und Denis-Danso Weidlich (FC Hansa Rostock, 5) den Fragen der anwesenden Presse.

 

Neuzugänge

 

Alle Spieler betonten das Engagement der KSV, sie an die Förde zu holen. Milad Salem imponierte besonders die Bemühen der KSV, unabhängig von seiner Verletzung an ihm festzuhalten. Karsten Neitzel hatte besonderen Respekt vor der Entscheidung einiger Spieler, auch einen ligenunabhängigen Vertrag in Kiel zu unterschreiben, das mache sie „extrem sympathisch“!

 

Zur Zielstellung der kommenden Saison erwähnte Karten Neitzel zunächst einmal die Entwicklung eines starken Teamgeistes innerhalb der Mannschaft. Die bisherigen Spieler müssten offen sein für die Neuzugänge, genauso müssten sich die neuen Akteure auch auf das bisherige Personal einlassen. Charakterlich kenne er natürlich alle Spieler noch nicht so gut, vom bisherigen Kader sei er aber zu 100% überzeugt.

 

Bei den Neuzugängen überwog vor allem die Erleichterung, nicht mehr gegen die defensiv sehr starken Kieler antreten zu müssen. Milad Salem erwähnte bei dieser Gelegenheit sofort Patrick Herrmann, gegen den Kieler Rechtsverteidiger sei es immer sehr unangenehm gewesen. Denis-Danso Weidlich wollte über die 0:4-Klatsche gegen Kiel mit Hansa Rostock letzten Winter schon keine Worte mehr verlieren.

 

 

CCK hatte danach noch die Gelegenheit, ein paar Worte mir Rafael Czichos und Milad Salem zu wechseln. Für den Linksverteidiger sei vor allem eine Veränderung als Spieler nach durchwachsenen Jahren in Erfurt wichtig. Besonders im Kopf geblieben sei dem Ex-Wolfsburger nach der ersten Trainingseinheit die verbale Präsenz von Karsten Neitzel auf dem Trainingsplatz geblieben. Natürlich imponierten ihm auch die sehr guten Trainingsbedingungen in Projensdorf

 

Salem

 

Milad Salem räumt zunächst einmal mit der falschen Behauptung auf, er habe, wie häufig im Internet zu lesen, bereits Länderspiele für Afghanistan bestritten. Dies sei nicht der Fall, dennoch erhalte er wieder Einladungen zu Länderspielen, u.a. auch für ein Länderspiel im September gegen Japan! Den enttäuschten Grundton bei Verkündung seines Abschiedes aus Osnabrück konnte Milad bestätigen, sein Verhältnis zu den Fans des VfL sei immer gut gewesen. Einen ersten Eindruck erhielt er übrigens vom ehemaligen Kieler Sofien Chahed. Die beiden verbrachten in Niedersachsen viel Zeit miteinander, nicht umsonst galten sie als „Zwillinge, die sich nicht ähnlich sehen“.

 

Mehr Bilder gibt es in der Galerie.

 
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