5. September 2015, Endstand 1:2

 

"Alle die schlechte Laune haben, waren eben im Stadion" (Feststellung einer Tankstellen-Angestellten, ungefähr 30 Minuten nach Spielende)

 

Vor ein paar Monaten war diese Begegnung noch Spitzenspiel der dritten Liga. Im schleswig-holsteinischen Frühherbst standen sich nun zwei Teams gegenüber, die für ihre eigenen Anspruchshaltungen eher schlecht in die Saison gestartet waren. Die KSV traf es da noch ein bisschen härter als die Blauen vom Degerloch. Immerhin hatte sich Holstein in Osnabrück nach einer grottenschlechten ersten Halbzeit noch einmal berappelt, zu Punkten reichte es nicht.

 

MariTEAM

 

Dennoch machten sich die immerhin 5100 Zuschauer auf den Traversen noch Hoffnungen, an die letzte Halbzeit anzuknüpfen. Trainer Karsten Neitzel baute die Defensive heute ein wenig um. Weidlich und Schmidt bildeten die Innenverteidigung, Kohlmann die linke Seite und der in Osnabrück starke Nyarko ging mit Kegel auf die Sechser-Position. Sané durfte ebenfalls von Anfang an ran.

 

Jubel

 

Jubel 2

Stadion an der Bremer Brücke/osnatel-ARENA, 29. August 2015, Endstand 3:2

 

Eine der wenigen angenehmen Distanzen führt nach Osnabrück. Es war also nicht nötig zu nachtschlafender Zeit aufzustehen. Relativ entspannt ging es durch die Baustellen entlang der A7. Auch die kleineren Verzögerungen auf der A1 waren kein Grund, aus der Ruhe zu kommen.

 

Etwas nervöser wurde man schon bei der (Gefahren-)Ansprache einiger sportlicher Osnabrücker auf dem Weg zum Stadion. Wer dachte denn beim morgendlichen, zufälligen Griff in den Kleiderschrank, dass es Osnabrücker Kontakte zu Djurgården IF gibt und deshalb ein T-Shirt von Hammarby nicht die beste Wahl war. Also wurde kurzerhand Garderobe um ein Oberteil reduziert. Mit den Osnabrückern wurden noch ein paar Worte ausgetauscht. Man war daran interessiert, wie man als Schleswig-Holsteineiner an ein solches T-Shirt kommt. Einen Handschlag später ging es für alle weiter in Richtung Bremer Brücke.

 

heimkurve

 

gästeblock

 

Hier wollte die KSV, nachdem es gegen die Fortuna aus Köln nur zu einem Unentschieden gereicht hat, diesmal drei Punkte einfahren. Auch für Osnabrück verlief der Saisonstart eher suboptimal. Zwei Unentschieden, zwei Niederlagen und das am grünen Tisch verlorene DFB-Pokal-Spiel gegen RB Leipzig. Erst nach der Entlassung von Trainer Walpurgis schien sich ein leichter Aufwärtstrend beobachten. Mit überragender Leistung gewann man am letzten Spieltag in Cottbus.

 

Natürlich war es Anspruch, diesen Aufwärtstrend zu unterbinden. Anfangs konnte sich das Spiel noch sehen lassen. Holstein wusste sich durchzusetzen und Osnabrück wagte sich nur wenig nach vorne. Erst in der zehnten Minute kamen die Veilchen gefährlich vors Kieler Tor. Marlon Krause versuchte noch im Zweikampf den Ball zu klären, konnte aber nicht vermeiden, dass sein Gegenspieler Alvarez den vielleicht etwas zu energischen Einsatz Marlon Krauses dankend annahm. Der Osnabrücker fiel im Strafraum, der Schiri pfiff. Zwar kam Neuzugang Robin Zentner, der seinen Einstand zwischen den Kieler Pfosten gab, noch mit den Fingerspitzen an den gut platzierten Ball, konnte diesen aber nicht mehr entscheidend am Tor vorbei lenken. Führung Osnabrück durch Foulelfmeter. In der Folge bricht das Kieler Spiel zunehmend in sich zusammen.

 

weidlich

 

Die Defensive am Schwimmen und die Offensive quasi nicht vorhanden. Bis zum Halbzeitpfiff klingelte es noch zwei weitere Male im Kieler Kasten. Mit einer gehörigen Ladung Frust ging es in die Pause.

 

Die schwere Verletzung von Kenneth Kronholm hat Holstein nochmal dazu veranlasst, sich auf dem Transfermarkt umzusehen.

 

Zentner

(Bild: 1. FSV Mainz 05)

 

Mit dem 20-jährigen Robin Zentner sind die Störche in Mainz fündig geworden. Das Mainzer Eigengewächs bringt mit seinen 21 Einsätzen für die U23 des 1. FSV Mainz 05 bereits Drittliga-Erfahrung mit. Seit 2014 gehört er als dritter Torhüter dem Profikader der Rheinland-Pfälzer an und wechselt nun für ein Jahr auf Leihbasis an die Kieler Förde.

 

Wir heißen Robin Zentner ganz herzlich Willkommen im Storchennest und wünschen viel Erfolg und allzeit beste Gesundheit.

25. August 2015, Endstand 2:2

Die Niederlage von Chemnitz war noch gar nicht richtig verdaut, da stand auch schon die Englische Woche mit der Heimpartie gegen den SC Fortuna Köln vor der Tür. Der Gegner hatte am letzten Spieltag mit einem 3:0 gegen Energie Cottbus aufhorchen lassen, trotzdem hoffte der überwiegende Teil im Kieler Fanlager doch auf drei Punkte.

 

fans

 

west

 

Immerhin 6.266 Zuschauer wollten den etwas stürmischen Spätsommertag bei Fußball, Bratwurst und Flutlicht ausklingen lassen. Zusätzlich bekamen die Zuschauer eine Anfangsphase serviert, in der die Störche klar machten, dass sie eher an das letzte Heimspiel anknüpfen wollten. Im Publikum gab es zunächst allerdings hauptsächlich ein Thema: Den Wechsel von Innenverteidiger Hauke Wahl nach Paderborn einen Tag vorher. Wer sich allerdings dem Geschehen auf dem Feld hingab, vergaß die Personalie zunächst. Denn die Kieler Offensivabteilung kombinierte trotz enger Räume gefällig durch die Kölner Abwehr, Fabian Schnellhardt und Steven Lewerenz ließen aber zunächst die Chancen vor der Westtribüne liegen. Die Bemühungen der Gäste mal vor das Heimtor zu kommen? Gab es zunächst eher nicht. Trotzdem bangte der Kieler Anhänger doch ein wenig, ob sich die vergebenen Chancen nicht unter Umständen rächen würden.

 

heidi_czichos

 

Der Rächer kam dann leider in Gestalt von Marco König, der sich rustikal, aber wohl fair seines Gegenspielers Dominik Schmidt entledigte und frei vor Jakusch zum 1:0 einschob. Manchmal braucht es ja diesen Hallo-wach-Effekt und so gaben die Störche kurz darauf die passende Antwort. Heider mit schönem Pass auf Schnellhardt, ein Doppelpass und die eiskalte Vollstreckung durch die Duisburger Leihgabe. Und plötzlich hatten sich alle wieder lieb.

 

jubel1

 

bussi

 

Diese positive Stimmung schien dem Schiedsrichter Schwermer allerdings nicht zu schmecken – zumindest sorgte er mit seiner Bewertung elfmeterwürdiger Fouls im Strafraum für viel Unmut auf dem Feld und der Tribüne. Ähnlich wie drei Tage zuvor hätte der Pausenstand ein anderer sein können.

3/4 Stadion 1/4 Baustelle an der Gellertstraße, 22. August 2015, Endstand 4:2

 

Chemnitz! In Chemnitz hat Holstein schon sehr oft gespielt und in Chemnitz ist es immer warm! Während der eine Teil der kleinen Reisegruppe bereits den Tag zuvor mit dem Genuss des runden Leders in Berlin verbrachte, klappte das Zusammentreffen reibungslos. In Kraftklubs Heimatstadt aber war nicht das immer vollständiger werdende Stadion an der Gellertstraße der erste Anlaufpunkt. Vielmehr wurde dem großen und ein wenig in die Jahre gekommenen Sportforum einen Besuch abgestattet - im charmanten Rund gibt sich übrigens nur noch die Jugend des CFC die Klinke in die Hand, nachdem die Himmelblauen ihre Zweitvertretung zum Sommer hin zurückzogen. Ein kleiner Bericht folgt die Tage.

 

Das Spiel des Heimvereins gegen den Konkurrenten aus Halle musste ein wenig früher verlassen werden und fix fand man sich im "Rund" (also dem mit vier Ecken) des Neubaus wieder, der natürlich nicht unbedingt großen Charme versprüht, aber dennoch nicht so steril daherkommt wie angenommen. Etwas enttäuschend zeigte sich die Gästeanzahl von der Kieler Förde, vielleicht 100 Schlachtenbummler wollten ihre Störche heute siegen sehen. Schade, dass offensichtlich von der großen Begeisterung in Bielefeld und Duisburg nichts übrig geblieben ist.

 

kiel

 

cfcblock

 

Die anwesenden Kieler machten aber das Beste aus der Situation und lieferten 600 Kilometer entfernt von der Förde kompakt einen soliden Auftritt ab. Trainer Karsten Neitzel beließ auf dem Feld alles bei der gleichen Startelf wie vom WerderII-Spiel, Manuel Schäffler kam auch dieses Spiel erst von der Bank. Auf der anderen Seite begann Ex-Storch Tim Danneberg. Das Team von Karsten Heine erwischte den besseren Start, war optisch überlegen und versprühte schon einmal ein wenig Gefahr vor dem Kieler Tor. Holsteins Defensive wirkte noch unsortiert, was den Störchen nach knapp einer Viertelstunde zum Verhängnis wurde. Der Ball kam zu Löning, der Routinier umkurvte den nicht ganz souverän wirkenden Jakusch, seine Flanke fand Reagy Ofosu, der nur einnicken musste. Die KSV wirkte weiter etwas konfus, 180 Sekunden später schaltete der CFC schnell um, der Ball kam zu Torjäger Anton Fink, der den Ball in den Maschen versenkte - die KSV lag nach 20 Minuten bereits 0:2 in Rückstand.

 

„Und wenn wir 0:2 zurückliegen, dann versuchen wir noch das 2:2!“, dieser Satz von Ex-Kapitän Kazior in „Westring 501“ schien die KSV nun zu beherzigen und suchte den Weg nach Vorne. Ohne Beteiligung der Kieler trudelte der Ball nach einer halben Stunde auf und auch hinter die Torlinie des CFC, doch das SR-Team um Gerach versagte dem Treffer die Anerkennung. Fälschlicherweise führten die Sachsen immer noch mit 2:0.

 

siedo

 

cheffe

 

Minuten später musste der angeschlagen ins Spiel gegangene Siedschlag Manuel Schäffler weichen und der Stürmer zeigte einmal mehr seine Qualität von der Bank. Etwas mehr Sicherheit zeichnete die Offensive fortan aus. Kurz vor der Pause war Cheffe wieder beteiligt, Maik Kegel bediente ihn an alter Wirkungsstätte, Schäfflers Flanke fand Schnellhardt, nur noch 2:1!

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok