2. Oktober 2015, Endstand 0:0

 

Die Stimmung nach dem Abpfiff war ähnlich geteilt wie die Punkte. Wieder nur ein 0:0. Aufgrund des hohen Aufwands und einer höchstens 15 Minuten gefährlichen Gastmannschaft, fühlte sich dieses Unentschieden für einen Teil wie eine Niederlage an. Ein anderer Teil honorierte aber auch die spielerische Leistung von weiten Teilen der Mannschaft, besonders ein Fabian Schnellhardt erfreute wieder einmal das Auge des Holstein-Fans. Ein dritter Teil hatte, unabhängig vom Ausgang des Spiels ein dickes Grinsen im Gesicht, denn zum Heimspiel gegen die Bördestädter durften einige Stadionverbotler wieder auf die Ränge des Hollers zurückkehren.

 

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Die Voraussetzungen waren nahezu perfekt vor einem weiteren Kapitel der Ostwochen. Nachdem bis zum Mittag noch eine dicke Nebelsuppe über der Landeshauptstadt hing, löste sich diese Richtung (frühem) Feierabend immer mehr auf und machte strahlendem Sonnenschein Platz. Die Minuten wurden runtergezählt bis es endlich Wochenende hieß und es ab zum Holler ging. Freitag, Flutlicht, Vorfreude.

 

magdeburg

 

flutlicht

 

Gegner der Aufsteiger 1. FC Magdeburg, der allen Kielern aber noch aus Regionalliga-Nord-Zeiten bestens bekannt ist. Nachdem der schlafende Riese die Aufstiegsspiele im Sommer gegen Offenbach erfolgreich gemeistert hatte, herrschte bei den Blau-Weißen spürbar eine Euphorie, die sich zu Beginn der Saison auch auf den Platz übertrug. Nach der Siegesserie zu Beginn, konnten die Magdeburger allerdings in den letzten Spielen auch nicht mehr ganz so einfach punkten. Trotzdem reiste ein respektabler Anhang mit nach Kiel, der allerdings keineswegs die im Internet kursierenden Dimensionen erreichte.

 

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Auf dem Feld präsentierten sich die Gäste von Beginn an defensiv ausgerichtet. Bei Holstein kehrten Kapitän Kegel, Lewerenz und Schäffler in der Startfomation zurück. Insgesamt präsentierten sich die Störche zu Beginn spielfreudig, nach nur drei Minuten zog Heider einfach mal aus der Distanz ab, scheiterte aber an Magdeburgs Keeper Glinker. Trotzdem guter Start und auch in der Folge waren die Rollen auf dem Feld klar verteilt. Holstein immer wieder im Vorwärtsgang, nur fehlten Mittel und Ideen das Magdeburger Abwehrbollwerk zu durchbrechen. Auf der anderen Seite stand Zentner bei den wenigen Magdeburger Chancen sicher, nur einmal musste Patrick Kohlmann gegen Beck auf der Linie retten.

 

26. September 2015, Sparkassen-Erzgebirgsstadion, Endstand 0:0

 

Nachdem für CCK die Tour nach Cottbus am Mittwochabend ausfiel, war die Vorfreude nach Aue zu fahren doppelt so groß. Denn für uns war das Erzgebirge, das als Heimat des legendären Nudeltopfs gilt, noch ein weißer Fleck auf der Fußballlandkarte.

 

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So wurde Freitag bereits gegen Mittag das Wochenende eingeläutet. Im Hamburger Speckgürtel wurde schnell die Organisatorin unseres Nachtlagers eingesammelt und über Berlin in Richtung Thüringen. Unterwegs sorgte wie so oft der Mitteldeutsche Rundfunk für die Unterhaltung. Große Erheiterung gab es diesmal jedoch, als im Radio über drei zur Auswahl stehende Lieder abgestimmt werden sollte. Wir fragten uns, ob es nicht etwas unfair wäre, mit BAP eine Gruppe, wie sie kaum Westdeutscher sein konnte ausgerechnet gegen die Puhdys und Karat antreten zu lassen. Über den Ausgang können wir an dieser Stelle leider keine Auskunft geben.

 

In Gera, unserer nächtlichen Heimstatt, angekommen wurden wir unglaublich herzlich und familiär empfangen. Bis spät in die Nacht wurde bei Bier und Wein über Fußball philosophiert. Dass die Beteiligten am Samstag für 90 Minuten auf unterschiedlicher Seite stehen würde, war dabei egal. Der Nähe des Nachtlagers zum Erzgebirge war es zu verdanken, dass der Schlaf trotzdem nicht zu kurz kam. Nachdem am Geraer Bahnhof noch ein Zugreisender der CCK aufgegabelt wurde, war eigentlich geplant, das Stadion der Freundschaft, in dem Wismut Gera wegen Umbau des eigenen Stadions aktuell seine Heimspiele austrägt, zu spotten. Eingebettet in das Gelände der Bundesgartenschau 2007 und direkt an der Weißen Elster gelegen, blieb es aufgrund des knappen Zeitplans nur bei einem kurzen Blick durch den Zaun.

 

In Kolonne mit dem Gastgeber fahrend ging anschließend es über die Landesgrenze nach Sachsen. Ein erstes Highlight stellte ein kleiner Wurstgrill auf der stadionnahen Tankstelle dar. Selbstverständlich wurden die angebotenen Waren in Form von Wurst und Nackensteak sogleich verkostet und für gut befunden.

 

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Eine abenteuerliche Anfahrt zu dem uns zugewiesenem Parkplatz später standen wir auch schon vorm Erzgebirgsstadion. Fußball wird hier schon seit 1928 gespielt. 1950 entstand am Gebirgsfuß das damalige Otto-Grotewohl-Stadion. Auch nach zahlreichen Umbauten und Modernisierungen steht das Erzgebirgsstadion wie kaum ein anderes in Ostdeutschland für Tradition und Geschichte. Nachdem inzwischen auch im Steigerwaldstadion in Erfurt die Bagger ganze Arbeit verrichtet haben, ist das von einer violetten Laufbahn umrundete Spielfeld das letzte im Deutschen Profifußball, das noch den alten DDR-Oberliga-Charme versprüht. Doch auch hier sind die Tage gezählt. Ab Dezember beginnen die Arbeiten für einen kompletten Neubau.

 

Trotzdem wird Tradition an jeder Ecke des Stadions gelebt. Das spiegelt alleine die Treue der Fans zum alten BSG-Namen „Wismut" wieder, der noch immer von den Rängen schallt. Noch unter dem Namen SC Wismut Karl-Marx-Stadt - gegründet wurde der Ursprungsverein nämlich in der 40 km entfernt gelegenen Bezirkshauptstadt und lediglich die eingegliederte Fußballsektion spielte weiterhin in Aue - erlebte das Erzgebirge in den 50er Jahren die erfolgreichste Zeit des Vereins. Drei Meisterschaften in den Jahren 1956, 1957 und 1959 sowie Europapokalbegegnungen gegen wohlklingende Namen wie Ajax Amsterdam, IFK Göteborg und Young Boys Bern krönten diese goldene Zeit.

 

Wieder als BSG Wismut Aue bekannt avancierte man ab den 60 Jahren bis zur Wende zum Dauerbrenner der DDR-Oberliga. Zwar erreichten die Veilchen in der 80er Jahren noch zwei Mal internationale Wettbewerbe, an die große Zeit vor dem Mauerbau konnten sie jedoch nicht mehr anknüpfen.

 

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Nach der Wende, die für viele Vereine der ehemaligen DDR wirtschaftliche Herausforderungen mit sich brachte, wurde es auch für Aue schwieriger. Durch den Abstieg ausgerechnet im Jahr der Wiedervereinigung verpasste man den Einsortierung in die gesamtdeutsche Bundesliga. Während die 90er Jahre von Drittklassigkeit geprägt waren, ging es 2003 immerhin wieder in die zweithöchste Spielklasse. Bis auf eine Unterbrechung von 2 Jahren konnten sich die Veilchen hier wacker schlagen. 2015 dann verpassten der Verein aus dem Erzgebirge die Relegation gegen Kiel und stieg direkt in die Dritte Liga ab.

 

Unter dem ehemaligen Holstein Trainer Pawel Dotchev gilt es nun in der Dritten Liga anzukommen. Aufstieg ist erstmal kein Thema. Dennoch fand Aue nach dem erwartungsgemäß schweren Saisonstart schnell in die Spur. Die KSV wollte nach dem Auswärtssieg in Cottbus nachlegen. Mindestens einen Punkt wollte man holen, besser natürlich drei. Personell war die Situation nicht entspannter geworden: Nachdem sich Maik Kegel in Cottbus leicht verletzt hatte musste er diesen Spieltag pausieren. So ging die Kapitänsbinde passenderweise an seinem Geburtstag an Tim Siedschlag.

 

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Schäffler und Lewerenz, beide leicht angeschlagen, wurden zunächst auf der Bank geschont.

 

Stadion der Freundschaft, 23. September 2015, Endstand 1:2

 

Geht doch, Jungs! Respekt an alle Away-Fahrer in der Englischen Woche!

 

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Bilder von Martin (Ultima Raka)

19. September 2015, Endstand 0:0

 

Irgendwie war die Stimmung im Kieler Lager vor dem Ostseeduell gegen den FC Hansa nicht die beste. Die Rostocker hingegen hatten es inzwischen geschafft, sich im Gegensatz zu letzter Saison zu stabilisieren und sich im Mittelfeld wiederzufinden. So durfte der FCH acht Tage vor dem Aufeinandertreffen auch wieder 18.000 Zuschauer gegen Cottbus begrüßen. Holstein zeigte zuletzt eine defensiv stabilere Leistung, in Aalen reichte es immerhin zu einem 0:0, mit Blick auf die Spielanteile wäre aber wahrscheinlich auch mehr drin gewesen.

 

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Die Holstein Szene traf sich vor dem Spiel mit über 100 Leuten in einer bekannten Lokalität. Im Zuge des Marsches zum Stadion hatte man einmal wieder das Vergnügen mit der Staatsmacht, sodass die ersten 13 Minuten und 12 Sekunden des Spiels schweigend auf der Westtribüne verbracht wurden. Die Gäste aus Mecklenburg-Vorpommern (sowie sicherlich zahlreiche Exilanten aus HH und SH) reisten heute mit 2000 Gästen an die Förde und legten in den ersten Minuten eine geschlossenen Auftritt auf's Parkett - allerdings dürfte es wohl der bisher schwächste Auftritt im Holstein-Stadion gewesen sein.

 

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In Erinnerung wird allerdings das Mülltonnen-Surfen bleiben. Warum die Tonnen nachfolgend abgefackelt werden mussten, muss nicht verstanden werden.

13. September 2015, SCHOLZ-Arena, Endstand 0:0

 

Der 8. Spieltag bot den Holsteinern die schreckliche Dreifaltigkeit des Auswärtsfahrens: weite Distanz, vermeintlich unattraktiver Gegner und das Ganze auf einem Sonntag. Schade auch, dass der von den Ultràs angebotene Bus mangels Nachfrage nicht zustande kam. Ein großes Lob geht an dieser Stelle dafür an die rund 100 Kieler, die sich trotzdem auf den Weg nach Baden-Württemberg machten und somit bei der Störche-Premiere auf der Ostalb dabei sein durften.

 

Gästeblock Aalen

 

Dank eines nur 1 3/4 Stunden entfernten Nachtlagers ging es zumindest für einen Teil von CCK ausgeruht und mit ausreichend Frühstück im Magen die 145 Kilometer in Richtung Ostalb. Während der VfR im Norden eher als graue Maus wahrgenommen wird, gehörte der 1921 gegründete Verein schon immer zu einer der festen Größen in den oberen Amateurligen des Südens. Bereits Anfang der 2000er wurde der Aufstieg in die zweite Bundesliga als mittelfristiges Ziel ausgegeben. Doch erst in der Saison 2007/2008 kam man erstmals in Reichweite. Am Ende scheiterte Aalen zwar, die Qualifikation für die neue eingleisige 3. Liga hatte der VfR jedoch sicher.

 

Nach nur einer Saison ging es allerdings hinab in die Viertklassigkeit. Mit einem Neuanfang in der Regionalliga gelang der direkte Wiederaufstieg. Im Sommer 2012 konnte das zur Jahrtausendwende ausgegebene Ziel endlich erreicht werden. Nach dem Ausstieg Imtechs als Hauptsponsor im Jahr 2013 brachten finanzielle Probleme den Verein dann wieder ins Wanken. Doch eine Bürgschaft des Vereinspräsidenten Scholz rettete den VfR vorübergehend. Ein strenger Sparkurs, sowie Punktabzug durch die DFL in der Saison 2014/2015 beendeten das Kapitel 2. Liga. Unter dem in Kiel durchaus noch bekannten Peter Vollmann soll es aber nur ein kurzes Gastspiel in Liga 3 bleiben.

 

Heim Aalen

 
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