Nikolaustag 2014, Alpenbauer Sportpark Unterhaching, Endstand 1:1
 
Zwei Auswärtsspiele hintereinander sind an sich schon hart. Nachdem uns die Liga am vergangenen Wochenende ins südlich von Stuttgart gelegene Reutlingen geführt hatte, ging es dieses Mal in den Süden Münchens.
 
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Also die beiden weitesten Touren der Saison innerhalb einer Woche. In Zahlen ausgedrückt: Hin und zurück 3.360 Kilometer.
 
Im Gegensatz zum letzten Wochenende verlief die Fahrt verhältnismäßig störungsfrei. Lediglich eine Vollsperrung bremste uns kurzfristig aus. Glücklicherweise konnten wir recht zügig die Autobahn verlassen und verloren auf dem Umweg über die Landstraße gerade mal 15 Minuten. 
 
Bevor es in Richtung Stadion ging, wurde natürlich ganz Calcio Culinara - like nochmal der nächste Edeka in Freising, dem Ort des Nachtlagers, aufgesucht. Die obligatorische Auswahl an regionalem Bier und Wurstwaren wurden an Bord gebunkert. Außerdem durften wir am heutigen Tag am Promostand Marzipan und Nougat verkosten. Die Dame empfohl uns, uns den Namen des Herstellers zu merken - Niederegger. Hoffentlich können wir uns das einprägen. 
 
Angekommen in Unterhaching konnte man bereits so einige Kieler im Stadionumfeld sichten.
 
Ein von Sponsoren bezahlter Bus, dessen Besatzung von der Fanbetreuung ausgewählt wurde, erreichte Unterhaching erst im Laufe der zweiten Halbzeit. 
 
 
 
So zählten wir bei Anpfiff in Gästeblock und auf Tribüne gut 150 Kieler, die es sich da bequem gemacht hatten. Angesichts von Entfernung und Jahreszeit ging das aber absolut in Ordnung. Lediglich der Kieler Support litt etwas unter dem nasskalten Wetter - zwischenzeitlich setzt sogar etwas Schneefall ein - und nicht zuletzt unter der Führung des Gastgebers. Einige Male schallte aber doch der eine oder andere Kieler Gesang ganz gut durch den Sportpark. Auch wenn kein Alkohol im Gästeblock ausgeschenkt wurde, konnte die Spielvereinigung mit einer hervorragenden Versorgung punkten. Neben den üblichen Softgetränken und alkoholfreiem Bier, gab es Fruchtpunsch und Kakao zum Finger warm halten. Satt essen konnten sich die Störche-Anhänger an Leberkas', Bratwurstschnecke im Brötchen und Krapfen - wir kennen sie als Berliner. Einige ganz Harte versuchten sogar trotz Temperaturen nahe des Gefrierpunktes die Eisvorräte im Gästeblock zu vernichten. Leider jedoch ohne Erfolg.
 
 
 
 
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Die gute Verpflegung abseits des einheitliche Arenafraß erinnerte mehr an einen sympathischen Kreisligisten mit großer Auswahl, als an ein ehemaliges Mitglied des deutschen Fußballoberhauses. Aus dieser Zeit, Saison 1999/2000 und 2001/2002, finden sich mit Chance sogar noch Aufkleber in den sanitären Anlagen. Denn im Gegensatz zu manch anderen Stadien, kämpft hier keiner den sinnlosen Kampf gegen Kleber auf Klo. Wie bei einer Litfaßsäule, braucht man an einigen Stellen wohl nur lange genug kratzen, bis man Spuren der glorreichen Zeit findet.
 
Inzwischen backt man am Fuß der Alpen etwas kleinere Semmeln. Jedoch leistet Unterhaching gerade im Jugendbereich solide Arbeit, die nicht selten gute Nachwuchstalente hervorbringt. Aktuelles Beispiel hierfür ist zum Beispiel Pascal Köpke, Sohn des ehemaligen Kieler- und Nationaltorhüters Andreas Köpke, der letzte Saison noch A-Jugend Bundesliga gespielt hat und inzwischen als Stürmer für die Tore der Spielvereinigung zuständig ist. Beim heutigen Spiel konnte dieser verletzungsbedingt jedoch nicht antreten, was den Gastgeber jedoch nicht davon abhielt, zu treffen.
 
Bis zum Einschlag in den Holsteiner Maschen sah es in der ersten halben Stunde jedoch noch richtig gut aus. Die Störche bestimmten das Geschehen auf dem oberbayrischen Acker. Die Spielvereinigung kam kaum aus der eigenen Hälfte und die Kieler hatten mindestens einmal die Führung auf dem Fuß. 
 
In der 31. Minute endete dann Kenneth Kronholms Serie von 626 Spielminuten ohne Gegentor. Nach einem Freistoß konnte der Gastgeber mittels Kopfballverlängerung, einem Flug durch den halben Strafraum und Volleyschuß von Widemann in Führung gehen. Die letzte Viertelstunde der ersten Halbzeit wirkte seitens Holstein nun etwas verkrampft, auch wenn die Position der besseren Mannschaft noch nicht aufgegeben wurde. Mit Hachings junger Offensive hatte die KSV-Abwehr so ihre kleinen Probleme. In der 45. Minute hatte Schäffler sogar nochmal die Chance auf den Ausgleich, kam beim Kopfball aber nicht hoch genug und kann den Ball nur über die Querlatte stoßen. Das Mienenspiel unseres Trainers sprach Bände.
 
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Nach der Pause konnte sich Holstein zunächst keine Spielanteile erarbeiten. Zwischenzeitlich baute Unterhaching sogar etwas Druck auf und versuchte die Führung auszubauen. Jedoch ohne Erfolg. In der 60. Minute fand sich dann auch die Busbesatzung im Gästeblock ein. Gerade rechtzeitig um zu erleben, wie die Störche anfingen, das Spiel wieder in die Hand zu nehmen. Die mitunter auch robuste Arbeit der Kieler zahlte sich in der 78. Minute schlußendlich aus. Kegel bediente per Flanke Patrick Breitkreuz und der Kieler Joker brachte den Ball mit einem sehr ansehnlichen Flugkopfball zum Ausgleich im Tor - großer Jubel bei den 200 KSV Fans im Stadion!
 
 
In der Folge versuchte unsere Mannschaft vor offiziell etwas über 1600 Zuschauern sogar noch die Führung zu erzielen, konnte sich auf dem schweren Geläuf aber nicht mehr entscheidend durchsetzen.
 
Aus spielerischer Sicht wäre heute sicher mehr drin gewesen. Aber einen echten Grund sich zu ärgern gibt das nicht, denn auch der Gastgeber hatte doch einiges Potential in ihren Reihen Auch wenn mit dem Gegentor Kronholms Serie beendet wurde, baut das Team eine andere weiter aus. Inzwischen sind wir bei 11 Spielen ohne Niederlage. Und gegen Dortmund will die KSV vor einer hoffentlich angemessenen Kulisse weiter wichtige Punkte sammeln, auch wenn die Begegnung gegen junge spielstarke Spieler sicherlich nicht einfacher wird als heute in Südbayern.
 
P. S.: Auch wenn die Hachinger Szene sicher nicht zu den größten und besten in Fußballdeutschland gehört - Selbstironie besitzen sie.
 
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Alle Bilder gibt es in der Galerie.
 
Anmerkung: In einer älteren Version des Artikels haben wir berichtet, dass der Bus vom Verein gestellt wurde und lediglich intern beworben wurde. Das ist nicht korrekt. Den Fehler haben wir selbstverständlich auf Bitten von u. A. Bianca Heckt und Daniel Henke korrigiert und bitte ihn zu entschuldigen.
 
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