1. November 2014, Endstand 1:0

 

Bielefeld, Bielefeld. In der ersten Liga irgendwie als kleiner Verein ein wenig belächelt, in der zweiten Liga spielt man keine schlechte Rolle. Und in der dritten Liga? Ein absolutes Schwergewicht!

 

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Und dieses Schwergewicht machte sich auf in den hohen Norden, um dort nach dem Pokalsieg gegen Erstligist Hertha BSC die Tabellenführung zu verteidigen. Begleitet wurde der DSC heute von 1.500 Fans, noch kurz vor dem Spiel hatte der ehemalige Erstligist 400 Karten nachbestellt. Überhaupt schien die Medienlandschaft die anhaltende Erfolgsserie der KSV endlich einmal zu würdigen, der NDR übertrug seit vielen Monaten wieder ein Heimspiel der Störche. Der Bedeutung und Aufmerksamkeit dieses Spiels wurde man sich spätestens bewusst, als man 60 Minuten vor dem Anpfiff absolut keinen Parkplatz mehr in der Stadionumgebung finden konnte. Auch auf dem Feld hatten die Blau-Weiß-Roten vor dem Anpfiff so ihre Probleme: Von den beiden verletzungsbedingten Wackelkandidaten Marc Heider und Hauke Wahl konnte sich nur der Torjäger auf dem Spielberichtsbogen wiederfinden. Die Einlaufmusik wurde für kurze Zeit getrost vernachlässigt, denn im Gästeblock konnte man heute wohl den besten Auftritt seit einiger Zeit bewundern dürfen, klammert man die zwei Auftritte von der Fanszene Rostock einmal aus.

 

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Die über 1.500 Gäste bereuten ihr Kommen zunächst nicht, Bielefeld übernahm die Initiative auf dem grünen Rasen und ließ Holstein in der ersten Zeit nicht richtig zur Entfaltung kommen. Die Kieler Defensive verrichtete ihren Dienst aber auch gewohnt kompromisslos, sodass den Störche-Fans nicht bange werden musste. Die erste Chance hatte nach 11 Minuten die Arminia: Marc Lorenz spitzelte den Ball um Holsteins Keeper Kronholm herum, traf anschließend aber nur das Außennetz. Auf den Rängen dagegen gab es schon etwas mehr zu sehen: Bielefeld überzeugte mit Hüpfeinlagen über den nahezu kompletten Gästeblock, auch der Block I auf Kieler Seite war gut gefüllt und ließ die Gesänge doch recht laut über den Holstein-Platz schallen.

Von der besten Offensive der Liga konnte der Zuschauer heute nicht wirklich viel sehen, insbesondere Fabian Klos hatte die Kieler Defensive mit dem ordentlich aufspielenden Startelfdebutanten Patrick Auracher und einem starken Marlon Krause gut im Griff. Nach vorne hatten die Störche in der ersten Halbzeit aber ebenfalls nicht viel zu bieten. Dann aber die 36. Spielminute: Kazior verlängerte den Ball in Richtung Bielefelder Strafraum, das Spielgerät berührte den Rasen und sprang über den völlig perplexen Alexander Schwolow und Marc Heider ist zur Stelle: 1:0 für Kiel!

 

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Die Gäste reklamierten noch bei Schiedsrichter Willenborg, das sah aber viel eher nach Torwartfehler aus, als nach einem irregulären Einsteigen von Manuel Schäffler. Jetzt war Feuer in der Begegnung, der Gast aus der Leineweberstadt wollte sofort den Ausgleich, Kronholm rettete Augenblicke später vor Fabian Klos. Der Gast verfiel aber danach wieder ins alte Muster, die Angriffe wurden nicht richtig zu Ende gespielt und häufig konnte die Kieler Defensive klären. Dann war Pause und nicht wenige hatten das Gefühl, dass die Störche endlich einmal eine Führung herausgespielt hatten, ohne das bessere Team zu sein. Zwei Störche hatten in der Pause übrigens auch Arbeit auf dem Feld zu verrichten: Die verletzen Fabian Wetter und Marcel Gebers standen dem NDR im Rahmen der Halbzeitanalyse Rede und Antwort.

 

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Auch nach Wiederanpfiff erhöhten die Ostwestfalen sofort wieder den Druck. Nach 51 Minuten war es wieder Fabian Klos, dessen Kopfball nur ganz knapp am Pfosten vorbei zischte, da hätte Kronholm wohl keine Chance gehabt. Der Ex-Erstligist zeigte sich nun feldüberlegen, richtig gute Chancen resultierten aber nicht aus diesem Übergewicht. Aber auch Kiel erarbeitete sich noch einige Gelegenheiten: Marc Heider köpfte nur knapp am Tor vorbei (64.), Schäfflers Gewaltschuss rauschte knapp über das Gehäuse der Schwarz-Weiß-Blauen, dessen Fans heute auch eine Abordnung der AG-abstinenten CFHH begrüßen durfte. In der Folge machten der gelb-rot gefährdete Krause Platz für Mikkel Vendelbo, Patrick Breitkreuz sollte für Marc Heider das Konterspiel weiter beleben. Das klappte auch nicht schlecht, die beste Chance hatte wohl kurz vor Schluss Tim Siedschlag, der schnell schaltete und so Schwolow, mit in den Strafraum gelaufen war, überrumpelte, am Ende aber einen Fehlpass spielte. Auch die Bielefelder wollten aus Kiel unbedingt einen Punkt mitnehmen, doch Kenneth Kronholm rettete zweimal stark gegen Fabian Klos. Am Ende des fast 10 Minuten gesungenen neuen Kurven-Schlagers „2045! Ja, ihr werdet es schon seh'n“ stand der Abpfiff und im Stadion vernahm man einen Jubel, den man so schon lange nicht mehr gehört hatte. Die Gäste beschwerten sich im Anschluss noch über einige Entscheidungen des Unparteiischen, dessen Entscheidung nach einem Foul von Kegel und einem Handspiel von Hartmann im Strafraum jeweils gegen das Team aus NRW ausfielen. Am Ende errangen die Kieler einen lang ersehnten dreckigen Sieg gegen ideenlose, aber phasenweise bessere Ostwestfalen. Im Übrigen ist die KSV jetzt seit 7 Spielen ungeschlagen, seit über 3 Spielen musste Kenneth Kronholm nicht mehr hinter sich greifen und das obwohl mit Wetter, Wahl und Gebers drei potentielle Stammspieler der Viererkette fehlten.

 

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Nächste Woche geht’s zum Tabellenführer der ewigen Tabelle der zweiten Liga, Fortuna Köln. Eine neue Stadt, ein neues Stadion. Alle nach Cologne! Denn mit Tabellenführern kann die KSV schließlich bestens umgehen!

P.S. Der fehlende Parkplatz wurde übrigens auf einem Grünstreifen gefunden. Der rote Zettel am Scheibenwischer war den heutigen Nachmittag absolut wert!  

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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