22. November 2014, Endstand 1:0

 

Nach dem spielfreien Wochenende wurde es wieder Zeit, dass wieder Spieltag ist. Noch ein bisschen mehr fieberte man dem Anpfiff entgegen. Trotz eher mäßigen Novemberwetters hatten sich 5.800 auf den Weg zum Holsteinplatz gemacht. Davon gut 380 Anhänger aus Duisburg und zwei Busse aus Kopenhagen, die auf Durchreise nach Hamburg waren.

 

Als Kieler hatte man ja bisher nur im DFB-Pokal gegen die Zebras gewinnen können. Und rein nach der Tabellensituation erwartete man aus Kieler Sicht auch keinen haushohen Sieg. Typisches „wenn wir einen Punkt mitnehmen, sind wir zufrieden, Niederlage wäre nicht schlimm, Sieg eigentlich ganz geil."

 

Zu Beginn des Spiel zeigten beide Seiten wirklich nette Choreos - einfach, aber effektvoll.

 

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Die zudem gut beflaggte Gästekurve war mal wieder ein Beweis, dass die Dritte Liga mit ihrer großen Anzahl an Traditionsklubs richtig Spaß bringt. Auf dem Platz sah es zunächst dagegen nicht nach Spaß aus. Insbesondere in der ersten Hälfte glänzten die Highlights mit Abwesenheit. Weder die Störche noch die Zebras konnten sich zwingende Chancen erspielen. Dabei fehlte es den Mannschaften nicht einmal am nötigen Willen.

Heute gab die KSV bekannt, dass Holstein Kiel und U19-Trainer Frank Drews (geb. 20. Mai 1963) ihre langjährige Zusammenarbeit einvernehmlich und mit sofortiger Wirkung beendet haben.

 

Nachfolger von Drews als Trainer der U19 wird Christian Riecks (geb. 29. August 1982), der bislang für die U23 in der Schleswig-Holstein-Liga verantwortlich war. Ihm wird der bisherige U19-Trainer-Assistent Oliver Wuttke (geb. 22. Juli 1970) zur Seite stehen.

 

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Den frei gewordenen Posten als U23-Trainer übernimmt Ole Werner (geb. 4. Mai 1988), der bislang als Trainer-Assistent der U23 fungierte. Am morgigen Sonnabend beim Auswärtsspiel der U23 in Kropp tragen Riecks und Werner letztmalig gemeinsam die Verantwortung für die 2. Mannschaft der Kieler Störche.

 

 

9. November 2014, Südstadion, Endstand 0:0

 

Das zweite Sonntagsspiel der Saison führte uns diesmal ins Rheinland. Die Befürchtungen, der noch stockende Bahnverkehr würde sich auf die Straße verlagern bewahrheitete sich zum Glück nicht. Im Gegenteil: Die freien Straßen erlaubten uns sogar entspanntes Fahren und großzügige Pausen. Letztere wurden dazu genutzt, die neuesten Reviermarkierungen zu erkunden. Der Haupspieltag Sonnabend war schließlich durch und nicht wenige Vereinsanhänger hatten sich entlang er A1 verewigt.

 

Das gute Zeitpolster reichte auch noch für einen geplanten Abstecher, der fast als Pilgerfahrt bezeichnet werden konnte. Nördlich des Zentrums befindet sich der Kölner Stadtteil Weidenpesch. Heute ist die Ecke bekannt für die Pferderennbahn. Doch auch wenn es sich auf dem Gelände der Reitsportanlage befindet, das Objekt unser Begierde war natürlich ein Ground. Oder was von dem Ground noch übrig ist. Das Stadion Weidenpescher Park beheimatete einst den VfL Köln 1899. Dieser zog 2002 jedoch aus der traditionsreichen Spielstätte, deren letztes Highlight wohl die Dreharbeiten zu Sönke Wortmanns 'Das Wunder von Bern' waren, aus.

 

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Das Stadion galt mit einem Fassungsvermögen von 16.000 Zuschauern einstmals als eines der größten Fußballstadien Deutschlands. 1905 und 1910 fanden hier die Endspiele um die Deutsche Meisterschaft statt. Moment... Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1910? Hat da nicht....? Richtig, unsere altehrwürdige KSV, bzw. der Vorgängerverein FV Holstein Kiel spielte, bevor 1912 der große Meisterschaft-Wurf gelang, zwei Jahre früher vor 5.000 Zuschauern auf eben jenem Grund und Boden, auf dem wir uns bei unserer Erkundungstour befanden (übrigens: 2 von 3 verlassenen Stadien haben Löcher im Zaun... ;) ). Von dem damaligen Glanz ist inzwischen allerdings nicht mehr viel zu erkennen. Die 1920 errichtete und damit älteste Fußballtribüne des Landes verfällt zusehendst. Trotz Denkmalschutz. Und wo einst 22 Mann um das runde Leder kämpften, finden nur noch gelegentliche Flohmärkte statt.

 

Danach Abfahrt zum Südstadion – das hatte man als Kieler zuletzt am 1. Oktober 2005 besucht, allerdings damals um die Zweitvertretung des 1. FC Köln durch Tore von Molata und Coiner 2:0 zu besiegen. Mit der Fortuna verbindet die KSV dann die gemeinsame Zweitligazeit.

 

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Dass die Kieler es alle drei Spielzeiten in Bundesliga Zwei mit der Fortuna aus Köln zu tun bekamen ist kein Wunder, schließlich fühlte sich der Verein aus der Südstadt in dieser Spielklasse besonders wohl. Insgesamt 26 Jahre von 1974 bis zum Jahr 2000 spielte man zweitklassig und schaffte es weder aufzusteigen (1986 scheiterte man an in der Relegation an Borussia Dortmund) noch abzusteigen (1992 konnte man aufgrund der Insolvenz von Blau-Weiß 90 Berlin noch in die Relegation einziehen und da knapp die Klasse halten). Auch gelang es nie, die Vormachtstellung des 1. FC Köln in der Stadt ernsthaft infrage zu stellen. Zwar konnte die Fortuna den einen oder anderen Derbysieg einfahren, so auch in der Saison 1999/2000. Doch am Ende ging es für die Fortuna in die Regionalliga, während die Geißböcke in die Bundesliga aufstiegen. Einher mit dem sportlichen Niedergang ging die finanzielle Pleite: Präsident und Mäzen Hans „Jean" Löring (in Köln „De Schäng" genannt), der den Verein immer in der 2. Bundesliga gehalten hatte, musste sich zurückziehen und hinterließ einen hochverschuldeten Verein, für den es bis in die fünftklassige Verbandsliga Mittelrhein runter ging. Für die finanzielle Konsolidierung bekamen die Spieler des Vereins, die unter dem Motto „Einem nackten Mann greift man nicht in die Tasche – aber unter die Arme" im Adamskostüm posierten, Hilfe unter anderem vom Schauspieler Ralf Richter, Michael Schumacher und den Prostituierten des Bordells „Pascha". Dieses Jahr schaffte man dann wieder den Sprung in den Profifußball, durch das Herzschlagfinale gegen die Zweitvertretung der Münchner Bayern.

 

1. November 2014, Endstand 1:0

 

Bielefeld, Bielefeld. In der ersten Liga irgendwie als kleiner Verein ein wenig belächelt, in der zweiten Liga spielt man keine schlechte Rolle. Und in der dritten Liga? Ein absolutes Schwergewicht!

 

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Und dieses Schwergewicht machte sich auf in den hohen Norden, um dort nach dem Pokalsieg gegen Erstligist Hertha BSC die Tabellenführung zu verteidigen. Begleitet wurde der DSC heute von 1.500 Fans, noch kurz vor dem Spiel hatte der ehemalige Erstligist 400 Karten nachbestellt. Überhaupt schien die Medienlandschaft die anhaltende Erfolgsserie der KSV endlich einmal zu würdigen, der NDR übertrug seit vielen Monaten wieder ein Heimspiel der Störche. Der Bedeutung und Aufmerksamkeit dieses Spiels wurde man sich spätestens bewusst, als man 60 Minuten vor dem Anpfiff absolut keinen Parkplatz mehr in der Stadionumgebung finden konnte. Auch auf dem Feld hatten die Blau-Weiß-Roten vor dem Anpfiff so ihre Probleme: Von den beiden verletzungsbedingten Wackelkandidaten Marc Heider und Hauke Wahl konnte sich nur der Torjäger auf dem Spielberichtsbogen wiederfinden. Die Einlaufmusik wurde für kurze Zeit getrost vernachlässigt, denn im Gästeblock konnte man heute wohl den besten Auftritt seit einiger Zeit bewundern dürfen, klammert man die zwei Auftritte von der Fanszene Rostock einmal aus.

 

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Die über 1.500 Gäste bereuten ihr Kommen zunächst nicht, Bielefeld übernahm die Initiative auf dem grünen Rasen und ließ Holstein in der ersten Zeit nicht richtig zur Entfaltung kommen. Die Kieler Defensive verrichtete ihren Dienst aber auch gewohnt kompromisslos, sodass den Störche-Fans nicht bange werden musste. Die erste Chance hatte nach 11 Minuten die Arminia: Marc Lorenz spitzelte den Ball um Holsteins Keeper Kronholm herum, traf anschließend aber nur das Außennetz. Auf den Rängen dagegen gab es schon etwas mehr zu sehen: Bielefeld überzeugte mit Hüpfeinlagen über den nahezu kompletten Gästeblock, auch der Block I auf Kieler Seite war gut gefüllt und ließ die Gesänge doch recht laut über den Holstein-Platz schallen.

25. Oktober 2014, Baustelle an der Gellertstraße, Endstand 0:0

 

Mit einer Serie von fünf Spielen ohne Niederlage in Folge fährt es sich durchaus gut auswärts. Da uns mit Chemnitz eine bärenstarke Truppe erwartet, hält sich der Optimismus in Sachen Auswärtssieg jedoch in Grenzen. Trotzdem erhoffen wir uns im Gegensatz zum letzten Gastspiel an der Gellertstraße wenigstens einen Punkt oder darf man sogar drei Punkte entführen, wie man es bereits 2010 an einem Freitag mit 50 Kielern erlebte?

 

Also im Dunkeln aufgestanden, Passagier Nr. 1 eingesammelt, 3 1/2 entspannte Stunden später bei Berlin Passagier Nr. 2 eingeladen und ab nach Südsachsen. Hier ging es diesmal allerdings nicht direkt zum Stadion.

 

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Zu unserem Glück statteten wir dem dicken Kopf von Herrn Marx noch einen Besuch ab (beim mittlerweile dritten Besuch konnte man auf diese Weise auch endlich mal bis in die Innenstadt vordringen) und entdeckten nur wenige Schritte weiter eine Privatmetzgerei mit heißer Theke.

 

 

Und für 0,95 € ließen wir uns die gebrühte und knackige Krakauer natürlich nicht entgehen. Bei diesen Preisen kam einem doch gar nicht in den Sinn, warum Kraftklub sich als Bürger dieser Stadt als Verlierer bezeichnen ;-).

 

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An der Gellertstraße angekommen stellten wir eine deutliche Veränderung gegenüber des letztes Besuches fest. Vom ursprünglichen Stadion stand gerade mal noch die halbe, alte Haupttribüne. Die Gegengerade indes fehlt ganz. Nord- und Südtribüne sind dagegen bereits neu. Man darf gespannt sein, wie das Stadion im fertigen geschlossenen Zustand aussieht, denn selbst für einen Neubau versprühte der erste Baufortschritt eher wenig Charme. Der Chemnitzer Supportkern versammelte sich unmittelbar hinter dem Tor auf der Südtribüne. Die Gäste wurden auf der Nord platziert. Zumindest für die Gäste dürfte dieser Platz schon dauerhaft feststehen.

 

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Die ersten Minuten nach dem Anpfiff von Bundesligaschiedsrichter Christian Dietz aus Kronach erwiesen sich als erste Abtastphase, wirklich zwingende Chancen ergaben sich nicht, man merkte doch den Respekt der Teams vor der jeweils anderen Mannschaft. Außerdem standen sich hier zwei der besten Defensivreihen der dritten Liga gegnüber, da brauchte es 24 Minuten, bis Ofosu einmal von rechts abzog und den Ball knapp links neben das Tor von Kenneth Kronholm hämmerte.

 
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