23. August 2014, Endstand 0:1

 

Die gute Nachricht zuerst: Holstein kann spielerisch ganz deutlich mit Absteigern aus der zweiten Liga mithalten. Dass diese Teams oft aber auch nicht das Fußballspielen erfunden haben, zeigte sich in den vergangenen 90 Minuten, doch der Reihe nach.

 

CB

 

Kiel Block

 

Mit dem FC Energie verbindet man als Holsteiner in der vergangenen Zeit nur gute Erinnerungen, natürlich aufgrund der Pokalvorstellung vor drei Jahren, als man Energie als Zweitligist mit 3:0 in die Schranken verweisen konnte. So richtig Pokalfeeling erhielt der Nachmittag aber heute überhaupt nicht, die Ränge waren eine halbe Stunde vor dem Anstoß noch nahezu verweist. Da muss man sich schon fragen, ob den Gelegenheitszuschauern das dritte Spiel in kurzer Zeit schon zu viel sein könnte, dabei hätte sich nach einem solchen Spiel gegen einen Namen wie Energie Cottbus doch noch jeder die Finger geleckt. Glücklicherweise füllte sich das Holstein-Stadion doch noch ein wenig, auch wenn die Zuschauerzahl am Ende mit etwas über 4400 Zuschauern doch etwas enttäuschend war. Einen kleinen Farbtupfer erhielt die Szenerie noch kurz vor dem Anpfiff als die knapp 300 Gäste aus der Lausitz mit ein paar größeren Schwenkern und Doppelhaltern hantierten. Auf dem Platz dagegen war die KSV sofort auf den Punkt da und übernahm das Kommando, bereits nach 4 Minuten bediente Saliou Sané Tim Siedschlag, doch der platzierte Ball klatschte an den Innenpfosten und von dieser Stelle aus leider nicht ins Tor. In der Folgezeit möchte der Schreiber gerne etwas berichten, deutliche Chancen konnte der Stadienbesucher aber nicht beobachten, auch wenn die KSV weiter das Heft des Handelns in der Hand hielt. Zu oft wurden die Angriffe nicht zu Ende gespielt, Pässe landeten im Aus, auch wenn man den Jungs in blau-weiß-rot den Einsatz und den Willen nicht absprechen konnte. Insgesamt stach Tim Danneberg heute heraus, der auch aus seiner defensiven Position heraus oft Akzente nach vorne setzen konnte. Erst 10 Minuten vor dem Seitenwechsel sorgte Sané mal wieder etwas für die Torschussstatistik, doch sein Schuss auf spitzem Winkel ist kein Problem für Cottbus' Müller im Tor der Gäste. Für die erste Schrecksekunde auf Heimseite sorgten die Störche derweil selbst, Kronholm nutzte einen langen Ball zu einem Ausflug aus dem Strafraum hinaus, konnte aber Michel nicht entscheiden stören, sein Schuss war am Ende kein Problem für den nahe der Torlinie postierten Patrick Herrmann. Anschließend pfiff Schiedsrichter Reichel zu Pause, insgesamt Holstein bei zwei schwachen Teams etwas besser, den FCE sah man so gut wie gar nicht.

 

 

 

Nach Wiederanpfiff zeigte sich das gleiche Bild, auch die Stimmung zeigte sich leicht verbessert, auch wenn es heute auf allen Ebenen eine eher schwache Vorstellung war, im Gästeblock konnte man ein paar mal Bewegung beobachten, die meiste Zeit war es aber doch recht ruhig in der Ostkurve. Außer einem kraftlosen Kopfball von Manuel Schäffler deutete aber nichts auf einen baldigen Torerfolg der Störche hin. Nach einer Stunde machten es die Gäste dann deutlich besser, nach dem allerersten vielversprechenden Vorstoß des Teams aus der Lausitz kam der Ball plötzlich zu Manuel Zeitz, dessen Distanzschuss erwies sich als sehr viel platzierter als die Ausgaben der Störche zuvor und ließ Kronholm im Tor keine Chance. Karsten Neitzel reagierte sofort und brachte Heider und Kegel für Breitkreuz und Vendelbo. Beide belebten das Spiel noch einmal ein wenig im Rahmen ihrer auskurierten Verletzungen, sorgten aber nicht für eine Veränderung des Gesamteindrucks. Die KSV spielte weiter bemüht nach vorne, konnte das Tor von Cottbus' Kevin Müller nicht mehr ernsthaft in Gefahr bringen, die Gäste dagegen beschränkten sich auf die Verwaltung ihres Vorsprunges und erspielten sich so mit minimalen Aufwand die nächsten drei Punkte für das Punktekonto. Auf Cottbusser Seite sprach man danach von einer „kämpferisch sehr guten Leistung“ und von einem Mitnehmen des Schwungs aus dem Pokalspiel. Da muss man sich schon fragen, ob man dann überhaupt mal so etwas wie Schwung in den letzten 90 Minuten beobachten konnte, insgesamt eine schwache Leistung von beiden Teams, wobei sich hier einfach mal wieder bewahrheitete, kampfbetonte und chancenarme Spiele entscheidet die KSV nur selten für sich. Da war einem ein bekannter Anhänger der Sorben schon lieber, dem man im nicht ganz nüchternen Zustand noch erklären musste, dass Energie heute nicht nur ein, sondern drei Punkte in der Fremde geholt hatte...

 

 

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17. August 2014, Endstand 1:2

Spätestens mit Anbringung der DFB-grünen Folie im Stadion, kam Ende der Woche Pokalfieber auf. Erinnerungen an die Saison 2011/12 ließen die Laune steigen, am liebsten hätte man schon am Sonnabend die Störche nach vorne geschrien.

 

EFW

 

Zum Glück begann für die CCK das Pokalwochenende dann schon ein wenig am Samstagabend. Es hatte sich internationaler Besuch aus Berlin, Israel und England angekündigt. Der wurde quasi unmittelbar nach Ankunft ins Hauptquartier verfrachtet und mit norddeutschen Spezialitäten versorgt: Birnen, Bohnen und Speck oder kurz „Gröner Hein“ und Flens. Den Abend vorm Anpfiff ließen wir dann in größerer runde in zwei von Kiels Kultkneipen, der Palenke und dem Wubbke ausklingen. Und die Wartezeit fiel gar nicht mehr so schwer.

 

Nächsten Morgen dann deftiges Frühstück und früh zum Stadion, um das ein oder andere Gesicht zu erblicken. „Eventfans“ hin oder her – volles Haus ist doch immer ganz nett und sieht einfach auch besser aus.

 

West

 

Gäste

 

Stimmungsvolles Bild gleich zu Anfang. Auf Heimseite werden Schwenkfahnen und Doppelhalter en masse und darüber hinaus die lange als vermisst gegoltene und wieder ausgegrabene „Kieler SV Holstein“ Zaunfahne, die sich über Länge von Block erstreckt, präsentiert. Auch die Gäste aus München zeigen einige Schwenker, haben allerdings auch gut mit dem norddeutschen Wind zu kämpfen.

 

meachatronik Arena, 9. August 2014, Endstand 1:0

 

Wie singt Andrea Berg noch? „Du hast mich tausend Mal betrogen!" Nun mag sich der Leser vielleicht fragen, seit wann die CCK jetzt plötzlich auf Schlager steht. Keine Angst, ganz so weit ist es noch nicht. ;) Aber wenn man sich mit der knapp 8.000 Einwohner zählenden Gemeinde Aspach beschäftigt, fällt immer wieder unweigerlich der Name der hier wohnenden Schlagersängerin. Und irgendwie taugt der Titel auch ein wenig als Motto für das Wochenende. Schließlich hatte die Leistung in der Woche eigentlich auch ein gutes Spiel für den Sonnabend versprochen...

Zunächst begab man sich am Freitag gut gelaunt und zu viert auf die zweimal 730 km. Das Hansa-Spiel vom Mittwoch hatte nicht zu Unrecht die Hoffnung genährt, dass gegen Stuttgart II nach dem ersten Heim- auch der erste Auswärtsdreier möglich sein würde. Schließlich konnte die KSV auch zuvor schon in Dortmund spielerisch überzeugen, und die Stuttgarter Zweitvertretung (die während des Umbaus des Stadions auf der Waldau in Aspach unterkommt) hatte den Start mit null Punkten aus drei Spielen eher vermasselt.

Für einen Freitag ging es erstaunlich flott in die südliche Hälfte der Republik, beim Überqueren des Weißwurstäquators konnte mit FSV Frankfurt gegen Karlsruher SC sogar noch eine Zweitligapartie mitgenommen werden, ehe das Nachtlager in Baden-Württemberg bezogen wurde. Nach ausgiebige Frühstück schnell das restliche Stück Weg hinter sich gebracht und entspannte 1 ½ Stunden vor dem Anpfiff erreichte man die Weltmetropole Aspach.

 

arena

 

Die dort gelegene mechatronik-Arena entstand 2009 durch den Umbau des Sportparks Fautenhau und fasst 2.000 Zuschauer mehr, als der gesamte Ort Einwohner hat (Mathegenies haben natürlich 10.000 raus). Der Umbau wurde dabei von einer Investorengruppe finanzier, der unter anderem Aljaksandr Hleb und Mario Gomez angehören. Besonderheit ist dabei ein großes Blockhaus, das als Vereinheim und Gaststätte fungiert und in die Anlage integriert ist. Eigentlich ein wirklich nettes, kleines Stadion – doch ob Aspach jetzt Drittliga-Spielort sein muss. Nun ja...

Der Zuschauerzuspruch bei der Zweiten des VfB hielt sich jedenfalls einigermaßen in Grenzen. Die offizielle Zahl von 600 erschien vielen Anwesenden immer noch recht hoch. Aus Kiel hatten sich insgesamt 70 Fans nach Schwaben aufgemacht, die zumindest gegenüber der Heimat den Vorteil des deutlich besseren Wetters genießen konnten.

 

support

 

sneaker

 

Auf dem Feld schien es zunächst so, als wenn der Ausfall von Heider und Kegel nicht so sehr ins Gewicht fallen sollte. Allerdings zeigte sich auch schnell, dass die Stuttgarter keineswegs wie ein Tabellenletzter agieren würden. So blieben die Kieler Offensivbemühungen spätestens bei Innenverteidiger Timo Baumgartl hängen, der nacheinander Breitkreuz, Kazior und Sané den Weg zum Tor versperrte.

 

6. August 2014, Endstand 2:0

Spieltage sind immer etwas Besonderes. Aber es gibt Solche, da ist das Kribbeln ein bisschen stärker, als an anderen. Vorm ersten Spieltag der neuen Saison, vor Pokalspielen oder Spielen, die über Erfolg oder Misserfolg der Saison entscheiden. Oder aber, wenn jemand Besonderes zu Gast ist. Und da sind in der 3. Liga durchaus interessante Namen vetreten. Nur der Wegfall des einzigen wahren Derbies gegen den VfB Lübeck wird hier und da ein wenig bedauert. Vor allem weil es keinen adäquaten Ersatz gibt.

Osnabrück ist zwar ein Klassiker, aber kein Derby. Auch die Begegnungen mit Vereinen wie dem Halleschen FC oder der SG Dynamo Dresden waren dank der Vielzahl mitreisender und supportwilliger Fans ein Ereignis. Aber so der richtige Kick, wie in den Hochzeiten der Landesderbies gegen die Marzipanstädter, fehlt.

Zum Glück hat es sich in der 3. Liga neben Kiel noch ein weiterer Ostseeküstenverein gemütlich gemacht. Wir hüten uns, hier von einem Derby zu sprechen. Der regionale Bezug nur durch das gleiche Meer vor der Tür zu weit hergeholt und von einem Traditionsduell ohnehin zu weit entfernt.

 

hansa

 

Aber der FCH kann mit etwas Anderem aufwarten. Die Fans der Hansakogge gehören mit zu den besten Away-Fahrer-Szenen. Und, den Medien sei dank weiß das auch ganz Fußballdeutschland, sie haben natürlich ihren Ruf. Als Kieler erwarten wir von dem Hansa-Mob neben zahlreichem Erscheinen vor allem gute Stimmung und vielleicht auch ein klitzekleines bisschen Pyro. Und so stellt sich spätestens in der Mittagspause dieses Mittwoch das erste Kribbeln ein. Das viele Geplänkel im Vorfeld, die Missstimmung beim Kartenvorverkauf, die Sorgen der Sicherheitsorgane... Zwangläufig fragen wir uns an dieser Stelle, ob die Begegnung gegen Rostock jemals ein normales Spiel werden kann. So begleiten uns bei Facebook und auf der Straße Polizeiwagen, Wasserwerfer und Sirenen durch den Nachmittag.

Was vor Anpfiff noch auffällt: viele Hopper haben sich auf den Weg nach Kiel gemacht. Ob Berlin, Bielefeld oder Österreich, unser heutiges Spiel scheint ein Magnet für das neutrale, reisende Fußballvolk zu sein.

 

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Stadion Rote Erde, 2. August 2014
 
Nach dem Auftakt zu Hause geht es nun auch Auswärts los. Zwar erwartet uns mit dem Nachwuchs der Borussia kein ganz neuer Gegner, da die Bundesliga jedoch erst in drei Wochen startet, ist zumindest von einer tollen Kulisse auszugehen.
 
Ein erster Blick auf die Heimtribüne bestätigt die Hoffnung. Ein beeindruckender Supportmob hat sich bereits eine Stunde vor Anpfiff zwischen den Holzbänken positioniert. Und den Anpfiff braucht es nicht um die Stimmgewalt der Amateursupporter wahrzunehmen. Drei Minuten bevor das Dortmunder "Hells Bells" erklingt, legen sie schon los. 
 
 
 
Und auch wenn die rund 300 Kieler zahlenmäßig unterlegen scheinen, holen sie mit Anpfiff nach, was beim Heimspielauftakt ausfallen musste. Doch schon nach nur 7 Minuten ist die Stimmung empfindlich gedämpft. In der 3. Minute kommt ein Dortmunder im Kieler Strafraum zu Fall. Der zurecht gegebene Elfmeter wird durch David Solga zum 1:0 verwandelt. Nur vier Minuten später dann der nächste Schock. Kronholm kann vorm Tor nicht verhindern, dass er umkurvt wird, der erste Abschluss geht noch an den Pfosten, im Nachsetzen kann Oguzhan Kefkir auf 2:0 erhöhen. 
 
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