18. Oktober 2014, Endstand 3:0

 

HFC – diese drei Buchstaben standen in der jüngeren Holstein-Vergangenheit immer für spannende Spiele, man bedenke da nur den Last-Minute-Sieg der Hallenser in Kiel in der Regionalliga Nord oder das Fernduell um den Aufstieg in die 3. Liga, das man den Rot-Weißen dank eines 1:4 in Wolfsburg doch sehr leicht machte. Heute stand man sogar ein paar Plätze vor dem HFC, dazu musste das Team aus Sachsen-Anhalt durch Verletzungen und Sperren auf über die Hälfte seiner Startelf verzichten, dabei so klangvolle Namen wie Gogia und Furoholm, die mittlerweile auch schon sechs Tore für den HFC erzielt hatten.

 

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Zunächst einmal aber hatte die Szene Kiel zum ersten „Frühschiffen“ eingeladen und nutze so die Fahrkartenfunktion des Holstein-Tickets wohl mit dem besten Verkehrsmittel. Wirklich eine nette Idee, sodass sich bereits um 10 Uhr um die 70 Freizeitkapitäne einfanden und sich heute einmal eine kurzweilige halbe Stunde auf dem Fördedampfer gönnten. Schöne Aktion für den Zusammenhalt der Holsteinischen Anhängerschaft! Die Wasserschutzpolizei ließ es sich übrigens nicht nehmen, den gesamten Tross mit zwei Boten zu begleiten und so größtmögliche Sicherheit zu garantieren.

Manfred-Werner-Stadion, 12. Oktober 2014, Endstand 0:6

 

Holstein gegen Weiche? Da war doch was... . Stimmt, in der letzten Saison brauchte es so einige Anläufe vom Elfmeterpunkt, bis man sich die Teilnahme am DFB-Pokal gesichert hatte. Die Vorzeichen waren heute ganz andere, die KSV steht voll im Saft und hat seit vier Spielen in der dritten Liga nicht mehr verloren, der heimische ETSV Weiche musste dagegen noch am Mittwoch gegen die Zweitvertretung des VfL Wolfsburg ran und gestaltete das Aufeinandertreffen durchaus erfolgreich (3:2). Am zweiten Sonntag im Oktober durfte man dieses Mal also an die dänische Grenze, darüber freute sich insbesondere Weiches Stadionsprecher besonders, der verkündete, nun Holstein Kiel im Pokal endlich mal in Flensburg begrüßen zu dürfen. Bei Weiche fehlte heute Defensivchef Matze Hummel, der mit Bänderrissen bis Saisonende ausfällt.

 

Dennoch zeigte die KSV hier von Anfang ab, wer ins Halbfinale des SHFV-Pokals einziehen wollte.

 

 

Bruchwegstadion, 5. Oktober 2014, Endstand 1:1

 

Nachdem die Abordnung der CCK bereits am Vorabend genau wie eine beträchtliche Zahl von weiteren Kielern das günstig gelegene Spiel SG Eintracht Frankfurt gegen den 1. FC Köln besucht hatten, starteten wir den Tag mit Sigtseeing light in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt. Da es der erste Besuch war, wurden wir bereits beim Überqueren der Rheinbrücke und somit dem Passieren der Landesgrenze zwischen Hessen und Rheinland-Pfalz beeindruckt von der Fülle historischer Gebäude. Die Zeiten als mittelalterliche Bischofs- und als kurfürstliche Residenzstadt haben deutliche und vor allem schöne Spuren hinterlassen. Die Zeit bis zum Anpfiff nutzte die Autobesatzung für ein kleines Katerfrühstück mit Blick auf den Mainzer Dom. Schließlich ließen wir den Abend in Frankfurt-Sachsenhausen neben einigen regionalen Spezialitäten mit Grüner Soße vor allem mit Appelwoi pur und süß bzw. sauer Gespritztem ausklingen.

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Frisch gestärkt und mit einer Menge Vorfreude ging es zum Mainzer Traditionsground. Schön, dass das Stadion am Bruchweg nicht Eigenheimen oder Einkaufszentren gewichen ist, sondern noch immer vom Nachwuchs bespielt wird. Erbaut wurde das Stadion am Bruchweg (der heute übrigens Dr.-Martin-Luther-King-Weg und Albert-Schweitzer-Straße heißt) als städtisches Stadion im Jahr 1929. Erst 1937, nach dem Verlust des Stadions Fort Bingen, wechselte der Reichsbahn-SV 05 (eine Fusion aus dem 1. FSV und dem Reichsbahn-SV) die Spielstätte, die von den Nationalsozialisten den Propaganda-Namen „Herbert-Norkus-Kampfbahn" erhielt. Nach dem Krieg kehrte der wiedergegründete 1. FSV ins Stadion am Bruchweg zurück, das allerdings zunächst nicht bespielbar war. Aus Kriegsschutt (der auch Reste römischer Grabsteine enthielt, was sich aber anscheinend nicht negativ auswirkte ;) ), wurde 1951 eine neue Stehtribüne gebaut und zwei Jahre später wurde erstmals ein Rasenplatz angelegt (bis dahin fanden die Spiele auf Grant statt). Weitere Umbauten waren die Überdachung der Haupttribüne 1968 und der Gegengerade 1981, eine letzte große Modernisierung erfolgte 2002, als die „alte" Gegengerade abgerissen und durch eine neue ersetzt wurde. Nach 73 Jahren kam dann das Aus für das schmucke Stadion, zum Glück aber nur, was die erste Mannschaft der Mainzer betraf.

 

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sitze

 

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So wurde der Aufstieg einer vermeintlich unbeliebten Zweitvertretung für viele Fußballreisende (wie auch uns) dadurch versüßt, dass es zu eben jener Spielstätte gehen sollte. Der Sonntagstermin sollte dabei für einige Segen sein, für andere eher ein Fluch, insgesamt versammelten sich wohl etwas über 150 Kieler im Gästeblock, was für die einen „Heimspiel in Mainz" bedeutete, während sich andere ein wenig enttäuscht zeigten. Sehr in Ordnung war auf jeden Fall mal wieder die Komplettbeflaggung der Zäune.

27. September 204, Endstand 3:1

 

Irgendwie hatte es was von einem Leben im Tourbus einer Band. Mittwoch einen erfolgreichen Gig in der Oberpfalz gespielt, dann einmal quer durch die Republik gefahren. Freitag dann ein Off-Day zum ausspannen und Samstag gings wieder auf die Bühne bzw. den heiligen Rasen des Holstein-Stadion. Mittlerweile war es einem auch irgendwie egal, dass man heute wieder einmal eine Minuskulisse erwarten durfte, irgendwie aber auch kein Wunder, bei einer dritten Liga mit diesen Namen zählt die SGS sicherlich nicht zu den interessantesten Gegnern, aber irgendwie doch kein Grund, die KSV nach den letzten zwei Spielen mit vier Punkten nicht zu Hause zu unterstützen.

 

In der Aufstellung gab es heute eine eine kleine Überraschung, da Mittelfeldmotor Maik Kegel mit einem Rippenbruch ausfiel, durfte heute mit Finn Wirlmann ein weiterer Holstein-Youngster das erste Mal von Beginn an ran. Auf der Vortribüne durfte man sich dann schon wieder anhören, wie man diesen 18-jährigen von Beginn an spielen lassen könne. Dabei war Wirlmann doch einigen Holstein-Fans doch schon seit einiger Zeit als eines der hoffnungsvollsten Talente aus dem NLZ bekannt.

 

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Beim Blick in die aktuelle Nellie konnte man heute einen interessanten Artikel finden, der auch aus Ultra-Kreisen ein klares Statement gegen die ständige Kritik an Trainer Karsten Neitzel der letzten Zeit bedeutete. Nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Koslowski aus Berlin zeichnete sich zunächst ein zähes Spiel ab, die Gäste aus der Nähe von Stuttgart machte die Räume eng und präsentierte sich gut gestaffelt. Auf den Rängen ließ man sich von der schmalen Kulisse nicht entmutigen und konnte einige Male ganz laut in Erscheinung treten. Trotz nicht ganz großer Torchancen hatte hier die KSV klar die optische Überlegenheit. Nach 18 Minuten wurde ein Heider-Schuss konnte aber noch gerade so geblockt werden. Sekunden später kann Herrmann in die Mitte auf Kazior flanken, der leitet weiter auf Wirlmann, der dem Ball in die Maschen nickte. Wahnsinn! Erste Chance, erstes Tor und Finn Wirlmann braucht für sein ersten Treffer in der dritten Liga gerade einmal 145 Minuten im Holstein-Trikot! Doch viel Zeit blieb den Blau-Weiß-Roten nicht zum Jubeln. Kurze Zeit später setzte Mikkel Vendelbo zum fulminanten Solo an, tankte sich zum Strafraum durch und sah aus dem Augenwinkel Heider, bediente ihn mit einem starken Pass und Holsteins Goalgetter hatte keine Mühe, den Ball zu verwandeln. Die Aspacher kamen hier garnicht richtig zur Entfaltung, Holstein attackierte früh und besonders die beiden Sechser Vendelbo und Wirlmann sorgten für schöne Kombinationen. In der 28. Minute spielte Heider einen präzisen Pass in den Lauf von Tim Siedschlag, doch der Ex-Herthaner Christopher Gäng konnte gerade noch so klären. Auch Manuel Schäffler kam immer besser in Fahrt, erst holte er eine Ecke heraus, dann scheiterte er nach 32 Minuten nur knapp am Sonnenhof-Keeper. Die erste ernsthafte Annäherung an das Störche-Tor bekamen die Zuschauer erst kurz vor Halbzeit zu sehen, doch Tobias Rühles Heber ging knapp über das Tor. Die Gäste präsentierten sich hier offensiv schwach, irgendwie auch kein Wunder, mit Sahr Senesie (Verletzung) und Michele Rizzi (Sperre) fehlten die zwei Stürmer, die bereits je 4 Tore diese Saison erzielen konnten. Kurz vor der Pause verfehlte ein Kopfball von Schäffler das Tor nach einer Ecke nur um Zentimeter. Aus Großaspach waren heute übrigens 10 Fans mit nach Kiel gekommen, damit war man Wehen schon einmal überlegen, dass aber ein Anhänger, der 19-jährige Simeon zu seinem Verein trampt, ist sicherlich auch selten. Frei nach dem Motto: Kiel ist nur einmal im Jahr. Da macht ein Trip sicherlich mehr Sinn, denn dieser Slogan ist auf Großaspach nunmal von Kieler Seite her nicht anzuwenden. Bei durchschnittlich 5-10 Auswärtsfahrern freut man sich in Aspach über jeden Awayfan.

Jahnstadion, 24. September 2014, Endstand 0:2

 

Wann war nochmal der letzte Dreier der KSV zu bestaunen? Im Osten? Unter der Woche? Das waren doch genug Gründe, um einerseits sich natürlich ein weiteres Mal in die Oberpfalz aufzumachen, aber auch die Anreise über die neuen Bundesländer vorzuziehen. Das war eine absolut richtige Entscheidung, nur einmal machte das Verkehrsaufkommen der Metropolregion Berlin einem die Fahrt ein wenig schwer bzw. langsam. Im Auto machte dagegen die Personalie Oliver Kreuzer die Runde, der anscheinend bei der KSV heißer Kandidat auf den Posten des Sportdirektors sein sollte. Dieses Gerücht hielt aber nur von Neuruppin bis Hof, dann sagte der Kandidat per Kicker Sportmagazin ab, ob es wohl an wackeligen Positionen seines Berufsstandes in Stuttgart und Nürnberg gelegen hat? Man weiß es nicht, im Endeffekt aber hätte eine solche Personalie nur wieder falsche Erwartungshaltungen geweckt und den Fokus vom Wesentlichen weg verschoben. An der bayrischen Landesgrenze konnte man aber natürlich nicht auf das Konsumieren einer einheimischen Spezialität verzichten.

 

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In der Stadt an der Donau angekommen ging es danach fix zum Jahn-Stadion und wo man doch gerade von Positionen im Verein spricht. Neben Uwe Wolf (ehemals Kassel und Burghausen), der in der Gegend wohnt, konnte man auch Dietmar Hirsch sichten, der in letzter Zeit schon oft bei Spielen der KSV und Hansa Rostock gesiehen wurde. Das hatte schon ein wenig was von einem kreisenden Geier... .

 

Die letzten Erfahrungen aus Regensburg verhießen nicht wirklich Gutes, in den letzten beiden Spielen blieb man in Ostbayern sowohl tor- als auch punktlos. Dennoch zählt der Verein wirklich zu einer der netteren Adressen in der Liga, aus wenig Geld wurde in den letzten Jahren immer sehr viel gemacht, das Stadion hat noch einen sehr „rauen" Charme...

 

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...und die Szene um die Ultràs Regensburg weiß stets auf sämtlichen Plätzen auch ohne viele Leute stets Farbtupfer zu setzten. Einziger Wehrmutstropfen war vor dem Spiel nur die Abwesenheit von typischen „Regensburgern", eine einheimische Wurstspezialität. Davon sollten sich aber die 50 mitgereisten Kieler nicht entmutigen lassen, die dank dieser tollen Ansetzung an einem Mittwoch für dieses Spiel über 1.600 Kilometer und quasi zwei Tage unter der Woche im Auto verbringen durften.

 

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Die erste Hälfte sah eine engagiert spielende Kieler Mannschaft, Chancen ergaben sich unter anderem für den nach seiner Sperre zurückgekehrten Rafael Kazior und Fabian Wetter. Regensburg hingegen wirkte teilweise fährig und überhastet und wurde von einer hochstehenden Holsteiner Mannschaft immer wieder zu Ballverlusten gezwungen. Das einzige Tor der ersten Hälfte wurde allerdings nicht anerkannt, Heider sollte die Hand zu Hilfe genommen haben.

 

 
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