4. Oktober 2013, GAZI-Stadion auf der Waldau, Endstand 1:1

 

Knapp acht Wochen ist es her, dass Holstein im Degerloch einen Punkt erkämpft hat. Was folgte waren eine Reihe erstklassiger Spiele, die die Störche zu der Überraschungsmannschaft der aktuellen Drittligasaison machte. Ein zwischenzeitlicher Platz zwei, die Aussicht sogar auf die Tabellenführung. All dies folgte dem schwachen Spiel gegen die Stuttgarter Kickers. Inzwischen haben sich die Dinge in der Liga etwas gerade gerückt und man reist heute als 11. nach Stuttgart. Diesmal gegen die Reserve des VfB Stuttgart.

 

Die erste positive Erkenntnis erlangt man schon beim Verlassen des Fliegers, respektive des Busses. Es ist warm in Stuttgart. Fleecejacken und Schals erscheinen hier im Süden des Landes überflüssig. So kann man dank bester Verkehrslage sogar etwas nachholen, dass beim letzten Besuch verwehrt blieb: Schwäbische Küche in einem der zahlreichen Vereinsheime hinter dem Stadion. Denn um das Stadion herum tummeln sich unzählige kleine Fußball- und Breitensportvereine.

 

maultaschen

 

Schnitzel und Spätzle schmecken, Maultaschen auch, aber selbst als Norddeutscher weiß man: da geht mehr. Immerhin gesättigt begrüßt man noch eilends die Busbesatzung, bevor es in den „Ring" geht. Immerhin hat man ambitionierte Pläne für heute Abend: Punkte unter Flutlicht. Mindestens einen, gerne auch drei.

28. September 2013, Endstand 1:2

 

Von einer Krise braucht man noch nicht sprechen, damit der noch gemütliche Mittelfeldplatz nicht gefährdet wird, dürfen aus den kommenden Spielen aber gerne ein paar Punkte mitgenommen werden. Es hätte heute ein schöner Fußballsamstag werden können. Eine Woche nach dem kalendarischen Herbstanfang ist man bei spätsommerlichen Sommerschein bestens gestimmt und hofft gegen den Mitaufsteiger auf einen Heimsieg. Aber nicht nur die Aussicht auf einen Dreier steigert die Vorfreude. Denn das „Döntjes“, das Saisonrückblickheft der Supside hat heute offiziellen Verkaufsstart.

 

breitkreuz

 

Die Zeit zwischen An- und Abpfiff gestaltet sich jedoch ernüchternd. Die erste Halbzeit arm an Höhepunkte, die Störche, an denen die aktuelle Verletzungslage und das Fehlen des rotgesperrten Marcel Gebers offensichtlich nicht spurlos vorbei gehen, erschreckend harmlos. Elversberg tut es Holstein nach und so ist man froh als der Schiedsrichter zur Pause pfeift. Die scheint den Mannschaften zu lang zu dauern. Gut eine Minute bevor die Offiziellen das Grün betreten stehen schon 22 Mann auf dem Rasen und scharren mit den Stollen.

21. September 2013, Endstand 0:1

 

Dass sich die Klingen der KSV mit dem MSV bereits nach dem omnipräsenten Pokalspiel vor zwei Jahren wieder kreuzen, damit hatte der gemeine Holstein-Fan wohl nicht gerechnet, auch wenn der Drittligaaufstieg unserer Mannschaft natürlich in den Köpfen fest eingeplant war. Da hatte sicherlich jeder kurz vor dem Anpfiff noch den Patzer von Fromlowitz im Kopf den Rafael Kazior damals eiskalt ausnutze. Eine kleine Überraschung konnte man dann beim Betrachten der Aufstellung entdecken, für den verletzten Marlon Krause stand erstmals in dieser Saison Deran Toksöz auf dem grünen Rasen der Dritten Liga, Manuel Hartmann blieb dafür auf der Bank. Der in Wiesbaden stark auftretende Patrick Breitkreuz stand ebenfalls von Anfang an auf dem Platz.

 

choreo

 

Ganz wie beim Aufeinandertreffen gegen Erfurt suchte die KSV nach einem Konfettintro an zwei Stellen im weiten Rund gleich den Weg in die Gästehälfte, nach einer Kazior-Ecke klärt Ratajczak gut mit dem Fuß, danach musste der Duisburger Keeper sich bei einem Sykora-Schuss ganz lang machen. Der MSV dann erst mit den allerersten Offensiv Tendenzen, Onuegbu wurde gut geschickt und hatte nur noch Wahl und Gebers neben sich, letzterer zupfte einmal am MSV-Trikot, was der Gästestürmer dankend annahm und fiel.

BRITA-Arena, 13. September 2013, Endstand 1:1

 

In dieser Liga ist ja nichts wirklich nah. Und mit Rostock und Münster hat man neben Osnabrück schon 2 der 3 dichtesten Ziele bereits abgehakt. So kommt es, dass die 3. Liga nicht nur im übertragenen Sinne über Kassel zu erreichen ist. Nicht zum ersten Mal und auch nicht zum letzten Mal diese Saison geht es also auf die A7 in Richtung Süden, diesmal in die gut 600 Kilometer entfernte hessische Landeshauptstadt Wiesbaden. Dank rechtzeitigem Start fährt man jedem Stau voraus und ist nach entspannten 6 ½ Stunden am Ziel. Zeit genug um einen Blick auf die historische Altstadt zu werfen. Und natürlich auch nicht ohne einen Klassiker der hessischen Küche: Die grüne Sauce, zubereitet aus Borretsch, Kerbel, Kresse, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.

 

gruenesosse

 

Ob klassisch mit Kartoffeln und gekochtem Ei oder etwas aufwendiger mit Roastbeef und Bratkartoffeln, sie zu probieren gehört eigentlich zu jedem Trip nach Südhessen. Das dazu gereichte Glas Äppelwoi fällt heute jedoch sehr klein aus. Schließlich ist man ja nicht allein der kulinarischen Genüsse wegen hier herunter gekurvt.

 

away


Vielmehr hofft man auf spielerische Genüsse in der 2007 eröffneten BRITA ARENA. Neben dem verhältnismäßig schmucklosen Wellblechbau, der gut 12.500 Zuschauer fasst, befindet sich übrigens das ehemalige Stadion an der Berliner Straße, heute Teil des Helmut-Schön-Sportparks. Ein echtes kleines Schmuckkästchen in dem der Hessenligist SV Wiesbaden seine Heimspiele austrägt. Da dieser an diesem Wochenende jedoch leider ein Auswärtsspiel hat, bleibt uns dieser 1907 errichte Bau vorerst verwehrt.

7. September 2013, Endstand 1:2

 

Da führte man bereits früh beim Retortenverein aus Leipzig und musste sich dann doch nach 90 Minuten mit 1:3 geschlagen geben. Sollte die erste Niederlage in der laufenden Spielzeit etwa einen kleinen Knacks im Selbstvertrauen unserer Kieler Störche geben, gerade, weil der heutige Gegner aus Erfurt ebenfalls unter Flutlicht den damaligen Tabellenführer aus Wiesbaden mit 3:0 vom Platz fegte und sowieso mit dem Spielermaterial lieber früher als später den Weg in die zweite Liga finden möchte.

 

blocki

 

Bei schönem Spätsommerwetter gingen die ersten Minuten allerdings genau ohne die oben Befürchtungen von statten. Bereits nach drei Minuten muss Gästekeeper Klewin gegen den bemühten Kazior klären, 60 Sekunden später ist es der Verteidiger in Torjägergestalt Marcel Gebers, der den Ball nicht in den Maschen unterbringen kann, die darauffolgende Ecke bringt wiederum dank dem guten Schlussmann nichts ein.

Bereits vor dem Spiel konnte der Holstein-Interessierte bereits von einigen angeschlagenen Akteuren lesen, unter anderem war Routinier Patrick Herrmann nicht ganz fit. Wohl ein Grund dafür, dass in der 7. Minute eben dieser sich eine kleine Unaufmerksamkeit gegenüber Öztürk leistete, der Offensivmann schaltete schnell und zog aus über 25 Metern ab, der Ball senkte sich Augenblicke später ins Netz, Riedmüller ohne Chance. Aus dem Gästeblock schallte kein großer Jubel in Richtung Westtribüne, aufgrund von Stau hatten sich gerade einmal ein paar Dutzend auf die Steinstufen verirrt. Holstein danach irgendwie im Schockzustand, 120 Sekunden später flog ein Ball von der Grundlinie einmal quer ohne Behinderung durch den Fünfer, Brandstetter einen Schritt schneller als Gebers, so schnell steht es 0:2.

 

jubel

 

Dem geneigtem Zuschauer wurde auch jetzt einmal schnell klar, was es bedeutet in der dritten Spielklasse zu spielen. Erfurt in den ersten Minuten im Glück, nicht gleich ein Gegentor kassiert zu haben, gleichzeitig mit Glück, Unaufmerksamkeiten scheinbar mühelos ausnutzen zu können. Erfreulicherweise lies sich das Publikum davon nicht entmutigen, weiterhin lautstarke Unterstützung von den Rängen!

 
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