Manfred-Werner-Stadion, 1. Dezember 2012, Endstand 0:2

 

"Hurraaa, wir leben noch"...und so schlimm war es dann ja doch gar nicht. Man kam sich eher ein bisschen vor wie bei der traditionellen Dorfrundreise „Holstein zu Gast bei Freunden“, als man die nördlichste Fördestadt bzw. dessen Vorort nur per Landstraße erreichte. Auch der Duft von frisch gegrilltem Nacken, bzw. die Hot-Dog-Bude im Gästeblock stützten diese Illusion. Dass dies aber nicht der Fall war, zeigte sich zum einen am winterlichen Wetter und am doch sehr präsenten Polizeiaufgebot, sowie einigen schwer motivierten Ordnern. Hatte man zuvor noch etwas von 200 Ordnungshütern gelesen, hatte man bei der Ankunft nicht das Gefühl, dass hier heute ein Viertligaspiel zwischen zwei Vereinen stattfinden sollte, von denen einer nicht einmal ansatzweise eine Fanszene vorweisen kann. Der Platz sah bereits vor dem Spiel etwas sehr mitgenommen aus, so konnte man froh sein, dass der Niederschlag bisher Flensburg verschont hatte. Da hatte man schon bessere Plätze in der Kreisliga gesehen. In Gegensatz zu diesen Bedingungen aber nett anzusehen der Kieler Zugmob, der sich den Weg durch die Einfamilienhäuser bahnte...

 

mob

 

...glücklicherweise komplett autofrei, es gab im Vorlauf des Spiels doch tatsächlich den Rat, Eigentum aus der Reichweite der gefährlichen Kieler Fans zu entfernen.

Während es auf den Rängen gut abging, begann das Spiel zunächst auf dem Untergrund ziemlich zäh.

 

block

 

Während Weiche nicht einmal versuchte, offensive Akzente zu setzten, war Kiel stets bemüht, das bekannte Kombinationsspiel aufzuziehen, die Flensburger früh zu attackieren. In der ersten Halbzeit war es vor allem der quirlige Marcel Schied, der seine Großchancen leider nicht verwerten konnte. Beste Chancen vergab auch Fabian Wetter, so traf er in der 17. Minute nur die Latte. Kiel in der ersten Halbzeit vor den 600 Kielern bei guter Stimmung drückend überlegen, einzig und allein der Ertrag fehlte noch.
Nach dem Wiederanpfiff Kielnoch eine Spur engagierter. Während Amando Aust wieder einmal nur die Latte traf, war es anschließend ausgerechnet Casper Johansen, der Holstein in der Grenzstadt die Führung bescherte. Der im ersten Durchgang noch starke Martensen stand deutlich zu weit vor seinem Kasten, der Däne konnte ihn per Kopf leicht überwinden.

 

casperjubel

 

Weiche nun endlich offensiv bemüht, die Räume nutze die KSV einige Minuten später im Sinne eines Spitzenreiters. Schied bediente den freien Wetter, dessen langen Pass in die Mitte der aufgerückte Tim Siedschlag nur noch verwerten brauchte.

 

jubelsiedo

 

Zehn Minuten war es wiederum Johansen, eine ähnliche Situation konnte aber keine höhere Führung bewirken. In der Folgezeit ließ Holstein nicht mehr viel zu und beschränkte sich auf das Nötigste.
Alles in allem ein vollkommen verdienter Sieg für Kiel, Weiche hatte dem Tabellenführer auf sehr schlechtem Untergrund nichts entgegenzusätzen. Die CCK mit Karlsruher Anhang nutzte noch restlichen Sonnabend Nachmittag für einen kleinen Tripp über die Grenze wo ein paar traditionelle Hot-Dogs (Jul Hot-Dog übrigens mit Rotkohl als Topping - schmeckt überraschend gut) vernichtet wurden und das ebenfalls traditionelle Jule Bryg aus dem Hause Tuborg gebunkert wurde. Und in Weiche war man sicher froh, dass die "Invasion aus der Landeshauptstadt" so schnell wieder weg war, wie sie gekommen war...

 

Alle Bilder in der Galerie.

 

 
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