Stadion Hoheluft, 23. November 2012, Endstand 0:3

 

Wie die Zeit vergeht! Nicht nur, dass unsere letzte Deutsche Meisterschaft doch tatsächlich schon 100 Jahre her ist, nein, auch die aktuelle Saison ist schon wieder zur Hälfte rum. Und zum Abschluss der Hinserie ging es passenderweise an den Ort, wo Kiel sich auf der Victoria verewigen durfte – passenderweise hieß der Gegner Victoria. Freitagabend, Flutlicht (naja, zumindest sowas in die Richtung), Hoheluft – da gibt es für den Auswärtsfahrer wirklich schlimmere Kombinationen und so machte sich ein Großteil des Holsteinanhangs schon etwas früher auf, um die Kneipen- und Restaurantlandschaft der Freien und Hansestadt ausgiebig zu testen. Die CCK entschied sich übrigens essenstechnisch für die nahe dem Stadion gelegene „Hollywood Canteen“ (schickes Diner mit wirklich lecker Burgern) und die „Eppendorfer Grillstation“.

 

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Eigentlich wären Bademantel und Alditüte stilecht gewesen, aber Frikadelle und der „Hobel“ schmeckten auch ohne Dittsche. Gut gesättigt ging es dann zum historischen Ground, dessen alte Haupttribüne immer wieder ein echter Hingucker ist, auch wenn die „brandsicheren“ Schalensitze das Gesamtbild ein wenig verschandeln.

 Konnte die gute Laune aber nur wenig trüben, stattdessen blätterte man ein wenig im Kurvenflyer des NordKaos - wirklich respektabel, was eine recht kleine Gruppe alles auf die Beine stellt – kleines Fanzine zu jeden Spiel, eigener Container mit charmantem Angebot und immer mal wieder nette, kleine Choreos.

 

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(""Search: Krasse Pyroshow - gelungene Choreo des Nordkaos - übrigens wurde gegen einen Vicky-Supporter ein SV-Verfahren eingeleitet, nachdem err beim Auswärtsspiel gegen den VfB Lübeck eine Wunderkerze (!!!) angezündet hat)

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Und vor allem erfreute sich daran, das sich immer mehr blau-weiß-rote Schals am Spielort einfanden - egal ob im Gästeblock oder auf der Haupttribüne oder sonst wo, am Ende dürften es an die 800 Kieler und Kielerinnen gewesen sein - mal wieder ein richtig guter Awaymob! Auch die Mannschaft stellte laut Manuel Hartmann vor dem Spiel in der Kabine fest: „Das ist ein Heimspiel“.

 

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Wenn man sich nur auf die Ohren verließ, war es auch kein Problem, dies zu glauben. Und sehen konnte man dank des etwas funzeligen Flutlichts ja auch nicht so viel, also ein bisschen Phantasie und schon befand man sich zuhause am Westring. Nur musste sich Gerd Jahn anscheinend im Streik befinden, denn der gewohnte Rasenteppich konnte doch einige Krater aufweisen. Spaß beiseite – genau wie das Flutlicht entsprach der Rasen nicht wirklich dem, was man in der Regionalliga erwartet. Aber wir wollen nicht auf Jürgen Klopp machen und uns nach einem Sieg über den miesen Untergrund aufregen ;)
War ja am Ende auch wirklich egal, denn die Zitronengelben hatten als taktische Variante nur zwei tiefstehende Fünferketten auf dem Zettel und lediglich eine Torchance in/nach 90 Minuten durch den ehemaligen Holsteiner Jakob Sachs. Entschieden wurde das Spiel zum Glück schon in den ersten 45 Minuten. Zunächst war Marcel Schied in der 21. Minute auf links frei durch gekommen und hatte dann mustergültig den in der Mitte freistehenden Marc Heider bedient, der zum 1:0 nur noch einschieben musste. Nur sechs Minuten später stand Fabi Wetter da, wo sechs Minuten zuvor Marcel Schied gestanden hatte, flankte auf Marc Heider, der diesmal auf den an der Strafraumgrenze wartenden Tim Siedschlag ablegte – trockener Schuss, halbhoch rechts, 2:0. Und auch Marcel Schied durfte sich noch in die Torschützenliste eintragen: Eine Ecke von Siedschlag hatte Manuel Hartmann mit dem Kopf verlägert und der am rechten Pfosten wartende Ex-Rostocker konnte den Ball über die Linie drücken. Zur Pause hätte der Schiedsrichter die Partie dann auch gut und gerne ganz beenden können (wobei dann einige Zuschauer dank des Kassenchaos nur 15 Minuten zu sehen bekommen hätten) – Vicky konnte nicht und Holstein schien zufrieden. Erwähnenswert lediglich der verschossene Elfmeter von Heider in der 65. Minute und das vermeintliche Abseitstor von Johansen kurz vor Abpfiff. Aber wie schon der Kieler Block skandierte „Scheißegal, scheißegal, scheißegaaaaal.“

 

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Und das war es auch wirklich - trotz Herbstwetters und Funzellicht ein Fußballabend, der mal wieder richtig Spaß gemacht hat.

 

 
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