Niedersachsenstadion, 22. November 2010, Endstand 1:1

 

Das letzte Mal, dass ich über Montagsspiele nachgedacht habe, war in der Saison 2004/05, als kurzzeitig über das Szenario 2. Bundesliga in Kiel philosophiert werden durfte. Damals überlegte ich, wie ich meinen Montagabendküchenjob im Falle des Aufstiegs loswerden würde, um dann auswärts für fanfreundlichere Anstoßzeiten zu demonstrieren. Naja, blieb dann ja alles ein bloßes Gedankenspiel. Sechs Jahre später erfüllte sich dann aber endlich der Traum des Montagabendspiels und das gegen Hannover 96. Also nichts wie ab mit dem Bus Richtung Niedersachsen.

 

wurst

Bifi muss mit - find ich gut

 

Klingt gar nicht so schlecht. Eigentlich. Problem an der Sache ist nur, dass das nicht etwa der Zeitligaaufstieg, sondern die leicht wirren Planungen des DFB für die Terminierung verantwortlich waren. Zudem handelte es sich nur um die Zweitvertretung der Roten, auch wenn Eintritts- (10€ bei ner Zweitvertretung und dafür nicht mal ein Stadionmagazin oder gar verständliche Ansagen) und Gastropreise eher an die Bundesliga erinnerten.

 

preise

wurst

Erstligareif?

 

Positiv zu Gute halten kann man der Abteilung Verköstigung allerdings, dass die Auswahl durchaus reichhaltig war, die Frikadellen und der Glühkirsch lecker waren, und es mit Grillkäse im Brötchen (dem zur Vollkommenheit leider etwas Soße fehlte) eine vegetarische Alternative im umbenannten Niedersachsenstadion gab. Die kulinarischen Angebote im Stadionumfeld waren wohl noch weniger genießbar - zumindest rät die Sektion Stadionverbot dringend vom Hannoveraner Döner ab.Die Stadionwurst an sich war übrigens geschmacklich durchaus in Ordnung, allerdings relativ fettig und nicht gerade groß. Immerhin brachte das Brötchen drumherum einigermaßen Sättigung - aber ein bisschen mehr darf man erwarten.

Nicht wirklich ein Genuss war auch das, was sich auf dem gefühlte 100m entfernten Spielfeld ereignete, obwohl die ersten 20 Minuten Appetit auf mehr gemacht hatten. Die Störche machten da weiter, wo sie gegen Braunschweig aufgehört hatten. Druckvolles, schnelles Kombinationsspiel, aus dem diverse Torchancen resultierten, gekrönt durch ein schönes Tor von Jakob Sachs.

 

torjubel

100m entfernt ist ein Tor gefallen

 

Die meisten hofften nun, dass man sich fürs Derby warmschießen würde, wozu es aber leider nicht kam. Stattdessen wurde das von Minute zu Minute langweiliger, mehrten sich die Fehlpässe, begann man die Novembertemperaturen immer mehr wahrzunehmen - auch wenn Hannover kaum Torchancen hatte, rechnete man eigentlich noch vor der Pause mit dem Ausgleich. Der fiel erstmal nicht, da aber die Pausenansprache diesmal anscheinend nicht so gut wirkte (vielleicht war der Pausentee zu teuer?), wie am letzten Mittwoch, verlängerte sich das Leiden der Fans im Auswärtsblock (woanders war das Stadion ja auch höchstens zu 1% gefüllt). Konter konnten auch nicht im 96er-Tor untergebracht werden, von daher ging man deshalb irgendwann lieber dazu über, sich gesanglich auf den nächsten Sonnabend einzustimmen.

 

awayblock

 

Und während der Schreiber dieser Zeilen noch dachte, ob es nicht vielleicht Pech bringt, das Ergebnis vor dem Abpfiff zu fotografieren, netzte Florian Beil aus 16m für die Hausherren sehenswert ein. Rotz, definitiv einfach nur Rotz.

Wird also eher kein Spiel, von dem man sich in zehn Jahren auf Auswärtstouren philosophiert: "Weißt Du noch damals, Montagabend, Flutlicht in Hannover...". Vom Ergebnis auch eigentlich kein Beinbruch, sechs Spiele ungeschlagen ist doch ganz in Ordnung und in zehn Jahren erzählt man sich einfach: "Weißt Du noch damals, Sonderzug, Lohmühle, Sieg..."

 

fuzzi et moi

 

Abschließend nochmal Glückwunsch an Fuzzi und Dank für Bier und Kuchen (wobei der Dank da Fuzzi-Mama gilt) und die Feststellung des Abends: "Da bin ich ja froh, dass zuerst der Kuchen und nicht das Messer weg ist."

 
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