22. September 2010,  Amateurstadion Hanns-Braun-Straße, Endstand 2:2

 

Rahmenbedingungen top - Punkteausbeute suboptimal

 

Während einer Englandreise wurde mir mal erzählt, dass sich die einheimischen Fußballfans mit Vorliebe das indische Gericht Vindaloo (wird auch gern in den Stadien der Insel gesungen) reinschaufeln, um sich zu beweisen, wie hart man ist. Bei Herthas Amateuren durften Holsteins Awayfans jetzt das deutsche Gegenstück kennenlernen -  aber der Reihe nach.

 

auf dem wellenbrecher

 

Mittwoch Vormittag, überpünktlich Feierabend gemacht, schnell noch aufm Markt Reiseproviant geholt und dann ab in die Hopfenstraßenarena, wo die Wartezeit auf die letzte Mitfahrerin mit einem kleinen Parkplatz-eins-gegen-eins-gegen-eine überbrückt wird. Ballkunst vom Feinsten versteht sich. Dann kommt man aber gerade noch rechtzeitig los, um ein zweites Oberneuland zu verhindern - möglichst in Berlin sein, vor der Rush-Hour ist das Ziel. Da die Zahl der Pausen niedrig und die Geschwindigkeit hoch (wie auch das Niveau ;) ) gehalten wird, klappt das auch perfekt. Parkplatz Glockenturm am Oly, damit man den Wagen auch später wiederfindet. Dann noch kurz auf unsere Holstein-Hertha-Connection (als Dauerkartenbesitzer für die erste von Hertha hat man übrigens zu den Amateurspielen freien Eintritt, was an diesem Tag über 350 Leute nutzen - sehr vorbildlich, sowohl vom Verein, als auch von den Fans) gewartet und ab Richtung Amateuerstadion.

 

stadion

 

Das ist ein recht schnuckeliger Bau für 5400 Zuschauer mit mit einer überdachten Haupttribüne, Traversen auf der Gegengerade (wo sich auch der heute gut beflaggte Gästesektor befindet)...

 

gästesektor

 

...und einer ausgebauten Hintertortribüne, wo sich auch eine kleine Fankurve befindet. Alles ohne Laufbahn und relativ eng gebaut - für Spiele dieser Größenordnung ideal, allerdings nach DFB-Kreterien nicht für Sicherheitsspiele geeignet, für die man dann in den Jahn-Sportpark ausweichen "darf". Wir sind an diesem Tag kein Sicherheitsspiel, weil wohl keiner im Internet angekündigt hat, dass die Hauptstadt brennen wird :D Alles ganz entspannt also, nur paar normal Uniformierte da und Blocktrennung wird auch nicht für notwendig erachtet. So kann man auch als Kieler das gastronomische Angebot voll nutzen und sich eine original Berliner Currywurst ohne Darm gönnen.

 

curry

 

Wahlweise auch mit scharfen Zwiebeln oder extra Chiliflocken. Schärfegrade: "Mild", "bis zur Halbzeit" oder "bis Spielende" - das geht wirklich vedammt gut ab und zaubert einigen Kieler Auswärtsfahrern ein frisches rot ins Gesicht. Weitere Highlights gibt's am Kiosk auf der anderen Seite der Haupttribüne: Buletten, Mettbrötchen, frische Brezeln, Hertha-Lollies. Nur kein Bier, weshalb aus dem Gästeblock verbannte Ex-FBs den Titel des Gastro-Paradises aberkennen. Trotzdem ist nicht nur die Calcio Culinaria Fraktion begeistert.
Insgesamt tummeln sich unter den 460 Zuschauern (darunter Andi Thom, der auf dem Nebenplatz die U17 übers Feld jagt, und Klaus Thomforde...

 

frauke und klaus

 

...der inzwischen beim DFB untergekommen ist) rund 40 Kieler Nasen, die zunächst das geniale Wetter genießen, mal supporten und mal pöbeln (fast so schön wie damals in Ingolstadt). 1:0 für die Berliner in der 26. ist zunächst kleiner Stimmungsdämpfer, aber Schulle sorgt zumindest dafür, dass es mit 1:1 in die Pause geht. Nach der Hälfte dann Holstein (mal wieder) besser, vor allem Sofie und Jaku machen das Spiel schnell. Zunächst aber ohne Erfolg bis Meyer in der 63. auf links geschickt wird, im 16er gelegt wird und es logischerweise Elfmeter gibt. Sicher verwandelt von Fiete: 1:2, Gästeblock feiert. Und erfreut sich am Pöbelduell mit Andreas "Mal-mir-mal-ein-Bild-Zecke" Neuendorff - an sich witziger Typ, nur ein bisschen aggro

 

zecke

 

(zum Glück hinter Gittern). Spiel ist schick anzuschauen, Holstein sucht die Entscheidung mit Kontern, die aber beim Torhüter der Herthaner enden. Auf der Gegenseite hält Frech mit einer Weltklasseparade den Vorsprung, ehe Bornemann in der 88. auf den Platz rennt und die Beckerfaust macht. Chahed auf Yazgan, Ball ist Netz, nur der vermeintliche Torschütze angeblich vorher im Abseits. Naja, "zweifelhaft", will ich mal sagen und da dann im Gegenzug mal wieder der Ausgleich fällt, ist man restlos bedient. Frau Dr. rer. nat. Riem Hussein bitte dringend den Deppen an der Linie austauschen.
Für die Spieler gibt's Aufmunterung am Zaun, für uns noch kurzes Hopping nach Russland...

 

russia

 

...und dann ab gen Kiel, wo es, sofern der Rasen es zulässt, schon Sonnabend gegen Cottbus II geht.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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