10. September 2010, VfL-Stadion, Endstand 1:1

 

Viel Schlechtes, aber unterm Strich entspannte Tour, spannendes Spiel, guter Support und eine Holstein-Truppe, die sich im Topspiel einen Punkt mit Leidenschaft erkämpft.

 

zaun

 

Das letzte Mal Wolfsburg war ja eher eine Verlegenheitslösung gewesen: Eisregen, zig Staus und Vollsperrungen und dann erfährt man unterwegs, dass das Spiel in Jena abgesagt wurde. Um nicht völlig umsonst unterwegs gewesen zu sein, hatten wir dann halt ne Hoppingtour aus dem Ganzen gemacht und uns VfL Wolfsburg vs. VfL Bochum angetan. Highlight damals die Currywurst, Tiefpunkt die Stadt an sich.


Die ist übrigens älter, als man denkt: Erste urkundliche Erwähnung 1302 - danach passierte erstmal ne ganze Ecke sehr wenig. Bis 1938, da wurde dann an selber Stelle  die "Stadt des KdF-Wagens" gegründet, wobei in der Volkswagenfabrik kurz darauf statt Käfern eher Kriegsgerät produziert wurde. Umbennung in "Stadt der Vergeltungswaffe" blieb aber aus, dafür dürften sich die Bewohner auf Geheiß der britischen Bestzungsmacht dann ab 1945 Wolfsburger nennen. Kurzzeitig trug die Stadt auch mal den Namen "Stadt des Deutschen Meisters", genau wie Kiel.
Von der einen in die andere Meisterstadt ging es entspannt mit Supside-Tours und zwei Brätern voll Frikadellen...

 

frikas

schmeckten

 

...nach guten alten CCK-Geheimrezept - das man hier finden kann ;) Ohne größere Probleme rechtzeitig am Stadion, ob die Pinkelpausen der Grund waren, weshalb der Outletcenter nicht angefahren wurde - man weiß es nicht. Es wäre aber auch sicher unhöflich gewesen, das Begrüßungskommando der niedersächsischen Polizei noch länger warten zu lassen. Allerdings gab es im Gegensatz zum letzten Mal keine Reiterstaffel (Zitat Polizist: "Da müsst ihr paar mehr als 100 mitbringen"), was aber leider nicht das einzige bleiben sollte, was man an diesem Abend vermisste. So fand man das Wasser, welches zunächst in den Toiletten fehlte, eher im Bier wieder. Astra aus der Dose im Bus war dagegen jedenfalls eine erlesene Köstlichkeit.
Lichtblick im Gästesektor hingegen die Bratwurst, die von Würzung, Farbe und Knusprigkeit die Tester überzeugen konnte.

 

wurst

schmeckte besser, als sie aussah

 

Man hätte mit dem Catering also zumindest in der Kategorie "Essen" zufrieden sein können, wenn hier nicht eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geherrscht hätte. Warum werden Awayfahren die wirklich sauleckeren Hamburger (dickes Danke nochmal an den Wolfsburger Fanbetreuer für Speiß' und Trank) aus dem Heimblock vorenthalten?

 

burger

schmeckte so gut, wie er aussah

 

Man kann doch auch mal versuchen, Sympathiepunkte bei Gästen zu sammeln. Und das schafft man bei Fußballfans mit einem frischgegrillten Stück Fleisch im gut belegten und ausreichend mit Remoulade gesättigtem Brötchen meistens ganz gut. Dazu passt ein richtiges Hasseröder auch besser als ein alkfreie Plörre, weil Wasser nunmal in die Toilette gehört.
Naja, zumindest wirkte sich das Fehlen (weiterer) alkoholischer Getränke nicht negativ auf den Kieler Support aus - ganz im Gegenteil. Wie sagte der Jan so schön: Von 150 Mitgereisten werden 130 morgen heiser sein. Ursache dafür: 90 Minuten Dauersupport. Dazu noch die Kurve mit Fahnen dekoriert (das muss man dem VfL dann doch lassen: Zaunfahnenplätze gibt es in dem ehemaligen Fußballstadion, das ansonsten für die Zweitvertretung viel zu groß und weitläufig ist, mehr als genug) - sah gut aus, hörte sich gut an. In der zweisten Hälfte sogar respektabel gut.

 

support

 

Mag sein, dass sich die Leistungssteigerung auf dem Feld positiv auf die (im Gegensatz zu Kiel gut verkleidete) Stahlrohrtribüne übertragen hatte, mag sein, dass die grandiose Unterstützung die Störche auf dem Feld beflügelt hatte. Vielleicht ja auch beides: Erste Hälfte war jedenfalls noch relativ offen, für wirkliche Gefahr vorm Wolfsburger Tor konnte fast nur Marc Heider sorgen. Zweite Hälfte dann wie schon gesagt, nochmal ne Schippe draufgepackt. Immer wieder schöne Kieler Offensivaktionen, während die Angriffswellen der Jungwölfe spätestens von Jaku oder Stief weggerätscht wurden.
Dann aber 10 Minuten so ein Ballverlust, bei dem man schon im selben Moment weiß, dass das zu nem Gegentor führt. Schlimmste Befürchtungen wurden wahr: 1:0 Wob. Sch... Statt des prophezeiten Verstummens des Kieler Blocks (näää, Michael) aber nur einzwei Sekunden den Schock verdaut und weiter ging's. Auch auf dem Feld - wo nach einem Yazgan-Freistoß Marco Steil abstaubte und eine gefühlte Millisekunde später die Faust auf dem Zaun ballte.

 

steil

 

Hammer. Und im Gegensatz zum letzten Spiel der KSV in Wolfsburg stürzte einen das 1:1 diesmal nicht in Depressionen, sondern brachte den Block zum Feiern.
Auch wenn man an der Effizienz noch ein wenig schrauben muss - das Team bringt diese Saison verdammt Spaß (jaaa, ich wiederhole mich, aber is so). Dann geht auch die Partystimmung auf den Rängen weiter, denn "Nein man, ich will noch nicht gehen, ich will noch ein bißchen tanzen...". Und das gilt sicher auch für alle, die nicht mit auswärts waren.

 

Bilder sind in der Galerie.

 

 
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