8. August 2010, Edmund-Plambeck-Stadion, Endstand 1:2

 

Die ersten drei Punkte sind eingefahren beim "Heimspiel in Norderstedt" - juchu. Eigentlich wollte ich den Bericht ja "Elektrosmog im Auswärtsblock" nennen (Flutlicht- auch gleichzeitig als Handymasten zu nutzen, warum ist die Vereinsführung in Kiel noch nicht über diese Einnahmequelle gestolpert?), aber "Neuanfang meets Business as usual" trifft es dann wohl eher. Schließlich war die vorsätzliche Verstrahlung ;) von rund 600 mitgereisten Kielern nicht das größte Ärgernis an diesem Sonntag.

 

jubel

 

Als Autofahrer blieben einem zum Glück die ersten Schikanen am Kieler Bahnhof erspart, Fotosessesion mit Durchsuchung, um dann den geplanten Zug zu verpassen. Da nimmt man einen kleinen Stau doch fast liebend gerne in Kauf. Auch mit großem Polizeiaufgebot und verschärften Einlasskontrollen hatte man ebenfalls gerechnet, nach dem letzten Auswärtsspiel in Osnabrück.

 

kontrolle

 

Das Schlimme ist bloß, dass man bei Securitys eher selten auf Fingerspitzengefühl trifft, weshalb Plastikröhrchen für Arzeneien schnell mal zu gefährlichen Wurfgegenständen werden (*seufz*). Spruchbänder weisen zwar keine guten Flugeigenschaften auf, sind aber aufgrund ihres amateurkritischen Inhalts an diesem Tag auch nicht gern gesehen und von daher einfach mal komplett verboten. Fußball und Meinungsfreiheit passen halt anscheinend nicht zusammen.

Erster kleiner Lichtblick im Edmund-Plambeck-Stadion ist die Stadiongastro (und das sage nicht nur ich). Die Krakauer zwar recht klein, ist aber geschmacklich sehr gut, wird allerdings von der Currywurst (mit frischem Currypulver und lecker Röstzwiebeln) noch um Längen geschlagen (diese ist allerdings recht knapp bemessen und weit vor Spielende ausverkauft). Erste Pläne die Kieler Stadiongastro gegen die der Norderstedter zu tauschen werden geschmiedet.

 

curry

 

Auch den selbstgebackenen Kuchen würde man gerne an der Förde sehen, wird der Schokokuchen doch von weiblichen Supporterinnen in die Nähe von Geschlechtsverkehr gerückt. Wenigstens eine legale Droge an diesem Tag, denn Bier ist von der Speisekarte gestrichen (Zitat: "Wir hatten mal ein Problem mit ein paar Chemnitzern.").
Sei es drum, ein Plätzchen zum Genießen hätte man eh nicht gefunden. Hätte man im letzen Jahr noch per Zufallsprinzip die Kieler Fans auf Hintertortribüne und Gegengerade verteilt, hielt man diesmal den Hintertorkäfig mit Sichtbehinderung für völlig ausreichend. Die Gegengerade sei lediglich ein Pufferblock, der bei übermäßigem Zuschauerandrang geöffnet werden könnte. Davon sei man aber trotz der noch fehlenden Bahnfahrer meilenweit entfernt und (Zitat) "die Ultràs fühlen sich hinterm Tor ja eh am wohlsten".Von dieser Position wurde dann erst zu Anpfiff abgerückt, die "Leitung" der Power Security (zumindest stand dies auf der neongelben Jacke) entschied nun höchstpersönlich, wer Familie oder Rentner sei, um dann nach einigem Hin- und Her (Gitter auf, Gitter zu) den Block ganz zu öffnen, woraufhin sich alles friedlich von selbst regulierte (kaum zu glauben bei Fußballfans).
Damit waren die größten Ärgernisse, leider Business as usual als Fußballfan, an diesem Tag zum Glück überstanden, Blick gerichtet auf Neuanfang. Und der sah nach einigen kleinen Anfangsnervositäten auch recht gut aus. Die "jungen Wilden" (eigentlich ist dieser Ausdruck langsam recht ausgeleiert) hatten die "Young Talents" der Hamburger gut im Griff und fingen die Angriffe der Rothosen meist schon im Mittelfeld ab.

 

francky

 

Besser noch: Schon nach 18. Minuten verlängerte Francky Sembolo (schalalalalalalalalaaaaaaaa) einen Freistoß von Jürgie unhaltbar in HSV-Tor. 1:0! (und damit schonmal mehr erreicht als letztes Jahr zum Auftakt in Regensburg). Sofien Chahed hätte schon vor der Pause für eine Vorentscheidung sorgen können, scheiterte aber freistehend vorm Tor. Dadurch wurde es in der zweiten Halbzeit nocheinmal hart für den Holsteinanhang. Gleich nach Wiederanpfiff der Ausgleich und fast noch das 2:1 obendrauf führten dazu, dass die KSV immer mehr den roten Faden verlor und Michael Frech eine Glanzparade nach der anderen raushauen musste, um wenigstens einen Punkt festzuhalten (Erinnerungen an das Braunschweigspiel). Jürgie versuchte nochmal die Offensive nach vorne zu peitschen (besonders die Einwechselung von Marc Heider sorgte noch einmal für Schwung auf dem Flügel) und hinten mobilisierte man nochmal die letzten Reserven. Bei der Einwechselung von Fiete Sykora hoffte man eigentlich nur noch auf ein glückliches Unentschieden, doch dann kam die 89. Minute (hier erwies sich Jürgen Wildbrett als Prophet). Freistoß von Michael Frech zu kurz abgewehrt, direkt vor die Füße von Fiete. Der zog von der Grenze des 16ers trocken ab - 2:1 Holstein. Kurz danach Abpfiff und (etwas glückliche) drei Punkte auf der Habenseite.

 

ultras

 

Damit geht es schon wieder in die Ligapause - allerdings unterbrochen vom Pokalspiel bei Weiche. Hoffentlich mit "Business as usual" für Francky.

 

Alle weiteren Bilder aus der Arena am Flughafen in der Galerie.

 
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