Flyeralarm-Arena, 7. Mai 2016, Endstand 1:1
 
Tags zuvor hatte man bereits die örtlichen Gegebenheiten rund um das Nachtlager gecheckt. Hier war auch die Beschilderung "Sportplatz" nicht unentdeckt geblieben. Bei strahlendem Sonnenschein hielt sich die Reisegruppe am Spieltag also nicht lange in der Unterkunft auf. Dem Schild gefolgt und siehe da: der SC-Stettfeld 1946 kann mit einer kleinen, aber feinen Anlage glänzen. Im Anschluss ging es direkt zur ansässigen Schlachterei, wo man sich neben kulinarischen Mitbrinseln auch mit Frühstück eindeckte. Leberkas'-Semmel und belegte Brötchen. Die wurden in der Sonne am Ebelsbach im gleichnamigen Örtchen zu sich genommen. Einstige Attraktion vor Ort war das aus dem 16. Jahrhundert stammende Schloss, welches allerdings 2009 einem verherenden Brand zum Opfer fiel. Die Überreste stehen bis heute nur notdürftig gesichert zum Verkauf. 
 
Scstettfeld
 
Metzger
 
Frühstück
 
Schloss
 
Unter dem Motto "Krug tut gut" wurde vor Weiterfahrt nach Würzburg in der Krug Brauerei Einkehr gehalten. Im betriebseigenen Getränkemarkt kann man selbstständig einpacken, was das Herz begehrt. Bezahlt wird gegenüber im Brauerei-Büro, in dem die Zeit irgendwo in den 80ern stehengeblieben ist. Die Quittung: ein handbeschriebener Notizblock-Zettel. Wäre um 13:30 Uhr nicht ein Holsteinspiel in Würzburg angepfiffen worden, so hätte man den Tag auch damit verbringen können, am Main entlang zu fahren, Dörfer und Landschaften zu genießen und an jeder Brauerei Mitbringsel einzupacken. Doch natürlich wollte man das letzte Auswärtsspiel der Saison nicht verpassen.
 
Getränkemarkt
 
Gästeblock
 
Stadion 2
 
 Stadion 2
 
Eingebettet im Tal zwischen Main und Weinbergen liegt das Stadion am Dallenberg. Hier spielen die Kickers erst seit Mitte der 60er Jahre, da stadtplanerische Veränderung einen Umzug von der ursprünglichen Heimat, weg von dem Sportplatz in der Sanderau, nötig machten. Die Einweihung der 4000 Zuschauer fassenden Haupttribüne fand im August 1967 mit einem Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern statt. Bis die letzten Stehränge fertig waren, vergingen allerdings noch ein paar Jahre, erst 1975 waren die Bauarbeiten endgültig abgeschlossen. Seither beschränkten sich die Veränderungen am Stadion auf baulich notwendige Maßnahmen. Damit konnte sich das Stadion seinen Charme erhalten. Die einzige Überdachung umfasst die Haupttribüne, deren Sitzschalen aus dem Fritz-Walter-Stadion und dem Bamberger Stadion stammen. Insgesamt finden hier 10.504 Zuschauer Platz. Mit an diesem Spieltag 8.776 Besuchern war das Stadion zumindest heimseitig ausverkauft.
 
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Block heim
 
Block heim 2
 
Heim
 
Obwohl man sich sportlich in dieser Saison erstmals gegenübersteht, gibt es Parallelen zwischen den aufeinandertreffenden Vereinen. Die Geschichte der Rothosen liest sich, als wären sie ein süddeutsches Ebenbild der KSV. Die wohl erfolgreichste Zeit hatten die Kickers zu Beginn des  20. Jahrhunderts. Hier trat man in der damals höchsten Spielklasse gegen Gegner wie FC Bayern München, 1. FC Nürnberg und TSV 1860 München an. Lediglich ein Meistertitel war ihnen nie vergönnt. Diverse Ligenreformen vor und auch nach dem Krieg führte dazu, das die Kickers in den Tiefen des Amateurfußballs versanken. Erst 1977 machte man  wieder auf größerer Ebene von sich reden, als der Sprung in die 2. Bundesliga Süd gelang. Während Holstein es immerhin auf drei Jahre in der Nordstaffel brachte, beschränkte sich die Dauer der Zweitklassigkeit für die Kickers auf nur ein Jahr. Nach weiteren Jahren der Unterklassigkeit besteht inzwischen eine reelle Chance, dass mindestens ein Jahr zweite Liga hinzukommt. Denn es "droht" der Durchmasch. Im Sommer 2015 setzte man sich in der Aufstiegsrunde gegen den 1. FC Saarbrücken durch und stand zwei Spieltage vor Saisonende auf dem Relegationsplatz. Diesen galt es festzuzurren.
 
Jubel
 
Fahnen
 
Mit kleinen Veränderungen in der Startaufstellung, Zentner wieder zurück im Tor, Nyarko und Heider vertraten die daheim gebliebenen Siedschlag und Fetsch, traten die Störche am vorletzten Spieltag in Würzburg an. Von Beginn an lieferten sich beide Teams ein engagiertes Spiel. Die Kickers wollten aus eigener Kraft den Relegationsplatz sichern, Holstein einen einstelligen Tabellenplatz verteidigen. Bereits früh gab es auf beiden Seiten erste Möglichkeiten. In der 14. Spielminute zielte Schnellhardt etwas zu hoch übers Tor, in der Würzburger Drangphase scheiterte der Kickers-Sturm in der 21. und 29. Minute an Zentner. Dann legte Heidi Ex-Würzburger Lewerenz in der 31. Minute den Ball auf und der traf zum 1:0.
 
Wasser
 
Bei strahlendem Sonnenschein mit sommerlichen 28° C waren die cirka 350 Kieler sehr froh über eine kleine Erfrischung in der Pause. Nach Wiederanpfiff begannen die Gastgeber motiviert. Immerhin ging es hier um die Verteidigung des Relegationsplatzes. Holstein spielte aber weiter diszipliniert und konnte sich der mitunter unkoordinierten Sturmläufe der Würzburger erwehren. Bis zehn Minuten vor Schluss sah es tatsächlich nach einem sicheren Auswärtsdreier für die Störche aus. Nach dem Wechsel Weidlich für Heider erlaubte sich Holstein allerdings eine Unachtsamkeit, die von den Würzburger direkt ausgenutzt wurde. Ausgleich in der 81. Minute. Obwohl die Gastgeber nochmal versuchten, das Spiel zu drehen, blieb es am Ende bei der Punkteteilung. Diese reichte den Kickers um sich auf dem Relegationsplatz einzubetonieren, da Konkurrent Osnabrück in Chemnitz leer ausging.
 
Fff
 
Obwohl den Rothosen ein möglicher Erfolg in den entscheidenden Spielen zu gönnen ist, so hofft man insgeheim doch, nächste Saison wieder hierher kommen zu können. Denn Region und Stadion sind immer eine Reise wert. Am kommenden Samstag gibt es für die Störche dann das letzte Punktsspiel der Saison gegen den FC Rot-Weiß Erfurt. Und obwohl es in diesem Spiel "nur" noch um drei Punkte geht, ist es ein Grund, bei hoffentlich wieder sommerlichen Wetter ins Stadion zu kommen und den Abschluss eine durchwachsenen, am Ende aber ordentlichen und doch so typischen Drittligasaison zu feiern.
 
Alle Bilder gibt es in der Galerie.
 
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