30. Mai 2016, Endstand 1:0

 

Holstein gegen die Zweite vom VfB Stuttgart. Diese Partie gab es bis jetzt in jeder Drittligasaison der Störche. Selten jedoch sollte der Ausgang dieser, auf Bundesebene wohl eher als unspektakulär bezeichneten Begegnung, so richtungweisend sein. Das Nachwuchsteam aus dem Süden könnte seit Ewigkeiten in die Viertklassigkeit abrutschen, die KSV den Klassenerhalt aus eigener Kraft perfekt machen.

 

Das gelang in den letzten Spielen mit Kieler Beteiligung noch nicht. Zwar kassierte man erfreulicherweise mit einer stabilen, sich gefundenen Viererkette keinen einzigen Gegentreffer, vorne vergab man aber bestens heraus gespielte Chancen. Doch alles Lamentieren hilft nicht. Am drittletzten Spieltag sollten endlich alle Entscheidungen herbeigeführt werden. Trainer Karsten Neitzel begann heute mit Sigurbjörnsson für Schmidt, Jakusch vertrat Zentner im Tor und auf der Bank fand sich erstmals in dieser Saison Milad Salem wieder. Besonders gespannt durfte man auch auf den Auftritt der Stuttgarter sein. Schwierig, wie die Talente des VfB das Spiel zwischen fast feststehendem Abstieg und dem Kopf bei einer neuen Aufgabe angehen würden.

 

 

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In der ersten Viertelstunde konnten die etwas über 4500 Zuschauer auf den Traversen bei nasskaltem norddeutschem Frühling noch keine großartigen Highlights sehen. Holstein lief den Gegner rund 15 Meter vor der Mittellinie an und stand hinten sicher. Das änderte sich nach der ersten Abtastphase: Hereingabe vom linken Flügel, der kleine Lewerenz stahl sich Richtung langen Pfosten und Aluminium! Holstein suchte jetzt den Weg nach vorne, Kegel und besonders Fabian Schnellhardt schafften es auch unter Druck die Bälle immer wieder über die gesamte Breite des Spielfelds zu verteidigen. Zehn Minuten vor der Pause legte sich Fetsch den Ball am Stuttgarter Innenverteidiger vorbei und scheiterte an Uphoff. Die Toranzahl von Fetsch möchte man sich gar nicht ausmalen, hätte der ex-Dresdner nur die Hälfte seiner herausgearbeiteten Großchancen genutzt. Kurz danach wurde es am Störche-Sechzehner fast noch einmal eng, aber Jakusch musste nicht eingreifen. Dr. Riem Hussein, neben Steinhaus einzige Schiedsrichterin im deutschen Profi-Herrenfußball, bat bald darauf in die Kabinen.

 

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Die Stuttgarter waren das erste Team, das wieder auf dem grünen Rasen war. Holstein lies sich etwas mehr Zeit und hatte sogleich die nächste dicke Chance. Sieben Minuten des zweiten Durchgangs waren gespielt, Schnellhardt bedient den frei auf Uphoff zulaufenden Sané, legt sich den Ball jedoch im letzten Moment etwas zu weit vor. Jan Sandmann vergrub einmal mehr den Kopf in seinen Händen. Kiel hatte jetzt aber die vollständige Kontrolle übernommen. Nach 60 Minuten knallte Schnellhardt einen Schuss an die Latte, Holstein abermals im Pech. Kurze Zeit später tankte sich der gekommene Heider in den Sechzehner und fiel. Gewöhnlicherweise wartet der Holstein-Fan bei so einer Szene gar nicht erst auf den Pfiff, einen mickrigen Strafstoß erhielt Holstein diese Saison in 35 Spielen. Glücklicherweise blieb die Pfeife aber nicht stumm. Nach kurzer Diskussion zwischen Kegel und Czichos schnappte sich der Kapitän das Leder. Sein Schuss war zwar platziert, aber Uphoff ahnte die Ecke. Chance vertan.

 

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Viel erfreulicher war aber das, was einige Sekunden später passierte, Siedschlag beendete seinen Arbeitstag, der erste Arbeitstag in einem Drittligaspiel für Holstein für Milad Salem begann! Das Publikum freute sich mit dem Afghanen, der sprach nachher von einem „Gästehautmoment“. Wirklich ein schöner Moment, hoffentlich kommen nächste Saison noch viele Highlights hinzu. Für eine sichere nächste Saison musste aber noch ein Tor her. Und Holstein ackerte dafür. Lewerenz und Heider bearbeiteten immer wieder den Flügel, doch immer wieder kam irgendetwas zwischen Schuss und Torjubel. Die ersten Zuschauer hatten sich wohl mit einem weiteren torlosen Unentschieden abgefunden, da lief Lewerenz ins Zentrum, zog ab, der Ball wurde irgendwie von der Defensive abgefälscht und drin! 1:0 für Kiel, Klassenerhalt perfekt! Riesenjubel auf den schon vorher stimmungsvollen Rängen.

 

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Nächste Saison ist man weiter drittklassig! Holstein sprang auf den neunten Platz der Tabelle und auch wenn dieser Platz sicherlich nicht so viel Bedeutung besitzt, das wäre der Platz, welcher der Zielsetzung vor der Saison entspricht. Die Mannschaft kann nun befreit nach Würzburg fahren und das sollten doch alle Holstein-Fans ihr gleichtun. Schließlich ist es fraglich, ob man in der nächsten Zeit mit der KSV wieder in die nordbayerische Stadt fahren darf. Unstrittig ist, dass das Wetter besser als im Norden sein wird: 22 Grad und Sonne.

 

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