DDV-Arena, 9. April 2016, Endstand 0:0

 

Einer von sechs Matchbällen für Dresden. Die SGD hat bisher eine überragende Saison gespielt und wird mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit aufsteigen. Selbstverständlich ist das kein Grund für die Störche das Spiel herzuschenken. Vielmehr wollte man heute sogar als Partycrasher auftreten und die Dresdner Aufstiegsparty auf den kommenden Spieltag verschieben. Obwohl der Klassenerhalt für Kiel ebenfalls recht sicher scheint, soll so früh wie möglich der Deckel drauf und natürlich noch ein gutes Saisonergebnis erzielt werden. Und dafür ist jeder Punkt Gold wert.

 

In aller Frühe ging es in Kiel los. In Bad Segeberg noch zwei Mitfahrer eingesammelt und durch dichte Nebelbänke dem Morgengrauen entgegen. Spätestens ab Berlin begegneten uns dann auch festlich in Gelb-Schwarz geschmückte Autos auf der Autobahn gen Elbflorenz. Erwartungsgemäß war es rund um das Stadion voll, die Stimmung schon fast feierlich. Schließlich blieb kaum Raum zum Zweifel am Aufstieg. Und natürlich wollten die Dresdner den an diesem Tag schon eintüten (mit freundlicher Unterstützung aus Erfurt). Die eventuelllen Feierlichkeiten sollten aber doch bitte nur auf den Rängen stattfinden. Schließlich ist ja noch ein bisschen Saison über und der Rasen muss noch halten.

 

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Mit 28.935 Zuschauer war die Dresdner Arena wie bereits im Vorfeld angekündigt heimseitig ausverkauft. Zum Einlaufen wurde eine große Blockfahne im K-Block hochgezogen. So Manchem kam diese sicherlich bekannt vor. Das gute Stück kam bereits im Pokalspiel gegen Eintracht Frankfurt zum Einsatz - verdient es aber durchaus öfter gezeigt zu werden (in Kiel gibt es ja auch die Fahne für besondere Anlässe ;-) ).

 

blockfahne

 

Bei Anpfiff brandete dann die erwartete Lautstärke auf. Dynamo mit einem zweitligawürdigen Support. Aber auch die knapp 400 mitgereisten Kieler verschafften sich immer wieder Gehör und vetraten die Landesfarben standesgemäß.

 

Auch auf dem Rasen lief aus Kieler Sicht gar nicht schlecht. Dynamo konnte die Gewalt über das Spiel nicht an sich reißen. Holstein behielt weitestgehend die Kontrolle und konnte sich genau wie der Gastgeber gute Chancen herausspielen. Überhaupt lieferten sich beide Teams ein munteres Hin und Her auf dem Platz. Dass keine Toren fielen störte die Kieler dabei deutlich weniger als den Erstplatzierten der Liga. Zudem Kiel in Durchgang eins dank Sané und Fetsch sogar ein Chancenplus für sich verbuchen konnte.

 

schnelle

 

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fassungslos

2. April 2016, Endstand 1:1

 

Das Glück ist bei den Dummen. So, oder so ähnlich kann man das Spiel gegen den Vorletzten der Liga mit einem Satz umschreiben. Nach den guten Spielen und teils unerwarteten Siegen gegen Aue und Magdeburg stand vor dem Spiel fest, dass ein Sieg gegen die den SV Wehen Wiesbaden eigentlich Pflicht sein sollte. Doch Holstein wäre nicht Holstein, wenn es denn so einfach wäre.

 

Dass wir nichtsdestotrotz Fans des geilsten Clubs der Welt sind, hat die Westtribüne mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Mit blauen Fahnen über den gesamten Block I verteilt und einem Motto, das nicht treffender hätte sein können.

 

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Auf dem Rasen stockten die Ambitionen von Holstein allerdings. Wehen kam besser ins Spiel und konnte sich von Beginn an mehr Spielanteile erarbeiten. Holstein, durch die Abwesenheit von Schnellhardt (Gelbsperre) und Janzer (Muskelfaserriss) erneut in neuer Formation unterwegs, kam dagegen nicht so recht ins Spiel. Das wurde spätestens mit dem Tor der Gäste in der 22. Minute klar. Auch in der zweiten Hälfte des Spiels bewies Wiesbaden Ehrgeiz und Kampfeswillen. Aber auch wenn bei Holstein heute nicht so viel zusammenlief, sie ließen die Köpfe zu keinem Zeitpunkt hängen und kämpfen um jeden Grashalm.

 

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Tatsächlich sollte dieser Einsatz in der sprichwörtlichen letzten Sekunde belohnt werden. Eine flache Hereingabe konte von Evseev zunächst nicht verwertet werden. Der Ball rollte weiter, während Schmidt in den Strafraum kam und von Rechts mit einem satten Schuss zum Ausgleich traf. Erleichtertes Ausrasten konnte man das, was auf den Rängen abging wohl nennen. Und auch die Jungs auf dem Rasen ließen es sich nicht nehmen, ihre Erlösung herauszuschreien und zu einer großen Jubeltraube zusammen zu kommen. Der Schiedsrichter pfiff auch gar nicht erst wieder an.

 

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Während das Unentschieden sich für die, sich schon als Sieger wähnenden Gäste wie eine Niederlage anfühlen musste, feierte die Kieler Mannschaft den Punkt wie einen Sieg. Mit inzwischen sechs Punkten Abstand zu den Abstiegsrängen sind wir rechnerisch zwar nicht durch, jedoch aus der akuten Bedrohung vorerst raus. Es bleiben noch 18 Punkte bis zum Saisonende zu holen. Davon wollen wir mindestens einen gleich nächste Woche in Dresden holen, gerne auch drei. Im „die Großen ärgern“ sind wir ja immerhin gar nicht mal so schlecht. Also ab ins Florenz an der Elbe, Holstein auswärts lautstark unterstützen.

 

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24. März 2016, Endstand: 1:2

 

In der zweiten Hälfte ein unterhaltsames Testspiel, in dem sich die Störche respektabel schlugen. Auch wenn es am Ende eine 2:1-Niederlage gab, hat sich Holstein gut verkauft. Gibt vielleicht noch einen kleinen Schub für den Liga-Alltag.

 

Holstein Kiel: Zentner (46. Jakusch) – Herrmann (73. Guder), Czichos (86. Arndt), Sigubjörnsson (73. Schmidt), Kohlmann (73. Sicker) – Evseev (46. Lewerenz), Kegel (86. Mandel), Nyarko (73. Wirlmann), Janzer (28. Schnellhardt) – Schäffler (46. Heider), Fetsch (46. Sané). Trainer Neitzel.

Hamburger SV: Drobny – Diekmeier (68. Arslan), Haut (46. Seo), Kacar, Ostrzolek – Holtby – Ilicevic, Bahoui (75. Carolus), Jung – Lasogga, Schipplock. Trainer: Labbadia

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen) Tore: 0:1 Schipplock (5.), 0:1 Schipplock (9.), 1:2 Sané (54.) Zuschauer: 8.986

 

Bruno und Uwe

 

Einlauf

 

Jubel Sane

 

Flutlicht

 

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20. März 2016, MDCC-Arena, Endstand

 

 Nach der mehr als überzeugenden Leistung zu Hause gegen den Tabellenzweiten, wartete mit dem Auswärtsspiel an der Börde ein weiterer starker Gegner. Obwohl zuletzt gegen den FC Energie Cottbus mit einer Niederlage, zählt der FCM zu den Überraschungs-Aufstiegskandidaten. Und da die Bilanz der letzten 15 Jahre ausgeglichen ist und in dieser Liga einfach alles möglich ist, fiel eine Prognose schwer, außer, dass die Elbe immer noch die selbe ist. ;)

 

Entspannte 3 ½ Stunden ging es über eine nahezu LKW-freie Autobahn. So blieb bei Ankunft genügend Zeit, noch einen Kaffee mit unserem MDR- und MZ-Korrespondenten in der Innenstadt zu trinken. Mit den Worten „Nicht unbedingt ein Laden, wo man ein Aufeinandertreffen mit Hools erwartet.“ betrat man das Café und bekam beim Durchqueren was zu Gesicht? Genau! Jedoch kein Grund für Anspannung, blieb man doch dank neutraler Kleidung als Kieler unerkannt.

 

Gästeblock

 

Block U

 

Im Anschluss ging es vorbei am Hundertwasserhaus, dem Magdeburger Dom und rüber über die Elbe zur MDCC-Arena. Das moderne, 2006 eröffnete Stadion ersetzte das einst etwas rumpelige, aber bei den Fans beliebte Ernst-Grube-Stadion. Rund 26.000 Plätze, von denen beim Spiel gegen Kiel 16.446 belegt waren, bietet die Arena. Positiv vermerken kann man, dass die Akustik gut ist. Der Block U, ohnehin für lautstarken Support diese Saison bekannt, ist im ganzen Stadion zu vernehmen. Die Gäste sind auf der Südtribüne untergebracht. Die gut 200 Kieler verschafften sich an diesem Spieltag durchaus Gehör.

 

Fahne

 

Sportlich lief es für den Gastgeber diese Saison bisher deutlich besser, als erwartet. Nach Jahren in der Regionalliga, gelang dem einzigen aus der DDR stammenden Sieger des Europapokals der Pokalsieger – 1974 gegen den AC Mailand - im vergangenen Jahr die Rückkehr in den Profifußball. Seit dem konnten sich die Blau-Weißen nicht nur in der Liga etablieren, sondern auch gleich mal ins obere Tabellendrittel katapultieren. Und hier will man bleiben. Noch in der laufenden Woche wurde das Saisonziel auf Platz vier korrigiert.

 

Kalle

 

Arne

 

12. März 2016, Endstand 3:0

 

Im Vorfeld der Partie lief es wirklich alle andere als zufriedenstellend. Unglückliche Auftritte gegen direkte Konkurrenten aus Cottbus und Rostock und nach und nach zwickte es in der Trainingswoche in allen möglichen Gelenken und Bändern. Insbesondere in Holsteins Defensive. Am Ende bissen aber einige Akteure auf die Zähne, sodass von den Stammspielern am Ende „nur“ die etatmäßige Innenverteidigung mit Czichos und Sigurbjörnsson sowie Evseev ausfielen. Überraschungsspitzenteam Erzgebirge Aue musste auf Steve Breitkreuz verzichten, der nicht nur die stärkste Abwehr der Liga zusammenhielt, sondern sich auch für einige der seltenen Auer Tore verantwortlich zeigte.

 

Aues Trainer war von den Katakomben im Holstein-Stadion sichtlich angetan. Seit 1995, Dotchevs Jahr im Störchetrikot, hätten sich diese nicht groß verändert.

 

Passend zu diesem Eindruck hatte Trainer Karsten Neitzel über die Woche seinen Spielern immer wieder eingeimpft, in dieser sportlichen Situation auch einmal rustikal und einfach zu spielen. Um nicht nach dem Spiel wieder vom gegnerischen Trainer zu hören, Holstein sei ein starker Gegner gewesen, die Punkte habe aber wieder der Gast eingesackt.

 

rip

 

 

Zunächst einmal gedachte das Stadion aber dem langen Holstein-Fan Thomas von der Elite. Eine schöne Geste, die seiner langen Leidenschaft für die KSV sicher gerecht wurde.

 

Mit etwas über 4.400 Zuschauer kamen sogar ein paar mehr Leute als zum letzten Heimspiel gegen Cottbus. Davon auch 300 Gäste aus dem tiefsten Sachsen, die außer durch ein paar nette Zaunfahnen aber mal gar nicht auffielen.

 

 

Die KSV begann äußerst aktiv. Hinten stand die in der Hinserie manchmal sehr unsichere Innenverteidigung bestehend aus aus Schmidt und Weidlich stabil. Vorne versuchte in den ersten Minuten Schäffler ein ums andere Mal sein Glück. Ein gefährlicher Abschluss war ihm aber nicht vergönnt. Nach einer Viertelstunde schnappte sich Schnellhardt den Ball, legte ab nach links zu Patrick Kohlmann. Der flankte passgenau in den Fünfer, wo sich Neuzugang Fetsch der Sache annahm und trocken in Martin Männels Kasten köpfte. 1:0 Holstein!

 

 

 
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