Südstadion, 7. Februar 2016, Endstand 2:3

 

Köln und das auch noch am Sonntag vorm Rosenmontag. Da denkt der durchschnittliche Küstenbewohner zunächst einmal „och nöö“, wobei sich die Anwesenheit von einigen Kostümierten im Stadion im Nachhinein als ganz witzig herausstellte (hervorzuheben waren hier natürlich die herrlichen Kickermatte). Die Schmähung „Kiel hat keinen Karneval“ nach Schlusspfiff prallte allerings mal so komplett an uns Norddeutschen ab.

 

kölsch

 

mikewerner

 

karneval

 

mülltönnche

 

gästekurve

 

mariteam

 

Aber zunächst einmal zurückgespult. Das Gefühl vor dem Spiel gegen die heimstarke Fortuna war schwierig zu definieren. Irgendwie hoffte man als Kieler auf ein erfolgreiches Jubiläum von Karsten Neitzel (100. Ligaspiel als Trainer) und der Kantersieg von Wochenende zuvor machte Mut. Allerdings war ein Hauptproblem der bisherigen Saison häufig die fehlende Konstanz gewesen, nicht immer in den Leistungen, häufig aber im Ergebnis. So wäre der zweite Dreier in Folge schon eine kleine Serie.

30. Januar 2016, Endstand 5:2

 

Kieler Sportler sorgen im Moment für Furore. Nicht wenige Sportbegeisterte aus der Fördestadt und Umgebung schauten schon am Freitag ganz genau hin, als Rune Dahmke zunächst mit dem DHB-Team den Finaleinzug bei der Handball-EM feierte und Angelique Kerber einen halben Tag später die Australien Open für sich entschied.

 

Aber Holstein? Da tut es weh, wenn das eigene Team verliert, da leidet man abseits der großen Sportwelt mit dem eigenen Team. Das schmerzte die 1:2 Niederlage im großen Weserstadion gleich doppelt, da sah man wieder das eigene Problem der mangelhaften Chancenverwertung. Da kamen die ganzen Zweifler wieder hoch, bei denen der Musikinteressierte gleich die Oasis-Zeile „Backbeat, the word is on the street, that the fire in your heart is out… .“ Da wurde am Stammtisch neidisch nach Chemnitz geschaut, die hätten mit Frahn endlich einen „Topstürmer“ geholt, Holstein „knausere sich in die 4. Liga“, dabei standen Fetsch und Evseev sicherlich noch ganz woanders auf dem Wunschzettel. Kurzum: Nach einem vergeigten Spiel alles in Frage zustellen, erscheint sehr fragwürdig.

 

west

 

gästeblock

 

Dadurch dass Holstein sich in den vergangenen Spielen insbesondere zu Hause nicht gerade mit Ruhm bekleckerte, blieben die Traversen doch ziemlich leer, etwas über 4100 Zuschauer wollten die Heimpremiere des neuen Vorstand Sport Uwe Stöver miterleben. Darunter waren auch knapp 100 Gäste aus Westsachsen, schön zu sehen, dass solche Clubs ebenso wie die KSV auch 600 km weit weg eher kleine Brötchen backen. Karsten Neitzel nahm keine Veränderungen vor, Trainer Karsten Heine vom CFC brachte gleich einmal Daniel Frahn, Alexander Bitttroff und Marius Gersbeck als Startformation auf dem Platz.

 

Das schien auch gleich zu funktionieren. Zunächst stockte der Atem nach sieben Minuten, Lewerenz jagte den Ball vor den Gersbeck-Kasten, doch weder Siedschlag noch Fetsch bekamen ihre Fußspitzen an das Spielgerät. Wenige Sekunden später: Türpitz bekommt das Leder vor Zentners Kasten und vollendet zum 0:1. Gleiches Muster: Holstein macht die Großchance nicht, der Gegner geht mit dem ersten Torschuss in Führung. Jetzt musste was passieren, um nicht wieder dutzende Minuten einem Rückstand hinterherzulaufen. Da passte es hervorragend, dass Lewerenz gerade vor dem Tor lauerte, die Defensive war sich nicht einig war und der Ex-Würzburger vollendete präzise aus der Distanz! 1:1! Alles wieder von vorne, die Kulisse war da, weiter geht’s!

 

lewerenz

 

jubel2

 

jubeltribuene

 

Etwas über eine Viertelstunde war gespielt und Peter Sippel, Ex-Fifa Referee aus München, sah ein Handspiel in der Nähe des Strafraums vom CFC. Ein kleines Grüppchen Holstein-Spieler brauchte unter ermahnenden Blicken des Referees doch verdächtig lange, dann ging es ganz schnell, Lewerenz mit gefühlvollem Schlenzer, 2:1! Und es ging weiter wie am Schnürchen, nach 30 Minuten setzte sich Kohlmann auf links durch, Gersbeck ließ abprallen und Fetsch verwandelte bestens positioniert eiskalt! 3:1, was war denn hier los? Bei Holstein griff ein Rädchen ins andere, der CFC völlig von der Rolle! Wirklich besser wurde es für den CFC aber nicht. Von rechts kam der Ball zu Evseev und es geht rein in’s Eck! Vier Tore in einer Halbzeit! Das gelang der KSV zuletzt am 27. Juli 2013, da konnte man zu Hause gegen Saarbrücken sogar fünf Treffer landen! Sippel pfiff zur Pause und auf den Traversen sah man verständlicherweise mehr zufriedene Gesichter als zuletzt.

24. Januar 2016, Weserstadion, Endstand 2:1

 

Noch während sich die Störche im Trainingslager am Mittelmeer vorbereiteten, brach in der Heimat der Winter aus. Da Bremens Platz 11 über keine Rasenheizung verfügt, machte schnell die Sorge vor einer Absage des Auftaktspiels die Runde. Tatsächlich stellte sich heraus, dass der Platz der Bremer U23 nicht bespielbar sein würde. Doch statt einer Absage gab es einen Umzug ein paar Meter weiter. Holstein Kiel durfte ins Weserstadion.

 

stadion

 

flutlicht

 

Davon und von dem anhaltenden Tauwetter motiviert, fanden sich tatsächlich stolze 700 Kieler im Gästeblock und vereinzelt auf der Haupttribüne ein. Ostkurve und Gegengerade blieben geschlossen. Bei insgesamt 1.750 Zuschauern war auch keine Not, diese zu öffnen.

 

gästeblock

 

Trotz der kleinen Kulisse machte das Gastspiel im Weserstadion anfangs Spaß. Direkt unter dem Dach der Westtribüne konnte sich der Kieler Anhang dank der guten Akustik ordentlich Gehör verschaffen.

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok