7. Februar 2015, Stadion der Freundschaft, Endstand 2:0

 

Erstes Auswärtsspiel 2015. Während gleich vier Anhängerschaften aufgrund von Spielabsagen gar nicht erst Reisepläne schmieden brauchten, ging es für uns und ca. 146 weitere Kieler Fans in den tiefsten Osten. Nahe der polnischen Grenze, im selbsternannten "Inferno-Land" (so einigen gekritzelten Beschriftungen an Brückenpfeilern zu entnehmen), feierte Holstein quasi eine Cottbus-Premiere. Zwar waren wir schon zu Spiele gegen die Zweitvertretung im Stadion der Freundschaft, gegen die Erste hatten wir bekanntermaßen jedoch bisher nur zwei Spiele vor heimischen Publikum ausgetragen.

 

Nach sechs Stunden entspannter Fahrt inkl. Zwischenstopp zwecks Aufnahme eines Fahrgastes bei Berlin, waren auch schon Flutlicht und Wellblechverkleidung in Sicht.

 

cottbus

 

gäste

 

Der heutige Gastgeber gehörte auf dem Papier zu eben jenen stärkeren Mannschaften, die Trainer Karsten Neitzel gerne ärgen möchte. Als Zweitligaabsteiger hegt man in der Lausitz den Wunsch, das Drittligajahr bereits nächste Saison als Ausrutscher betiteln zu können und ohne Umschweife wieder aufzusteigen.

 

Bevor es um die Wurst ging, gab es aber erstmal eine Portion Pommes, die sich ganz in Vereinsfarben, also rot-weiß präsentierte. Lecker und kross. Sind zu empfehlen. Und selbstverständlich wurde den bekannten Gesichtern aus Cottbus noch ein kleiner Begrüßungsbesuch am Conti abgestattet.
Erste Überraschung des Tages war dann der Aufstellung zu entnehmen. Marc Heider, der zuletzt gegen Stuttgart nicht ganz zu seiner Form gefunden hatte, saß zunächst auf der Bank.

Diese Entscheidung hatte keinen disziplinarischen Hintergrund, betonte Neitzel nach dem Spiel. "Manchmal fehlt einfach das Quentchen zur Form." Geschadet hat es dem Spiel nicht. Bei vergleichsweise gutem Wetter, zwar zog gelegentlich ein eisiger Wind über die Ränge aber statt Niederschlag gab es erstaunlich viel Sonne, starteten die Störche früh durch. Bereits neun Minuten nach Anpfiff klingelte es im Lausitzer Kasten.

 

jubel

 

Freistoß Siedo, Kazior köpfte den Ball zunächst an die Latte. Doch Youngster Hauke Wahl staubte ab und verwandelte zur frühen Führung. Mit diesem Zustandekommen hat sich Holstein eigentlich eine erneute Nominierung für Arnd Zeiglers "Kacktor des Monat" verdient. ;)

 

hermi

 

In der Folge wurden die Energie-Kicker einfallsloser bei den Plänen die Kieler Defensive zu knacken und das Heimpublikum zunehmend unzufriedener. Erst im Verlauf von Halbzeit zwei fand der Gastgeber zu alter Stärke zurück. Phasenweise musste die Kieler Abwehr Schwerstarbeit leisten und tat dies mit Bravour. Kam doch mal ein Ball vor das Tor der Störche, so hielt "des Gegners Chancentod" (Wer sagt denn, dass ein Chancentod immer aus der eigenen Mannschaft kommen muss. ;) ) Kenneth Kronholm alles Mögliche und Unmögliche. Mit den Wechseln bewies der Trainer mal wieder ein geschicktes Händchen. In der Defensive ersetzte Hartmann das in der 70. Minute aufgeriebene Geburtstagskind Rafael Kazior, offensiv kamen Heider und Sané für Schäffler und Kegel. Beide konnten nach vorne nochmal echte Akzente setzen. Heidi krönte seinen Kurzeinsatz in der 90. Minute mit dem spielentscheidenden 2:0.

 

endstand

 

jubel_block

 

Ohne dass der Schiedsrichter nochmal am Mittelkreis anstossen liess, ging es direkt zum Feiern in die Gästekurve. Die Freude auf beiden Seiten des Zauns war selbstverständlich ausgelassen. Wurde doch einer der Großen mächtig geärgert. Wenn das mal kein Grund zum Tanzen ist.

 

mannschaft

 

Bevor es für unsere Besatzung wieder zurück auf die Autobahn ging, wurden natürlich noch die üblichen, lokalen Erzeugnisse, wie zum Beispiel die gefühlsechte, perlgenoppte Spreewaldgurke an Bord genommen. Während wir uns diese schmecken ließen, kamen wir zum Schluss, dass Holsteins Ostfluch besiegt zu sein scheint. Während wir uns in der Vergangenheit desöfteren in Brandenburg, Sachsen und Co, schwer getan haben, so haben wir in dieser Saison bereits gegen Dresden, Rostock und nun Cottbus gewonnen. ob es an unserem "Osttrainer" liegt? Oder doch daran, dass laut Karsten Neitzel seine Jungs "ein richtig guter Haufen" sind?

 

Jedenfalls haben wir jetzt schon richtig Bock auf Dresden am kommenden Wochenende vor hoffentlich vollen Rängen.

 

Alle Bilder aus Cottbus in der Galerie.

 
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok