Der letzte Spieltag ist schon ein paar Wochen her, die Saison damit faktisch abgeschlossen. Eine Saison bei der sich viele Holsteinfans immer noch fragen, ob es jetzt eine gute oder einfach nur die unvollendete Saison war. "Das I-Tüpfelchen hat gefehlt", so das Kurzfazit von Christian Jürgensen, der nach Urlaub (in dem auch das äußerst knappe Saisonfinale verarbeitet wurde) und den ersten Testspielen zu einem kleinen Saisonrückblick anhand der (schönsten) Saisonbilder bei uns vorbeigekommen ist.

 

Juergi

 

Besondere Highlights für für den gebürtigen Flensburger waren selbstverständlich die DFB-Pokalerlebnisse, wo die Störche auch gegen größere Teams "sportlich gut mithalten und Erfahrungen sammeln konnten" und spätestens mit dem Spiel gegen Dortmund noch ein wenig mehr "den großen Fußballbiz" kennenlernen durften. "Viel Neuland" für den dienstältesten Holsteiner (den Mannschaftsbusfahrer mal ausgenommen), der zudem seit dieser Spielzeit die Kapitänsbinde trägt und damit noch mehr Verantwortung übernommen hat.

 

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Das erste Saisontor gelang dem Defensivmann im Heimspiel gegen Havlese - ein weiteres persönliches Highlight der abgelaufenen Spielzeit.

Und los geht die erste Saison mit der Spielführerbinde auch gleich mit einem echten Highlight: Cottbus im DFB-Pokal. Nun ja, im Vorfeld wurde ja noch viel diskutiert, ob Energie jetzt ein Traumlos ist. Viele befürchteten, besonders nach dem zähen Sieg gegen Hohenwestedt in der ersten Runde des Landespokals, ein unattraktives Spiel und das sofortige Ausscheiden aus dem Wettbewerb, ohne dass der Verein von der Förde größer in den Medien in Erscheinung treten würde. Doch dann kommt der 30. Juli 2011 und ein sichtlich angefressener Pele Wollitz darf miterleben, wie Holstein den FC Energie mit 3:0 zurück in die Lausitz schießt.

 

 

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"Ein geiles Spiel - und nach diesem Sieg wusste ich, dass wir auch gegen Duisburg eine Chance haben würden." so Jürgie.

Auf die Euphorie im Pokal folgt zunächst einmal allerdings der Dämpfer in der Liga, genauer gesagt im Hallenser Ausweichstadion am Bildungszentrum.

 

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Gut gespielt, aber Elfer verschossen und Punkte liegen gelassen, laut Jürgie "ein typisches Halle-Spiel". Danach gibt es in der Liga den Dreier bei der Zweitvertretung des Hamburger SV und das schmerzliche Ausscheiden im Landespokal gegen den VfR Neumünster.

 

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Ob es nun am Schiedsrichter, am Wetter oder an der mangelnden Chancenverwertung liegt - es bleibt einer der Tiefpunkte der Saison.

Ein etwas holpriger Start - bei der Liga-Heimspielpremiere gegen den SV Wilhelmshaven sieht es da schon wieder besser aus - 4:2 als Endresultat und der Grundstein für eine sensationelle Heimserie ist gelegt, denn bis zum Saisonende soll kein (Liga-)Heimspiel mehr verloren werden. Auch nicht gegen Meppen mit Michael Holt, dem das blaue Trikot  immer noch gut steht.

 

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Zudem Premiere für die LED-Wand und die Fischbrötchen im Holstein-Stadion - beides hat sich inzwischen bewährt.

 

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Nur Marc Heider scheint bis zu diesem Punkt der Hinrunde nicht ganz glücklich, denn seine Treffsicherheit war für ihn selbst alles andere als zufriedenstellend. Umso schöner wenn der Knoten beim 4:1 gegen den Landesrivalen platzt, gegen den man zur Pause sogar noch 0:1 hinten liegt.

 

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"Wir messen Heidi natürlich nicht an seinem Toren", trotzdem freute auch Jürgie der wiedergefundene Torinstinkt des Stürmers "und dass Heidi in Kiel sein privates Glück gefunden hat. Generell doch ein gutes Zeichen, dass man sich in der Stadt und beim Verein wohlfühlen kann." Mit dem Sieg gegen die Travestädter gelingt dann auch ganz nebenbei erstmals der Sprung an die Tabellenspitze - zumindest für eine Nacht.

Der Wohlfühlfaktor des gemeinen Holsteinfans wird dann in der zweiten Runde des DFB-Pokals gesteigert, dass Jürgie allerdings unfreiwillig von der Tribüne verfolgen muss. "Daneben stehen ist immer schwer, aber bei der Leistung war es deutlich einfacher." Gut, nervlich ist es trotzdem ganz schön anstrengend - denn nach dem Doppelschlag in der 49. und 58. Minute scheint die Spielzeit nur noch in Zeitlupe zu verrinnen.

 

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Mit dem Abpfiff ist dann aber die Sensation perfekt, der zweite Zweitligist ausgeschaltet, die Zebras zurück in den Pott geschickt.

Das auf den Pokal folgende Ligaspiel bei St.Pauli II ist dann ein eher verkrampftes 2:1, bei dem Thorsten Gutzeit an der Seitenlinie viel dirigieren muss und sich mehrfach buchstäblich die Haare rauft.

 

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Dafür wird an diesem Tag mal wieder ein einwandfreier Support hingelegt, was auch Jürgie findet: "Solche Bilder machen doch Gänsehaut. Und so ein positiver Support im Rücken pusht richtig.


Und die Mannschaft dankt es mit Toren - gegen den ZFC Meuselwitz vier an der Zahl, darunter ein sensationeller Freistoß vom Newcomer der Saison und Holstein-Eigengewächs Dan-Patrick Poggenberg.

 

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Die Investionen der letzten Jahr ins Nachwuchsleistungszentrum machen sich auf jeden Fall bezahlt und dem Kapitän macht es "Laune zu sehen, wie viel Potenzial in der Jugend steckt."

Wenig Spaß hingegen macht das Auswärtsspiel in Leipzig, weder auf dem Platz noch auf den Rängen. Ansonsten business as ususal - das Holstein-Stadion bleibt eine uneinnehmbare Festung und auch auswärts sammelt man Punkte, in Halberstadt sogar im Auswärtsblock mit "hohem" Support, der den Anwesenden einige Runden spendiert.

 

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Und auch der Winter schafft es in diesem Jahr nicht, die Störche in ihrer Punktejagd zu stören, gegen Wolfsburg holt die KSV sogar die Herbstmeisterschaft. Die Geheimwaffe im Kampf gegen Schnee und Minusgrade kommt in Form eines Zeltes aus England und hat bereits im Wembley-Stadion gute Dienste geleistet.

 

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zelt

 

An der Förde sichert die Mission "Heiße Luft" den Punktspielbetrieb bis zur Winterpause. Jürgie dazu: "Das hat unsere Heimmacht gesichert. So gut wie dieses Jahr sind wir noch nie durch den Winter gekommen." Gedankenspiele und eine verzerrte Tabelle bleiben Spieler, wie auch den Fans zum Glück erspart.

Bevor es allerdings in die Winterpause geht, steht ja noch ein DFB-Pokalspiel auf dem Plan, diesmal ist der Gegner ein Erstligist. Doch auch Mainz 05 schafft es nicht den Pokalschreck Holstein zu stoppen. Und der Siegtorschütze posiert für das Siegesfoto.

 

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Danach wird Dortmund gezogen - Winterpause - Ansturm auf die Dauerkarten...

 

barbo

 

...Siedo verletzt sich - Hallenlandesmeister - Sachen packen und ab nach Side...

 

wehle

taurus

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...ins Trainingslager , wo die CCK vor Ort live dabei ist. Ein Vorgeschmack auf "Europapokal"?


Und deutlich merklich steigt das Pokalfieber in Kiel und das bei Temperaturen, die im zweistelligen Minusbereich liegen. Plötzlich ist der Zustand des Rasens im Holstein-Stadion von bundesweitem Interesse, Rollrasen und Heißluft-Zelt sollen aber wieder die Austragung im heimischen Stadion sichern. Für einige Holsteinfans fast ein bisschen viel Lärm den eigenen Verein, aber obwohl die meisten im Fans im Stadion sein werden, freut man sich über das Livespiel.

 

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gutzeitklopp

 

Und der Kapitän findet es "ein geiles Gefühl unseren Trainer neben Klopp zu sehen". Sportlich stößt man mit dem späteren Pokalsieger und Meister allerdings deutlich ein seine Grenzen, immerhin verliert das Kieler Publikum seinen Humor nicht. "Wir sind besser als der HSV...".

Das Ausscheiden an sich ist eher kein Beinbruch, allerdings scheint danach irgendwie Sand im Getriebe, die in den Niederlagen in Lübeck und bei Hertha BSC II gipfeln.

 

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hertha

 

Zu allem Überfluss verletzt sich davor auch noch Stammkeeper Morten Jensen (der allerdings von Daniel Strähle hervorragend ersetzt wird). Auch wenn die meisten Fans nicht mehr an die Meisterschaft glauben, so ganz kann die Konkurrenz aus Halle und Leipzig nie entfliehen. Allerdings schafft wiederum Holstein es auch nie, die Patzer der anderen zu nutzen. So werden ausgerechnet bei Ex-Storch Michael Holt und seinem SV Meppen wichtige Punkte liegengelassen.

 

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"Der Tiefpunkt der Saison", nicht nur für Jürgie, "erste Hälfte wir mit hoher Ballkontrolle, dann zweite Hälfte ein Standard und ein Tor des Jahres und Meppen wächst über sich hinaus." Die Verhältnis zu Holt sei übrigens noch sehr gut, trotz der Niederlage.

Trotzdem gibt das Team nicht auf und erkämpft in Cottbus ein 2:0 - ein Teil der Supporter aus Block J beweist gutes Gespür und ruft das Motto für die letzten Spiele aus, - Keep on fighting, Holstein!

 

 

keeponfighting

 

"Das Bild hing die letzten Spiele immer bei uns in der Kabine, die Botschaft hat die Mannschaft erreicht." Und so kommt es am 21. April nicht zu einem weiterem Livespiel in Fernsehen, sondern auch zu dem, wenn man den DFB-Pokal mal außen vorlässt, wohl größten Highlight der Saison.

 

jubell

juergie

pacult

 

Der Teamgeist der Holsteiner und 100% Siegeswille triumphieren an diesem Tag über das Projekt RB Leipzig.

Danach noch ein Sieg in der Hauptstadt, der allerdings nicht alle im Stadion anwesenden interessiert...

 

poststadion

sachser

fuchs

 

...und ebenfalls ein Dreier zuhause gegen Halberstadt, während aus Meuselwitz die Nachricht kommt, dass der Hallesche FC dort tatsächlich verloren hat. Es sollte also tatsächlich zum Finale in Wolfsburg kommen...

...dessen Ergebnis ja leider allen bekannt ist. Trotzdem kann man als Kieler aber positiv zurückblicken, machten doch über 1.000 Awayfahrer die Partie am Elsterweg zu einem Heimspiel.

 

bank 

kurve

 

Und auch Jürgie strahlt beim Blick auf das Bild mit der Kieler Kurve, die auch trotz Niederlage und Enttäuschung mit Applaus für die Saison Danke sagte: "Ein heftiges Gefühl, das war einfach ein Wahsinns-Support - dafür auch nochmal ein Dankeschön an alle, die da waren."


Wir danken Jürgie für die Zeit, die er sich genommen hat und hoffen gemeinsam auf das I-Tüpfelchen nächste Saison. Da geht noch mehr!

 
 
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