1. April 2018, Bielefelder Alm (SchücoArena), Endstand

 

Vielleicht hat man sie noch im Gedächtnis, die Bilder aus "Westring 501". Der Kieler Mannschaftsbus fährt auf das Bielefelder Stadion zu, Kontra K rappt von Wölfen, die Mannschaft fokussiert auf das so wichtige Spiel im Saisonendspurt, in dem Punkte für den Aufstieg geholt werden sollen. Am Ende, diese Bilder werden sich bei vielen ebenfalls ins Gedächtnis gebrannt haben, sollte der Punkt auf der Bielefelder Alm zwar für die Relegation reichen, der Aufstieg jedoch trotzdem nicht gelingen, während es für damaligen Gastgeber direkt hoch ging.

 

Chnee

 

Ziemlich genau 35 Monate später ging es durch die letzten Zuckungen des Winters wieder nach Ostwestfalen. Und während die Gäste erneut auf Aufstiegskurs sind, hatte das Team des DSC bereist 6 Punkte Rückstand auf das Treppchen. Weiterer Unterschied zu damals: dieses Mal geht es um den Sprung in die Belle Etage. Eine Chance, die sich auch Holstein Kiel nicht entgehen lassen sollte - egal wie sehr der Gedanke an die Bundesliga einigen widerstreben mag. Meinte auch Bielefeld ehemaliger Kultkicker Ansgar Brinkmann, der sich das Topspiel nicht entgehen lassen wollte. Schließlich sei es etwas besonderes, bei Bayern München oder Borussia Dortmund im Stadion aufzulaufen.

 

Ansgar

 

Auf Armina

 

Doch hier und heute hieß der Alltag erstmal Ostwestfalen. Ähnlich wie in Bochum, ist der Bundesligaglanz von einst noch zu erahnen, blättert aber zumindest an den drei alten Tribünen schon ein wenig ab. Und auch wenn der Fußball in Bielefeld von Glamour weit entfernt ist, gefallen die klassischen Betonstufen und das bodenständige Drumherum. Ach ja...und Fischbrötchen... ;)

 

pANORAMA dsc

 

Beton

 

Sitzschalen

 

Fischbrötchen

 

Roland

 

King

 

Kempkes

 

 

Und tatsächlich machte die Kulisse von 20.150 Zuschauern durchaus auch Appetit auf mehr. Das Spiel hingegen gehörte vielleicht nicht zu den besten diese Saison. Die Störche gingen mit der gleichen Startaufstellung zu Werke, wie daheim gegen Heidenheim. Und die Bielefelder machten es den Gästen nicht leicht. Es brauchte knapp eine Viertelstunde, bis Holstein ins Spiel kam. Doch der erste Treffer gebührte der Arminia. In der der 21. Minute rutscht ein aus 35 Metern von Behrendt flach geschossener Ball durch die Hände von Kronholm. Doch Holsteins Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Ducksch leitete im eigenen Strafraum einen Konter ein, über Drexler gelangte der Ball zu Schindler. Eiskalt visiert dieser die linke Ecke des Bielefelder Tors an und trifft. Verdienter Ausgleich. In der Folge erhöhte sich der Druck, den die Kieler ausübten. Erst gegen Ende der ersten Hälfte hatten sich die Gastgeber wieder gefangen und konnten die teils nicht ungefährlichen Angriffe Kiels wieder reduzieren. Dafür stieg aber die Kampfbereitschaft beider Teams, die besonders Torschütze Kingsley Schindler regelmäßig zu spüren bekam. Auch in der zweiten Hälfte hatte Schiedsrichter Kempkes, der nach der Leitung der Drittligapartie Lotte gegen den CFC stark in die Kritik geraten war, alle Hände voll zu tun. Hüben wie drüben hatte er einige schwierige Entscheidungen zu treffen und lag damit aus der Sicht der jeweiligen Anhängerschaft, nicht immer richtig. Besonders in der Schlussphase, die an Einsatz auf beiden Seiten nochmal zunahm, war die Kritik von den Zuschauerrängen nicht zu überhören. Doch all der Einsatz vermochte nicht, das Pendel zugunsten eines der Teams ausschlagen zu lassen. So sehr sich Kieler wie Bielefelder einen dreckigen Last-Minute-Treffer wünschten - er fiel nicht. Für manchen Zuschauer in schwarz-weiß-blau begann damit die Planung für die kommende Spielzeit. "Dann greifen wir nächste Saison eben. Mit dem HSV und dem Effzeh in der Liga sollte das kein Problem sein.". Für den Kieler hingegen stellte sich nach Abpfiff langsam die Frage, ob für die Relegationstermine vielleicht langsam mal Urlaub einreichen sollte, denn die Verfolger aus Regensburg wurden parallel von Hannes Drews' Veilchen gebremst. Und schließlich darf man sich die Chance, in die Belle Etage aufzusteigen doch nicht entgehen lassen.

 

Doch bis es soweit ist, kann sich ganz entspannt zurück gelehnt werden. Die 2. Bundesliga macht dem Kieler wirklich Spaß. Und so ist die Freude auf das vermutlich proppevolle Heimspiel gegen die Lilien am kommenden Sonnabend wie immer groß.

 

Alle Bilder in der Galerie.

 
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